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Anleihenmarkt: Krise weggeredet?
18.01.13 13:56
Deutsche Börse AG
Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die Tendenz geht klar Richtung Risiko, kommentieren Market Maker das Geschehen im Rentenhandel, so die Deutsche Börse AG.
"Die Staatsschuldenkrise ist nicht mehr so präsent, zumal die Politik, die EZB und sogar die Ratingagentur Standard & Poor's zuletzt optimistischere Töne angeschlagen haben. Deutsche Bundesanleihen sind als sicherer Hafen daher aktuell wenig gesucht, genauso wie Fremdwährungsanleihen", beobachte Gregor Daniel von der Walter Ludwig Wertpapierhandelsgesellschaft.
Die Erholungsphase des Euro-Bund-Futures scheine dementsprechend beendet: "Der Future hat sich abgeschwächt. Da der Widerstand bei 143,77 einem Test standgehalten hat, bleibt das technische Bild getrübt. Sowohl im Tages- als auch Wochenchart sind die Indikatoren kritisch zu beurteilen", erkläre die Helaba. Am Freitagmittag notiere der Euro-Bund-Future bei 142,81 Prozent, verglichen mit 142,50 Prozent in der Vorwoche.
Von einem Ende der Krise könne aus Sicht der Händler jedoch keine Rede sein. "Zwar scheint an den Finanzmärkten das Schlimmste überstanden zu sein, zumindest wird von Seiten der Notenbanken und auch der Politik dieser Eindruck vermittelt, doch in der Realwirtschaft sind die Wachstumsaussichten mit enormen Risiken verbunden", erkläre Arthur Brunner von ICF Kursmakler. Ein typisches Beispiel sei die Automobilindustrie, die ohne den Boommarkt China in diesem Jahr eine ganz harte Landung hingelegt hätte. "Die Grenzen dieses Wachstums wurden jüngst aber auf drastische Weise durch die Smog-Bilder aus Peking aufgezeigt", ergänze der Market Maker mit Blick auf die massive Umweltverschmutzung in China.
Daniel führe zudem an, dass die Banken international weiterhin stark am Tropf der Notenbanken hängen würden. "Länder wie Italien oder Spanien können sich mittlerweile zwar wieder zu deutlich günstigeren Konditionen am Anleihemarkt refinanzieren, viele der neuen Bonds bleiben aber in den Büchern der Banken hängen, die auf günstiges Geld von der EZB zurückgreifen können", warne der Händler.
Mit Skepsis beäuge auch Dietmar Blum von der Baader Bank die jüngsten Kommentare der Politik über ein vermeintliches Ende der Euro-Krise: "Auch wenn die Staatsschuldenkrise von den Anlegern anders bewertet wird als noch vor sechs Monaten, ist sie noch nicht beendet. Das zeigen auch die jüngsten Warnungen der Ratingagenturen. Nachdem Fitch die USA erneut vor dem Verlust ihrer Top-Bonität gewarnt hat, zeigte das Institut auch Spanien die gelbe Karte", kommentiere Klaus Stopp von der Baader Bank und füge hinzu, dass die Bonität Spaniens auch ohne Flucht unter den Euro-Rettungsschirm auf der Kippe stehe und bedenklich wackele.
Risiken kämen aus Sicht der Händler zudem von jenseits des Atlantiks. "Die drohende Zahlungsunfähigkeit der USA ist nicht vom Tisch. Ab Mitte Februar besteht das Risiko, dass die Vereinigten Staaten erneut an der Schuldenobergrenze von 16,4 Billionen US-Dollar stehen. Um das zu verhindern werden bereits jetzt mit den Geldern aus dem Rentenfonds für Regierungsmitarbeiter Rechnungen beglichen", wisse Stopp. Dem Land drohe daher eine Abstufung der Top-Bonität, wenn mittelfristig keine Lösung gefunden werde. Dies würde mit einer Steigerung der Anleihe-Renditen einhergehen.
Am Corporate Bond-Markt würden laut Brunner unterdessen viele Unternehmen die Gunst der Stunde nutzen, um sich günstig mit Fremdkapital einzudecken. "So günstig wie im Moment konnten sich Unternehmen im Euroraum noch nie verschulden und das wird großzügig ausgenutzt", wisse der Market Maker.
Unter anderem sei der Münchener Autobauer BMW am Dienstag mit zwei Tranchen einer in Euro denominierten Anleihe mit Laufzeiten von 3,75 bzw. zehn Jahren gekommen. Die Tranchen hätten ein Volumen von 1 Milliarde bzw. 750 Millionen Euro. "Den Investoren zahlt BMW einen Kupon von 1,000 Prozent bzw. 2,375 Prozent. Zum Vergleich hierzu ein Blick ins Jahr 2008: Damals musste BMW für eine fünfjährige Mittelaufnahme den Investoren einen jährlichen Kupon in Höhe von 8,875 Prozent bieten. So haben sich die Zeiten geändert", kommentiere Stopp.
