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Bank of England: Zinsen bestätigt - wann kommt die Leitzinswende?
08.10.15 16:47
Nord LB
Hannover (www.anleihencheck.de) - Im Rahmen seines Meetings hat das Monetary Policy Committee (MPC) der Bank of England (BoE) den Leitzins für Großbritannien nicht verändert, so die Analysten der Nord LB.
Erwartungsgemäß bleibe die Bank Rate damit bei 0,50%. Auch das Volumen des Wertpapierankaufprogramms sei unverändert bei 375 Mrd. GBP belassen worden. Insofern bleibe es bei der großen Frage, wann die BoE ernsthaft einen ersten Zinsschritt in Erwägung ziehe. Zwar ließe die konjunkturelle Verfassung eine solche Maßnahme durchaus zu, allerdings stünden die anhaltend niedrige Inflation sowie die Vorsicht anderer wichtiger Notenbanken einem entsprechenden Schritt wohl für länger entgegen.
Beim Abstimmungsverhältnis habe sich im Oktober keine Verschiebung ergeben. Erneut sei das Votum mit 8:1 Stimmen für eine Beibehaltung des Zinsniveaus verhältnismäßig eindeutig gewesen, wenn auch nicht einstimmig. Ian McCafferty bleibe im MPC der einsame Befürworter einer Leitzinswende, ungeachtet der genannten Gründe, die gegen einen neutraleren geldpolitischen Kurs sprechen würden.
Allerdings zeige das deutliche Abstimmungsergebnis auch, dass die für den Herbst erwartete allmähliche Verschiebung der Mehrheitsverhältnisse im Entscheidungsgremium der BoE bislang jedenfalls nicht stattgefunden habe. Nicht wenige Marktteilnehmer hätten mit einer sukzessiven "Verstärkung" der Haltung McCaffertys gerechnet. Dies hätte zumindest für eine baldige Zinswende gesprochen. Vor allem angesichts der nach wie vor sehr niedrigen Inflation würden sich die Londoner Notenbanker allerdings mehrheitlich defensiv zeigen, was gegen eine baldige Abkehr vom derzeitigen geldpolitischen Kurs spreche.
Viel werde in den kommenden Monaten davon abhängen, welche Aspekte die BoE in ihrer Argumentation stärker gewichte. Die konjunkturellen Rahmenbedingungen seien nach wie vor sehr günstig und der Aufschwung absolut intakt. Auch die in den beiden Vormonaten schwächere Industrieproduktion habe sich zuletzt für den Berichtsmonat August gestärkt gezeigt. Mit dem ausgewiesenen Outputzuwachs um saisonbereinigt 1,0% M/M dürften die Rückgänge der Vormonate mehr als kompensiert worden sein. Die Jahresrate von 1,9% Y/Y habe immerhin den höchsten Wert seit über einem Jahr erreicht. Dies würde für eine baldige geldpolitische Straffung sprechen.
Wolle die Notenbank hingegen länger am derzeitigen Kurs festhalten, wonach es derzeit aussehe, könnte sie vor allem ihr Mandat bemühen. Die Inflationsrate habe in den vergangenen Monaten um die Nulllinie gependelt und der Inflationsdruck dürfte auch in den kommenden Monaten allenfalls geringfügig zunehmen. Erst im Verlauf des nächsten Jahres würden die Teuerungsraten wieder in die Nähe der Zielrate laufen, so dass es von dieser Seite her überhaupt keinen Druck gebe, die Zinsen anzuheben.
Gegen eine zügige Zinswende würden überdies die Wechselkurseffekte sprechen. Seit Anfang August habe das Britische Pfund gegenüber dem Euro deutlich nachgegeben. Hierfür sei in erster Linie die geänderte Markterwartung bezüglich der Zinswende in London verantwortlich gewesen. Sollte die BoE nun betonen, doch schneller als gedacht die Zinsen anzuheben, wäre eine spürbare Gegenbewegung die Folge. Dies wiederum dürfte dann der britischen Exportwirtschaft schaden.
Die BoE habe die Bank Rate wie erwartet nicht verändert. Zudem habe es keine Verschiebungen beim Abstimmungsverhältnis gegeben. Nach wie vor halte die überwiegende Mehrheit der MPC-Mitglieder das Zinsniveau für angemessen. Vor allem die anhaltend niedrige Inflation gebe der Bank of England durchaus Recht in ihrer abwartenden Haltung.
