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Anleihen: Zinsanstieg legt Pause ein
23.02.18 15:00
Deutsche Börse AG
Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Nach vielen Wochen rückläufiger Anleihekurse und anziehender Zinsen ist der Markt in dieser Woche von einer gegenläufigen Bewegung geprägt, so die Deutsche Börse AG.
"Der Zinsanstieg hier und in den USA scheint erst einmal ausgebremst", stelle Arthur Brunner von der ICF Bank fest. Zwar sei es klar, dass die Zeit der ultralockeren Geldpolitik vorbei sei, eine "krasse" Zinswende werde aber nicht erwartet.
Der Euro-Bund-Future liege am Freitagmittag bei 159,16 nach 157,76 Prozent vor einer Woche. Zehnjährige Bundesanleihen würden wieder nur 0,70 Prozent abwerfen nach 0,77 Prozent am vergangenen Freitag. Die Rendite zehnjähriger US-Treasuries, die zuvor auf fast 3 Prozent geklettert sei, liege wieder bei nur 2,89 Prozent. "Es war wichtig, dass die psychologisch wichtige 3 Prozent-Marke nicht erreicht wurde", meine Brunner. Nach vielen turbulenten Woche sei am Anleihehandel dann auch Ruhe eingekehrt. "Es ist wenig los", stelle Gregor Daniel von der Walter Ludwig Wertpapierhandelsbank fest.
Neue Impulse von der US-Notenbanksitzung Ende Januar, deren Protokoll in dieser Woche veröffentlicht worden sei, seien ausgeblieben: "Bei der FED wurde nicht nur der Wechsel an der Spitze vollzogen, sondern auch das Zinsniveau bestätigt", bemerke Klaus Stopp von der Baader Bank. "Die anschließenden Kommentare ließen allerdings nicht darauf schließen, dass man Zweifel an der bisherigen Markterwartung - mehrere Zinsanhebungen im Laufe des Jahres - hegen muss."
Indessen wirke sich Stopp zufolge die Steuerreform von Trump, die niedrigere Einnahmen und eine höhere Verschuldung zur Folge haben werde, an den Kapitalmärkten aus. Die US-Regierung habe in dieser Woche mit insgesamt 258 Milliarden US-Dollar so viele Anleihen emittiert wie noch nie in einer Woche. "Damit steigt auch der Aufwärtsdruck für die Renditen und die Aussicht auf weitere Leitzinserhöhungen."
Nach Ansicht von Marius Schad von der HSH Nordbank werde in den kommenden Tagen Zurückhaltung der Investoren den Markt bestimmen. "Mit der Italien-Wahl am 4. März und dem Ergebnis des SPD-Mitgliederbefragung zur Großen Koalition werfen wichtige politische Ereignisse ihre Schatten voraus", erkläre der Analyst. In Italien sei zum gegenwärtigen Stand sowohl ein Sieg der europaskeptischen als auch der europafreundlichen Kräfte möglich. "Die Renditen für italienische Staatsanleihen zeigen sich noch unbeeindruckt, sollten in der kommenden Woche jedoch unter Beobachtung stehen."
Gut angekommen sei eine neue Anleihe Spaniens mit Laufzeit von 30 Jahren und Kupon von 2,7 Prozent (ISIN ES0000012B47 / WKN A19W01), wie Brunner berichte. "Die Nachfrage war sehr groß." Die Stückelung liege bei 1.000 Euro. Unterdessen habe Moodys das Rating für Griechenland von Caa2 auf B3 hochgesetzt. Größere Auswirkungen auf die alten (ISIN GR0128010676 / WKN A1G1UA) und neuen Griechenland-Anleihen (ISIN GR0114029540 / WKN A19MEC, ISIN GR0118017657 / WKN A19WF3) habe das Daniel zufolge aber nicht. Die 2017 begebene Anleihe mit Laufzeit bis 2022 und Kupon von 4,375 Prozent (ISIN GR0114029540 / WKN A19MEC) notiere ohnehin schon deutlich über Pari bei aktuell 103,895 Prozent.
Sehr gut angenommen werde Daniel zufolge die neue Sixt-Anleihe mit Kupon vom 1,5 Prozent und Laufzeit von sechs Jahren (ISIN DE000A2G9HU0 / WKN A2G9HU).
