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Anleihen: Leitzins sinkt, Anleihezins steigt
09.06.25 09:00
Deutsche Börse AG
Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die Sitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) am Donnerstag war an den Rentenmärkten das dominierende Thema dieser Woche, so die Deutsche Börse AG.
Wie so oft habe dabei die anschließende Pressekonferenz noch mehr im Fokus gestanden als die eigentliche Zinsentscheidung. So sei die achte Zinssenkung der EZB innerhalb eines Jahres keine Überraschung mehr gewesen. Die Herabsetzung des Einlagensatzes um 0,25 Prozentpunkte auf 2,0 Prozent sei an den Märkten vorab bereits eingepreist worden. Trotzdem sei es gestern Nachmittag zu relativ deutlichen Kursverlusten bei den Staatsanleihen gekommen.
"Der Hinweis darauf, dass die Geldpolitik nun gut aufgestellt sei, um mit der globalen Unsicherheit umzugehen, hat die Zinssenkungserwartungen enttäuscht", erkläre Ralf Umlauf von der Helaba. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen sei innerhalb von drei Stunden von 2,48 Prozent auf knapp 2,60 Prozent gestiegen. Am Freitagmittag liege sie bei 2,55 Prozent nach 2,53 Prozent vor einer Woche. Mit den steigenden Renditen gerate der Euro-Bund-Future unter Druck. Der September-Kontrakt sei am Donnerstag im Tief bis auf 130,12 Punkte gefallen, habe sich danach leicht auf aktuell 130,70 Punkte erholt. Unterstützung biete laut Umlauf der 55-Tagedurchschnitt bei 130,13 Punkten, bevor die Mai-Tiefs bei 129,30 und 128,97 Punkten ins Bewusstsein der Marktteilnehmer rücken könnten.
EZB-Präsidentin Christine Lagarde habe bei der Pressekonferenz betont, dass die Inflation in der Eurozone auch dank niedrigerer Energiepreise und eines stärkeren Euro zurzeit in der Nähe des mittelfristigen Zielwertes des EZB-Rats von 2 Prozent liege. Daraus hätten viele Akteure an der Börse gelesen, dass der geldpolitische Lockerungszyklus dem Ende entgegengehe. "Das hat den Markt schon überrascht", meine Tim Oechsner von der Steubing AG. Der Rentenhändler gehe zwar unverändert von zwei weiteren Zinssenkungen aus, "doch die EZB gab uns wenig Anhaltspunkte zu deren Umfang und Zeitpunkt". Auch Christian Reicherter von der DZ Bank wolle von einem Ende des Zinssenkungszyklus noch nichts wissen. "Ein weiterer Lockerungsschritt nach der Sommerpause ist nach wie vor Teil unserer Zinsprognose."
In den USA stehe zum Wochenschluss mit den Non-Farm-Payrolls ebenfalls ein wichtiges Event für die Rentenmärkte an. Ilona Korsch von Hauck Aufhäuser Lampe gehe davon aus, dass diese schwächer als erwartet ausfallen würden. Die rückläufige Beschäftigung im privaten Sektor und die höhere Anzahl von Arbeitslosenunterstützung könnten ihrer Ansicht nach Signale für eine niedrigere Zahl bei den im Mai neu geschaffenen Stellen sein. Der Konsens gehe hier von 126.000 nach zuletzt 177.000 Stellen aus. Die Renditen zehnjähriger US-Treasuries seien im Wochenvergleich leicht von 4,44 Prozent auf 4,38 Prozent gesunken. Die dreißigjährigen Papiere würden mit 4,87 Prozent nach 4,97 Prozent rentieren.
Für Klaus Stopp von der Baader Bank würden die leicht gesunkenen Renditen zum Teil die wirtschaftliche Unsicherheit in den USA widerspiegeln. Der Händler berichte von einigen Käufen bei amerikanischen Staatsanleihen (ISIN US91282CGM73) und (ISIN US912810SQ22), die zurzeit deutlich höhere Renditen abwürfen als vergleichbare Papiere aus der Eurozone. Stopp verweise allerdings auf die beim Kauf von Dollar-Anleihen existierenden Wechselkursrisiken. "Anleger sollten bei diesen Papieren immer auch eine Meinung zur Währung haben". In den vergangenen Wochen sei der Euro zum US-Dollar deutlich gestiegen, was sich negativ auf die Performance der Anleihen auswirke.
Bei den Unternehmensanleihen halte die "Suche nach Rendite" weiter an. Stopp sehe relativ großes Interesse an Emissionen aus der Autobranche. "Über 80 Prozent der Transaktionen in diesem Bereich waren Käufe". Anleihen der beiden deutschen Autobauer Mercedes Benz (ISIN DE000A4EB2X2) und BMW (ISIN XS3075490188) seien auch bei der Steubing AG bzw. der Walter Ludwig Wertpapierhandelsbank geordert worden.
