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Bodenbildung bei russischen Bonds
27.03.14 14:33
Baader Bank
Unterschleissheim (www.anleihencheck.de) - Risikoaufschläge für Staatsanleihen aus Russland steigen schon seit Wochen, und doch gibt es Anleger, die wieder einsteigen, so Klaus Stopp, Leiter der Skontroführung Renten bei der Baader Bank.
Kapital sei bekanntlich ein scheues Reh. Und wenn der russische Bär dem Reh Angst mache, setze ein Fluchtreflex ein. So sei es auch am Kapitalmarkt zu beobachten gewesen. Wegen der Krim-Krise hätten Investoren massiv Kapital aus Russland abgezogen. Die Risikoaufschläge für russische Staatsanleihen seien schon seit Wochen gestiegen. Und doch gebe es Anleger, die die Zeit für gekommen sehen würden, wieder einzusteigen.
Es sei der Kreml selbst, der für das erste Quartal 2014 mit Kapitalabflüssen von bis zu 70 Mrd. USD rechne. Damit würde innerhalb von drei Monaten mehr Geld das Land verlassen als im gesamten vergangenen Jahr, als 63 Mrd. USD abgezogen worden seien. Und weil der massive Kapitalabzug die Zinsen in die Höhe treibe, habe das russische Finanzministerium mit dem Hinweis auf "unvorteilhafte Marktbedingungen" schon zum vierten Mal in Folge eine Auktion von Staatsanleihen abgesagt.
Offenbar würden hier die verschärften Wirtschaftssanktionen gegen Russland bereits ihre Wirkung entfalten, die laut dem Münchner ifo-Institut Russland deutlich stärker treffen würden als die EU. Demnach würden die Exporte Russlands in die EU 15% der Wirtschaftsleistung des Landes ausmachen, Ausfuhren nach Russland hingegen nur 1% der EU-Exporte. Vor diesem Hintergrund hätten die Bonitätsprüfer von Standard & Poor's und Fitch Ratings angedroht, die Kreditwürdigkeit Russlands zu senken.
Nachdem auch der Russischer Rubel-Kurs in den vergangenen Wochen deutlich an Wert verloren habe, habe sich die russische Währung in den letzten Tagen wieder etwas erholt. Ebenso sei es den Anleihekursen ergangen, bei denen Anzeichen für eine Bodenbildung zu erkennen seien. So notiere ein auf US-Dollar lautender Bond der russischen Föderation (ISIN XS0089375249/ WKN 249138) mit Laufzeit 7/2018 und ca. 3,49% Rendite einen Punkt höher als in der vergangenen Woche. Dieselbe Entwicklung sei auch bei auf RUB lautenden Anleihen zu beobachten, was das Beispiel eines bis 2/2027 laufenden Bonds (ISIN RU000A0JS3W6/ WKN A1G10S), der mit ca. 8,96% rentiere, belege. Dieses Papier habe sich sogar von seinem in der vergangenen Woche erreichten Tief bei 91,44% auf ein Niveau von über 95% erholt.
Auch bei ukrainischen Staatsanleihen, die sowohl in Euro als auch US-Dollar in hohen Stückelungen begeben wurden, scheinen die Tiefs der jüngsten Tage ebenfalls überwunden zu sein, so die Analysten. So habe sich ein auf Euro lautender Bond (ISIN XS0232329879/ WKN A0GGXG) aus Kiew mit Laufzeit 10/2015 und ca. 10,71% Rendite von seinem Low bei 81,75% wieder auf über 90% hochgearbeitet. Auch eine bis 9/2020 laufende ukrainische Staatsanleihe in US-Dollar (ISIN XS0543783194/ WKN A1A1H7), die mit rund 9,40% rentiere, habe von 80,65% auf zuletzt 90,65% zugelegt.
Diese Entwicklung werde von der Hoffnung der nahezu bankrotten Ukraine gestützt, in Verhandlungen mit dem Internationalen Währungsfonds IWF mindestens 15 Mrd. US-Dollar Kredit zu erhalten, was offenbar gelungen sei. Näheres hierzu werde heute um 12:30 MEZ auf einer Pressenkonferenz bekannt gegeben. Zuvor habe sich der IWF noch mit anderen potenziellen Geldgebern abgestimmt. Die Ukraine solle allein bei einem einzigen Gläubiger rund 16 Mrd. US-Dollar an Schulden haben - ausgerechnet bei ihrem Nachbarn Russland.
Die EZB versuche, Strafzinsen für Banken salonfähig zu machen. In den USA gebe es laute Stimmen, die nach einer harten Geldpolitik rufen würden.
Was die als geldpolitische Taube charakterisierte neue Chefin der US-Notenbank FED, Janet Yellen, vergangene Woche habe durchblicken lassen, hätten die Märkte erst mal verdauen müssen. Durch die Blume habe sie verkündet, dass man bereits im April 2015 die Leitzinsen anheben wolle, um das seit über fünf Jahre andauernde Rekordtief hinter sich zu lassen. Die Finanzmärkte hätten prompt reagiert. In Erwartung höherer Zinsen hätten die Anleiherenditen angezogen, Aktienkurse seien gefallen.
Als Lautsprecher habe indessen US-Notenbanker Charles Posser fungiert, Verfechter einer harten Geldpolitik und Chef der FED von Philadelphia, der bis Ende kommenden Jahres gar für ein Zinsniveau von 3% plädiere. Mit dieser Forderung stehe er zwar bei der FED allein auf weiter Flur, denn seine Kollegen würden eher ein Niveau von 1,0% anpeilen. Ein solch drastischer Zinsschritt wäre sicherlich angesichts des US-Haushaltdefizits nicht finanzierbar. Dennoch würden diese lauten Töne auch dem Letzten klar machen, dass in den USA das Ende der Niedrigzinsphase eingeläutet worden sei.
