Erweiterte Funktionen
Anleihenmärkte standen im Mai unter Eindruck der Aussagen des FED-Chefs
11.06.13 14:26
Pioneer Investments Austria
Wien (www.anleihencheck.de) - Nach einem durchaus freundlichen Start war das Ende des Monats Mai gekennzeichnet von erhöhten Spekulationen nach Aussagen von US-Notenbankchef Bernanke bei einer Pressekonferenz, dass die FED noch in diesem Jahr aus ihrer Quantitative Easing Politik aussteigen könnte, so die Experten von Pioneer Investments Austria.
Dies habe zu einem Ansteigen aller Anleihenrenditen weltweit geführt, wobei aber Emerging Markets-Anleihen am meisten betroffen gewesen seien. Dabei seien osteuropäische Lokalwährungsanleihen auf ein Minus (in EUR gerechnet) von 3,2% gekommen, Lateinamerika und Mittlerer Osten/Afrika hätten noch mehr verloren. Innerhalb Osteuropas hätten die Türkei (auch aufgrund der Straßenproteste in Istanbul und anderen Städten gegen Ministerpräsident Erdogan), Russland und Polen am meisten verloren. Hartwährungsanleihen hätten sich hingegen noch relativ solide gehalten.
Die Experten würden die Bewegung der letzten Tage zwar als durchaus gesunde Marktkorrektur ansehen, die nach einem derartig langen Anstieg einfach einmal habe kommen müssen. Die Erwartungen über einen möglichen baldigen Ausstieg der FED aus ihrem Quantitative Easing und deren Auswirkung auf die CEE-Märkte würden sie jedoch für übertrieben halten und mit einer baldigen Stabilisierung der Situation rechnen.
Die Auswirkungen des globalen Renditeanstieges nach der Rede von Bernanke seien auch bei ungarischen Lokalwährungsanleihen zu spüren gewesen. Nachdem anfangs die Performance in Ungarn noch positiv gewesen sei und die Renditen weiter gesunken seien, habe der Markt in der letzten Maiwoche deutlich korrigiert, vor allem bei länger laufenden Anleihen. In diesem Segment seien die Renditen um ca. 30 BP höher gewesen als noch zu Beginn des Monats.
Abgesehen von den globalen Faktoren wäre die Nachrichtenlage aus Ungarn positiv gewesen: Die Inflationsrate sei mit 1,7% auf einem neuen historischen Tiefststand gewesen, das BIP-Wachstum im ersten Quartal habe mit +0,7% im Vergleich zum Vorquartal positiv überrascht und die EU-Kommission habe das Aussetzen des Defizitverfahrens gegen Ungarn empfohlen. Auch die Notenbank habe mit -25 BP den erwarteten Zinssenkungsschritt geliefert.
Ein ähnliches Bild habe es bei polnischen Anleiherenditen gegeben. Hier habe die Marktkorrektur allerdings schon etwas früher im Mai begonnen und sei dann durch die globalen Faktoren beschleunigt worden. Aber wie in Ungarn seien es auch in Polen die länger laufenden Bonds gewesen, die am meisten verloren hätten. Die Renditen seien gegenüber dem Monatsanfang um 30 BP angestiegen. Abseits des globalen Sentiments sei die Faktenlage für den Bondmarkt unterstützend gewesen: Die Notenbank habe den Leitzins um weitere 25 BP auf 3% gesenkt und weitere Zinssenkungen nicht ausgeschlossen, die Inflationsrate sei auf ein neues historisches Tief von 0,8% gesunken. Das BIP-Wachstum im ersten Quartal, Industrieproduktion und Einzelhandelsumsätze seien eher unter den Erwartungen gewesen.
Etwas geringer sei die Korrektur bei tschechischen Anleihen gewesen. Der in schwierigeren Zeiten als sicherer Hafen in CEE geltende Rentenmarkt habe auf den schwachen Markt mit einem Renditeanstieg von gerade einmal 10 BP bei längeren Anleihen reagiert.
