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Australien: RBA kämpft gegen Reflationstrend


24.07.24 09:55
Postbank Research

Bonn (www.anleihencheck.de) - Seit März nimmt der Druck auf die Verbraucherpreise in Down Under kontinuierlich zu, so die Analysten von Postbank Research.

Der von der Australischen Zentralbank RBA primär beobachtete getrimmte Mittelwert des Verbraucherpreisindex sei im Mai von 4,1 auf 4,4 Prozent geklettert.

Zwar seien die Inflationserwartungen australischer Konsumenten im Juli leicht von 4,4 auf 4,3 Prozent zurückgegangen. Sie würden damit jedoch weiterhin auf zu hohem Niveau und außerhalb des Inflation-Zielkorridors der RBA von zwei bis drei Prozent verharren.

Hauptverantwortlich dafür sei der von hohen Lohnzuwächsen um rund vier Prozent getriebene, nach wie vor hohe Preisauftrieb in arbeitsintensiven Dienstleistungsbereichen. Die Arbeitslosenquote sei infolge einer erhöhten Partizipationsrate im Juni minimal auf 4,05 Prozent gestiegen, der Arbeitsmarkt bleibe angespannt.

Derweil würden Frühindikatoren auf einen Stimmungsabschwung in der Privatwirtschaft im Juni hindeuten. Während der Rückgang des Services PMI auf 51,2 Punkte nach wie vor Wachstum signalisiere, weise der PMI des Verarbeitenden Gewerbes mit 47,4 auf die stärkste Schrumpfung seit gut vier Jahren hin.

Eine geldpolitische Lockerung der RBA scheine dennoch im laufenden Jahr nicht in Sicht. Treibe die EZB erwartungsgemäß die im Juni eingeleitete Zinswende voran, könnte der Australische Dollar zum Euro bis Jahresende in Richtung EUR/AUD 1,52 aufwerten. (Währungsbulletin August 2024) (24.07.2024/alc/a/a)