In Europa würden die Zeichen freilich auf eine entgegengesetzte Entwicklung hindeuten, versuche man hier sogar die Möglichkeit eines Strafzinses salonfähig zu machen. So werde der finnische Notenbankchef Liikanen vom "Wall Street Journal" dergestalt zitiert, dass Strafzinsen seiner Ansicht nach "kein strittiges Thema" mehr seien. Auch Bundesbank-Chef Jens Weidmann sehe das Folterinstrument der Strafzinsen für Banken, die ihr Geld lieber bei der EZB parken würden als es zu verleihen, als probates Mittel an - etwa um einer weiteren Aufwertung des Euro vorzubeugen. Noch sei es nicht soweit, habe Weidmann der Nachrichtenagentur Market News gesagt. Aber sollte der hohe Wechselkurs die Preisstabilität infrage stellen, halte der Bundesbank-Chef eine weitere Zinssenkung für die geeignete Reaktion.
Die Signale von FED und EZB könnten also unterschiedlicher nicht sein, was die Anleger vielfach dazu bewege, ihr Geld zunächst in Kurzläufern aller Art zu parken.
EU-Sparkonto mit eingebauter Haftung des Steuerzahlers: Die Umsetzung dieser Idee der EU-Kommission würde uns dem gläsernen Bürger ein gutes Stück näher bringen, so die Analysten. Wohl dem, der auf Politiker der Europäischen Kommission zurückgreifen könne. Diese hätten bereits vor Wochen die Idee eines EU-Sparkontos zur langfristigen Finanzierung der europäischen Wirtschaft entwickelt und im Rahmen des Entwurfs einer EU-Mitteilung nun präzisiert. Nein, dies sei kein vorgezogener Aprilscherz!
Hierbei solle Geld der Sparer auf einem Konto zu einem EU-einheitlichen Zinssatz angelegt werden. Das höre sich für alle "Jäger nach dem verlorenen Zins" zuerst einmal verlockend an, allerdings würden auf den zweiten Blick die Probleme sichtbar. Denn mit einem solchen EU-Sparkonto greife man in Grundelemente der freien Marktwirtschaft ein und beraube die Banken einer ihrer Refinanzierungsmöglichkeiten. Bereits die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank mache den Kreditinstituten das (Über)Leben schwer.
Aber durch das Weiterreichen der Gelder an Unternehmen würden die Risiken von den Banken auf die Steuerzahler übertragen. Dies entspricht nicht dem, was unsere Politiker uns weismachen wollen, nämlich Banken einem Stresstest zu unterziehen, um die Haftungsrisiken für Steuerzahler zu reduzieren, so die Analysten Dieser Switch der Zuständigkeiten einerseits und der Haftung andererseits würde wie eine doppelte Verneinung nichts verändern und der Steuerzahler wäre wieder mittendrin statt nur dabei.
Zusätzlich wäre durch die Einführung eines solchen Kontos der gläserne EU-Bürger geschaffen, und man hätte seitens der Politik endlich einen weiteren Einblick in die Vermögenslage der Bürger. Somit wäre für diese Gelder das Thema Steuerhinterziehung vom Tisch, aber auch das im Zusammenhang mit der Unantastbarkeit von Vermögen in Höhe von 100.000 Euro entstandene Risiko kalkulierbarer. Denn unter Umständen müsste, wegen einer Zersplitterung größerer Geldbeträge auf mehrere Familienmitglieder bei unterschiedlichen Banken, dieser Garantiebetrag nach unten angepasst werden.
Ideen haben sie schon, unsere Politiker, so die Analysten.
Rein rechnerisch nütze die Globalisierung allen Ländern, überall nehme das Pro-Kopf-Einkommen zu. Das sei das Ergebnis einer Prognos-Studie im Auftrag der Bertelsmann Stiftung. Allerdings würden die Industrienationen mit einer solchen Dynamik wachsen, dass sich der Abstand zu den Schwellen- und Entwicklungsländern weiter vergrößere. Damit öffne die Globalisierung die Schere zwischen Arm und Reich eher noch weiter, heiße es bei der Stiftung. Erst über einen längeren Zeitraum werde sie dazu beitragen, dass Schwellen- und Entwicklungsländer die Wohlstandslücke zu den Industrienationen verkleinern könnten. Ein Problem, das man auch aus der Fußball-Bundesliga kenne.
42 Länder habe Prognos genauer untersucht. Demnach habe sich die Wohlstandslücke in den vergangenen zwei Jahrzehnten weiter vergrößert. Während durch Globalisierungseffekte das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf in den Industrienationen um bis zu 1.500 Euro jährlich gestiegen sei, sei es in Ländern wie Mexiko, China oder Indien um weniger als 100 Euro je Einwohner gewachsen, resümiere die Bertelsmann Stiftung. Selbst der Abstand zwischen Deutschland und dem wegen seiner Wachstumsraten oft beneideten China habe sich vergrößert. 1990 habe der Abstand zwischen dem realen Bruttoinlandsprodukt pro Kopf der Studie zufolge 20.879 Euro betragen, 2011 seien es sogar 25.630 Euro gewesen.
