Anleihenmarkt: Brüsseler Spitzen gegen Deutschland


08.11.13 12:01
Baader Bank

Unterschleissheim (www.anleihencheck.de) - Einerseits lockert die EU ihre Haushaltskriterien, andererseits wird wirtschaftliche Leistung unter Strafe gestellt, so Klaus Stopp, Leiter der Skontroführung Renten bei der Baader Bank.

Früher seien lediglich hochwertige Klöppeleierzeugnisse als Brüsseler Spitzen bezeichnet worden, aber inzwischen werde im Zuge der EU-Harmonisierung auch oftmals in einem ganz anderen Zusammenhang von Brüsseler Spitzen gesprochen. So habe der EU-Währungskommissar Olli Rehn vor wenigen Tagen angedeutet, dass Deutschland den Leistungsbilanzüberschuss reduzieren müsse. Und in diesem Zusammenhang sei sogar ein EU-Verfahren wegen unwirtschaftlicher Ungleichgewichte in den Raum gestellt worden. Einerseits lockere die Gemeinschaft die Anforderungen, zum Beispiel an das Erreichen der Maastrichtkriterien, und andererseits werde wirtschaftliche Leistung unter Strafe gestellt.

Es ist schon eine verrückte Welt, in der wir leben!, so die Analysten der Baader Bank Anscheinend sei das, was wir in den letzten Jahrzehnten in Deutschland aufgebaut hätten, gut genug, um den Partnerstaaten aus der Patsche zu helfen, aber nun sollten wir unsere Exporte drosseln, um andere Volkswirtschaften zu unterstützen. Das Fest "Sankt Martin" werde allerdings erst in der kommenden Woche gefeiert, und es sei mehr als fraglich, ob eine Drosselung unserer Exporte automatisch zu einer Verlagerung von Nachfrage z.B. auf Zypern führen würde. Die Güter könnten mit einer hohen Qualität nur dort hergestellt werden, wo das Know-how und die Produktionsstätten vorhanden seien. Eine solche konjunkturelle Verschiebung am Reißbrett sei zum Scheitern verurteilt und könne auch nur in den Köpfen von Politikern und Bürokraten entstehen. Denn das Prinzip einer freien Marktwirtschaft sei u. a. dadurch gekennzeichnet, dass Lenkungsversuche von außen nicht erwünscht seien.

Aus unterschiedlichen Richtungen werde immer wieder darauf verwiesen, in Deutschland die Binnennachfrage zu stimulieren, sodass weniger Kapazitäten für Exporte zur Verfügung stehen würden. Dies klinge in der Theorie logisch, allerdings sei in diesem Zusammenhang anzumerken, dass die Politik durch ihre Art des Krisenmanagements bereits direkt dafür Sorge trage, dass insbesondere in Deutschland die Menschen mehr konsumieren würden. Dies werde auch an einer rückläufigen Sparquote deutlich. Und die Menschen, die kein Geld hätten, könnten weder sparen noch konsumieren.

Aber dennoch habe der vermögende Deutsche das Lebensmotto anderer Europäer verinnerlicht und sich somit seine eigene Lebensphilosophie geschaffen: "Konsumiere, esse, trinke, solange es noch schmeckt, denn schon bald ist das Geld verreckt."

Anleger würden die Hoffnung hegen, rechtzeitig wieder aussteigen zu können, wenn die Entwicklung kippe.

Angesichts des anhaltenden Niedrigzinszeitalters und der bisweilen verbreiteten Meinung, am Aktienmarkt könne für's Erste das Meiste gelaufen sein, würden sich so manche Anleger auf neues Terrain wagen. Sie würden einen gewissen "Kick" am Rentenmarkt suchen, indem sie sich entweder für Mittelstandsanleihen von nicht immer soliden Schuldnern interessieren oder eben mit Dollar-Anleihen anfreunden würden, die schlechter als "BBB-" und damit auf Ramschniveau geratet seien.

Unter anderem habe in diesem Kontext eine US-Dollar-Anleihe (ISIN USP16394AG62 / WKN A1HHWR) von Belize im Blickpunkt gestanden, die bis 2/2018 laufe und derzeit rund 8,30% Rendite abwerfe. Diese Anleihe, die ein Rating von "B-" aufweise, habe Ende Juni noch bei 56,00% notiert und sich inzwischen auf über 62,00% berappelt. Ähnlich sei die Situation einer von risikobereiten Anlegern gefragten Anleihe (ISIN XS0505265859 / WKN A1AWT2) Ägyptens, die ebenfalls in US-Dollar begeben worden sei. Der mit einem Rating von "CCC" ausgestattete Bond werde 4/2020 fällig und rentiere derzeit mit ca. 7,00%. Nach einem Tief von 76,35% Anfang Juli notiere die Anleihe aktuell wieder auf einem Niveau von 92,00%.

