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Bank of Japan gibt die Richtung vor


19.06.23 11:30
BNP Paribas

Paris (www.anleihencheck.de) - Nach dem jüngsten Rückgang des Yen zahlen Anleger derzeit mehr als 152 Yen für einen Euro - und somit so viel wie zuletzt 2008: Geht es nach den professionellen Investoren, dürfte das Ende der Fahnenstange selbst auf diesem Niveau noch nicht erreicht sein, so die Experten der BNP Paribas in einer aktuellen Ausgabe von "Märkte & Zertifikate weekly".

Die Leveraged Funds etwa hätten Ende Mai ihre Netto-Short-Position gegenüber dem Yen um 10.986 auf 53.706 Kontrakte erhöht und damit auf den höchsten Stand seit fast genau einem Jahr. Sie würden davon ausgehen, dass der neue Gouverneur der japanischen Notenbank, Kazuo Ueda, an der 2016 eingeführten Renditekurvensteuerung festhalte. Die Währungshüter hätten seinerzeit versprochen, so viele japanische Staatsanleihen wie nötig zu kaufen, um die Anleiherenditen auf ein bestimmtes Niveau zu begrenzen.

Bank of Japan könnte erneut am Devisenmarkt intervenieren

Dadurch habe die Notenbank gleichermaßen die Kreditvergabe und das Wirtschaftswachstum ankurbeln wollen. Angesichts der ungebremsten Talfahrt des Yen würden manche Marktbeobachter mit Interventionen der japanischen Notenbank rechnen. Schon im vergangenen Jahr hätten die Notenbanker im September und Oktober versucht, sich mit einem massiven Yen-Ankauf gegen die Schwäche ihrer Währung zu stemmen. Doch auch ein erneuter Eingriff am Devisenmarkt dürfte den Yen nur kurzfristig beleben. Wichtigster Bestimmungsfaktor bleibe das Zinsgefälle zwischen Japan und Europa. Die EZB habe erst gestern erneut den Leitzins erhöht - und zwar von 3,75 Prozent auf 4,0 Prozent. (19.06.2023/alc/a/a)