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Anleihen: "Renditehöhepunkt überschritten?"
17.05.24 15:54
Deutsche Börse AG
Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Wann kommen die ersten Zinssenkungen? Auch diese Woche dreht sich fast alles um diese Frage, so die Deutsche Börse AG.
"Zunächst hatten die US-Erzeugerpreise auf der Oberseite überrascht und kurzfristig die Zinssenkungserwartungen gedämpft", berichte Analyst Ralf Umlauf von der Helaba. Dann aber habe der US-Verbraucherpreisanstieg unter den Erwartungen gelegen und so die Zinssenkungsspekulationen wieder angeheizt. Am heutigen Freitag würden Bemerkungen von EZB-Direktoriumsmitglied Isabel Schnabel Aufmerksamkeit finden. Schnabel habe vor zwei aufeinander folgenden Zinssenkungen im Juni und Juli gewarnt. Eine erste Zinssenkung im Juni könne indessen "angemessen sein".
"Es war einiges an Bewegung im Markt", melde Arthur Brunner von der ICF Bank. Am Freitagmorgen würden die Renditen aber wieder mehr oder weniger auf dem Niveau vom vergangenen Freitag liegen, und zwar bei 2,48 Prozent für zehnjährige Bundesanleihen. Auch mit Blick auf die Anfang Juni anstehende Zinssenkung der EZB halte die Commerzbank einen baldigen Renditeanstieg für eher unwahrscheinlich. "In den kommenden Wochen könnten die zehnjährigen Bundrenditen die 2,3 Prozent-Marke testen", meine Hauke Siemßen.
Im Handel mit Papieren von Staaten und staatsnahen Emittenten sei eine neue EU-Anleihe mit 3,375 Prozent bis 2054 (ISIN EU000A3K4EY2/ WKN A3K4EY) beliebt, wie Tim Oechsner von der Steubing AG feststelle. Ebenfalls gefragt: Papiere von Baden-Württemberg mit Fälligkeit 2029 und Kupon von 2,75 Prozent (ISIN DE000A14JZ38/ WKN A14JZ3).
Der Commerzbank zufolge nehme die EU am Markt für Anleihen staatsnaher Emittenten als Wertpapieremittent übrigens eine immer wichtigere Rolle ein. "Zuletzt kündigten einige namenhafte Anleihenindexanbieter sogar an zu prüfen, ob man die Anleihen der EU auch in den gängigen Staatsanleiheindices inkludieren könnte", erkläre die Bank. Aus Sicht der EU würde dies wahrscheinlich mit einem größeren Investorenpool und letztlich niedrigeren Finanzierungskosten einhergehen. "Wir bezweifeln allerdings, dass die Anleihen der EU mittelfristig Bundesanleihen als die liquideste und als sicherste geltende Anlage im Euroraum ablösen werden."
Im Handel mit Unternehmensanleihen gehe es meist um bekannte Namen. Beate Mägerle von der Walter Ludwig Wertpapierhandelsbank melde gute Nachfrage nach Bonds von Würth (ISIN XS2480515662/ WKN A3K5DY) und Mercedes-Benz (ISIN DE000A3LH6U5/ WKN A3LH6U). Kräftige Kursverluste verzeichne diese Woche die Hertha BSC-Anleihe (ISIN SE0011337054/ WKN A2NBK3), wie Brunner erkläre. "Es gibt offenbar Schwierigkeiten beim US-Finanzinvestor 777 Partners."
Neuemissionen seien einige diese Woche gekommen. "Emittenten gehen offenbar nicht von bald sinkenden Zinsen aus", bemerke Brunner. Neu auf dem Markt seien zum Beispiel bis 2030 laufende Lufthansa-Anleihen mit 4 Prozent (ISIN XS2815984732/ WKN A383N1). Mit einer Stückelung von 1.000 Euro richte sich die Fluggesellschaft auch an Private. "Wir sehen einiges an Umsatz", berichte Brunner. Auch Ferrari habe eine neue Anleihe emittiert, die bis 2030 3,625 Prozent biete (ISIN XS2824763044/ WKN A3LYYT), allerdings mit einer Stückelung von 100.000 Euro. Ebenfalls neu am Markt: ein Bond der Münchener Rück mit 4,25 Prozent, Fälligkeit 2044 und Sonderkündigungsrecht 2031 (ISIN XS2817890077/ WKN A383PL).
