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Bank of England: Weitere Lockerungen erwartet
05.08.16 09:07
NN Investment Partners
Den Haag (www.anleihencheck.de) - Die Bank of England (BoE) ist mit einem Dilemma konfrontiert: Einerseits führt die Abwertung des Pfund Sterling zu Aufwärtsdruck auf die Inflation, andererseits dämpfen die Konsequenzen des Brexit-Votums die konjunkturelle Dynamik, so Willem Verhagen, Senior Strategist, Multi-Asset, bei NN Investment Partners, Den Haag.
Letzteres schlage sich bereits eindeutig im Verbraucher- und Geschäftsvertrauen nieder. Im Moment lasse die BoE die wechselkursbedingte Inflationsbeschleunigung außer Acht, weil sie davon ausgehe, dass dieser Effekt vorübergehender Natur sei. Derweil werde die Konjunkturverlangsamung voraussichtlich zu einem Anstieg der Arbeitslosenquote führen, der die Inflation für sich genommen im Zeitablauf wieder dämpfen sollte. Die Lockerungsmaßnahmen sollten die Konjunkturverlangsamung abfedern und so verhindern, dass die Inflationsrate unter den Zielwert falle, sobald der Wechselkurseffekt nicht mehr zu spüren sei. Dies erscheine sinnvoll, zumal wohl eher leichte Abwärtsrisiken für die Inflationserwartungen bestünden.
Genau wie anderen Zentralbanken sei auch der BoE klar, welche negativen Folgen eine niedrigere und flachere Renditestrukturkurve potenziell für das Geschäftsmodell der Finanzinstitute und damit auch für die Kreditversorgung haben könne. Daher habe sie Maßnahmen ergriffen, um die ungünstigen Auswirkungen der Leitzinssenkung und der Ausweitung der QE mit Staatsanleihen auf die Rentabilität des Finanzsektors abzumildern. Die BoE habe ein so genanntes "Term Funding Scheme" eingeführt, das die Finanzierungskosten für die Banken verringern und als Absicherung gegen einen Anstieg der Kosten für die Kapitalmarktfinanzierung der Banken dienen solle. Dies sollte den Finanzinstituten dabei helfen, niedrigere Zinsen an ihre Kunden weiterzugeben. Außerdem werde die BoE Unternehmensanleihen im Wert von insgesamt 10 Mrd. GBP erwerben, sodass die Credit Spreads unter Kontrolle bleiben sollten.
Die Ausweitung des QE-Programms für Staatsanleihen um pauschal 60 Mrd. GBP werde voraussichtlich nicht so wirksam sein wie die offenen QE-Programme, die von der FED bis 2014 bzw. aktuell von der EZB durchgeführt würden. Letztere machten bzw. machen eine Fortsetzung der QE ausdrücklich davon abhängig, dass die Ziele der Zentralbank erreicht werden, so Verhagen.
Die Experten würden in den kommenden Monaten mit weiteren Lockerungen rechnen. Dann sollte das Gewicht erneut darauf liegen, die negativen Auswirkungen auf die Gewinne im Finanzsektor abzumildern. Möglich wären eine weitere Zinssenkung (um weniger als 25 Bp.), umfangreichere Käufe von Papieren aus dem privaten Sektor und eventuell ein offeneres QE-Programm. (Ausgabe vom 04.08.2016) (05.08.2016/alc/a/a)
Letzteres schlage sich bereits eindeutig im Verbraucher- und Geschäftsvertrauen nieder. Im Moment lasse die BoE die wechselkursbedingte Inflationsbeschleunigung außer Acht, weil sie davon ausgehe, dass dieser Effekt vorübergehender Natur sei. Derweil werde die Konjunkturverlangsamung voraussichtlich zu einem Anstieg der Arbeitslosenquote führen, der die Inflation für sich genommen im Zeitablauf wieder dämpfen sollte. Die Lockerungsmaßnahmen sollten die Konjunkturverlangsamung abfedern und so verhindern, dass die Inflationsrate unter den Zielwert falle, sobald der Wechselkurseffekt nicht mehr zu spüren sei. Dies erscheine sinnvoll, zumal wohl eher leichte Abwärtsrisiken für die Inflationserwartungen bestünden.
Die Ausweitung des QE-Programms für Staatsanleihen um pauschal 60 Mrd. GBP werde voraussichtlich nicht so wirksam sein wie die offenen QE-Programme, die von der FED bis 2014 bzw. aktuell von der EZB durchgeführt würden. Letztere machten bzw. machen eine Fortsetzung der QE ausdrücklich davon abhängig, dass die Ziele der Zentralbank erreicht werden, so Verhagen.
Die Experten würden in den kommenden Monaten mit weiteren Lockerungen rechnen. Dann sollte das Gewicht erneut darauf liegen, die negativen Auswirkungen auf die Gewinne im Finanzsektor abzumildern. Möglich wären eine weitere Zinssenkung (um weniger als 25 Bp.), umfangreichere Käufe von Papieren aus dem privaten Sektor und eventuell ein offeneres QE-Programm. (Ausgabe vom 04.08.2016) (05.08.2016/alc/a/a)


