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Asien bleibt stark, Stimmung am asiatischen Anleihemarkt ist trotz hoher Bewertungen gut
18.10.17 11:45
AXA Investment Managers
Köln (www.anleihencheck.de) - Die Stimmung am asiatischen Anleihemarkt ist trotz hoher Bewertungen gut, die Volatilität ist gering. Weltweit sind die ökonomischen Fundamentaldaten für Anleihen positiv, meint Jim Veneau, Head of AXA IM Fixed Income Asia, Hongkong.
Einer Reihe von politischen Unsicherheiten zum Trotz würden die Anleihemärkte weltweit weiterhin von positiven ökonomischen Fundamentaldaten angetrieben. "Das globale Wirtschaftswachstum ist so stark wie seit Jahren nicht mehr", erläutere Veneau. Vor diesem Hintergrund steige die Wahrscheinlichkeit, dass die Inflation anziehe und die Geldpolitik gestrafft werden könnte. Die US-Notenbank FED trete mit ihren Aussagen, dass sich die Zinsen im Einklang mit den eigenen Prognosen entwickeln werden, zurzeit sehr bestimmt auf. Die Notenbank werde schon bald beginnen, ihre Bilanzsumme zu reduzieren. Veneau erwarte, dass die Europäische Zentralbank (EZB) ihr Anleihekaufprogramm Anfang nächsten Jahres reduzieren werde.
"Eine Reihe von Faktoren lässt uns höhere Anleiherenditen erwarten", erkläre der Experte. Das überdurchschnittlich gute Wachstum werde in vielen Wirtschaftssektoren die freien Kapazitäten reduzieren. Außerdem seien der erstarkte Populismus, der den Druck auf die Regierungen erhöhe die Fiskalpolitik zu lockern, und die gleichzeitig straffere Geldpolitik ein klassisches Rezept für steigende Anleiherenditen. "Allerdings können wir nicht mit Sicherheit sagen, wie schnell die Renditen steigen werden", betone Veneau. Denn die Zentralbanken hätten sehr auf Stabilität geachtet und die Zinsentwicklung genau im Blick behalten.
Es würden mögliche politische Risiken bleiben, die den Ausblick trüben könnten: Eine Reform der Steuern in den USA scheine so nah gerückt zu sein, wie nie zuvor seit der Ernennung Donald Trumps zum Präsidenten. Sollte sie allerdings nicht umgesetzt werden, könnte es an den Märkten Rückschläge geben. Hinzu kämen mögliche geopolitische Risiken. Eine Verschlechterung der geopolitischen Balance könnte dazu führen, dass Investoren mehr in US-Staatsanleihen investieren würden.
"Obwohl es an den asiatischen Anleihemärkten zurzeit im Grunde keine Debatte darüber gibt, dass die Bewertungen bereits ziemlich hoch sind, finden sich noch immer an jeder Ecke willige Käufer", beschreibe Veneau die Lage. Die Frage sei nun, ob Geduld, Vorsicht und eine Untergewichtung von Risiken am Ende des Jahres belohnt würden oder ob Underperformance der Lohn der vorsichtigen Investoren sein werde.
"Zwar sind wir auch davon überzeugt, dass das Wirtschaftswachstum in Asien langfristig höher sein wird als im weltweiten Durchschnitt", hebe Veneau hervor. Der wichtigste Grund dafür sei die demografische Transformation hin zu einer immer größer werdenden Mittelschicht in Indien, Indonesien und China. "Wir glauben aber, dass das Verlustrisiko bei asiatischen Anleihen auf kurze Sicht asymmetrisch nach unten verzerrt ist", betone Veneau. Die anhaltend gute Stimmung an den Märkten habe nicht nur die Bewertungen der Anleihen generell erhöht, sondern auch die Volatilität gedämpft.
Veneau und sein Team würden ihr Portfolio aktuell in Erwartung größer werdender Spreads, steigender Zinsen und Renditen sowie allgemein höherer Volatilität ausrichten. Wenn die Märkte die Risiken wieder einpreisen würden und sich die Bewertungen normalisierten, könnten sich aber wieder gute Investitionsmöglichkeiten ergeben. (18.10.2017/alc/a/a)
Einer Reihe von politischen Unsicherheiten zum Trotz würden die Anleihemärkte weltweit weiterhin von positiven ökonomischen Fundamentaldaten angetrieben. "Das globale Wirtschaftswachstum ist so stark wie seit Jahren nicht mehr", erläutere Veneau. Vor diesem Hintergrund steige die Wahrscheinlichkeit, dass die Inflation anziehe und die Geldpolitik gestrafft werden könnte. Die US-Notenbank FED trete mit ihren Aussagen, dass sich die Zinsen im Einklang mit den eigenen Prognosen entwickeln werden, zurzeit sehr bestimmt auf. Die Notenbank werde schon bald beginnen, ihre Bilanzsumme zu reduzieren. Veneau erwarte, dass die Europäische Zentralbank (EZB) ihr Anleihekaufprogramm Anfang nächsten Jahres reduzieren werde.
"Eine Reihe von Faktoren lässt uns höhere Anleiherenditen erwarten", erkläre der Experte. Das überdurchschnittlich gute Wachstum werde in vielen Wirtschaftssektoren die freien Kapazitäten reduzieren. Außerdem seien der erstarkte Populismus, der den Druck auf die Regierungen erhöhe die Fiskalpolitik zu lockern, und die gleichzeitig straffere Geldpolitik ein klassisches Rezept für steigende Anleiherenditen. "Allerdings können wir nicht mit Sicherheit sagen, wie schnell die Renditen steigen werden", betone Veneau. Denn die Zentralbanken hätten sehr auf Stabilität geachtet und die Zinsentwicklung genau im Blick behalten.
"Obwohl es an den asiatischen Anleihemärkten zurzeit im Grunde keine Debatte darüber gibt, dass die Bewertungen bereits ziemlich hoch sind, finden sich noch immer an jeder Ecke willige Käufer", beschreibe Veneau die Lage. Die Frage sei nun, ob Geduld, Vorsicht und eine Untergewichtung von Risiken am Ende des Jahres belohnt würden oder ob Underperformance der Lohn der vorsichtigen Investoren sein werde.
"Zwar sind wir auch davon überzeugt, dass das Wirtschaftswachstum in Asien langfristig höher sein wird als im weltweiten Durchschnitt", hebe Veneau hervor. Der wichtigste Grund dafür sei die demografische Transformation hin zu einer immer größer werdenden Mittelschicht in Indien, Indonesien und China. "Wir glauben aber, dass das Verlustrisiko bei asiatischen Anleihen auf kurze Sicht asymmetrisch nach unten verzerrt ist", betone Veneau. Die anhaltend gute Stimmung an den Märkten habe nicht nur die Bewertungen der Anleihen generell erhöht, sondern auch die Volatilität gedämpft.
Veneau und sein Team würden ihr Portfolio aktuell in Erwartung größer werdender Spreads, steigender Zinsen und Renditen sowie allgemein höherer Volatilität ausrichten. Wenn die Märkte die Risiken wieder einpreisen würden und sich die Bewertungen normalisierten, könnten sich aber wieder gute Investitionsmöglichkeiten ergeben. (18.10.2017/alc/a/a)


