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Aufwärtskorrektur bei Bundrenditen
06.12.16 12:45
Alte Leipziger Trust
Oberursel (www.anleihencheck.de) - Veränderte Erwartungen zur künftigen Geldpolitik im Euroraum sowie der bevorstehende Politikwechsel in den USA haben in den vergangenen Wochen zu einer deutlichen Aufwärtskorrektur der Renditen geführt, so die Experten der Alte Leipziger Trust.
Zwischen Ende September und Mitte November sei die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen um gut 40 Basispunkte geklettert und habe in der Spitze 0,32% erreicht. Zuletzt habe sie zwar wieder auf 0,22% nachgegeben, habe damit aber zumindest klar im positiven Bereich gelegen. In den USA sei der Renditeanstieg noch stärker ausgeprägt gewesen. Staatsanleihen gleicher Laufzeit würden dort aktuell mit 2,29% und damit rund 70 Basispunkte höher als noch Ende September diesen Jahres rentieren. Sowohl im Euroraum als auch in den USA sei es im Zuge des ausgeprägten Renditeanstiegs bei längeren Laufzeiten zu einer deutlichen Versteilerung der Zinskurve gekommen. Die Experten würden die Aufwärtskorrektur für fundamental gerechtfertigt halten, würden im Verlauf von 2017 aber nicht mit signifikant höheren Renditen im Euroraum rechnen.
Bis Ende kommenden Jahres dürfte die zehnjährige Bundrendite nur moderat auf 0,50% steigen. Denn die EZB sollte ihre massiven Interventionen am Rentenmarkt fortsetzen, sodass selbst unter der Annahme eines Taperings die Renditen wohl gedeckelt wären. Für ebenso unwahrscheinlich halte man aber auch einen erneuten, signifikanten Renditerückgang. Denn der Anstieg der Inflationsrate sollte sich im Trend weiter fortsetzen, sodass ein erneutes Aufflammen von Leitzinssenkungserwartungen eher unwahrscheinlich sei.
Gleichzeitig dürften die Sorgen des Marktes vor einer Knappheit bei Anleihen im Zuge einer Aufweichung der Ankaufkriterien für Anleihen durch die EZB zunehmen. Eine ähnliche Entwicklung wie zur Jahresmitte 2016, als die Renditen von Bundesanleihen weit in den negativen Bereich eingetaucht seien, sei für das neue Jahr somit nicht zu erwarten. Obwohl die Experten nur mit einem leichten Renditeanstieg rechnen würden, könnte es im Verlauf des kommenden Jahres zu stärkeren Schwankungen auch an den Rentenmärkten kommen. So sollten die maßgeblichen Einflussfaktoren auf das Kapitalmarktzinsniveau des Öfteren wechseln.
In den kommenden Monaten dürften zunächst politische Faktoren im Vordergrund stehen, wie insbesondere die zukünftige Ausrichtung der US-Finanzpolitik oder der für März avisierte Brexit-Antrag. Da das Unsicherheitspotenzial bezüglich beider Themen recht hoch sei, könnten sich die Einschätzungen der Marktteilnehmer zu den genannten Themen rasch ändern und zu einer erhöhten Volatilität an den Rentenmärkten führen. Mit der zunehmenden Klärung des politischen Umfeldes sollten dann im weiteren Verlauf des kommenden Jahres die internationalen Notenbanken wieder stärker in den Fokus rücken. (Ausgabe Dezember 2016) (06.12.2016/alc/a/a)
Zwischen Ende September und Mitte November sei die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen um gut 40 Basispunkte geklettert und habe in der Spitze 0,32% erreicht. Zuletzt habe sie zwar wieder auf 0,22% nachgegeben, habe damit aber zumindest klar im positiven Bereich gelegen. In den USA sei der Renditeanstieg noch stärker ausgeprägt gewesen. Staatsanleihen gleicher Laufzeit würden dort aktuell mit 2,29% und damit rund 70 Basispunkte höher als noch Ende September diesen Jahres rentieren. Sowohl im Euroraum als auch in den USA sei es im Zuge des ausgeprägten Renditeanstiegs bei längeren Laufzeiten zu einer deutlichen Versteilerung der Zinskurve gekommen. Die Experten würden die Aufwärtskorrektur für fundamental gerechtfertigt halten, würden im Verlauf von 2017 aber nicht mit signifikant höheren Renditen im Euroraum rechnen.
Gleichzeitig dürften die Sorgen des Marktes vor einer Knappheit bei Anleihen im Zuge einer Aufweichung der Ankaufkriterien für Anleihen durch die EZB zunehmen. Eine ähnliche Entwicklung wie zur Jahresmitte 2016, als die Renditen von Bundesanleihen weit in den negativen Bereich eingetaucht seien, sei für das neue Jahr somit nicht zu erwarten. Obwohl die Experten nur mit einem leichten Renditeanstieg rechnen würden, könnte es im Verlauf des kommenden Jahres zu stärkeren Schwankungen auch an den Rentenmärkten kommen. So sollten die maßgeblichen Einflussfaktoren auf das Kapitalmarktzinsniveau des Öfteren wechseln.
In den kommenden Monaten dürften zunächst politische Faktoren im Vordergrund stehen, wie insbesondere die zukünftige Ausrichtung der US-Finanzpolitik oder der für März avisierte Brexit-Antrag. Da das Unsicherheitspotenzial bezüglich beider Themen recht hoch sei, könnten sich die Einschätzungen der Marktteilnehmer zu den genannten Themen rasch ändern und zu einer erhöhten Volatilität an den Rentenmärkten führen. Mit der zunehmenden Klärung des politischen Umfeldes sollten dann im weiteren Verlauf des kommenden Jahres die internationalen Notenbanken wieder stärker in den Fokus rücken. (Ausgabe Dezember 2016) (06.12.2016/alc/a/a)