Hinter der Neigung von Anlegern in diese Bonds einzusteigen, stecke offenbar die Erwartung, dass die Notenbanken ihre ultralockere Geldpolitik auf absehbare Zeit beibehalten würden. Die Gefahr hierbei sei allerdings die Selbstüberschätzung der Anleger, die immer davon ausgehen würden, sich rechtzeitig von solchen Wertpapieren trennen zu können, falls Zahlungsausfälle drohen sollten. Das funktioniere aber nur, wenn man auf den letzten Prozentpunkt verzichte. Aus diesem Grund seien solche Assetklassen nichts für Investoren mit schwachen Nerven, obwohl das damit verbundene Risiko mit entsprechend hohen Renditen versüßt werde.

Der Primärmarkt sei gut in Fahrt gekommen. Vergangene Woche habe das US-amerikanische IT- und Beratungsunternehmen IBM eine 7-jährige Anleihe (ISIN XS0991090175 / WKN A1HS3J) mit Fälligkeit November 2020 und eine 12-jährige Anleihe (ISIN XS0991099630 / WKN A1HS4E) mit Fälligkeit November 2025 emittiert. Die Kupons würden 1,875% respektive 2,875% betragen. Gepreist worden sei die 7-jährige Anleihe mit einem Volumen von 1,5 Mrd. EUR bei +42 bps über Mid Swap, was einem Emissionspreis von 99,591% entsprochen habe. Die 12-jährige Anleihe sei bei +68 bps über Mid Swap gepreist worden. Das Volumen der Anleihe liege bei 1 Mrd. EUR und der Emissionspreis sei mit 99,93% festgestellt worden.

Am Montag habe die 3M Company (Minnesota Mining and Manufacturing), ein weltweit agierender Multi-Technologiekonzern mit Hauptsitz in St. Paul/Minnesota, eine 8-jährige Anleihe (ISIN XS0982713686 / WKN A1HS4N) mit Fälligkeit November 2021 begeben. Der Kupon betrage 1,875%. Gepreist worden sei die Anleihe bei +30 bps über Mid Swap und das Volumen der Anleihe belaufe sich auf 600 Mio. EUR. Der Emissionspreis sei mit 99,338% fixiert worden.

Am Dienstag habe sich ESB Finance, ein irländischer Versorger, mittels einer langen 11-jährigen Anleihe mit Fälligkeit Januar 2024 refinanziert. Der Kupon sei bei 3,494% fixiert. Gepreist worden sei die Anleihe (ISIN XS0992646918 / WKN A1HS44) bei +145 bps über Mid Swap, was einem Emissionspreis von 100,00% entsprochen habe. Das Volumen der Anleihe umfasse 300 Mio. EUR.

AT&T, ein amerikanischer Telekommunikationskonzern, habe eine 8-jährige Anleihe mit Fälligkeit Dezember 2021 und eine 12-jährige Anleihe mit Fälligkeit Dezember 2025 emittiert. Die Kupons würden 2,65% respektive 3,50% betragen. Gepreist worden sei die 8-jährige Anleihe bei +95 bps über Mid Swap. Das Volumen der Anleihe betrage 1 Mrd. EUR. Der Emissionspreis sei mit 99,774% festgestellt worden. Die 12-jährige Anleihe sei bei +130 bps über Mid Swap gepreist worden. Das Volumen der Anleihe liege bei 1 Mrd. EUR. Der Emissionspreis sei mit 99,577% festgestellt worden.

Tesco, eine britische, weltweit vertretene Supermarktkette, habe eine 4-jährige Anleihe (ISIN XS0992632702 / WKN A1HS4U) mit Fälligkeit November 2017 und eine 7-jährige Anleihe (ISIN XS0992638220 / WKN A1HS4V) mit Fälligkeit November 2020 emittiert. Die Kupons würden 1,25% respektive 2,125% betragen. Gepreist worden sei die 4-jährige Anleihe bei +45 bps über Mid Swap. Das Volumen der Anleihe betrage 500 Mio. EUR. Der Emissionspreis sei 99,605% gewesen. Die 7-jährige Anleihe sei bei +68 bps über Mid Swap gepreist worden. Das Volumen der Anleihe belaufe sich ebenfalls auf 500 Mio. EUR und der Emissionspreis habe 99,429% betragen.