Zu den Gewinnern würden laut Bertelsmann Stiftung vor allem das exportstarke Deutschland, Finnland, Dänemark und Japan zählen, das am meisten von der Globalisierung profitiere. Die Verflechtung auf politischer, wirtschaftlicher und sozialer Ebene sei für 20% des Wachstums der deutschen Volkswirtschaft verantwortlich gewesen. Der durchschnittliche jährliche Einkommensgewinn pro Kopf habe in Deutschland demnach 1.240 Euro betragen. Am geringsten seien die absoluten Zuwächse der Pro-Kopf-Einkommen in den großen Schwellenländern Brasilien und Russland (je 120 Euro), Mexiko (100 Euro), China (80 Euro) und Indien (20 Euro) gewesen. Um diese Diskrepanzen im Sinne einer gerechteren Verteilung und einer sozialen Befriedung auszugleichen, sollte es nun Sache der Industriestaaten sein, ihre Entwicklungspolitik zu verstärken und ihre Märkte für Produkte aus weniger entwickelten Ländern zu öffnen.
Die Chinesische Mauer könne durchaus auch die Funktion einer Staumauer haben. Denn dahinter würden sich Risiken aufstauen, von denen das Ausland zu Zeiten der totalen Abschottung des Reichs der Mitte kaum Notiz genommen hätte. Aber nun würden sich im dortigen Finanzsektor Gefahren auftürmen, deren man sich bewusst werden müsse.
Dass China mit hausgemachten Problemen zu kämpfen habe und im Begriff sei, sich dem westlichen Finanzgebaren anzupassen, sei hinlänglich bekannt. Davon würden nun auch Berichte eines "Bank-Runs" im Osten Chinas zeugen. Demnach sollten Hunderte von Sparern die Schalter von Bankfilialen gestürmt haben, nachdem Gerüchte über die Pleite eines kleinen Kreditinstituts die Runde gemacht hätten. Die Panik habe sich auch auf andere Bankhäuser ausgeweitet. Chinas Bankenverband versuche nun zu beschwichtigen, konkrete Maßnahmen seien freilich nicht genannt worden.
Der "Bank-Run" sei nur wenige Wochen erfolgt, nachdem in China erstmals eine Unternehmensanleihe geplatzt sei. Das Reich der Mitte versuche nun, nach Jahren des schuldenfinanzierten Booms, vorsichtig die Luft aus der Kreditblase zu lassen. Der kumulierte Schuldenstand in der chinesischen Wirtschaft, den es nun abzubauen gelte, werde auf satte 240% des BIP taxiert. In der Vergangenheit habe sich immer wieder gezeigt, dass solche Verschuldungsgrad-Exzesse stets in Crashs geendet hätten, wie zum Beispiel 1929 in den USA, 1990 in Japan, 1997/98 in Asien sowie auch 2007 in Irland und Spanien. Es sei also höchste Eisenbahn, dass die von Peking erst vor zwei Wochen angekündigten großen Finanzreformen auf die Schiene gebracht würden!
Diese Woche habe am Primärmarkt die Stunde großer europäischer Emittenten geschlagen. So habe der niederländisch-britische Ölkonzern Royal Dutch Shell zwei Anleihen mit sieben und zwölf Jahren Laufzeit begeben. Die Emissionen über je 1 Mrd. Euro seien als siebenjährige Anleihe (ISIN XS1048521733/ WKN A1ZE3H) mit einem Kupon von 1,625% bei + 33 bps über Mid Swap und mit einem Kupon von 2,50% bei + 48 bps über Mid Swap für die zwölfjährige Anleihe (ISIN XS1048529041/ WKN A1ZE3J) gepreist worden.
Glencore, der weltweit größte Rohstoffhändler, habe ebenfalls eine siebenjährige Anleihe (ISIN XS1051003538/ WKN A1ZFF9) mit Fälligkeit April 2021 und eine zwölfjährige Anleihe (WKN A1ZFGA) mit Fälligkeit April 2026 emittiert. Die Kupons würden 2,75% respektive 3,75% ausweisen. Gepreist worden sei die siebenjährige, 600 Mio. Euro schwere Anleihe bei +148 bps über Mid Swap. Der Emissionspreis habe somit 99,448% betragen. Die zwölfjährige Anleihe mit einem Volumen von 500 Mio. Euro sei bei +178 bps über Mid Swap gepreist worden, was einen Emissionspreis von 99,431% bedeutet habe.
EADS, Europas größter Luft- und Raumfahrt- sowie zweitgrößter Rüstungskonzern, habe eine zehnjährige Anleihe (ISIN XS1050846507/ WKN A1ZFGC) mit Fälligkeit April 2024 aufgelegt. Der Kupon des 1 Mrd. Euro schweren Bonds betrage 2,375%. Gepreist worden sei die Anleihe bei +58 bps über Mid Swap, was einem Emissionspreis von 99,833% entsprochen habe.
Swisscom, neben der Schweizerischen Post eine Nachfolgerin der ehemaligen staatlichen PTT und heute ein führendes Telekommunikations-Unternehmen der Schweiz, habe eine siebenjährige Anleihe (ISIN XS1051076922/ WKN A1ZFEN) mit Fälligkeit September 2021 und einem Volumen von 500 Mio. Euro begeben. Der Kupon betrage 1,875%. Gepreist worden sei die Anleihe zum Kurs von 99,076% bzw. bei +58 bps über Mid Swap.
Besondere Aufmerksamkeit unter Investoren habe Volkswagen erzielt, das bereits in der vergangenen Woche zwei Hybridanleihen im Volumen von insgesamt 3 Mrd. Euro emittiert habe. Eine Tranche sei mit einem Kupon von 3,75% sowie einem Call zum 24.03.2021 und die andere mit einem Kupon von 4,625% sowie einem Call zum 24.03.2026 ausgestattet. In dieser Woche sei zusätzlich VW Leasing am Kapitalmarkt in Erscheinung getreten und habe eine 3,5-jährige Anleihe mit Fälligkeit September 2017 und eine achtjährige Anleihe mit Fälligkeit April 2022 begeben.
