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Anleihen: Vertrauen in Türkei schwindet
25.07.16 09:22
Deutsche Börse AG
Frankfurt (www.anleihencheck.de) - An den Kapitalmärkten macht sich so langsam der Hochsommer bemerkbar, so die Deutsche Börse AG.
Händler würden von einer ruhigen Woche im Bondhandel berichten. "Es gibt wenig Neuemissionen", melde Arthur Brunner von der ICF Bank. Lediglich der US-Pharmakonzern Teva habe sich in dieser Woche über den Kapitalmarkt frisches Kapital über Anleihen besorgt. Eine Teva-Auktion in Schweizer Franken stehe noch aus.
Bei steigender Risikobereitschaft der Anleger und unveränderter Geldpolitik im Euroraum trete der Euro-Bund-Future auf Wochensicht unter zwischenzeitlichen Schwankungen mehr oder weniger auf der Stelle und notiere aktuell bei 166,38 Prozent. "Im Rahmen ihrer letzten Sitzung vor der Sommerpause entschieden sich die Währungshüter für eine abwartende Haltung, da die Auswirkungen eines Brexits schwer abzuschätzen sind", urteile Brunner. Damit bleibe der Zins bei 0 Prozent für Hauptrefinanzierungsgeschäfte und -0,40 Prozent für Einlagen von Banken und Sparkassen.
Auch der Umfang und die Rahmenbedingungen ihrer Anleihen-Kaufprogramme taste EZB Präsident Draghi nicht an. Im Falle einer wirtschaftlichen Abkühlung wäre die Zentralbank laut HSBC indes bereit und habe auch die Fähigkeit dazu, zusätzliche Impulse zu setzen. Im September würden die überarbeiteten Wachstumsprognosen veröffentlicht. Bis dahin könnten die Währungshüter klarer absehen, wie stark das "Brexit"-Votum die Konjunktur der Eurozone belaste. "Die Sorgenfalten scheinen aber derzeit noch nicht allzu sehr ausgeprägt zu sein."
In der mit Spannung erwarteten erstmalig veröffentlichen Corporate Bond-Einkaufsliste der Europäischen Zentralbank würden sich nach Angaben von Klaus Stopp neben Titeln von Top-Emittenten wie Allianz, Daimler, Bayer, METRO, BASF und VW, Werte von nicht börsennotierten Firmen finden. Dazu hätten Robert Bosch, Hella oder Würth gehört, wobei die erst genannte Gruppe nach Meinung des Rentenhändlers der Baader Bank nicht unbedingt zusätzliche Nachfrage benötige.
Die Zentralbanker hätten zudem bei Bonds mit einem Volumina von unter 300 Millionen Euro zugeschlagen. Der kleinste davon sei eine Anleihe von Heineken mit einem Emissionsvolumen von 140 Millionen. "Die kann getrost als Mini-Anleihe bezeichnet werden." Alles in allem habe sich die EZB seit Beginn des Programms am 8. Juni mit 440 Unternehmensanleihen unterschiedlicher Herkunft in einem Volumen von insgesamt 10,427 Milliarden Euro eingedeckt. "Das hat zu einer spürbaren Verzerrung und Austrocknung des Marktes geführt," wisse Stopp.
Rund 13 Prozent habe der türkische Aktienmarkt seit dem versuchten Militärputsch am vergangenen Freitag eingebüßt. Analysten würden die möglichen Abflüsse ausländischer Investitionen aus dem Land mit mehreren Hundert Milliarden US-Dollar beziffern. Zudem habe die Rating-Agentur Standard & Poor's für das Land den Daumen gesenkt und die Kreditwürdigkeit der Türkei von bisher "BB+" auf "BB" mit negativem Ausblick herabgestuft. Dadurch steige der Preis für die Absicherung türkischer Anleihen gegen Zahlungsausfall.
Mit dem Flugzeugabsturz des Unister-Gründers Thomas Wagner und dem Insolvenzantrag des Internetdienstleisters sei ein Travel24-Bond (ISIN DE000A1PGRG2 / WKN A1PGRG) gewaltig unter Druck geraten, wie Brunner registriere, der die Umsätze in dem Wert rund um die mögliche Pleite als beachtlich beschreibe. Die im September 2017 fällige Anleihe des Unternehmens habe nach dem Einbruch der Aktie zwischenzeitlich bei nur 3 Prozent notiert und koste aktuell 11 Prozent. "Es ist unklar, wie es mit den Tochterunternehmen und Firmen, an der Unister eine Mehrheitsbeteiligung hält, weitergeht."