Am gestrigen Mittwoch seien noch folgende Anleihen emittiert worden: Sanofi, ein französischer Pharmakonzern, habe eine 7-jährige Benchmark-Anleihe im Volumen von 1 Mrd. EUR emittiert. Die 2,50%-ige Anleihe sei bei +53 bps über Mid Swap gepreist worden, was einem Emissionskurs von 99,494% entsprochen habe.

Aber auch BSH Bosch und Siemens Hausgeräte, der größte Hausgerätehersteller in Europa, habe eine 7-jährige Benchmark-Anleihe mit Laufzeit 11/2020 begeben. Der Kupon des 500 Mio. EUR schweren Bonds liege bei 1,875%. Gepreist worden sei die Anleihe bei +42 bps über Mid Swap. Der Emissionspreis sei mit 99,423% festgestellt worden.

Und zu guter Letzt habe Moet Hennessy Louis Vuitton, der weltweite Branchenführer in der Luxusgüterindustrie, eine 7-jährige Benchmark-Anleihe mit Endfälligkeit 11/2020 emittiert. Der Kupon des 600 Mio. EUR schweren Bonds liege bei 1,75%. Gepreist worden sei die Anleihe bei +30 bps über Mid Swap, was einem Emissionspreis von 99,394% entsprochen habe.

Bereits vor zwei Wochen hätten die Analysten an dieser Stelle darüber berichtet, dass der Internationale Währungsfonds (IWF) in einem Finanzbericht die Idee einer Abgabe auf Finanzvermögen durchgespielt habe. Nach Meinung des IWF habe es sich hierbei allerdings um ein "rein theoretisches Gedankenspiel" gehandelt. Und nun fühle sich der IWF in der Debatte über eine Zwangsabgabe für Sparer zum Abbau von Staatsschulden völlig missverstanden. "Es gibt keine solche Forderung vom IWF", heiße es offiziell. Der "kleine Kasten" auf Seite 49 des Berichts "Fiscal Monitor" des IWF sei ausdrücklich keine Empfehlung. Der kurze Text greife lediglich die Diskussion über eine Vermögenssteuer auf und weise auf deren erhebliche Nachteile hin.

In der IWF-Publikation "Taxing Times" sei auf die extrem gestiegene Verschuldung der Staaten Bezug genommen worden. Allerdings könnten durch eine Vermögensabgabe von 10% die Schuldenstände von Euro-Ländern lediglich auf den Stand vor der Finanzkrise 2007 gedrückt werden. Ein Schelm, wer Böses dabei denke. Zumindest habe dieser Gedanke an eine Zwangsabgabe auf Sparvermögen, Wertpapiere und Immobilien ausgereicht, viele Sparer aufzuschrecken.

So habe sich der österreichische Notenbankchef und EZB-Rat Ewald Nowotny bemüht, eiligst davor zu warnen, die Menschen mit solchen Ideen zu irritieren. "Es handelt sich dabei um wirtschaftspolitische Verfahren", so Nowotny, "die in Kriegs- oder Nachkriegszeiten von Bedeutung waren". Für die derzeitige Lage in den entwickelten Industriestaaten sei eine solche Perspektive aber überhaupt nicht relevant und entschieden abzulehnen. Herr Nowotny, wir werden Sie beim Wort nehmen, so die Analysten der Baader Bank.

Freilich gebe es Wirtschaftsexperten, die eine Zwangsabgabe von Sparern für ein geeignetes Instrument zum Schuldenabbau halten würden. Sinnvoll könnte eine Vermögensabgabe für sehr hoch verschuldete Länder sein, deren Bürger über beträchtliche Finanzvermögen verfügen würden, meine etwa Jörg Krämer, Chefvolkswirt der Commerzbank. So könnte man in Staaten wie Griechenland oder Italien Vermögensabgaben als "sinnvolle Instrumente" einsetzen, um die explodierende Staatsverschuldung zu reduzieren oder die maroden Banken zu entschulden, so Stefan Bach, Steuerexperte des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW). Beide Ökonomen aber würden uns mit ihrer Meinung beruhigen, dass so etwas für Deutschland nicht infrage komme. Dennoch, der Schreck über eine solche Idee wirke noch nach.