Zudem dürften die Notenbanker auch ein wenig in Richtung FED schielen. Eine Zinswende in den USA hätte die Chance eröffnet, die damit einhergehenden Marktreaktionen in Ruhe zu analysieren und entsprechende Rückschlüsse für das eigene Vorgehen zu ziehen. Entsprechend dürfte es in London noch für eine ganze Weile heißen: "Abwarten und Tee trinken..." (08.10.2015/alc/a/a)
Erwartungsgemäß bleibe die Bank Rate damit bei 0,50%. Auch das Volumen des Wertpapierankaufprogramms sei unverändert bei 375 Mrd. GBP belassen worden. Insofern bleibe es bei der großen Frage, wann die BoE ernsthaft einen ersten Zinsschritt in Erwägung ziehe. Zwar ließe die konjunkturelle Verfassung eine solche Maßnahme durchaus zu, allerdings stünden die anhaltend niedrige Inflation sowie die Vorsicht anderer wichtiger Notenbanken einem entsprechenden Schritt wohl für länger entgegen.
Beim Abstimmungsverhältnis habe sich im Oktober keine Verschiebung ergeben. Erneut sei das Votum mit 8:1 Stimmen für eine Beibehaltung des Zinsniveaus verhältnismäßig eindeutig gewesen, wenn auch nicht einstimmig. Ian McCafferty bleibe im MPC der einsame Befürworter einer Leitzinswende, ungeachtet der genannten Gründe, die gegen einen neutraleren geldpolitischen Kurs sprechen würden.
Allerdings zeige das deutliche Abstimmungsergebnis auch, dass die für den Herbst erwartete allmähliche Verschiebung der Mehrheitsverhältnisse im Entscheidungsgremium der BoE bislang jedenfalls nicht stattgefunden habe. Nicht wenige Marktteilnehmer hätten mit einer sukzessiven "Verstärkung" der Haltung McCaffertys gerechnet. Dies hätte zumindest für eine baldige Zinswende gesprochen. Vor allem angesichts der nach wie vor sehr niedrigen Inflation würden sich die Londoner Notenbanker allerdings mehrheitlich defensiv zeigen, was gegen eine baldige Abkehr vom derzeitigen geldpolitischen Kurs spreche.
Wolle die Notenbank hingegen länger am derzeitigen Kurs festhalten, wonach es derzeit aussehe, könnte sie vor allem ihr Mandat bemühen. Die Inflationsrate habe in den vergangenen Monaten um die Nulllinie gependelt und der Inflationsdruck dürfte auch in den kommenden Monaten allenfalls geringfügig zunehmen. Erst im Verlauf des nächsten Jahres würden die Teuerungsraten wieder in die Nähe der Zielrate laufen, so dass es von dieser Seite her überhaupt keinen Druck gebe, die Zinsen anzuheben.
Gegen eine zügige Zinswende würden überdies die Wechselkurseffekte sprechen. Seit Anfang August habe das Britische Pfund gegenüber dem Euro deutlich nachgegeben. Hierfür sei in erster Linie die geänderte Markterwartung bezüglich der Zinswende in London verantwortlich gewesen. Sollte die BoE nun betonen, doch schneller als gedacht die Zinsen anzuheben, wäre eine spürbare Gegenbewegung die Folge. Dies wiederum dürfte dann der britischen Exportwirtschaft schaden.
Die BoE habe die Bank Rate wie erwartet nicht verändert. Zudem habe es keine Verschiebungen beim Abstimmungsverhältnis gegeben. Nach wie vor halte die überwiegende Mehrheit der MPC-Mitglieder das Zinsniveau für angemessen. Vor allem die anhaltend niedrige Inflation gebe der Bank of England durchaus Recht in ihrer abwartenden Haltung.
Zudem dürften die Notenbanker auch ein wenig in Richtung FED schielen. Eine Zinswende in den USA hätte die Chance eröffnet, die damit einhergehenden Marktreaktionen in Ruhe zu analysieren und entsprechende Rückschlüsse für das eigene Vorgehen zu ziehen. Entsprechend dürfte es in London noch für eine ganze Weile heißen: "Abwarten und Tee trinken..." (08.10.2015/alc/a/a)
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| Kurs | Vortag | Veränderung | Datum/Zeit | |
| 2,15 % | 2,15 % | - % | 0,00% | 31.05./17:30 |
| ISIN | WKN | Jahreshoch | Jahrestief | |
| XFARIV001614 | 2,65 % | 2,15 % | ||