Die Kupons der jeweils im Volumen von 750 Mio. Euro begebenen Anleihen lägen bei 1,00% bzw. bei 2,125%. Gepreist worden sei die 3,5-jährige Anleihe (ISIN XS1050916649/ WKN A0JCC1) bei +37 bps über Mid Swap, womit der Emissionspreis bei 99,728% gelegen habe. Die achtjährige Anleihe (ISIN XS1050917373/ WKN A0JCC0) sei bei +67 bps über Mid Swap bzw. 99,506% gepreist worden.
Zweimal im Jahr habe man eine Zeitumstellung zu verkraften und am Wochenende sei es nun wieder soweit, die Uhren würden umgestellt. Eine Stunde weniger Schlaf bereite vielen jetzt schon Kopfschmerzen. Obwohl es sich hier um ein seit Jahren wiederkehrendes Ritual handle, stelle sich der Gewöhnungseffekt nur selten ein. Anders als am Rentenmarkt, denn dort hätten sich die Anleger schon seit längerer Zeit auf niedrige Renditen eingestellt und somit verinnerlicht. Überraschungen: Fehlanzeige. Auch wenn es nach dem schwachen ifo-Index für den Rentenfuture nach oben gegangen sei, seien die Kursbewegungen in den vergangenen Handelstagen eher als moderat zu bezeichnen gewesen. Das Sorgenbarometer habe sich in einer Handelsspanne zwischen 142,10% und 143,69% bewegt und sei als Spiegelbild der Aktienkursentwicklung zu verstehen gewesen. Auch daran hätten sich die Marktteilnehmer gewöhnt.
Aus Sicht der Charttechnik seien die altbekannten Leitplanken weiter intakt. Das Hoch vom 14. März 2014 bei 143,97% sei weiterhin als Widerstand auszumachen. Der Blick in die andere Richtung offenbare die nächste Unterstützung bei 142,10% respektive 141,81%, dem Low vom 07. März 2014.
Da in der nächsten Woche erneut die Währungshüter tagen würden, bestehe die Hoffnung, dass die Reaktion des EZB-Rates auf die Vorgaben aus den USA für neue Impulse am Rentenmarkt sorge und der gefühlten Lethargie ein Ende setze. Die Hoffnung sterbe bekanntlich zuletzt!
Zumindest in Euroland habe in dieser Handelswoche nur wenig Refinanzierungsbedarf bestanden. Lediglich die Niederlande habe eine neue zehnjährige Anleihe (ISIN NL0010733424/ WKN A1ZFBM) mit einem 2%-igen Kupon im Volumen von 6,6 Mrd. Euro begeben. Zum Wochenschluss werde allerdings Italien mittels dreier Anleihen 10 Mrd. Euro am Kapitalmarkt aufnehmen.
Ganz anders verhalte sich die Lage in den USA. Dort seien auch in dieser Woche wiederum Geldmarkttitel für 78 Mrd. US-Dollar und darüber hinaus Wertpapiere mit Laufzeiten von zwei und fünf Jahren im Volumen von 67 Mrd. US-Dollar begeben worden. Da vor Kurzem, im Januar 2014, auch die Amerikaner ihre Liebe zu Floatern entdeckt hätten, um sich vor unliebsamen Überraschungen bei der Zinsentwicklung zu schützen, habe eine entsprechend ausgestattete zweijährige Emission im Volumen von 13 Mrd. US-Dollar die Mittelaufnahme in dieser Woche abgerundet.
In Deutschland hingegen sei lediglich der Emissionskalender für das zweite Quartal des Jahres veröffentlicht worden. Dabei habe der Bund auf Kontinuität gesetzt und sei seiner bereits zum Jahresanfang angekündigten Linie bei der Schuldenaufnahme treu geblieben. Insgesamt würden in diesem Zeitraum 41 Mrd. Euro als Kapitalmarktpapiere und 12 Mrd. Euro als Geldmarktinstrumente neu platziert.
Im Kalender gehe es mit großen Schritten auf den April zu, und dieser sei bekannt für sein launisches Wetter. Doch bereits im März erhalten wir einen Vorgeschmack auf das, was uns erwartet, so die Analysten. Seien in der vergangenen Woche die Cabrios aus den Garagen geholt worden, hadere man in dieser Woche damit, dass die Wintersport-Utensilien doch etwas vorschnell verstaut worden seien.
Ähnlich verhalte es sich aktuell mit dem Währungspaar EUR/USD. Denn auch hier sei es nicht so recht gewiss, wo es hingehen solle. Zum Wochenausklang sei der Euro erst einmal unter die Räder gekommen, da die Hoffnung auf eine baldige Zinswende in den USA den Greenback beliebt gemacht habe. So sei die Gemeinschaftswährung von 1,3844 USD auf 1,3748 USD gefallen. Im Gegenzug habe sie sich dann jedoch, zum Wochenbeginn, aufgrund von enttäuschenden US-Konjunkturdaten wieder bis auf 1,3875 USD berappeln können. Zur Stunde bewege sich die Gemeinschaftswährung um die Marke von 1,38 USD.
Gegenüber dem Brasilianischen Real (BRL) zeige sich der Euro ebenfalls unentschlossen. Zwar sei Brasilien von der Ratingagentur S&P herabgestuft worden, doch die brasilianische Landeswährung habe sich davon relativ unbeeindruckt gezeigt und den Euro im Regen stehen lassen. Somit habe die Gemeinschaftswährung ein neues Zwei-Monats-Tief bei 3,1594 BRL markiert.
