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Anleihen: Die Märkte haben die Giftmischung verdaut


12.04.16 08:39
AXA Investment Managers

Köln (www.anleihencheck.de) - Ein starker US-Dollar und eine Verschlechterung der Handelsbedingungen für Rohstoffproduzenten sind eine Giftmischung. Aber das Schlimmste liegt wohl hinter uns, so Chris Iggo, CIO Fixed Income bei AXA Investment Managers.

"Eigentlich hat sich der Makro-Ausblick nicht stark verändert." Chris Iggo, CIO Fixed Income bei AXA Investment Managers, sehe nach wie vor Chancen bei einigen inflationsindexierten Anleihen und Schwellenländeranleihen sowie in Teilen des High-Yield-Marktes. Inzwischen hätten sich die Risikoaufschläge (Spreads) allerdings zurück auf das Niveau Ende des Jahres 2015 bewegt, und die Renditen erstklassiger Staatsanleihen hätten sich in der Nähe ihrer Jahrestiefpunkte bewegt. Insgesamt bedeute dies, dass die Anleiherenditen nun unter dem Niveau vom Jahresbeginn lägen, das eine gute Kaufgelegenheit dargestellt habe.

Die Märkte seien noch immer nervös, allerdings scheine es im zweiten Quartal ein stärkeres Wachstum als zu Beginn des Jahres zu geben. Die neuesten US-Konjunkturdatendaten seien stabil gewesen. Beim Blick auf die US-Wirtschaft sehe Iggo "wenig Arbeitslosigkeit, weiterhin einen starken Zuwachs an Arbeitsplätzen, steigende Kerninflation und steigende Einkommen der Verbraucher". Er stelle fest: "Die traditionelle "Ende-des-Zyklus-Dynamik" schreit nicht gerade nach Rezession." Iggo betone zwar, dass das vollständige Ausmaß des Rohstoff- und Energiepreis-Schocks noch nicht klar sei, halte deutlich niedrigere Renditen in den USA aber dennoch für unwahrscheinlich. Eine neue Umfrage des Institute for Supply Management zeige einen starken Sprung, was die Produktionstätigkeit und die Zahl der Auftragseingänge angehe. "Es gibt keinen Grund für niedrigere US-Zinsen, und ich sehe keinen Grund, warum US-Kapitalmarktzinsen auf den tiefsten Stand seit 2012 fallen müssten", so der Experte.

Auch deshalb lasse er seine Empfehlungen weit gehend unverändert. "Hochzinsanleihen sind attraktiv, weil sie Einkommen bieten. US-Inflationsanleihen sollten von einem weiteren Anziehen der Inflationserwartungen profitieren können, und die Schwellenländer erfreuen sich offenbar an der gleichzeitigen Stabilisierung des US-Dollar und der Rohstoffpreise", so Iggo. "Ein starker US-Dollar und eine Verschlechterung der Handelsbedingungen für Rohstoffproduzenten sind eine Giftmischung." Allerdings wolle die US-Notenbank FED offenbar keinen starken US-Dollar, und das Schlimmste liege in dieser Hinsicht wohl hinter den Märkten. Iggo sei daher auch vorsichtig optimistisch: "In den Schwellenländern gibt es viele Einzelfälle, die Anlass zur Sorge über ihre Kreditwürdigkeit bieten. Aber ein gut diversifiziertes Portfolio kann im Moment mehr als fünf Prozent Rendite ermöglichen." (Ausgabe vom 11.04.2016) (12.04.2016/alc/a/a)