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Australische Zentralbank leitet Zinswende ein


28.02.25 16:00
BNP Paribas

Paris (www.anleihencheck.de) - Vergangene Woche senkte die Reserve Bank of Australia den Leitzins um 25 Basispunkte auf 4,10 Prozent, so die Experten der BNP Paribas in einer aktuellen Ausgabe von "Märkte & Zertifikate weekly".

Es sei die erste geldpolitische Lockerung seit November 2020 gewesen. Die Währungshüter hätten ihre Entscheidung vor allem mit der sinkenden Inflation begründet: Im vierten Jahresabschnitt habe die Teuerungsrate bei 2,4 Prozent gelegen, nach 2,8 Prozent in den drei Monaten zuvor. Der Aussie-Dollar habe den Zinsschritt bislang mit einem Verlust von gut 2 Prozent gegenüber dem Euro quittiert. Ob die Gemeinschaftswährung weiter Boden gutmachen könne, bleibe allerdings abzuwarten. Denn Notenbank-Gouverneurin Michele Bullock habe betont, dass der jüngste Beschluss nicht zwingend der Beginn eines anhaltenden Zinssenkungszyklus sein müsse. Die Märkte würden sich entsprechend zurückhaltend zeigen.

Konjunktur und Zinsgefälle würden für den Aussie-Dollar sprechen

Dass die australische Notenbank den Leitzins bereits im April erneut senke, gelte als recht unwahrscheinlich; die Chance auf eine Lockerung im Mai habe hingegen zuletzt bei 70 Prozent gelegen. Selbst wenn die Märkte recht behalten würden, spreche die Zinsdifferenz für den Aussie-Dollar. Die EZB dürfte nämlich schon in der kommenden Woche eine weitere Senkung um 25 Basispunkte auf 2,00 Prozent verkünden. Anleger in Australien würden dann von einem Zinsniveau profitieren, das fast doppelt so hoch sei wie in der Eurozone. Auch die Wirtschaft präsentiere sich auf dem sechsten Kontinent stärker. Sie solle in diesem Jahr real um 2,5 Prozent zulegen - während die EU-Kommission für Euroland lediglich ein Plus von 1,3 Prozent prognostiziere. (28.02.2025/alc/a/a)