Unabhängig vom Wetter-Wirrwarr habe man in dieser Handelswoche verstärkt Handelsaktivitäten in Fremdwährungsanleihen auf Australische Dollar, Brasilianische Real, Russische Rubel und US-Dollar registriert.
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Der Vorsitzende des Aufsichtsrats ist Dr. Horst Schiessl. Die Mitglieder des Vorstands sind Uto Baader (Vorsitzender), Nico Baader, Dieter Brichmann und Dieter Silmen. (27.03.2014/alc/a/a)
Kapital sei bekanntlich ein scheues Reh. Und wenn der russische Bär dem Reh Angst mache, setze ein Fluchtreflex ein. So sei es auch am Kapitalmarkt zu beobachten gewesen. Wegen der Krim-Krise hätten Investoren massiv Kapital aus Russland abgezogen. Die Risikoaufschläge für russische Staatsanleihen seien schon seit Wochen gestiegen. Und doch gebe es Anleger, die die Zeit für gekommen sehen würden, wieder einzusteigen.
Es sei der Kreml selbst, der für das erste Quartal 2014 mit Kapitalabflüssen von bis zu 70 Mrd. USD rechne. Damit würde innerhalb von drei Monaten mehr Geld das Land verlassen als im gesamten vergangenen Jahr, als 63 Mrd. USD abgezogen worden seien. Und weil der massive Kapitalabzug die Zinsen in die Höhe treibe, habe das russische Finanzministerium mit dem Hinweis auf "unvorteilhafte Marktbedingungen" schon zum vierten Mal in Folge eine Auktion von Staatsanleihen abgesagt.
Offenbar würden hier die verschärften Wirtschaftssanktionen gegen Russland bereits ihre Wirkung entfalten, die laut dem Münchner ifo-Institut Russland deutlich stärker treffen würden als die EU. Demnach würden die Exporte Russlands in die EU 15% der Wirtschaftsleistung des Landes ausmachen, Ausfuhren nach Russland hingegen nur 1% der EU-Exporte. Vor diesem Hintergrund hätten die Bonitätsprüfer von Standard & Poor's und Fitch Ratings angedroht, die Kreditwürdigkeit Russlands zu senken.
Nachdem auch der Russischer Rubel-Kurs in den vergangenen Wochen deutlich an Wert verloren habe, habe sich die russische Währung in den letzten Tagen wieder etwas erholt. Ebenso sei es den Anleihekursen ergangen, bei denen Anzeichen für eine Bodenbildung zu erkennen seien. So notiere ein auf US-Dollar lautender Bond der russischen Föderation (ISIN XS0089375249/ WKN 249138) mit Laufzeit 7/2018 und ca. 3,49% Rendite einen Punkt höher als in der vergangenen Woche. Dieselbe Entwicklung sei auch bei auf RUB lautenden Anleihen zu beobachten, was das Beispiel eines bis 2/2027 laufenden Bonds (ISIN RU000A0JS3W6/ WKN A1G10S), der mit ca. 8,96% rentiere, belege. Dieses Papier habe sich sogar von seinem in der vergangenen Woche erreichten Tief bei 91,44% auf ein Niveau von über 95% erholt.
Auch bei ukrainischen Staatsanleihen, die sowohl in Euro als auch US-Dollar in hohen Stückelungen begeben wurden, scheinen die Tiefs der jüngsten Tage ebenfalls überwunden zu sein, so die Analysten. So habe sich ein auf Euro lautender Bond (ISIN XS0232329879/ WKN A0GGXG) aus Kiew mit Laufzeit 10/2015 und ca. 10,71% Rendite von seinem Low bei 81,75% wieder auf über 90% hochgearbeitet. Auch eine bis 9/2020 laufende ukrainische Staatsanleihe in US-Dollar (ISIN XS0543783194/ WKN A1A1H7), die mit rund 9,40% rentiere, habe von 80,65% auf zuletzt 90,65% zugelegt.
Diese Entwicklung werde von der Hoffnung der nahezu bankrotten Ukraine gestützt, in Verhandlungen mit dem Internationalen Währungsfonds IWF mindestens 15 Mrd. US-Dollar Kredit zu erhalten, was offenbar gelungen sei. Näheres hierzu werde heute um 12:30 MEZ auf einer Pressenkonferenz bekannt gegeben. Zuvor habe sich der IWF noch mit anderen potenziellen Geldgebern abgestimmt. Die Ukraine solle allein bei einem einzigen Gläubiger rund 16 Mrd. US-Dollar an Schulden haben - ausgerechnet bei ihrem Nachbarn Russland.
Die EZB versuche, Strafzinsen für Banken salonfähig zu machen. In den USA gebe es laute Stimmen, die nach einer harten Geldpolitik rufen würden.
Was die als geldpolitische Taube charakterisierte neue Chefin der US-Notenbank FED, Janet Yellen, vergangene Woche habe durchblicken lassen, hätten die Märkte erst mal verdauen müssen. Durch die Blume habe sie verkündet, dass man bereits im April 2015 die Leitzinsen anheben wolle, um das seit über fünf Jahre andauernde Rekordtief hinter sich zu lassen. Die Finanzmärkte hätten prompt reagiert. In Erwartung höherer Zinsen hätten die Anleiherenditen angezogen, Aktienkurse seien gefallen.