Brunner melde rege Umsätze in der Baywa-Hybridanleihe, die bei einem Kupon von 4,25 Prozent aktuell eine Rendite von 2,73 Prozent bietet und 2022 gekündigt werden könne. "Das ist für Anleger immer noch interessant", stelle der Händler fest. Gewinnmitnahmen beobachte er unterdessen heute bei Anleihen von Fresenius und Renault (ISIN FR0013169778 / WKN A1804Q). (23.02.2018/alc/a/a)
"Der Zinsanstieg hier und in den USA scheint erst einmal ausgebremst", stelle Arthur Brunner von der ICF Bank fest. Zwar sei es klar, dass die Zeit der ultralockeren Geldpolitik vorbei sei, eine "krasse" Zinswende werde aber nicht erwartet.
Der Euro-Bund-Future liege am Freitagmittag bei 159,16 nach 157,76 Prozent vor einer Woche. Zehnjährige Bundesanleihen würden wieder nur 0,70 Prozent abwerfen nach 0,77 Prozent am vergangenen Freitag. Die Rendite zehnjähriger US-Treasuries, die zuvor auf fast 3 Prozent geklettert sei, liege wieder bei nur 2,89 Prozent. "Es war wichtig, dass die psychologisch wichtige 3 Prozent-Marke nicht erreicht wurde", meine Brunner. Nach vielen turbulenten Woche sei am Anleihehandel dann auch Ruhe eingekehrt. "Es ist wenig los", stelle Gregor Daniel von der Walter Ludwig Wertpapierhandelsbank fest.
Neue Impulse von der US-Notenbanksitzung Ende Januar, deren Protokoll in dieser Woche veröffentlicht worden sei, seien ausgeblieben: "Bei der FED wurde nicht nur der Wechsel an der Spitze vollzogen, sondern auch das Zinsniveau bestätigt", bemerke Klaus Stopp von der Baader Bank. "Die anschließenden Kommentare ließen allerdings nicht darauf schließen, dass man Zweifel an der bisherigen Markterwartung - mehrere Zinsanhebungen im Laufe des Jahres - hegen muss."
Nach Ansicht von Marius Schad von der HSH Nordbank werde in den kommenden Tagen Zurückhaltung der Investoren den Markt bestimmen. "Mit der Italien-Wahl am 4. März und dem Ergebnis des SPD-Mitgliederbefragung zur Großen Koalition werfen wichtige politische Ereignisse ihre Schatten voraus", erkläre der Analyst. In Italien sei zum gegenwärtigen Stand sowohl ein Sieg der europaskeptischen als auch der europafreundlichen Kräfte möglich. "Die Renditen für italienische Staatsanleihen zeigen sich noch unbeeindruckt, sollten in der kommenden Woche jedoch unter Beobachtung stehen."
Gut angekommen sei eine neue Anleihe Spaniens mit Laufzeit von 30 Jahren und Kupon von 2,7 Prozent (ISIN ES0000012B47 / WKN A19W01), wie Brunner berichte. "Die Nachfrage war sehr groß." Die Stückelung liege bei 1.000 Euro. Unterdessen habe Moodys das Rating für Griechenland von Caa2 auf B3 hochgesetzt. Größere Auswirkungen auf die alten (ISIN GR0128010676 / WKN A1G1UA) und neuen Griechenland-Anleihen (ISIN GR0114029540 / WKN A19MEC, ISIN GR0118017657 / WKN A19WF3) habe das Daniel zufolge aber nicht. Die 2017 begebene Anleihe mit Laufzeit bis 2022 und Kupon von 4,375 Prozent (ISIN GR0114029540 / WKN A19MEC) notiere ohnehin schon deutlich über Pari bei aktuell 103,895 Prozent.
Sehr gut angenommen werde Daniel zufolge die neue Sixt-Anleihe mit Kupon vom 1,5 Prozent und Laufzeit von sechs Jahren (ISIN DE000A2G9HU0 / WKN A2G9HU).
Brunner melde rege Umsätze in der Baywa-Hybridanleihe, die bei einem Kupon von 4,25 Prozent aktuell eine Rendite von 2,73 Prozent bietet und 2022 gekündigt werden könne. "Das ist für Anleger immer noch interessant", stelle der Händler fest. Gewinnmitnahmen beobachte er unterdessen heute bei Anleihen von Fresenius und Renault (ISIN FR0013169778 / WKN A1804Q). (23.02.2018/alc/a/a)
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| Kurs | Vortag | Veränderung | Datum/Zeit | |
| 125,1945 € | 125,2722 € | -0,0777 € | -0,06% | 01.01./01:00 |
| ISIN | WKN | Jahreshoch | Jahrestief | |
| DE0009652644 | 965264 | 132,00 € | 124,26 € | |
Werte im Artikel
16.04.26
, Helaba
Bund-Future scheitert an 21-Tage-Linie




