Anleihenmärkte am Mittag: nach fulminantem Start die Puste ausgegangen


16.05.12 13:41
anleihencheck.de

Westerburg (www.anleihencheck.de) - Die deutschen Staatsanleihen standen heute Vormittag einmal mehr im Fokus des Anlegerinteresses, zumindest zum Handelsstart. Getrieben vom Chaos in Griechenland hatten sichere deutsche Staatstitel den Börsentag mit einer festen Tendenz begonnen und weiter im Plus gelegen. Das Interesse dokumentiert sich denn auch in der Anleiheauktion der Finanzverwaltung des Bundes. Bei der Aufstockung von Staatsanleihen mit einer Laufzeit von zehn Jahren habe die Finanzverwaltung des Bundes gemäß einer Bundesbank-Mitteilung einen durchschnittlichen Zinssatz von 1,47 Prozent erzielt. Damit hat die Rendite für 10-jährige Bundesanleihen den tiefsten Wert wie noch nie erreicht.

Das Volumen lag bei 4,1 Mrd. EUR. Ebenso hat sich Frankreich mit vier Staatsanleihen mit Fälligkeiten zwischen 2014 und 2017 problemlos refinanziert und das maximale Volumen von 8 Mrd. EUR realisiert. Bei einer robusten Nachfrage sind die Renditen über alle Laufzeiten hinweg niedriger gewesen.

Nach fulminantem Start und zwischenzeitlich 143,69 Punkten ist dem Euro-Bund-Future zum Mittag etwas die Puste ausgegangen, als er mit -0,14% auf 143,25 Punkten leichter tendierte. Der Bobl Future (ISIN DE0009652651 / WKN 965265) lag um 0,10% niedriger bei 125,90 Punkten. Der Schatz-Future (ISIN DE0009652669 / WKN 9652669) bewegte sich kaum und notierte mit 110,64 Punkten fast unverändert. Die Crossrate EUR/USD lag zum Mittag mit -0,18% auf 1,2712, nachdem im Vormittagshandel schon Tiefstände bei 1,2682 markiert wurden.

Das Segment der Unternehmensanleihen hat zum Mittag teilweise deutlich leichter tendiert. Offensichtliche Sorgen um Griechenland-Engagements und deren notweniger Neubewertung im Falle eines Euro-Austritts sowie um die weitere konjunkturelle Entwicklung haben beim RDAX für Unternehmensanleihen (ISIN DE000A0C3743 / WKN A0C374) bis zum Mittag zu einem Minus von 0,22% auf 101,464 Punkten geführt.

Die gleiche Bewegung zeigte der Bondm-Index für in Euro denominierte Mittelstandsanleihen an der Börse Stuttgart zum heutigen Mittag, als der Abschlag 0,59% auf 96,20 Punkte betragen hat. Gegen diese Tendenz hat sich das Index-Schwergewicht, die 7,25%ige Unternehmensanleihe (ISIN DE000A1EWGX1 / WKN A1EWGX) von Dürr gestemmt, die zum Mittag mit einem Plus von 0,54% aufwartete. Aus dem Kurs von 112,50% und der Fälligkeit zum 28.09.2015 errechnet sich eine Rendite von 3,26%. Die Dürr AG hat 2011 und 2012 insgesamt 155 Lackier- und Applikationsroboter beim Automobilkonzern Volkswagen in Bratislava installiert. Wie aus einer am Montag veröffentlichten Pressemitteilung hervorgeht, entfallen 45 Roboter auf eine neue Lackiererei in dem slowakischen Automobilwerk. Weitere 110 Roboter hat Dürr bei der Modernisierung zweier bestehender Lackierlinien installiert.

In beiden Linien kann VW künftig sowohl die Innen- als auch die Außenlackierung von Karosserien vollautomatisch durchführen; diese Linien werden bis Juni 2012 in Betrieb gehen. Die Roboteraufträge von Dürr in Bratislava haben den Angaben zufolge einen Gesamtwert von 36 Mio. Euro. (16.05.2012/alc/a/a)