Als Lautsprecher habe indessen US-Notenbanker Charles Posser fungiert, Verfechter einer harten Geldpolitik und Chef der FED von Philadelphia, der bis Ende kommenden Jahres gar für ein Zinsniveau von 3% plädiere. Mit dieser Forderung stehe er zwar bei der FED allein auf weiter Flur, denn seine Kollegen würden eher ein Niveau von 1,0% anpeilen. Ein solch drastischer Zinsschritt wäre sicherlich angesichts des US-Haushaltdefizits nicht finanzierbar. Dennoch würden diese lauten Töne auch dem Letzten klar machen, dass in den USA das Ende der Niedrigzinsphase eingeläutet worden sei.
In Europa würden die Zeichen freilich auf eine entgegengesetzte Entwicklung hindeuten, versuche man hier sogar die Möglichkeit eines Strafzinses salonfähig zu machen. So werde der finnische Notenbankchef Liikanen vom "Wall Street Journal" dergestalt zitiert, dass Strafzinsen seiner Ansicht nach "kein strittiges Thema" mehr seien. Auch Bundesbank-Chef Jens Weidmann sehe das Folterinstrument der Strafzinsen für Banken, die ihr Geld lieber bei der EZB parken würden als es zu verleihen, als probates Mittel an - etwa um einer weiteren Aufwertung des Euro vorzubeugen. Noch sei es nicht soweit, habe Weidmann der Nachrichtenagentur Market News gesagt. Aber sollte der hohe Wechselkurs die Preisstabilität infrage stellen, halte der Bundesbank-Chef eine weitere Zinssenkung für die geeignete Reaktion.
Die Signale von FED und EZB könnten also unterschiedlicher nicht sein, was die Anleger vielfach dazu bewege, ihr Geld zunächst in Kurzläufern aller Art zu parken.
EU-Sparkonto mit eingebauter Haftung des Steuerzahlers: Die Umsetzung dieser Idee der EU-Kommission würde uns dem gläsernen Bürger ein gutes Stück näher bringen, so die Analysten. Wohl dem, der auf Politiker der Europäischen Kommission zurückgreifen könne. Diese hätten bereits vor Wochen die Idee eines EU-Sparkontos zur langfristigen Finanzierung der europäischen Wirtschaft entwickelt und im Rahmen des Entwurfs einer EU-Mitteilung nun präzisiert. Nein, dies sei kein vorgezogener Aprilscherz!
Hierbei solle Geld der Sparer auf einem Konto zu einem EU-einheitlichen Zinssatz angelegt werden. Das höre sich für alle "Jäger nach dem verlorenen Zins" zuerst einmal verlockend an, allerdings würden auf den zweiten Blick die Probleme sichtbar. Denn mit einem solchen EU-Sparkonto greife man in Grundelemente der freien Marktwirtschaft ein und beraube die Banken einer ihrer Refinanzierungsmöglichkeiten. Bereits die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank mache den Kreditinstituten das (Über)Leben schwer.
Aber durch das Weiterreichen der Gelder an Unternehmen würden die Risiken von den Banken auf die Steuerzahler übertragen. Dies entspricht nicht dem, was unsere Politiker uns weismachen wollen, nämlich Banken einem Stresstest zu unterziehen, um die Haftungsrisiken für Steuerzahler zu reduzieren, so die Analysten Dieser Switch der Zuständigkeiten einerseits und der Haftung andererseits würde wie eine doppelte Verneinung nichts verändern und der Steuerzahler wäre wieder mittendrin statt nur dabei.
Zusätzlich wäre durch die Einführung eines solchen Kontos der gläserne EU-Bürger geschaffen, und man hätte seitens der Politik endlich einen weiteren Einblick in die Vermögenslage der Bürger. Somit wäre für diese Gelder das Thema Steuerhinterziehung vom Tisch, aber auch das im Zusammenhang mit der Unantastbarkeit von Vermögen in Höhe von 100.000 Euro entstandene Risiko kalkulierbarer. Denn unter Umständen müsste, wegen einer Zersplitterung größerer Geldbeträge auf mehrere Familienmitglieder bei unterschiedlichen Banken, dieser Garantiebetrag nach unten angepasst werden.
Ideen haben sie schon, unsere Politiker, so die Analysten.
Rein rechnerisch nütze die Globalisierung allen Ländern, überall nehme das Pro-Kopf-Einkommen zu. Das sei das Ergebnis einer Prognos-Studie im Auftrag der Bertelsmann Stiftung. Allerdings würden die Industrienationen mit einer solchen Dynamik wachsen, dass sich der Abstand zu den Schwellen- und Entwicklungsländern weiter vergrößere. Damit öffne die Globalisierung die Schere zwischen Arm und Reich eher noch weiter, heiße es bei der Stiftung. Erst über einen längeren Zeitraum werde sie dazu beitragen, dass Schwellen- und Entwicklungsländer die Wohlstandslücke zu den Industrienationen verkleinern könnten. Ein Problem, das man auch aus der Fußball-Bundesliga kenne.
42 Länder habe Prognos genauer untersucht. Demnach habe sich die Wohlstandslücke in den vergangenen zwei Jahrzehnten weiter vergrößert. Während durch Globalisierungseffekte das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf in den Industrienationen um bis zu 1.500 Euro jährlich gestiegen sei, sei es in Ländern wie Mexiko, China oder Indien um weniger als 100 Euro je Einwohner gewachsen, resümiere die Bertelsmann Stiftung. Selbst der Abstand zwischen Deutschland und dem wegen seiner Wachstumsraten oft beneideten China habe sich vergrößert. 1990 habe der Abstand zwischen dem realen Bruttoinlandsprodukt pro Kopf der Studie zufolge 20.879 Euro betragen, 2011 seien es sogar 25.630 Euro gewesen.
