Anleihen: Von Unruhe nichts zu spüren


28.02.25 14:30
Deutsche Börse AG

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Nervosität bei Tech-Aktien und Kryptowerten, aber Ruhe am Anleihemarkt, so die Deutsche Börse AG.

"Von Unruhe ist hier nichts zu spüren, es herrscht Besonnenheit", berichte Gregor Daniel, der für die Walter Ludwig Wertpapierhandelsbank Anleihen handele. Auch Arthur Brunner von der ICF Bank spreche von einer ruhigen Woche: "In der Welt ist zwar einiges passiert, am Rentenmarkt aber nicht."

US-Präsident Trump habe angekündigt, dass die Zölle gegen Kanada und Mexiko von bis zu 25 Prozent nun tatsächlich am 4. März in Kraft treten sollten. Auch die Zusatzzölle auf Importe aus China von 10 Prozent sollten dann gelten. Zudem habe der Ausblick von NVIDIA die Aktie und den NASDAQ auf Talfahrt geschickt. Kryptowährungen würden deutlich unter den Hochs notieren.

Die als sicher geltenden Bundesanleihen seien allerdings gefragt: Zehnjährige Bundesanleihen hätten am Freitagmittag mit 2,38 Prozent rentiert, deutlich unter den vergangene Woche in der Spitze 2,55 Prozent. Auch die US-Renditen seien gefallen und lägen bei 4,25 Prozent nach 4,66 Prozent Mitte Februar.

Für die am kommenden Donnerstag anstehende EZB-Sitzung werde fest mit einer weiteren Zinssenkung gerechnet. Dabei habe EZB-Ratsmitglied Isabel Schnabel vergangene Woche von einer möglichen Pause bei den Zinssenkungen gesprochen.

"Die EZB wird mit ziemlicher Sicherheit die Zinsen senken, auch weil sich viele Ratsmitglieder um die schwache Konjunktur sorgen", erkläre Analyst Marco Wagner von der Commerzbank. "Die sechste Zinssenkung in Folge steht vor der Tür: Wir erwarten, dass die Europäische Zentralbank ihren Einlagensatz um weitere 25 Basispunkte auf 2,5 Prozent senken wird", prognostiziere auch Ulrike Kastens, Europa-Volkswirtin der DWS. "Allerdings scheint die Luft für weitere schnelle Zinssenkungen allmählich dünner zu werden."

Im Geschäft mit Staats- und staatsnahen Anleihen halte das Interesse an Papieren in türkischen Lira an, wie Daniel feststelle. Ein Beispiel: Bonds (ISIN XS2756383233/ WKN A3LT2E) der European Bank for Reconstruction and Development mit Fälligkeit 2027, die aktuell mit 32 Prozent rentieren würden. Die Inflationsrate in der Türkei sinke seit vergangenem Sommer, im Januar habe sie aber immer noch bei 42 Prozent gelegen.

Auf den Verkaufslisten stünden Daniel zufolge immer wieder spanische Langläufer, konkret mit Fälligkeit 2040 und aktueller Rendite von 3,41 Prozent (ISIN ES00000120N0/ WKN A0NXYY). Ein Grund dafür könnte die Neuemission einer Spanien-Anleihe diese Woche sein. Der neue Bonds (ISIN ES0000012O75/ WKN A4D7LK) laufe bis 2041 und biete 3,5 Prozent. "Die Anleihe war mehrfach überzeichnet", erkläre Brunner.

Im Handel mit Unternehmensanleihen werde laut Daniel gerne bei einer Würth-Anleihe (ISIN XS2480515662/ WKN A3K5DY) zugegriffen, die noch bis 2030 laufe und aktuell mit 2,44 Prozent rentiere. Umsätze auf beiden Seiten sehe er für einen Symrise-Bond (ISIN DE000SYM7720/ WKN SYM772) mit Fälligkeit im November dieses Jahres und derzeit 2,67 Prozent.

Weiter gut an komme Brunner zufolge der Nordic Bond (ISIN NO0013259747/ WKN A3LZ65) des finnischen Finanzdienstleisters Multitude mit Fälligkeit 2028 und aktueller Rendite um 8 Prozent. Viel nachgefragt bleibe zudem der Bond (ISIN DE000A3829F5/ WKN A3829F) des Projektentwicklers für Erneuerbare Energien-Anlagen Abo Energy mit 7,75 Prozent bis 2029, "trotz Regierungswechsel", wie Brunner bemerke.

Außerdem würden US-Dollar-Anleihen gesucht bleiben: "Entdeckt" worden sei diese Woche ein US-Dollar-Bond (ISIN US24422EXB00/ WKN A3LK9W) von John Deere mit 4,95 Prozent bis 2028, wie Daniel melde. (28.02.2025/alc/a/a)






hier klicken zur Chartansicht

Aktuelle Kursinformationen mehr >
Kurs Vortag Veränderung Datum/Zeit
112,95 € 112,209 € -   € 0,00% 23.04./22:00
 
ISIN WKN Jahreshoch Jahrestief
ES00000120N0 A0NXYY 116,91 € -   €
Werte im Artikel
112,95 plus
+0,66%
-    plus
0,00%
101,85 minus
-0,04%
96,07 minus
-0,04%
97,09 minus
-0,09%
93,54 minus
-0,22%
102,20 minus
-0,78%
24,10 minus
-1,01%