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Anleihen trotz Zinsanstieg kaum unter Druck


25.04.13 11:52
MFS Investment Management

Boston (www.anleihencheck.de) - Da weltweit mit einer weiterhin expansiven Geldpolitik gerechnet wird, erwarten die Experten von MFS Investment Management anhaltend niedrige Renditen.

Die US-Renditen würden hingegen vermutlich allmählich steigen. Der Wachstumsausblick habe sich nämlich verbessert und die Extremrisiken seien global zurückgegangen. Die Kurve der Zinsstruktur dürfte steiler werden, weil die Nullzinspolitik der FED höhere Kurzzeitzinsen verhindere. Dennoch gebe es Faktoren, die den Anstieg der Renditen bremsen würden, so dass diese zumindest auf mittlere Sicht niedrig bleiben würden. In ihren Portfolios mit steuerbaren Zinsrisiken würden die Experten dennoch bei einer kurzen Duration bleiben.

Die negativen Realrenditen nominalverzinslicher US-Staatsanleihen und TIPS würden die Experten unattraktiv finden. Sie würden ausgewählte TIPS gegenüber Nominalzinsanleihen mit ähnlicher Duration bevorzugen. Dabei sollte man allerdings nicht vergessen, dass TIPS generell eine längere Laufzeit und damit auch eine längere Duration als Nominalzinsanleihen hätten. TIPS könnten zwar vor steigenden Inflationserwartungen schützen, aber steigende Realrenditen würden auch bei ihnen zu Verlusten führen. Weil aber beides oft Hand in Hand gehe, könnten TIPS unter steigenden Zinsen ebenfalls leiden - wenn auch weniger stark.

Investmentgrade-Unternehmensanleihen hätten ein vergleichsweise attraktives Risiko-Ertrags-Profil. Das Hauptargument für eine Übergewichtung dieser Assetklasse sei aber jetzt nicht mehr die Aussicht auf fallende Spreads und steigende Kurse. Es sei ihr Zinsvorsprung, der auch bei steigenden Renditen angemessene Gesamterträge möglich mache. Wie bei vielen anderen Spread-Produkten hätten auch hier die Renditen unter der Finanzrepression gelitten. Dadurch sei der Spread-Puffer im historischen Vergleich inzwischen nicht mehr sehr groß. Die Spreads hätten deshalb ein begrenztes Potenzial zurückzugehen und könnten einen Renditeanstieg nur noch geringfügig abfedern. Die Wahrscheinlichkeit sei hoch, dass ein Investor am Ende nichts mehr verdiene.

Unternehmensanleihen ohne Investmentgrade-Status würden traditionell als High Yield bezeichnet. Inzwischen sei dieser Begriff in den USA etwas irreführend. Die durchschnittliche Yield-to-Worst liege fast auf einem Allzeittief und Anleihen stabilerer Emittenten würden zu Emissionsrenditen unter 5% an den Markt gebracht. Die Einschätzung der Experten von MFS Investment Management bleibt unverändert: So gut die Fundamentaldaten auch sein mögen, die Bewertung macht ihnen Sorgen.

Die Kurse seien viel zu hoch, um entspannt zu sein. Knapp die Hälfte der Papiere im Barclays US Corporate High Yield Index werde zu Kursen in Höhe des nächstmöglichen Rückzahlungskurses oder sogar noch darüber gehandelt. Auf kurze Sicht würden die Experten daher nur wenig Aufwärtspotenzial sehen und in ihren High-Yield-Portfolios weiterhin defensiv bleiben. Dabei würden sie auf höhere Qualität und kürzere Duration setzen.

Der langfristige Ausblick der Experten für Schwellenländer-Anleihen bleibe positiv: Die Kreditkennziffern der meisten staatlichen Emittenten seien noch immer stabil - trotz kurzfristiger politischer Unsicherheiten in vielen Ländern und einer deshalb vielleicht höheren Volatilität. Da sich das Wachstum stabilisiere und die Inflation meist unter Kontrolle sei, könnten die Notenbanken vieler Schwellenländer die Leitzinsen vorerst unverändert lassen. Das überdurchschnittliche Wachstum in den USA dürfte den Dollar noch einige Zeit stützen. Dies begrenze wiederum das Aufwärtspotenzial der Emerging-Markets-Währungen. Interessant scheinen den Experten von MFS Investment Management nach wie vor Dollar-denominierte Emerging-Market-Unternehmensanleihen.

Der Markt für Stadtanleihen (Municipals) werde noch immer maßgeblich vom Verhältnis von Angebot und Nachfrage bestimmt. Viele Einzelfaktoren würden das Gleichgewicht beeinflussen: So könnte der Vorschlag, die steuerliche Behandlung von Stadtanleihen zu ändern, zu Unsicherheit und damit zu einer geringeren Nachfrage führen. Auch Anzeichen für steigende Zinsen könnten Käufer entmutigen. Schließlich würden Stadtanleihen als vergleichsweise langlaufende Titel besonders stark auf einen Anstieg der Staatsanleiherenditen reagieren. Dennoch erscheinen den Experten von MFS Investment Management die Renditen von Municipals im Vergleich zu Staatsanleihen attraktiv. Für renditeorientierte Investoren könnten sie eine gute Alternative zu steuerbaren Unternehmensanleihen sein. (25.04.2013/alc/a/a)