Zu den Gewinnern würden laut Bertelsmann Stiftung vor allem das exportstarke Deutschland, Finnland, Dänemark und Japan zählen, das am meisten von der Globalisierung profitiere. Die Verflechtung auf politischer, wirtschaftlicher und sozialer Ebene sei für 20% des Wachstums der deutschen Volkswirtschaft verantwortlich gewesen. Der durchschnittliche jährliche Einkommensgewinn pro Kopf habe in Deutschland demnach 1.240 Euro betragen. Am geringsten seien die absoluten Zuwächse der Pro-Kopf-Einkommen in den großen Schwellenländern Brasilien und Russland (je 120 Euro), Mexiko (100 Euro), China (80 Euro) und Indien (20 Euro) gewesen. Um diese Diskrepanzen im Sinne einer gerechteren Verteilung und einer sozialen Befriedung auszugleichen, sollte es nun Sache der Industriestaaten sein, ihre Entwicklungspolitik zu verstärken und ihre Märkte für Produkte aus weniger entwickelten Ländern zu öffnen.
Die Chinesische Mauer könne durchaus auch die Funktion einer Staumauer haben. Denn dahinter würden sich Risiken aufstauen, von denen das Ausland zu Zeiten der totalen Abschottung des Reichs der Mitte kaum Notiz genommen hätte. Aber nun würden sich im dortigen Finanzsektor Gefahren auftürmen, deren man sich bewusst werden müsse.
Dass China mit hausgemachten Problemen zu kämpfen habe und im Begriff sei, sich dem westlichen Finanzgebaren anzupassen, sei hinlänglich bekannt. Davon würden nun auch Berichte eines "Bank-Runs" im Osten Chinas zeugen. Demnach sollten Hunderte von Sparern die Schalter von Bankfilialen gestürmt haben, nachdem Gerüchte über die Pleite eines kleinen Kreditinstituts die Runde gemacht hätten. Die Panik habe sich auch auf andere Bankhäuser ausgeweitet. Chinas Bankenverband versuche nun zu beschwichtigen, konkrete Maßnahmen seien freilich nicht genannt worden.
Der "Bank-Run" sei nur wenige Wochen erfolgt, nachdem in China erstmals eine Unternehmensanleihe geplatzt sei. Das Reich der Mitte versuche nun, nach Jahren des schuldenfinanzierten Booms, vorsichtig die Luft aus der Kreditblase zu lassen. Der kumulierte Schuldenstand in der chinesischen Wirtschaft, den es nun abzubauen gelte, werde auf satte 240% des BIP taxiert. In der Vergangenheit habe sich immer wieder gezeigt, dass solche Verschuldungsgrad-Exzesse stets in Crashs geendet hätten, wie zum Beispiel 1929 in den USA, 1990 in Japan, 1997/98 in Asien sowie auch 2007 in Irland und Spanien. Es sei also höchste Eisenbahn, dass die von Peking erst vor zwei Wochen angekündigten großen Finanzreformen auf die Schiene gebracht würden!
Diese Woche habe am Primärmarkt die Stunde großer europäischer Emittenten geschlagen. So habe der niederländisch-britische Ölkonzern Royal Dutch Shell zwei Anleihen mit sieben und zwölf Jahren Laufzeit begeben. Die Emissionen über je 1 Mrd. Euro seien als siebenjährige Anleihe (ISIN XS1048521733/ WKN A1ZE3H) mit einem Kupon von 1,625% bei + 33 bps über Mid Swap und mit einem Kupon von 2,50% bei + 48 bps über Mid Swap für die zwölfjährige Anleihe (ISIN XS1048529041/ WKN A1ZE3J) gepreist worden.
EADS, Europas größter Luft- und Raumfahrt- sowie zweitgrößter Rüstungskonzern, habe eine zehnjährige Anleihe (ISIN XS1050846507/ WKN A1ZFGC) mit Fälligkeit April 2024 aufgelegt. Der Kupon des 1 Mrd. Euro schweren Bonds betrage 2,375%. Gepreist worden sei die Anleihe bei +58 bps über Mid Swap, was einem Emissionspreis von 99,833% entsprochen habe.
Swisscom, neben der Schweizerischen Post eine Nachfolgerin der ehemaligen staatlichen PTT und heute ein führendes Telekommunikations-Unternehmen der Schweiz, habe eine siebenjährige Anleihe (ISIN XS1051076922/ WKN A1ZFEN) mit Fälligkeit September 2021 und einem Volumen von 500 Mio. Euro begeben. Der Kupon betrage 1,875%. Gepreist worden sei die Anleihe zum Kurs von 99,076% bzw. bei +58 bps über Mid Swap.
Besondere Aufmerksamkeit unter Investoren habe Volkswagen erzielt, das bereits in der vergangenen Woche zwei Hybridanleihen im Volumen von insgesamt 3 Mrd. Euro emittiert habe. Eine Tranche sei mit einem Kupon von 3,75% sowie einem Call zum 24.03.2021 und die andere mit einem Kupon von 4,625% sowie einem Call zum 24.03.2026 ausgestattet. In dieser Woche sei zusätzlich VW Leasing am Kapitalmarkt in Erscheinung getreten und habe eine 3,5-jährige Anleihe mit Fälligkeit September 2017 und eine achtjährige Anleihe mit Fälligkeit April 2022 begeben.