Heute sei es wieder soweit. EZB-Präsident Mario Draghi werde während der Pressekonferenz den wartenden Journalisten seine Vorstellungen einer angemessenen Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) erläutern. Gespannt würden auch alle Investoren seinen Worten lauschen und versuchen, Zwischentöne richtig zu deuten und sich entsprechend zu positionieren. Ganz einfach werde dies allerdings nicht sein, denn zu unterschiedlich seien die Anforderungen an die Notenbankpolitik. Denn neben einer konjunkturellen Unterstützung des Wirtschaftsraums und dem Erhalt der Währungsstabilität seien auch Inflationsziele mit ins Kalkül zu ziehen. Auch würden die Staats- und Regierungschefs eine großzügige Unterstützung bei der Bekämpfung der immer noch schwelenden Finanzkrisen erwarten.

Konjunkturell scheine man in verschiedenen Staaten durchaus auf dem Wege der Besserung zu sein. Aber oft würden die Zahlen des erwarteten wirtschaftlichen Wachstums auch die Dramatik der Vergangenheit verdeutlichen. So liege beispielsweise in Griechenland, Zypern, Spanien und Italien die Wirtschaftskraft so danieder - mit der Folge, dass die Zuwachsraten nur schön aussehen, aber keine nachhaltige Bewältigung der Finanzkrise widerspiegeln würden. Außerdem würden sich die Mitglieder des Zentralbankrats in einem Dilemma befinden, denn die Jahresteuerung in der Euro-Zone habe sich im Oktober nur noch auf +0,7% belaufen. Sollte sich dieser Trend weiter fortsetzen, dann könnte sogar das Deflationsgespenst zum Einsatz kommen. Dieses Gespenst, das jahrelang in Japan beheimatet gewesen sei, wäre im Euroraum nicht willkommen.

In dem Zusammenhang dränge sich die Frage auf, welche Inflation sei die richtige. Die gefühlte oder die berechnete? Die berechnete Inflation würde sogar eine Zinssenkung ermöglichen. Der konjunkturelle Aufschwung signalisiere hingegen, dass es auch mit dem aktuellen Leitzins gehe und es keiner Änderung der Geldpolitik bedürfe.

Da tue sich die ebenfalls heute tagende Bank of England (BoE) etwas leichter. Eine Zinssenkung sei dort nicht im Gespräch, da man in der Vergangenheit - unter Berücksichtigung der Inflation - eine sehr aggressive Niedrigzinspolitik betrieben habe. Problematisch würde es für die Mitglieder des Rats allerdings dann werden, wenn in den nächsten Monaten die Arbeitslosigkeit die Grenzmarke von 7% erreichen würde und Zinserhöhungen ins Spiel kämen. Es sei zwar immer wieder betont worden, dass dies kein Automatismus sei, aber die Glaubwürdigkeit der BoE würde auf dem Spiel stehen. Und das in Zeiten, in denen eine EZB eventuell entgegengesetzt handeln müsste. Es bleibe also spannend.

Die Europäische Union bekomme ihre eigene Finanzierung für die Jahre 2014 bis 2020 allmählich in den Griff. So habe ein Nachtragshaushalt für 2013 über 3,9 Mrd. EUR die Zustimmung des Haushaltsausschusses im Europaparlament gefunden. Es handle sich hierbei um eine Zahlung, zu der sich die Regierungen Ende Oktober bereiterklärt hätten. Damit müssten die Mitgliedsstaaten 2013 insgesamt rund 11,6 Mrd. EUR mehr in den EU-Haushalt einzahlen als ursprünglich geplant. In Summe umfasse der Haushalt jetzt 144 Mrd. EUR.

Die Europäische Zentralbank (EZB) wiege die Euro-Banken mit ihren Zusagen inzwischen dermaßen in Sicherheit, dass man sich einige Fragen erlauben dürfe. "Was wissen die, was wir nicht wissen?" Mit einem Vorlauf von zwölf Monaten würden die Notenbanker zusagen, die Banken auch künftig mit ausreichend Liquidität zu versorgen. Das möge im Sinne der Stabilisierung des Bankensystems sinnvoll sein. Es frage sich nur, ob die Banken dadurch nicht auch eine gewisse Sorglosigkeit entwickeln könnten - ganz im Sinne des Mottos "die EZB, die wird's schon richten".