Am meisten in diesem Monat habe der türkische Rentenmarkt verloren. Zu den globalen Faktoren (Auflösung von Carrytrades) seien auch noch die ausufernden Proteste in den türkischen Städten gekommen, die die Investoren verunsichert hätten. Somit seien die türkischen Renditen um mehr als 70 BP angestiegen, auch das Upgrade durch die Ratingagentur Moody's auf Investment Grade habe in diesem Umfeld nicht helfen können. Aber die Türkei sei jetzt bei zwei von drei Ratingagenturen wieder mit Investment Grade bewertet. (11.06.2013/alc/a/a)
Dies habe zu einem Ansteigen aller Anleihenrenditen weltweit geführt, wobei aber Emerging Markets-Anleihen am meisten betroffen gewesen seien. Dabei seien osteuropäische Lokalwährungsanleihen auf ein Minus (in EUR gerechnet) von 3,2% gekommen, Lateinamerika und Mittlerer Osten/Afrika hätten noch mehr verloren. Innerhalb Osteuropas hätten die Türkei (auch aufgrund der Straßenproteste in Istanbul und anderen Städten gegen Ministerpräsident Erdogan), Russland und Polen am meisten verloren. Hartwährungsanleihen hätten sich hingegen noch relativ solide gehalten.
Die Experten würden die Bewegung der letzten Tage zwar als durchaus gesunde Marktkorrektur ansehen, die nach einem derartig langen Anstieg einfach einmal habe kommen müssen. Die Erwartungen über einen möglichen baldigen Ausstieg der FED aus ihrem Quantitative Easing und deren Auswirkung auf die CEE-Märkte würden sie jedoch für übertrieben halten und mit einer baldigen Stabilisierung der Situation rechnen.
Abgesehen von den globalen Faktoren wäre die Nachrichtenlage aus Ungarn positiv gewesen: Die Inflationsrate sei mit 1,7% auf einem neuen historischen Tiefststand gewesen, das BIP-Wachstum im ersten Quartal habe mit +0,7% im Vergleich zum Vorquartal positiv überrascht und die EU-Kommission habe das Aussetzen des Defizitverfahrens gegen Ungarn empfohlen. Auch die Notenbank habe mit -25 BP den erwarteten Zinssenkungsschritt geliefert.
Ein ähnliches Bild habe es bei polnischen Anleiherenditen gegeben. Hier habe die Marktkorrektur allerdings schon etwas früher im Mai begonnen und sei dann durch die globalen Faktoren beschleunigt worden. Aber wie in Ungarn seien es auch in Polen die länger laufenden Bonds gewesen, die am meisten verloren hätten. Die Renditen seien gegenüber dem Monatsanfang um 30 BP angestiegen. Abseits des globalen Sentiments sei die Faktenlage für den Bondmarkt unterstützend gewesen: Die Notenbank habe den Leitzins um weitere 25 BP auf 3% gesenkt und weitere Zinssenkungen nicht ausgeschlossen, die Inflationsrate sei auf ein neues historisches Tief von 0,8% gesunken. Das BIP-Wachstum im ersten Quartal, Industrieproduktion und Einzelhandelsumsätze seien eher unter den Erwartungen gewesen.
Etwas geringer sei die Korrektur bei tschechischen Anleihen gewesen. Der in schwierigeren Zeiten als sicherer Hafen in CEE geltende Rentenmarkt habe auf den schwachen Markt mit einem Renditeanstieg von gerade einmal 10 BP bei längeren Anleihen reagiert.
Am meisten in diesem Monat habe der türkische Rentenmarkt verloren. Zu den globalen Faktoren (Auflösung von Carrytrades) seien auch noch die ausufernden Proteste in den türkischen Städten gekommen, die die Investoren verunsichert hätten. Somit seien die türkischen Renditen um mehr als 70 BP angestiegen, auch das Upgrade durch die Ratingagentur Moody's auf Investment Grade habe in diesem Umfeld nicht helfen können. Aber die Türkei sei jetzt bei zwei von drei Ratingagenturen wieder mit Investment Grade bewertet. (11.06.2013/alc/a/a)


