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Anleihen: Chancen in Europa und den Schwellenländern
14.10.22 10:45
Algebris
London (www.anleihencheck.de) - Das Kapitalmarktumfeld ist weiterhin herausfordernd, einen flexiblen Ansatz vorausgesetzt, eröffnen sich Anlegern derzeit aber insbesondere im Bereich europäischer Anleihen und bei Schwellenländeranleihen aussichtsreiche Investmentgelegenheiten, erläutert Davide Serra, Gründer und CEO von Algebris Investments im aktuellen Algebris-Bullet "Back to the future".
Wir sehen Chancen an den Anleihemärkten, raten aber zu einem sehr flexiblen Ansatz bei Duration und Währungen, so Davide Serra von Algebris Investments. Die Spreads befänden sich auf Niveaus wie sonst nur in tiefen Rezessionen und bei außergewöhnlichen Ereignissen.
In Europa und den Schwellenländern schlage sich der Pessimismus am stärksten nieder. Dadurch könnten sich für langfristige Anleger selektiv Chancen ergeben.
In Europa würden nachrangige Bankanleihen Renditen von 11 bis 12 Prozent bieten - trotz der kurzen Duration, die sich aus der Kündigungsstruktur ergebe, und der höheren Rentabilität der Institute durch höhere Zinsen. Die jüngsten Unterschiede in der Entwicklung von Bankaktien und Bundesanleihen würden auf eine klare Chance hindeuten. Auf Sektorebene sehe Davide Serra von Algebris Investments Opportunitäten in den Bereichen Telekommunikation, Gesundheitswesen und Automobile.
In den Schwellenländern würden US-Dollar-Anleihen mit BB-Rating in verschiedenen Ländern mit geringer Auslandsverschuldung Renditen von knapp 9 Prozent bieten - beispielsweise in Südafrika, Kolumbien oder Brasilien. Einige aufstrebende Volkswirtschaften würden außerdem allmählich an Attraktivität gewinnen, da manche Länder der FED vorausgeeilt seien und nun trotz einer sich verlangsamenden Wirtschaft hohe Realzinsen aufweisen würden. Das gelte unter anderem für Mexiko und Brasilien.
Während wir im Anleihebereich deutliche Chancen sehen, wird das makroökonomische Umfeld volatil bleiben, so Davide Serra von Algebris Investments. Daher sei taktisches Vorgehen weiterhin wichtig. Derzeit seien die US-Zinsen interessanter als die europäischen Zinsen. Der Abstand der Leitzinsen zwischen den beiden Ländern sei so groß wie nie zuvor. Außerdem gebe es in den USA deutliche Anzeichen für eine Verlangsamung der Inflation und eine Abkühlung der Wirtschaft. Die US-Duration könnte daher kurz vor einer Wende stehen.
In Europa sei der Druck auf die Währung höher und die Herausforderungen bei der Gasversorgung würden den Inflationshöhepunkt weiter verzögern. Die Europäische Zentralbank werde daher die Lücke zu den Vereinigten Staaten schnell schließen müssen. Am Devisenmarkt würden Zentralbanken, die dem Kurs der US-Geldpolitik nicht folgen würden, weiterhin Druck auf die Währungen sehen - etwa in Großbritannien, Japan und China. (14.10.2022/alc/a/a)
Wir sehen Chancen an den Anleihemärkten, raten aber zu einem sehr flexiblen Ansatz bei Duration und Währungen, so Davide Serra von Algebris Investments. Die Spreads befänden sich auf Niveaus wie sonst nur in tiefen Rezessionen und bei außergewöhnlichen Ereignissen.
In Europa und den Schwellenländern schlage sich der Pessimismus am stärksten nieder. Dadurch könnten sich für langfristige Anleger selektiv Chancen ergeben.
In den Schwellenländern würden US-Dollar-Anleihen mit BB-Rating in verschiedenen Ländern mit geringer Auslandsverschuldung Renditen von knapp 9 Prozent bieten - beispielsweise in Südafrika, Kolumbien oder Brasilien. Einige aufstrebende Volkswirtschaften würden außerdem allmählich an Attraktivität gewinnen, da manche Länder der FED vorausgeeilt seien und nun trotz einer sich verlangsamenden Wirtschaft hohe Realzinsen aufweisen würden. Das gelte unter anderem für Mexiko und Brasilien.
Während wir im Anleihebereich deutliche Chancen sehen, wird das makroökonomische Umfeld volatil bleiben, so Davide Serra von Algebris Investments. Daher sei taktisches Vorgehen weiterhin wichtig. Derzeit seien die US-Zinsen interessanter als die europäischen Zinsen. Der Abstand der Leitzinsen zwischen den beiden Ländern sei so groß wie nie zuvor. Außerdem gebe es in den USA deutliche Anzeichen für eine Verlangsamung der Inflation und eine Abkühlung der Wirtschaft. Die US-Duration könnte daher kurz vor einer Wende stehen.
In Europa sei der Druck auf die Währung höher und die Herausforderungen bei der Gasversorgung würden den Inflationshöhepunkt weiter verzögern. Die Europäische Zentralbank werde daher die Lücke zu den Vereinigten Staaten schnell schließen müssen. Am Devisenmarkt würden Zentralbanken, die dem Kurs der US-Geldpolitik nicht folgen würden, weiterhin Druck auf die Währungen sehen - etwa in Großbritannien, Japan und China. (14.10.2022/alc/a/a)


