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Anleihen: Kaum Reaktion auf EZB-Sitzung
19.07.24 15:30
Deutsche Börse AG
Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die gestrige EZB-Zinsentscheidung brachte keine Überraschung, so die Deutsche Börse AG.
Keine Leitzinsänderung, keine Erwartungsänderung. "Die EZB-Entscheidung, das Statement und die Äußerungen von Lagarde haben die Zinssenkungserwartungen per Saldo nicht wesentlich verändert", berichte Anleiheanalyst Ralf Umlauf von der Helaba. Nur die Volatilität habe etwas zugenommen. "Auch das Attentat auf US-Präsidentschaftskandidat Trump hat sich am Anleihemarkt nicht ausgewirkt", erkläre Rentenhändler Arthur Brunner von der ICF Bank. Die Umsätze seien allgemein eher dünn.
Die EZB habe am gestrigen Donnerstag, wie erwartet, die Zinsen nicht weiter gesenkt. Der Einlagesatz bleibe bei 3,75 Prozent, der Hauptrefinanzierungssatz bei 4,25 Prozent. EZB-Präsidentin Christine Lagarde habe sich auch nicht auf eine Zinssenkung auf der nächsten Sitzung festgelegt. "Die Frage, was im September passiert, bleibt weit offen", habe sie erklärt. An den Geldterminmärkten werde eine weitere Zinssenkung der EZB im September mit einer Wahrscheinlich von 81 Prozent eingepreist, wie die Deutsche Bank melde. Die Zinswende der FED werde nun mit 100 Prozent Wahrscheinlichkeit für den 18. September erwartet.
Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen sei im Wochenvergleich leicht zurückgegangen auf 2,43 Prozent am Freitagmorgen nach 2,49 Prozent vergangenen Freitag. Zehnjährige US-Staatsanleihen würden aktuell mit 4,10 Prozent rentieren, ebenfalls etwas niedriger als vor einer Woche.
Stark nachgefragt seien länger laufende Staatsanleihen, wie Brunner beobachte, etwa von Irland (ISIN IE00BMQ5JL65/ WKN A287F6). "Anleger wollen offenbar noch günstig einsteigen, bevor die Zinsen fallen und die Kurse steigen." Tim Oechsner von der Steubing AG melde gute Umsätze in einer 2033 fälligen Rumänien-Anleihe, die aktuell 5,3 Prozent abwerfe (ISIN XS2330503694/ WKN A3KPH9). Auch umsatzstark: der bis 2026 laufende Bond des Europäischen Stabilitätsmechanismus ESM mit aktueller Rendite von 2,34 Prozent (ISIN EU000A1U9944/ WKN A1U994). Der ebenfalls gefragte US-Dollar-Bond der staatseigenen KfW, der schon in diesem November fällig sei, biete aktuell 4,12 Prozent (ISIN US500769GK42/ WKN A13R8W).
Im Handel mit Unternehmensanleihen seien Papiere der Lufthansa derzeit sehr beliebt und hätten deutlich zulegen können, wie Brunner beobachte, etwa die 2030 fälligen mit aktueller Rendite von 3,68 Prozent (ISIN XS2815984732/ WKN A383N1). "Wir sehen eine gute Nachfrage nach allen Mercedes-Anleihen (ISIN DE000A3LSYG8/ WKN A3LSYG, ISIN DE000A382988/ WKN A38298)", erkläre Beate Mägerle von der Walter Ludwig Wertpapierhandelsbank. "Das könnte mit den guten Absatzzahlen für die Autoindustrie im Juni in Europa zu tun haben und der Kooperation von Mercedes mit Rio Tinto bei der Lithium-Förderung in Serbien."
Ebenfalls gut nachgefragt seien Mägerle zufolge Papiere von Grenke (ISIN XS2630524986/ WKN A3LJCD) und Fraport (ISIN XS2832873355/ WKN A383CB). Laut Oechser gehe einiges um in den schon am 7. August fälligen Deutsche Bank-Papieren (ISIN DE000DB7XLU5/ WKN DB7XLU), aber auch in Bonds von Mercedes (ISIN DE000A2GSCW3/ WKN A2GSCW) sowie SAP (ISIN DE000A13SL34/ WKN A13SL3).
Gerne zugegriffen werde Brunner zufolge auch bei Katjes International mit 6,75 Prozent bis 2028 (ISIN NO0012888769/ WKN A30V78) und der neuen Anleihe des Softwareunternehmens The Platform Group mit 8,875 Prozent bis 2028 (ISIN NO0013256834/ WKN A383EW). The Platform Group - die Aktie notiere im Kleinstwertesegment Scale - konzentriere sich auf die Übernahme digitaler Marktplätze, deren Software auf die Platform-Group-Lösung umgestellt werde.