Beate Mägerle melde zudem eine starke Nachfrage nach Anleihen von E.ON (ISIN XS2791960664) und der Deutschen Post (ISIN XS3084418907). Hohe Umsätze seien auch in einer Anleihe der Homann Holzwerkstoffe GmbH registriert worden, die bis 2032 eine Rendite von 7,6 Prozent ermögliche (ISIN NO0013536169). "Hier gab es sowohl Kauf- als auch Verkaufsinteresse". (Ausgabe vom 06.06.2025) (09.06.2025/alc/a/a)
Wie so oft habe dabei die anschließende Pressekonferenz noch mehr im Fokus gestanden als die eigentliche Zinsentscheidung. So sei die achte Zinssenkung der EZB innerhalb eines Jahres keine Überraschung mehr gewesen. Die Herabsetzung des Einlagensatzes um 0,25 Prozentpunkte auf 2,0 Prozent sei an den Märkten vorab bereits eingepreist worden. Trotzdem sei es gestern Nachmittag zu relativ deutlichen Kursverlusten bei den Staatsanleihen gekommen.
"Der Hinweis darauf, dass die Geldpolitik nun gut aufgestellt sei, um mit der globalen Unsicherheit umzugehen, hat die Zinssenkungserwartungen enttäuscht", erkläre Ralf Umlauf von der Helaba. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen sei innerhalb von drei Stunden von 2,48 Prozent auf knapp 2,60 Prozent gestiegen. Am Freitagmittag liege sie bei 2,55 Prozent nach 2,53 Prozent vor einer Woche. Mit den steigenden Renditen gerate der Euro-Bund-Future unter Druck. Der September-Kontrakt sei am Donnerstag im Tief bis auf 130,12 Punkte gefallen, habe sich danach leicht auf aktuell 130,70 Punkte erholt. Unterstützung biete laut Umlauf der 55-Tagedurchschnitt bei 130,13 Punkten, bevor die Mai-Tiefs bei 129,30 und 128,97 Punkten ins Bewusstsein der Marktteilnehmer rücken könnten.
In den USA stehe zum Wochenschluss mit den Non-Farm-Payrolls ebenfalls ein wichtiges Event für die Rentenmärkte an. Ilona Korsch von Hauck Aufhäuser Lampe gehe davon aus, dass diese schwächer als erwartet ausfallen würden. Die rückläufige Beschäftigung im privaten Sektor und die höhere Anzahl von Arbeitslosenunterstützung könnten ihrer Ansicht nach Signale für eine niedrigere Zahl bei den im Mai neu geschaffenen Stellen sein. Der Konsens gehe hier von 126.000 nach zuletzt 177.000 Stellen aus. Die Renditen zehnjähriger US-Treasuries seien im Wochenvergleich leicht von 4,44 Prozent auf 4,38 Prozent gesunken. Die dreißigjährigen Papiere würden mit 4,87 Prozent nach 4,97 Prozent rentieren.
Für Klaus Stopp von der Baader Bank würden die leicht gesunkenen Renditen zum Teil die wirtschaftliche Unsicherheit in den USA widerspiegeln. Der Händler berichte von einigen Käufen bei amerikanischen Staatsanleihen (ISIN US91282CGM73) und (ISIN US912810SQ22), die zurzeit deutlich höhere Renditen abwürfen als vergleichbare Papiere aus der Eurozone. Stopp verweise allerdings auf die beim Kauf von Dollar-Anleihen existierenden Wechselkursrisiken. "Anleger sollten bei diesen Papieren immer auch eine Meinung zur Währung haben". In den vergangenen Wochen sei der Euro zum US-Dollar deutlich gestiegen, was sich negativ auf die Performance der Anleihen auswirke.
Bei den Unternehmensanleihen halte die "Suche nach Rendite" weiter an. Stopp sehe relativ großes Interesse an Emissionen aus der Autobranche. "Über 80 Prozent der Transaktionen in diesem Bereich waren Käufe". Anleihen der beiden deutschen Autobauer Mercedes Benz (ISIN DE000A4EB2X2) und BMW (ISIN XS3075490188) seien auch bei der Steubing AG bzw. der Walter Ludwig Wertpapierhandelsbank geordert worden.
Beate Mägerle melde zudem eine starke Nachfrage nach Anleihen von E.ON (ISIN XS2791960664) und der Deutschen Post (ISIN XS3084418907). Hohe Umsätze seien auch in einer Anleihe der Homann Holzwerkstoffe GmbH registriert worden, die bis 2032 eine Rendite von 7,6 Prozent ermögliche (ISIN NO0013536169). "Hier gab es sowohl Kauf- als auch Verkaufsinteresse". (Ausgabe vom 06.06.2025) (09.06.2025/alc/a/a)
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| Kurs | Vortag | Veränderung | Datum/Zeit | |
| 99,907 € | 99,716 € | - € | 0,00% | 17.04./13:34 |
| ISIN | WKN | Jahreshoch | Jahrestief | |
| XS3075490188 | A4EBBS | 101,73 € | 97,83 € | |
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