Die Kupons der jeweils im Volumen von 750 Mio. Euro begebenen Anleihen lägen bei 1,00% bzw. bei 2,125%. Gepreist worden sei die 3,5-jährige Anleihe (ISIN XS1050916649/ WKN A0JCC1) bei +37 bps über Mid Swap, womit der Emissionspreis bei 99,728% gelegen habe. Die achtjährige Anleihe (ISIN XS1050917373/ WKN A0JCC0) sei bei +67 bps über Mid Swap bzw. 99,506% gepreist worden.
Zweimal im Jahr habe man eine Zeitumstellung zu verkraften und am Wochenende sei es nun wieder soweit, die Uhren würden umgestellt. Eine Stunde weniger Schlaf bereite vielen jetzt schon Kopfschmerzen. Obwohl es sich hier um ein seit Jahren wiederkehrendes Ritual handle, stelle sich der Gewöhnungseffekt nur selten ein. Anders als am Rentenmarkt, denn dort hätten sich die Anleger schon seit längerer Zeit auf niedrige Renditen eingestellt und somit verinnerlicht. Überraschungen: Fehlanzeige. Auch wenn es nach dem schwachen ifo-Index für den Rentenfuture nach oben gegangen sei, seien die Kursbewegungen in den vergangenen Handelstagen eher als moderat zu bezeichnen gewesen. Das Sorgenbarometer habe sich in einer Handelsspanne zwischen 142,10% und 143,69% bewegt und sei als Spiegelbild der Aktienkursentwicklung zu verstehen gewesen. Auch daran hätten sich die Marktteilnehmer gewöhnt.
Aus Sicht der Charttechnik seien die altbekannten Leitplanken weiter intakt. Das Hoch vom 14. März 2014 bei 143,97% sei weiterhin als Widerstand auszumachen. Der Blick in die andere Richtung offenbare die nächste Unterstützung bei 142,10% respektive 141,81%, dem Low vom 07. März 2014.
Da in der nächsten Woche erneut die Währungshüter tagen würden, bestehe die Hoffnung, dass die Reaktion des EZB-Rates auf die Vorgaben aus den USA für neue Impulse am Rentenmarkt sorge und der gefühlten Lethargie ein Ende setze. Die Hoffnung sterbe bekanntlich zuletzt!
Zumindest in Euroland habe in dieser Handelswoche nur wenig Refinanzierungsbedarf bestanden. Lediglich die Niederlande habe eine neue zehnjährige Anleihe (ISIN NL0010733424/ WKN A1ZFBM) mit einem 2%-igen Kupon im Volumen von 6,6 Mrd. Euro begeben. Zum Wochenschluss werde allerdings Italien mittels dreier Anleihen 10 Mrd. Euro am Kapitalmarkt aufnehmen.
Ganz anders verhalte sich die Lage in den USA. Dort seien auch in dieser Woche wiederum Geldmarkttitel für 78 Mrd. US-Dollar und darüber hinaus Wertpapiere mit Laufzeiten von zwei und fünf Jahren im Volumen von 67 Mrd. US-Dollar begeben worden. Da vor Kurzem, im Januar 2014, auch die Amerikaner ihre Liebe zu Floatern entdeckt hätten, um sich vor unliebsamen Überraschungen bei der Zinsentwicklung zu schützen, habe eine entsprechend ausgestattete zweijährige Emission im Volumen von 13 Mrd. US-Dollar die Mittelaufnahme in dieser Woche abgerundet.
In Deutschland hingegen sei lediglich der Emissionskalender für das zweite Quartal des Jahres veröffentlicht worden. Dabei habe der Bund auf Kontinuität gesetzt und sei seiner bereits zum Jahresanfang angekündigten Linie bei der Schuldenaufnahme treu geblieben. Insgesamt würden in diesem Zeitraum 41 Mrd. Euro als Kapitalmarktpapiere und 12 Mrd. Euro als Geldmarktinstrumente neu platziert.
Im Kalender gehe es mit großen Schritten auf den April zu, und dieser sei bekannt für sein launisches Wetter. Doch bereits im März erhalten wir einen Vorgeschmack auf das, was uns erwartet, so die Analysten. Seien in der vergangenen Woche die Cabrios aus den Garagen geholt worden, hadere man in dieser Woche damit, dass die Wintersport-Utensilien doch etwas vorschnell verstaut worden seien.
Ähnlich verhalte es sich aktuell mit dem Währungspaar EUR/USD. Denn auch hier sei es nicht so recht gewiss, wo es hingehen solle. Zum Wochenausklang sei der Euro erst einmal unter die Räder gekommen, da die Hoffnung auf eine baldige Zinswende in den USA den Greenback beliebt gemacht habe. So sei die Gemeinschaftswährung von 1,3844 USD auf 1,3748 USD gefallen. Im Gegenzug habe sie sich dann jedoch, zum Wochenbeginn, aufgrund von enttäuschenden US-Konjunkturdaten wieder bis auf 1,3875 USD berappeln können. Zur Stunde bewege sich die Gemeinschaftswährung um die Marke von 1,38 USD.
Gegenüber dem Brasilianischen Real (BRL) zeige sich der Euro ebenfalls unentschlossen. Zwar sei Brasilien von der Ratingagentur S&P herabgestuft worden, doch die brasilianische Landeswährung habe sich davon relativ unbeeindruckt gezeigt und den Euro im Regen stehen lassen. Somit habe die Gemeinschaftswährung ein neues Zwei-Monats-Tief bei 3,1594 BRL markiert.
Unabhängig vom Wetter-Wirrwarr habe man in dieser Handelswoche verstärkt Handelsaktivitäten in Fremdwährungsanleihen auf Australische Dollar, Brasilianische Real, Russische Rubel und US-Dollar registriert.
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