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Anleihen: "Financial Repression" - das niedrige Zinsniveau hält an


06.03.13 09:23
Pioneer Investments Austria

Wien (www.anleihencheck.de) - Nach der Stabilisierung der Risikoaufschläge der vergangenen Monate kam es im Februar durch das erneute Aufflackern politischer Unsicherheit (Stichwort: Wahlen Italien) zu einer Ausweitung der Risikoprämien in der Eurozone, so die Experten von Pioneer Investments Austria.

Italien (-1,9%) habe deutlich korrigiert, Deutschland (+1,3%) habe von der Flucht in die Qualität profitiert. Irland habe sich mit +2,0% von den übrigen Peripherieländern deutlich absetzen können. Irland profitiere vor allem bei den Exporten von der deutlichen Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit, für 2012 werde - gegen den Trend - mit einem leicht positiven Wirtschaftswachstum gerechnet, auch für 2013 werde mit einem stärkeren Wachstum als in der gesamten Eurozone gerechnet.

Die Einsparungsmaßnahmen und Reformen in den Peripherieländern der Eurozone sowie die massive Unterstützung durch die EZB und die Europäische Kommission hätten in den vergangenen Monaten zu einer deutlichen Stabilisierung der Risikoaufschläge sämtlicher Euro-Staaten gegenüber Deutschland geführt. Trotz der Korrektur im Februar lägen 2013 die Peripheriestaaten mit 0,9% im Plus, die Kernländer 0,8% im Minus.

Die Renditen 10-jähriger italienischer Staatsanleihen seien von ihren Höchstständen im November 2011 von fast 7,5% auf 4,1% gefallen (Jan. 2013) und lägen dzt. wieder bei 4,7%.

Vor allem in Deutschland, aber auch in Österreich lägen die Renditen von Staatsanleihen mittlerweile relativ deutlich unter den Inflationsraten. Man spreche von "financial repression": Die Anleger würden niedrige Zinsen erhalten, "real" verlieren, der Staat und Kreditnehmer würden dafür weniger für Kredite zahlen und könnten sich so rascher entschulden. Dies führe dazu, dass Anleger auf der Suche nach Rendite in riskantere Anlagen (Unternehmensanleihen, High Yield Anleihen und Emerging Markets Anleihen) wechseln würden. Dieser Trend dürfte auch 2013 anhalten.

Großbritannien: Der Verlust des AAA Ratings (Moody's habe von Aaa auf Aa1 gesenkt) aufgrund der schwachen Wirtschaftsperformance und des geringen Erfolgs bei der Verbesserung der öffentlichen Verschuldungssituation sei ohne größere Auswirkung auf den Rentenmarkt geblieben.

Unternehmensanleihen seien 2013 um 0,1% gestiegen, Euro High Yield-Anleihen hätten ihre Outperformance mit einem Plus von 0,8% fortsetzen können. Die Experten würden positiv für Unternehmens-, Euro High Yield- und Emerging Markets-Anleihen bleiben. (Ausgabe März 2013) (06.03.2013/alc/a/a)