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Bloomberg: Das muss passieren, damit die FED den Kurs ändert


26.10.22 14:51
Der Aktionär

Kulmbach (www.anleihencheck.de) - Aktien und Edelmetalle hätten sich zuletzt erholen können, so Markus Bußler vom Anlegermagazin "Der Aktionär".

Es sei v.a. die Hoffnung, dass die US-Notenbank in Sachen Zinsanhebungen auf die Bremse trete, die die Märkte bewegt habe. Bloomberg Intelligence rate Anlegern dazu, einen wichtigen Faktor genau im Auge zu behalten: den Ölpreis.

Niedrigere Rohölpreise könnten laut Bloomberg Intelligence die wichtigste Voraussetzung für eine Änderung der geldpolitischen Ausrichtung der Zentralbank sein. "Die Tatsache, dass die US-Notenbank die Straffung der Geldpolitik trotz rasch deflationierender Aktien- und Anleihemärkte intensiviert, könnte darauf hindeuten, dass stärkere Frühindikatoren erforderlich sind", habe der leitende Rohstoffstratege von Bloomberg Intelligence geschrieben. Rohöl liege seit Jahresbeginn immer noch rund 13% im Plus. "Eine beschleunigte Rückkehr des Rohölpreisanstiegs im ersten Halbjahr, der die Inflation und die Zinserhöhungen der FED angekurbelt hat, könnte eine Voraussetzung für eine Pause der FED sein", habe McGlon geschrieben.

Rohstoffe seien im Allgemeinen ein hervorragender vorlaufender Inflationsindikator, insbesondere Rohöl. Im Vergleich dazu seien Kupfer und der S&P 500 seit Jahresbeginn um über 20% gefallen. Ein ähnlicher Rückgang beim Rohöl könnte nötig sein, damit die FED ihren Straffungspfad verlangsamt, so McGlone. Die letzten beiden Zinswendepunkte der FED seien mit einem starken Rückgang des Rohölpreises in den Jahren 2018 und 2020 zusammengefallen.

Und mit Blick auf das nächste Jahr seien die Perspektiven für Rohstoffe nicht optimistisch, was laut Bloomberg Intelligence das Argument des FED-Pivot begünstige. "Die globale Tendenz zur Rezession und die sinkende Geldmenge könnten die Rohstoffpreise auf den Boden der Tatsachen zurückholen. Wenn die Rohstoffe nicht das tun, was normal ist - auf relativ kalte Niveaus fallen - nach der zu heißen Periode im ersten Halbjahr, ist es wahrscheinlicher, dass die Inflation hartnäckig bleibt und die Zentralbanken weiter straffen", habe McGlone geschrieben. "Ein Hauptindikator für Verluste bei den Rohstoffpreisen ist die sinkende Weltgeldmenge." Der Bericht habe seine Rohstoffprognose mit der von 2008 verglichen und gewarnt, dass sich die Rohstoffpreise immer noch in der Anfangsphase eines größeren Ausverkaufs befinden würden.

Die Rohstoffe würden sich in einer Zwickmühle befinden. Einerseits steige die Nachfrage nach Kupfer und anderen Metallen aufgrund des Wandels hin zu einer grüneren Gesellschaft, andererseits bremse die Rezessionsangst. Aktuell lasse sich schwer prognostizieren, welcher Aspekt kurzfristig die Oberhand behalten dürfte. Mittel- bis langfristig sollte allerdings das Angebots- und Nachfrageszenario den Preis bestimmen. (26.10.2022/alc/a/a)