Auch Daniel berichte von teilweise lebhaften Umsätzen am Markt für Unternehmensanleihen. Gekauft worden sei in dieser Woche unter anderem eine Continental-Anleihe (ISIN DE000A1AY2A0 / WKN A1AY2A) mit Fälligkeit im Juli 2015. Das Papier habe einen Kupon von 8,500 Prozent. Eingestiegen seien die Anleger auch in einem bis 2022 laufenden Telefónica-Papier (ISIN nicht bekannt/ WKN A1DHFE), das mit einem Kupon von 4,184 Prozent ausgestattet sei. (18.01.2013/alc/a/a)
"Die Staatsschuldenkrise ist nicht mehr so präsent, zumal die Politik, die EZB und sogar die Ratingagentur Standard & Poor's zuletzt optimistischere Töne angeschlagen haben. Deutsche Bundesanleihen sind als sicherer Hafen daher aktuell wenig gesucht, genauso wie Fremdwährungsanleihen", beobachte Gregor Daniel von der Walter Ludwig Wertpapierhandelsgesellschaft.
Die Erholungsphase des Euro-Bund-Futures scheine dementsprechend beendet: "Der Future hat sich abgeschwächt. Da der Widerstand bei 143,77 einem Test standgehalten hat, bleibt das technische Bild getrübt. Sowohl im Tages- als auch Wochenchart sind die Indikatoren kritisch zu beurteilen", erkläre die Helaba. Am Freitagmittag notiere der Euro-Bund-Future bei 142,81 Prozent, verglichen mit 142,50 Prozent in der Vorwoche.
Von einem Ende der Krise könne aus Sicht der Händler jedoch keine Rede sein. "Zwar scheint an den Finanzmärkten das Schlimmste überstanden zu sein, zumindest wird von Seiten der Notenbanken und auch der Politik dieser Eindruck vermittelt, doch in der Realwirtschaft sind die Wachstumsaussichten mit enormen Risiken verbunden", erkläre Arthur Brunner von ICF Kursmakler. Ein typisches Beispiel sei die Automobilindustrie, die ohne den Boommarkt China in diesem Jahr eine ganz harte Landung hingelegt hätte. "Die Grenzen dieses Wachstums wurden jüngst aber auf drastische Weise durch die Smog-Bilder aus Peking aufgezeigt", ergänze der Market Maker mit Blick auf die massive Umweltverschmutzung in China.
Mit Skepsis beäuge auch Dietmar Blum von der Baader Bank die jüngsten Kommentare der Politik über ein vermeintliches Ende der Euro-Krise: "Auch wenn die Staatsschuldenkrise von den Anlegern anders bewertet wird als noch vor sechs Monaten, ist sie noch nicht beendet. Das zeigen auch die jüngsten Warnungen der Ratingagenturen. Nachdem Fitch die USA erneut vor dem Verlust ihrer Top-Bonität gewarnt hat, zeigte das Institut auch Spanien die gelbe Karte", kommentiere Klaus Stopp von der Baader Bank und füge hinzu, dass die Bonität Spaniens auch ohne Flucht unter den Euro-Rettungsschirm auf der Kippe stehe und bedenklich wackele.
Risiken kämen aus Sicht der Händler zudem von jenseits des Atlantiks. "Die drohende Zahlungsunfähigkeit der USA ist nicht vom Tisch. Ab Mitte Februar besteht das Risiko, dass die Vereinigten Staaten erneut an der Schuldenobergrenze von 16,4 Billionen US-Dollar stehen. Um das zu verhindern werden bereits jetzt mit den Geldern aus dem Rentenfonds für Regierungsmitarbeiter Rechnungen beglichen", wisse Stopp. Dem Land drohe daher eine Abstufung der Top-Bonität, wenn mittelfristig keine Lösung gefunden werde. Dies würde mit einer Steigerung der Anleihe-Renditen einhergehen.
Am Corporate Bond-Markt würden laut Brunner unterdessen viele Unternehmen die Gunst der Stunde nutzen, um sich günstig mit Fremdkapital einzudecken. "So günstig wie im Moment konnten sich Unternehmen im Euroraum noch nie verschulden und das wird großzügig ausgenutzt", wisse der Market Maker.
Unter anderem sei der Münchener Autobauer BMW am Dienstag mit zwei Tranchen einer in Euro denominierten Anleihe mit Laufzeiten von 3,75 bzw. zehn Jahren gekommen. Die Tranchen hätten ein Volumen von 1 Milliarde bzw. 750 Millionen Euro. "Den Investoren zahlt BMW einen Kupon von 1,000 Prozent bzw. 2,375 Prozent. Zum Vergleich hierzu ein Blick ins Jahr 2008: Damals musste BMW für eine fünfjährige Mittelaufnahme den Investoren einen jährlichen Kupon in Höhe von 8,875 Prozent bieten. So haben sich die Zeiten geändert", kommentiere Stopp.
Auch Daniel berichte von teilweise lebhaften Umsätzen am Markt für Unternehmensanleihen. Gekauft worden sei in dieser Woche unter anderem eine Continental-Anleihe (ISIN DE000A1AY2A0 / WKN A1AY2A) mit Fälligkeit im Juli 2015. Das Papier habe einen Kupon von 8,500 Prozent. Eingestiegen seien die Anleger auch in einem bis 2022 laufenden Telefónica-Papier (ISIN nicht bekannt/ WKN A1DHFE), das mit einem Kupon von 4,184 Prozent ausgestattet sei. (18.01.2013/alc/a/a)
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| Kurs | Vortag | Veränderung | Datum/Zeit | |
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| ISIN | WKN | Jahreshoch | Jahrestief | |
| DE0009652644 | 965264 | 132,00 € | 124,26 € | |
Werte im Artikel
16.04.26
, Helaba
Bund-Future scheitert an 21-Tage-Linie



