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Bondmarkt: Für Kurzläufer bleibt das Umfeld günstig


03.07.15 10:27
Meriten IM

Düsseldorf (www.anleihencheck.de) - Der Zinsanstieg seit April hat so manchen Investor auf dem falschen Fuß erwischt, so die Experten von Meriten Investment Management.

Gerade wer Anleihen mit ultralangen Laufzeiten bevorzugt habe, sitze heute auf herben Verlusten. Ein Beispiel: Der Tesco-Bond mit Fälligkeit im Jahr 2047 habe seit dem 21. April rund 20 Punkte, also etwa 18 Prozent, verloren - und das fast ausschließlich wegen des Zinseffekts. Und obwohl der Spread um 14 Basispunkte zugelegt habe, sei die Rendite der 30-jährigen Bundesanleihe um ein Prozent gestiegen, was einem Kursverlust von 16 Prozent entspreche.

Grundsätzlich würden festverzinsliche Papiere mit maximal vier Jahren Restlaufzeit attraktiv bleiben - dank ihrer Unempfindlichkeit gegenüber Zins- und Spreadveränderungen. Laufe die Konjunktur so stabil wie zuletzt, gelte das erst recht für Unternehmensanleihen. Dort würden sich die Ertragssituation und die Bonität der Unternehmen verbessern. Das bedeute: Die Risikospreads würden sinken, was die Performance der Unternehmensanleihen verbessere.

Das dürfte bis ins kommende Jahr so weitergehen, sofern die Europäische Zentralbank nicht das Ende ihrer lockeren Geldpolitik einläute. Sollte nämlich Europas Wirtschaft so positiv überraschen wie die jüngste ifo-Prognose, könnte die EZB auf höhere Zinsen umschwenken. Gleiches gelte, wenn sich das politische Klima plötzlich eintrübe und die Risikospreads steigen würden. Beides wäre Gift für die Anleihekurse. Derzeit spreche jedoch wenig für diese Szenarien. Die Zeit für einen Ausstieg sei bei Kurzläufern noch lange nicht reif. (Ausgabe Juni 2015) (03.07.2015/alc/a/a)