In Zeiten der Globalisierung sei keine Notenbanksitzung mehr alleine zu betrachten. Somit geistere das Thema Tapering auch noch nach der FOMC-Sitzung in den Köpfen der Marktteilnehmer umher. Dennoch seien andere Themen vorläufig in den Vordergrund gerückt. Zum einen habe der unerwartet starke Rückgang der Inflationsrate eine mögliche Änderung der EZB-Zinspolitik zu einem heiß diskutierten Thema gemacht. Zum anderen habe der Einkaufsmanagerindex für den Dienstleistungssektor Großbritanniens (EMI), der auf ein 16-Jahres-Hoch gestiegen sei, das Rentenbarometer Euro-Bund-Future von 142,08% auf 141,06% gedrückt.

Ein Blick auf die Charttechnik zeige, dass der starke Widerstand der vergangenen Wochen, im Bereich zwischen 141,80% und 142,00% weiterhin intakt sei. Als Unterstützungen seien die psychologisch wichtige Marke bei 141,00% und der Bereich um 140,50% (mehrere Hochs im Oktober 2013) zu sehen.

Der Kursverlauf der vergangenen Tage habe allen Investoren eindrucksvoll aufgezeigt, dass der Markt immer und zu jeder Zeit für Überraschungen gut sei. Ob es sich hierbei um den Auftakt der von vielen erwarteten Kurskorrektur handle, dürfe dennoch bezweifelt werden. Denn stark steigende Zinsen würden zum Leidwesen der Investoren im Reich der Fantasie verbleiben.

In dieser Woche hätten die USA ihren Investoren eine kleine Verschnaufpause gegönnt und "lediglich" Geldmarkttitel im Volumen von 97 Mrd. US-Dollar emittiert. Aber bereits in der kommenden Woche seien zusätzliche Auktionen für T-Bonds mit Laufzeiten von drei, zehn und 30 Jahren geplant.

Im Euroland hingegen scheine der größte Teil der Refinanzierungen abgeschlossen zu sein. Denn lediglich Österreich habe bereits in der vergangenen Woche mittels Aufstockung von zwei Altanleihen (ISIN AT0000A12B06 / WKN A1HRH1/ 2018 und ISIN AT0000A0N9A0 / WKN A1GLBM/ 2022) ca. 1,5 Mrd. EUR eingesammelt. Und für diese Handelswoche sei seitens der Deutschen Finanzagentur die Aufstockung der aktuellen Bundesobligation Serie 167 (114167) geplant gewesen. Bei einer 2,3-fachen Überzeichnung hätten hierbei insgesamt 3,26 Mrd. EUR mit einer Durchschnittsrendite von 0,71% begeben werden können. Das Gesamtvolumen der fünfjährigen Emission belaufe sich somit auf insgesamt 13 Mrd. EUR.

Das Jahr sei weit fortgeschritten, wir würden bereits den Monat November schreiben. Und eben dieser Monat habe die europäische Gemeinschaftswährung ganz kalt erwischt. Hätten wir noch im Oktober den Euro auf seinem 2-Jahres-Hoch (1,3832 USD) bewundern können, sei es in der Folge für die Einheitswährung rapide bergab gegangen. Auslöser hierfür seien Zinssenkungsspekulationen gewesen, welche aufgrund einer unerwartet niedrigen Inflationsrate für die Eurozone von einigen Marktteilnehmern ins Spiel gebracht worden seien. Daraufhin sei der Euro massiv unter Druck geraten und das Resultat sei ein neues Sieben-Wochen-Tief bei 1,3441 USD gewesen.

So komme der heutigen EZB-Ratssitzung noch mehr Aufmerksamkeit zu, als ohnehin vorhanden. Es bleibe abzuwarten, wie die obersten Währungshüter die Geldpolitik im Euroraum weiter gestalten würden. Im Vorfeld des EZB-Treffens bewege sich der Euro um die Marke von 1,35 USD. Im Sog dieser Entwicklung habe die Einheitswährung nicht nur zum Greenback Federn lassen müssen, sondern auch zum Australien- und Neuseeland Dollar.

Auf der Seite der Fremdwährungsanleihen hätten daher vermehrt Umsätze bei den Dollar-Bonds verzeichnet werden können. Darüber hinaus hätten auch Anleihen auf Norwegische Kronen und Brasilianische Real im Fokus der Privatanleger gestanden.

Der Autor dieses Artikels ist Klaus Stopp, Leiter der Skontroführung Renten bei der Baader Bank AG. www.bondboard.de [Link: http://track.adform.net/C/?bn=904282]

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