Erweiterte Funktionen
Anleihen: Juni als Zinssenkungsmonat?
11.03.24 10:15
Deutsche Börse AG
Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die Zinssenkungen kommen, wenn auch nicht ganz so schnell wie vor Wochen erwartet, so die Deutsche Börse AG.
Im Frühsommer solle es nun so weit sein - so der Tenor am Markt. "Unserer Meinung nach wird es die erste Zinssenkung im Euroraum im Juni geben, denn die Lohnentwicklung spielt für die EZB eine wichtige Rolle, und Daten zum ersten Quartal liegen erst ab Mitte April vor", meine etwa Analyst Ralf Umlauf von der Helaba.
Am Donnerstag habe die EZB - wie erwartet - die Füße stillgehalten. Notenbankchefin Lagarde habe zwar auf die Fortschritte bei der Inflationsbekämpfung verwiesen. Man sei aber noch nicht "ausreichend sicher". "Wir brauchen eindeutig mehr Beweise, mehr Details", habe Lagarde erklärt. Im Juni werde man mehr Informationen haben.
Größere Marktbewegungen seien nach der EZB-Sitzung ausgeblieben. Im Wochenvergleich seien die Renditen aber gesunken: Zehnjährige Bundesanleihen hätten am Freitagmorgen mit 2,27 Prozent rentiert, vor einer Woche seien es 2,45 Prozent gewesen. Zehnjährige US-Treasuries würden aktuell mit 4,07 Prozent nach 4,19 Prozent vergangenen Freitag rentieren. Auch die US-Notenbank habe vergangene Woche die Zinssenkungsspekulationen angefeuert. Notenbankchef Jerome Powell habe vor dem Kongress eine baldige Zinswende angedeutet.
Im Handel mit Unternehmensanleihen fehle derzeit der klare Trend. "Anleihen stehen im Moment im Schatten von DAX, Bitcoin und Gold, die alle neue Allzeithochs erreicht haben", bemerke Arthur Brunner von der ICF Bank. Sehr gut nachgefragt sei laut Brunner die bis 2027 laufende Mutares-Anleihe, die mittlerweile zu 106 Prozent gehandelt werde. Das ergebe eine Rendite von 10,6 Prozent. Die Beteiligungsgesellschaft habe vergangene Woche den Verkauf eines weiteren Portfoliounternehmens bekannt gegeben. Steil nach oben sei es für die Anleihe (ISIN DE000A3MQE86 / WKN A3MQE8) des Windparkbetreibers Encavis gegangen, und zwar von 81 auf 88,5 Prozent. "Der US-Finanzinvestor KKR steigt ein, es wird nun erwartet, dass die Wandelanleihe vorzeitig zurückgezahlt wird", erkläre Brunner.
"Es ist ein gemischtes Bild mit Käufen und Verkäufen und ganz unterschiedlichen Schuldnern", berichte Gregor Daniel von der Walter Ludwig Wertpapierhandelsbank. Gute Umsätze melde Agon Alihajdari von der Steubing AG für US-Dollar-Bonds von John Deere mit 4,7 Prozent bis 2039 (ISIN US24422EWZ86 / WKN A3LJP1) und Anleihen von VW mit Laufzeit bis 2031 (ISIN XS2694874533 / WKN A3514V) und SAP bis 2027 (ISIN DE000A13SL34 / WKN A13SL3). Die Renditen lägen aktuell bei 4,55 Prozent, 3,69 Prozent und 2,45 Prozent.
Erholt hätten sich die Papiere der Deutsche Pfandbriefbank (Depfa), wie Daniel berichte, besonders die Hybridanleihe (ISIN XS1808862657 / WKN A2GSLH). Die Depfa wolle zwar keine Dividende zahlen, wie sie am Donnerstag gemeldet habe. Die Hybridanleihe solle aber bedient werden. Auch andere Depfa-Anleihen (ISIN XS1637926137 / WKN A2E4Y4; ISIN DE000A2DASM5 / WKN A2DASM) würden profitieren, wie Rainer Petz von Oddo BHF feststelle. Um rund 10 Prozentpunkte habe laut Brunner hingegen die Anleihe (ISIN DE000A254RV3 / WKN A254RV) des Gewerbeimmobilieninvestors Publity verloren. Der Grund: Ein Jahresfehlbetrag von 237 Millionen Euro für 2023.