Tim Oechsner berichte ebenfalls von vielen neuen Papieren, konkret von der Hamburg Commercial Bank mit Kupon von 4,95 Prozent bis 2029 (ISIN DE000HCB0B36/ WKN HCB0B3), der DZ Hyp mit 3 Prozent bis 2032 (ISIN DE000A351XW3/ WKN A351XW), BMW mit 3,5 Prozent bis 2032 (ISIN XS2823825802/ WKN A3LYXQ), Novo Nordisk mit 3,375 und 3,125 Prozent bis 2026 und 2029 (ISIN XS2820449945/ WKN A3LYX4, ISIN XS2820454606/ WKN A3LYX5), Volvo mit 4,75 Prozent bis 2030 (ISIN XS2811097075/ WKN A3LYBG) und WarnerMedia Holdings mit 4,302 Prozent bis 2030 (ISIN XS2821805533/ WKN A3LYYA) - alle in Euro. (17.05.2024/alc/a/a)
"Zunächst hatten die US-Erzeugerpreise auf der Oberseite überrascht und kurzfristig die Zinssenkungserwartungen gedämpft", berichte Analyst Ralf Umlauf von der Helaba. Dann aber habe der US-Verbraucherpreisanstieg unter den Erwartungen gelegen und so die Zinssenkungsspekulationen wieder angeheizt. Am heutigen Freitag würden Bemerkungen von EZB-Direktoriumsmitglied Isabel Schnabel Aufmerksamkeit finden. Schnabel habe vor zwei aufeinander folgenden Zinssenkungen im Juni und Juli gewarnt. Eine erste Zinssenkung im Juni könne indessen "angemessen sein".
"Es war einiges an Bewegung im Markt", melde Arthur Brunner von der ICF Bank. Am Freitagmorgen würden die Renditen aber wieder mehr oder weniger auf dem Niveau vom vergangenen Freitag liegen, und zwar bei 2,48 Prozent für zehnjährige Bundesanleihen. Auch mit Blick auf die Anfang Juni anstehende Zinssenkung der EZB halte die Commerzbank einen baldigen Renditeanstieg für eher unwahrscheinlich. "In den kommenden Wochen könnten die zehnjährigen Bundrenditen die 2,3 Prozent-Marke testen", meine Hauke Siemßen.
Der Commerzbank zufolge nehme die EU am Markt für Anleihen staatsnaher Emittenten als Wertpapieremittent übrigens eine immer wichtigere Rolle ein. "Zuletzt kündigten einige namenhafte Anleihenindexanbieter sogar an zu prüfen, ob man die Anleihen der EU auch in den gängigen Staatsanleiheindices inkludieren könnte", erkläre die Bank. Aus Sicht der EU würde dies wahrscheinlich mit einem größeren Investorenpool und letztlich niedrigeren Finanzierungskosten einhergehen. "Wir bezweifeln allerdings, dass die Anleihen der EU mittelfristig Bundesanleihen als die liquideste und als sicherste geltende Anlage im Euroraum ablösen werden."
Im Handel mit Unternehmensanleihen gehe es meist um bekannte Namen. Beate Mägerle von der Walter Ludwig Wertpapierhandelsbank melde gute Nachfrage nach Bonds von Würth (ISIN XS2480515662/ WKN A3K5DY) und Mercedes-Benz (ISIN DE000A3LH6U5/ WKN A3LH6U). Kräftige Kursverluste verzeichne diese Woche die Hertha BSC-Anleihe (ISIN SE0011337054/ WKN A2NBK3), wie Brunner erkläre. "Es gibt offenbar Schwierigkeiten beim US-Finanzinvestor 777 Partners."
Neuemissionen seien einige diese Woche gekommen. "Emittenten gehen offenbar nicht von bald sinkenden Zinsen aus", bemerke Brunner. Neu auf dem Markt seien zum Beispiel bis 2030 laufende Lufthansa-Anleihen mit 4 Prozent (ISIN XS2815984732/ WKN A383N1). Mit einer Stückelung von 1.000 Euro richte sich die Fluggesellschaft auch an Private. "Wir sehen einiges an Umsatz", berichte Brunner. Auch Ferrari habe eine neue Anleihe emittiert, die bis 2030 3,625 Prozent biete (ISIN XS2824763044/ WKN A3LYYT), allerdings mit einer Stückelung von 100.000 Euro. Ebenfalls neu am Markt: ein Bond der Münchener Rück mit 4,25 Prozent, Fälligkeit 2044 und Sonderkündigungsrecht 2031 (ISIN XS2817890077/ WKN A383PL).
Tim Oechsner berichte ebenfalls von vielen neuen Papieren, konkret von der Hamburg Commercial Bank mit Kupon von 4,95 Prozent bis 2029 (ISIN DE000HCB0B36/ WKN HCB0B3), der DZ Hyp mit 3 Prozent bis 2032 (ISIN DE000A351XW3/ WKN A351XW), BMW mit 3,5 Prozent bis 2032 (ISIN XS2823825802/ WKN A3LYXQ), Novo Nordisk mit 3,375 und 3,125 Prozent bis 2026 und 2029 (ISIN XS2820449945/ WKN A3LYX4, ISIN XS2820454606/ WKN A3LYX5), Volvo mit 4,75 Prozent bis 2030 (ISIN XS2811097075/ WKN A3LYBG) und WarnerMedia Holdings mit 4,302 Prozent bis 2030 (ISIN XS2821805533/ WKN A3LYYA) - alle in Euro. (17.05.2024/alc/a/a)
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| Kurs | Vortag | Veränderung | Datum/Zeit | |
| 96,901 € | 96,96 € | -0,059 € | -0,06% | 17.04./09:23 |
| ISIN | WKN | Jahreshoch | Jahrestief | |
| XS2480515662 | A3K5DY | 100,78 € | 94,60 € | |
Werte im Artikel