Eine neue fünfjährige Anleihe der Deutsche Rohstoff AG (ISIN DE000A2AA055 / WKN A2AA05) sei seit Montag im Entry Standard an der Frankfurter Wertpapierbörse handelbar. Insgesamt hätten Anleger dem Rohstoffspezialisten 40,6 Millionen Euro anvertraut und bekämen im Gegenzug einen Kupon von jährlich mit 5,625 Prozent. "Die Nachfrage ist gut", bemerke Brunner. In seiner ersten Woche habe der Kurs der Anleihe auf 101,75 Prozent zugelegt. (Ausgabe vom 22.07.2016) (25.07.2016/alc/a/a)
Händler würden von einer ruhigen Woche im Bondhandel berichten. "Es gibt wenig Neuemissionen", melde Arthur Brunner von der ICF Bank. Lediglich der US-Pharmakonzern Teva habe sich in dieser Woche über den Kapitalmarkt frisches Kapital über Anleihen besorgt. Eine Teva-Auktion in Schweizer Franken stehe noch aus.
Bei steigender Risikobereitschaft der Anleger und unveränderter Geldpolitik im Euroraum trete der Euro-Bund-Future auf Wochensicht unter zwischenzeitlichen Schwankungen mehr oder weniger auf der Stelle und notiere aktuell bei 166,38 Prozent. "Im Rahmen ihrer letzten Sitzung vor der Sommerpause entschieden sich die Währungshüter für eine abwartende Haltung, da die Auswirkungen eines Brexits schwer abzuschätzen sind", urteile Brunner. Damit bleibe der Zins bei 0 Prozent für Hauptrefinanzierungsgeschäfte und -0,40 Prozent für Einlagen von Banken und Sparkassen.
Auch der Umfang und die Rahmenbedingungen ihrer Anleihen-Kaufprogramme taste EZB Präsident Draghi nicht an. Im Falle einer wirtschaftlichen Abkühlung wäre die Zentralbank laut HSBC indes bereit und habe auch die Fähigkeit dazu, zusätzliche Impulse zu setzen. Im September würden die überarbeiteten Wachstumsprognosen veröffentlicht. Bis dahin könnten die Währungshüter klarer absehen, wie stark das "Brexit"-Votum die Konjunktur der Eurozone belaste. "Die Sorgenfalten scheinen aber derzeit noch nicht allzu sehr ausgeprägt zu sein."
Die Zentralbanker hätten zudem bei Bonds mit einem Volumina von unter 300 Millionen Euro zugeschlagen. Der kleinste davon sei eine Anleihe von Heineken mit einem Emissionsvolumen von 140 Millionen. "Die kann getrost als Mini-Anleihe bezeichnet werden." Alles in allem habe sich die EZB seit Beginn des Programms am 8. Juni mit 440 Unternehmensanleihen unterschiedlicher Herkunft in einem Volumen von insgesamt 10,427 Milliarden Euro eingedeckt. "Das hat zu einer spürbaren Verzerrung und Austrocknung des Marktes geführt," wisse Stopp.
Rund 13 Prozent habe der türkische Aktienmarkt seit dem versuchten Militärputsch am vergangenen Freitag eingebüßt. Analysten würden die möglichen Abflüsse ausländischer Investitionen aus dem Land mit mehreren Hundert Milliarden US-Dollar beziffern. Zudem habe die Rating-Agentur Standard & Poor's für das Land den Daumen gesenkt und die Kreditwürdigkeit der Türkei von bisher "BB+" auf "BB" mit negativem Ausblick herabgestuft. Dadurch steige der Preis für die Absicherung türkischer Anleihen gegen Zahlungsausfall.
Mit dem Flugzeugabsturz des Unister-Gründers Thomas Wagner und dem Insolvenzantrag des Internetdienstleisters sei ein Travel24-Bond (ISIN DE000A1PGRG2 / WKN A1PGRG) gewaltig unter Druck geraten, wie Brunner registriere, der die Umsätze in dem Wert rund um die mögliche Pleite als beachtlich beschreibe. Die im September 2017 fällige Anleihe des Unternehmens habe nach dem Einbruch der Aktie zwischenzeitlich bei nur 3 Prozent notiert und koste aktuell 11 Prozent. "Es ist unklar, wie es mit den Tochterunternehmen und Firmen, an der Unister eine Mehrheitsbeteiligung hält, weitergeht."
Eine neue fünfjährige Anleihe der Deutsche Rohstoff AG (ISIN DE000A2AA055 / WKN A2AA05) sei seit Montag im Entry Standard an der Frankfurter Wertpapierbörse handelbar. Insgesamt hätten Anleger dem Rohstoffspezialisten 40,6 Millionen Euro anvertraut und bekämen im Gegenzug einen Kupon von jährlich mit 5,625 Prozent. "Die Nachfrage ist gut", bemerke Brunner. In seiner ersten Woche habe der Kurs der Anleihe auf 101,75 Prozent zugelegt. (Ausgabe vom 22.07.2016) (25.07.2016/alc/a/a)
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| Kurs | Vortag | Veränderung | Datum/Zeit | |
| 125,4236 € | 125,1945 € | 0,2291 € | +0,18% | 01.01./01:00 |
| ISIN | WKN | Jahreshoch | Jahrestief | |
| DE0009652644 | 965264 | 132,00 € | 124,26 € | |
Werte im Artikel
16.04.26
, Helaba
Bund-Future scheitert an 21-Tage-Linie