Steil nach unten sei es diese Woche für die Hybridanleihe des Münchner Agrarhändlers Baywa (ISIN DE000A351PD9/ WKN A351PD) gegangen, wie Mägerle außerdem berichte. Vergangenen Freitag nach Börsenschluss habe der Konzern mitgeteilt, ein Sanierungsgutachten in Auftrag gegeben zu haben. Die Rede sei von einer "angespannten Finanzierungslage" gewesen. Die Anleihe sei von 94 Prozent auf im Tief unter 30 Prozent gefallen, am Freitagmorgen seien es 33,25 Prozent. Auch der Aktienkurs habe stark verloren. (19.07.2024/alc/a/a)
Keine Leitzinsänderung, keine Erwartungsänderung. "Die EZB-Entscheidung, das Statement und die Äußerungen von Lagarde haben die Zinssenkungserwartungen per Saldo nicht wesentlich verändert", berichte Anleiheanalyst Ralf Umlauf von der Helaba. Nur die Volatilität habe etwas zugenommen. "Auch das Attentat auf US-Präsidentschaftskandidat Trump hat sich am Anleihemarkt nicht ausgewirkt", erkläre Rentenhändler Arthur Brunner von der ICF Bank. Die Umsätze seien allgemein eher dünn.
Die EZB habe am gestrigen Donnerstag, wie erwartet, die Zinsen nicht weiter gesenkt. Der Einlagesatz bleibe bei 3,75 Prozent, der Hauptrefinanzierungssatz bei 4,25 Prozent. EZB-Präsidentin Christine Lagarde habe sich auch nicht auf eine Zinssenkung auf der nächsten Sitzung festgelegt. "Die Frage, was im September passiert, bleibt weit offen", habe sie erklärt. An den Geldterminmärkten werde eine weitere Zinssenkung der EZB im September mit einer Wahrscheinlich von 81 Prozent eingepreist, wie die Deutsche Bank melde. Die Zinswende der FED werde nun mit 100 Prozent Wahrscheinlichkeit für den 18. September erwartet.
Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen sei im Wochenvergleich leicht zurückgegangen auf 2,43 Prozent am Freitagmorgen nach 2,49 Prozent vergangenen Freitag. Zehnjährige US-Staatsanleihen würden aktuell mit 4,10 Prozent rentieren, ebenfalls etwas niedriger als vor einer Woche.
Im Handel mit Unternehmensanleihen seien Papiere der Lufthansa derzeit sehr beliebt und hätten deutlich zulegen können, wie Brunner beobachte, etwa die 2030 fälligen mit aktueller Rendite von 3,68 Prozent (ISIN XS2815984732/ WKN A383N1). "Wir sehen eine gute Nachfrage nach allen Mercedes-Anleihen (ISIN DE000A3LSYG8/ WKN A3LSYG, ISIN DE000A382988/ WKN A38298)", erkläre Beate Mägerle von der Walter Ludwig Wertpapierhandelsbank. "Das könnte mit den guten Absatzzahlen für die Autoindustrie im Juni in Europa zu tun haben und der Kooperation von Mercedes mit Rio Tinto bei der Lithium-Förderung in Serbien."
Ebenfalls gut nachgefragt seien Mägerle zufolge Papiere von Grenke (ISIN XS2630524986/ WKN A3LJCD) und Fraport (ISIN XS2832873355/ WKN A383CB). Laut Oechser gehe einiges um in den schon am 7. August fälligen Deutsche Bank-Papieren (ISIN DE000DB7XLU5/ WKN DB7XLU), aber auch in Bonds von Mercedes (ISIN DE000A2GSCW3/ WKN A2GSCW) sowie SAP (ISIN DE000A13SL34/ WKN A13SL3).
Gerne zugegriffen werde Brunner zufolge auch bei Katjes International mit 6,75 Prozent bis 2028 (ISIN NO0012888769/ WKN A30V78) und der neuen Anleihe des Softwareunternehmens The Platform Group mit 8,875 Prozent bis 2028 (ISIN NO0013256834/ WKN A383EW). The Platform Group - die Aktie notiere im Kleinstwertesegment Scale - konzentriere sich auf die Übernahme digitaler Marktplätze, deren Software auf die Platform-Group-Lösung umgestellt werde.
Steil nach unten sei es diese Woche für die Hybridanleihe des Münchner Agrarhändlers Baywa (ISIN DE000A351PD9/ WKN A351PD) gegangen, wie Mägerle außerdem berichte. Vergangenen Freitag nach Börsenschluss habe der Konzern mitgeteilt, ein Sanierungsgutachten in Auftrag gegeben zu haben. Die Rede sei von einer "angespannten Finanzierungslage" gewesen. Die Anleihe sei von 94 Prozent auf im Tief unter 30 Prozent gefallen, am Freitagmorgen seien es 33,25 Prozent. Auch der Aktienkurs habe stark verloren. (19.07.2024/alc/a/a)
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| Kurs | Vortag | Veränderung | Datum/Zeit | |
| 79,25 € | 77,20 € | 2,05 € | +2,66% | 16.04./17:30 |
| ISIN | WKN | Jahreshoch | Jahrestief | |
| NO0013256834 | A383EW | 106,50 € | 66,25 € | |
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