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Bank Loans könnten von steigenden Zinsen profitieren


05.09.13 16:27
Franklin Templeton

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Insgesamt sehen wir den Markt für Bank Loans auch weiterhin positiv, so die Experten von Franklin Templeton.

Unternehmen im breiteren Markt - im Sinne der Aktiengesellschaften, die im Standard and Poor's/Loan Syndications and Trading Association (S&P/LSTA) Index geführt würden - würden nach wie vor ein günstiges EBITDA (Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte) Wachstum aufweisen. Die Zahlen für das erste Quartal 2013 würden dies belegen. Das Wirtschaftswachstum in den USA werde sich nach Erwartungen der Experten fortsetzen.

Das Umsatzwachstum und die starke Cashflowgenerierung ermögliche es Unternehmen nach Ansicht der Experten, ihre Kredite ordnungsgemäß zu bedienen. Die Experten würden glauben, die Kapitalmärkte hätten in den vergangenen Jahren recht gut funktioniert. Das habe vielen Emittenten die Möglichkeit gegeben, auf Liquidität zuzugreifen und ihre fälligen Kredite zu refinanzieren. Dies sei eine Folge des Verlaufs des Leitzins unter seinem historischen Durchschnitt gewesen.

Ein Bereich, der sich in diesem Klima für Emittenten von größerem Vorteil erwiesen habe, seien Verpflichtungserklärungen (sog. "Covenants") gewesen. Diese hätten es Emittenten erlaubt, die hohe Nachfrage nach Krediten unter Anlegern zu ihrem Vorteil zu nutzen. Etwa 37% aller Kredite im Markt sind "covenant-lite", d.h. die typischen Finanzverpflichtungen, über die wir als Schutz vor einer schlechten Entwicklung verfügen, fallen weg, so die Experten von Franklin Templeton.

Die Experten würden aber glauben, die wichtigsten Merkmale von Krediten seien immer noch intakt - Priorität in der Kapitalstruktur, Sicherheiten und Zinsvariabilität. Solche Kredite würden im Allgemeinen schnell auf ihr Zinsniveau zurückfallen und hätten eine kurze Duration. Die Merkmale würden im Allgemeinen dazu beitragen, dass variabel verzinsliche Kredite weniger schwankungsintensiv seien als der breitere Markt für hochverzinsliche Anleihen.

In letzter Zeit habe die geringere Duration von Bank Loans dazu beigetragen, dass der Kreditmarkt sich besser habe halten können als viele andere festverzinsliche Bereiche. Das liege daran, dass Anleger aufgrund der Pläne der US-Notenbank (FED) über eine schrittweise Reduzierung oder Einstellung ihres Anleihenankaufprogramms nervöser würden.

Zusätzlich zu diesen fundamentalen Stärken verfüge der variabel verzinsliche Markt auch über eine starke technische Unterstützung. Es habe dieses Jahr einige Phasen gegeben, in denen die Nachfrage das Angebot überstiegen habe. Dies habe zu relativ hohen Preisen für variabel verzinsliche Vermögenswerte geführt. Das habe teilweise auch an den wenigen Fusionen und Übernahmen gelegen. So etwas führe normalerweise dazu, dass mehr Neuemissionen auf den Markt gebracht würden. Auf diese Weise werde auf das Kapital, das zur Verfügung gestellt werde, zugegriffen und die Nachfrage nach Krediten oder hochverzinslichen Anleihen ausgenutzt.

Die Experten würden daher denken, dass die jüngste Volatilität für den Kreditmarkt positiv gewesen sei. Sie habe ein größeres Angebot im Sekundärmarkt geschaffen. Viele Anleger in hochverzinsliche Anleihen hätten hohe Kreditvolumen verkauft. Dies entweder um Rücknahmen zu finanzieren oder in Anleihen zurück zu tauschen, da viele von ihnen Kursverluste hätten hinnehmen müssen.

Die Experten würden glauben, der Kreditmarkt funktioniere gerade dann besonders gut, wenn ein Gleichgewicht im Markt herrsche. Dadurch entstünden für Anleger sowohl in den Primär- als auch den Sekundärmärkten Chancen. Neuemissionen müssten zu attraktiveren Bedingungen auf den Markt gebracht werden. Und es bestehe die Tendenz zu einem größeren Angebot im Sekundärmarkt.

Die Experten würden auch glauben, Volatilität könne dazu beitragen, Zinsanpassungen zu verhindern. Die würden vorkommen, wenn Emittenten ihre Zinsen senken würden und damit das Einkommen der Experten, weil Anleger in Hinsicht auf schwer zu findende Werte nicht mehr miteinander konkurrieren würden.

Die Experten würden sowohl in den Primär- als auch den Sekundärmärkten nach Gelegenheiten suchen. Dabei würden sie sich auf Emittenten konzentrieren, von denen sie glauben würden, dass sie das beste Risiko-Ertrags-Profil bieten würden. Solche Emittenten würden vielleicht keinen hohen Ertrag bringen, würden aber ein niedrigeres Risiko bieten. Aus Käufersicht erfreulicherweise sei der Zuschlag für solche Titel im Verlauf jüngster Marktvolatilität gesunken.

Mit Blick auf die Zukunft würden sich die Experten erinnern: Die Vermögensklasse Bank Loans habe sich in der Vergangenheit bei steigenden Zinsen gut entwickelt. Dies insbesondere dann, wenn die Renditekurve nach oben geführt habe. Als die FED 1994, in einer Phase hohen Wirtschaftswachstums und hoher Inflation, die Zinsen angehoben habe, hätten sich die meisten festverzinslichen Sektoren nur dürftig entwickelt. Damals hätten variabel verzinsliche Kredite den breiten Markt für festverzinsliche Anlagen und zehnjährige US-Staatspapiere deutlich übertroffen.

Allerdings würden die Experten momentan nicht glauben, dass sie in absehbarer Zeit eine ähnlich robuste Wirtschaftsentwicklung erleben würden. 1999 habe die FED die Zinsen schrittweise erhöht. Der Kreditmarkt habe wiederum den breiteren Markt für festverzinsliche Anlagen sowie zehnjährige US-Staatsanleihen übertroffen. Bei steigenden mittelfristigen Zinsen gelte diese Vermögensklasse traditionell als sicherer als viele andere festverzinsliche Sektoren.

Außerdem bestehe Potenzial für eine positive Performance. Das liege daran, dass das Zinsrisiko nicht so groß sei. Anleger sollten nach Ansicht der Experten daran denken, wenn sie die Möglichkeit einer Normalisierung des Zinsklimas erwägen würden. (Perspektiven August 2013) (05.09.2013/alc/a/a)