"Vergangene Woche kamen eine ganze Menge von Neuemissionen, die meisten aber mit 100.000 Euro-Stückelung", stelle Daniel außerdem fest. Eine Stückelung von 1.000 Euro habe hingegen der neue Floater (ISIN DE000RLP1460 / WKN RLP146) von Rheinland-Pfalz. Der laufe bis 2026 und biete einen Kupon von 3,879 Prozent. (Ausgabe vom 08.03.2024) (11.03.2024/alc/a/a)
Im Frühsommer solle es nun so weit sein - so der Tenor am Markt. "Unserer Meinung nach wird es die erste Zinssenkung im Euroraum im Juni geben, denn die Lohnentwicklung spielt für die EZB eine wichtige Rolle, und Daten zum ersten Quartal liegen erst ab Mitte April vor", meine etwa Analyst Ralf Umlauf von der Helaba.
Am Donnerstag habe die EZB - wie erwartet - die Füße stillgehalten. Notenbankchefin Lagarde habe zwar auf die Fortschritte bei der Inflationsbekämpfung verwiesen. Man sei aber noch nicht "ausreichend sicher". "Wir brauchen eindeutig mehr Beweise, mehr Details", habe Lagarde erklärt. Im Juni werde man mehr Informationen haben.
Im Handel mit Unternehmensanleihen fehle derzeit der klare Trend. "Anleihen stehen im Moment im Schatten von DAX, Bitcoin und Gold, die alle neue Allzeithochs erreicht haben", bemerke Arthur Brunner von der ICF Bank. Sehr gut nachgefragt sei laut Brunner die bis 2027 laufende Mutares-Anleihe, die mittlerweile zu 106 Prozent gehandelt werde. Das ergebe eine Rendite von 10,6 Prozent. Die Beteiligungsgesellschaft habe vergangene Woche den Verkauf eines weiteren Portfoliounternehmens bekannt gegeben. Steil nach oben sei es für die Anleihe (ISIN DE000A3MQE86 / WKN A3MQE8) des Windparkbetreibers Encavis gegangen, und zwar von 81 auf 88,5 Prozent. "Der US-Finanzinvestor KKR steigt ein, es wird nun erwartet, dass die Wandelanleihe vorzeitig zurückgezahlt wird", erkläre Brunner.
"Es ist ein gemischtes Bild mit Käufen und Verkäufen und ganz unterschiedlichen Schuldnern", berichte Gregor Daniel von der Walter Ludwig Wertpapierhandelsbank. Gute Umsätze melde Agon Alihajdari von der Steubing AG für US-Dollar-Bonds von John Deere mit 4,7 Prozent bis 2039 (ISIN US24422EWZ86 / WKN A3LJP1) und Anleihen von VW mit Laufzeit bis 2031 (ISIN XS2694874533 / WKN A3514V) und SAP bis 2027 (ISIN DE000A13SL34 / WKN A13SL3). Die Renditen lägen aktuell bei 4,55 Prozent, 3,69 Prozent und 2,45 Prozent.
Erholt hätten sich die Papiere der Deutsche Pfandbriefbank (Depfa), wie Daniel berichte, besonders die Hybridanleihe (ISIN XS1808862657 / WKN A2GSLH). Die Depfa wolle zwar keine Dividende zahlen, wie sie am Donnerstag gemeldet habe. Die Hybridanleihe solle aber bedient werden. Auch andere Depfa-Anleihen (ISIN XS1637926137 / WKN A2E4Y4; ISIN DE000A2DASM5 / WKN A2DASM) würden profitieren, wie Rainer Petz von Oddo BHF feststelle. Um rund 10 Prozentpunkte habe laut Brunner hingegen die Anleihe (ISIN DE000A254RV3 / WKN A254RV) des Gewerbeimmobilieninvestors Publity verloren. Der Grund: Ein Jahresfehlbetrag von 237 Millionen Euro für 2023.
"Vergangene Woche kamen eine ganze Menge von Neuemissionen, die meisten aber mit 100.000 Euro-Stückelung", stelle Daniel außerdem fest. Eine Stückelung von 1.000 Euro habe hingegen der neue Floater (ISIN DE000RLP1460 / WKN RLP146) von Rheinland-Pfalz. Der laufe bis 2026 und biete einen Kupon von 3,879 Prozent. (Ausgabe vom 08.03.2024) (11.03.2024/alc/a/a)
Aktuelle Kursinformationen mehr >
| Kurs | Vortag | Veränderung | Datum/Zeit | |
| 101,21 € | 102,00 € | -0,79 € | -0,77% | 16.04./17:58 |
| ISIN | WKN | Jahreshoch | Jahrestief | |
| NO0012530965 | A30V9T | 104,52 € | 90,50 € | |
Werte im Artikel




