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Anleihen: Das unvermeidliche Ende
25.11.14 08:35
Der Anlegerbrief
Krefeld (www.anleihencheck.de) - Bald ist es geschafft, dann hat die Umlaufrendite in Deutschland die Nullmarke erreicht, so die Experten von "Der Anlegerbrief".
Nur noch 0,69 Prozentpunkte würden den Durchschnittszins von Anleihen mit höchster Bonität von diesem Endpunkt trennen. Für Investoren im Anleihensektor werde die Not immer größer, eine Trendwende sei daher vorerst nicht absehbar. Mittel- bis langfristig sehen die Experten von "Der Anlegerbrief" aber durchaus erhebliche Abwärtsrisiken.
Trotz aller Konsolidierungsbemühungen sei das Staatsschuldenproblem im Euroraum immer noch weitgehend ungelöst, die maue Konjunktur verhindere, dass Länder wie Italien oder Frankreich ihre Haushalte nachhaltig sanieren könnten. Dennoch lägen die Renditen für zehnjährige Anleihen dieser beiden Krisenherde nur noch bei 1,1 bzw. 2,3%. Darin spiegele sich der akute Anlagenotstand an den Märkten wider. Anleiheninvestoren würden verzweifelt nach Wertpapieren suchen, die noch etwas Rendite abwerfen würden, und seien dafür bereit, immer höhere Risiken einzugehen.
Nur so sei es zu erklären, dass von Deutschland quasi überhaupt keine Zinsen mehr gefordert würden. Unter Chance-Risiko-Gesichtspunkten scheine das kaum angemessen, denn schließlich fahre die EZB einen immer aggressiveren Kurs, um eine drohende Deflation im Euroraum abzuwenden und eine Reflationierung einzuleiten. Sei diese Strategie allerdings von Erfolg gekrönt, bedeutee das nahezu zwangsläufig steigende Marktzinsen und damit fallende Anleihenkurse.
Mit anderen Worten: Die aktuellen Kurse am Anleihenmarkt seien nur mit einer längeren Deflation im Euroraum in Einklang zu bringen. Diese sei durchaus möglich, denn die EZB habe einen Großteil ihrer Munition bereits verschossen. Was der Ankauf von festverzinslichen Wertpapieren im großen Maßstab, wie er nun gestartet werde, noch bewirken könne, sei umstritten. Das Beispiel Japan seit 1990 zeige, dass eine Deflation einer expansiven Fiskalund Geldpolitik durchaus hartnäckig trotzen könne. Allerdings würden das auch die Geldmanager in Europa wissen und daher entsprechend massiv zu Werke gehen, sodass sich der Erfolg doch noch einstellen könnte.
Eine wieder anziehende Inflation im Euroraum dürfte nach Einschätzung der Experten von "Der Anlegerbrief" aufgrund der sehr hohen Bewertung zu einem Schlachtfest bei Anleihen führen. Noch freilich sei von einer Trendwende nichts zu sehen, die Preissteigerung im Euroraum habe sich stattdessen ebenfalls der Nullmarke genähert. Insofern scheine derzeit das kurzfristige Risiko im Anleihenmarkt im Moment begrenzt. Die Experten von "Der Anlegerbrief" bleiben hier weiter in einer abwartenden Haltung. (Ausgabe 46 vom 22.11.2014) (25.11.2014/alc/a/a)
Nur noch 0,69 Prozentpunkte würden den Durchschnittszins von Anleihen mit höchster Bonität von diesem Endpunkt trennen. Für Investoren im Anleihensektor werde die Not immer größer, eine Trendwende sei daher vorerst nicht absehbar. Mittel- bis langfristig sehen die Experten von "Der Anlegerbrief" aber durchaus erhebliche Abwärtsrisiken.
Nur so sei es zu erklären, dass von Deutschland quasi überhaupt keine Zinsen mehr gefordert würden. Unter Chance-Risiko-Gesichtspunkten scheine das kaum angemessen, denn schließlich fahre die EZB einen immer aggressiveren Kurs, um eine drohende Deflation im Euroraum abzuwenden und eine Reflationierung einzuleiten. Sei diese Strategie allerdings von Erfolg gekrönt, bedeutee das nahezu zwangsläufig steigende Marktzinsen und damit fallende Anleihenkurse.
Mit anderen Worten: Die aktuellen Kurse am Anleihenmarkt seien nur mit einer längeren Deflation im Euroraum in Einklang zu bringen. Diese sei durchaus möglich, denn die EZB habe einen Großteil ihrer Munition bereits verschossen. Was der Ankauf von festverzinslichen Wertpapieren im großen Maßstab, wie er nun gestartet werde, noch bewirken könne, sei umstritten. Das Beispiel Japan seit 1990 zeige, dass eine Deflation einer expansiven Fiskalund Geldpolitik durchaus hartnäckig trotzen könne. Allerdings würden das auch die Geldmanager in Europa wissen und daher entsprechend massiv zu Werke gehen, sodass sich der Erfolg doch noch einstellen könnte.
Eine wieder anziehende Inflation im Euroraum dürfte nach Einschätzung der Experten von "Der Anlegerbrief" aufgrund der sehr hohen Bewertung zu einem Schlachtfest bei Anleihen führen. Noch freilich sei von einer Trendwende nichts zu sehen, die Preissteigerung im Euroraum habe sich stattdessen ebenfalls der Nullmarke genähert. Insofern scheine derzeit das kurzfristige Risiko im Anleihenmarkt im Moment begrenzt. Die Experten von "Der Anlegerbrief" bleiben hier weiter in einer abwartenden Haltung. (Ausgabe 46 vom 22.11.2014) (25.11.2014/alc/a/a)


