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Anleihen: Bund-Future weiter in luftigen Höhen
29.02.16 09:00
Deutsche Börse AG
Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die Nervosität an den Märkten hat sich etwas gelegt, wirklich Ruhe eingekehrt ist aber noch nicht, so die Deutsche Börse AG.
Der richtungweisende Euro-Bund-Future sei am Mittwoch vorübergehend auf rekordnahe 166,25 Prozent geklettert, am Freitagmittag habe der Index bei 165,97 Punkten notiert. Zehnjährige Bundesanleihen würden aktuell mit 0,14 nach 0,20 Prozent vor einer Woche rentieren. "Sicherheit bleibt gefragt", kommentiere Arthur Brunner von der ICF Bank.
Laut Sabine Tillmann von der Hellwig Wertpapierhandelsbank hänge das auch mit der anhaltenden Diskussion über einen Brexit, also einen Austritt Großbritanniens aus der EU, zusammen.
Mit Spannung erwartet werde unterdessen die nächste EZB-Sitzung am 10. März. "Der höher als erwartete Rückgang des ifo-Geschäftsklimaindexes brachte die Spekulation über geldpolitische Lockerungsmaßnahmen der EZB verstärkt ins Spiel", erkläre Tillmann.
Der Commerzbank zufolge stünden die Notenbanker vonseiten der Inflation zunehmend unter Handlungsdruck. "Praktisch alle wichtigen Indikatoren der marktbasierten Inflationserwartungen sind gesunken", erläutere Anleiheanalyst Markus Koch. Wegen der Spekulationen über eine beherzte Reaktion der EZB im März würden die Renditen zehnjähriger Bundesanleihen voraussichtlich noch weiter sinken, wahrscheinlich bis auf den historischen Tiefstand vom vergangenen Frühjahr. "Dieser Rückgang dürfte sich eher allmählich einstellen."
Portugiesische Staatsanleihen (ISIN PTOTEYOE0007 / WKN A0DY6V, ISIN PTOTETOE0012 / WKN A18W15) würden sich zwar fester als vor zwei Wochen präsentieren, würden aber volatil bleiben, Klaus Stopp von der Baader Bank spreche von einer Berg- und-Tal-Fahrt. "Ursache der erneuten Schwäche ist der Kurs der linksgerichteten Regierung, die eine Abkehr von den bisherigen Sparanstrengungen vorsieht." Einschnitte bei Löhnen sollten zurückgenommen und Lohnsteuern gesenkt werden, Steuern auf Benzin und Tabak dagegen steigen. "Die Nettoneuverschuldung soll dennoch von 4,3 Prozent des BIP 2015 auf 2,2 Prozent 2016 sinken." Am Kapitalmarkt traue man diesen Zielen aber nicht so recht. "Die Kursverläufe sind ein eindeutiges Indiz fehlender Zuversicht der Investoren, die jeden Tag aufs Neue ihre Engagements überdenken."
Allerdings habe der Zins für zehnjährige portugiesische Staatsanleihen vor zwei Wochen noch bei 4,5 Prozent gelegen, jetzt seien es nur noch 3,18 Prozent, wie Brunner betone. Der Händler berichte auch von einer neuen zehnjährigen Staatsanleihe Portugals mit Kupon von 3,3 Prozent (ISIN PTIGCA0M0018), die nächste Woche in den Handel aufgenommen werde. Spanische Anleihen kämen unterdessen gut an. Gerade Privatanleger würden Brunner zufolge gerne auf langlaufende spanische Papiere setzen, etwa einen bis 2030 laufenden Bond (ISIN ES00000127A2 / WKN A1ZXQ6) mit Kupon von 1,95 Prozent.
Im Handel mit Unternehmensanleihen hätten Investoren die niedrigeren Kurse genutzt und VW-Hybridanleihen gekauft, wie Brunner beobachtet habe. Auch in Daimler-Papieren hätten sie sich positioniert. "Die vor einer Woche aufkommenden Gerüchte über Abgasmanipulationen in den USA haben sich offenbar nicht bestätigt", bemerke Brunner.
Deutlich nach unten sei es am gestrigen Donnerstag für Pharol (ISIN PTPTCYOM0008 / WKN A1UB78) gegangen, der früheren Portugal Telecom, wie Gregor Daniel von der Walter Ludwig Wertpapierhandelsgesellschaft berichte: Von 98,25 Prozent am Mittwoch sei das Papier auf 81,50 am Donnerstag abgerutscht, heute seien es sogar nur noch 79 Prozent. Grund sei das Scheitern der Fusion der hoch verschuldeten brasilianischen Telefongesellschaft Oi mit TIM Brasil, dem zweitgrößten Mobilfunker des Landes. Pharol sei Großaktionär von Oi.
Zugegriffen werde Daniel zufolge bei Anleihen von Vonovia, Deutsche Wohnen, VW (ISIN XS0731681556 / WKN A1GY7M) und Daimler (ISIN DE000A1TNJ97 / WKN A1TNJ9), abgegeben würden hingegen Papiere der Aareal Bank (ISIN DE000A1TNC94 / WKN A1TNC9).
Bei Mittelstandanleihen, die mit der hohen Risikoaversion der vergangenen Wochen zum Teil heftig Federn gelassen hätten, sei laut Brunner etwas Ruhe eingekehrt. Anleihen des Anbieters für mobile Konsumentenkredite Ferratum würden wieder bei 106,5 Prozent notieren, die des Immobilienentwicklers Lang & Cie wieder knapp unter 100 Prozent.
Sorgenkind sei einmal mehr Air Berlin, die bis 2018 laufende Anleihe (ISIN DE000AB100B4 / WKN AB100B) habe vor einer Woche noch bei 95 Prozent notiert, aktuell seien es 85 Prozent. Hintergrund sei die Meldung, dass die Großaktionäre von Air Berlin erwägen würden, die angeschlagene Airline von der Börse zu nehmen, Großinvestor Etihad habe sich davon mehr Spielraum bei der Sanierung erhoff.
Etwas, aber nicht ganz hätten sich Anleihen der Reederei Rickmers und des Agrarkonzerns KTG Agrar von den jüngsten Kurseinbrüchen erholen können, beiden hätten bis vor wenigen Wochen noch konstant um 100 Prozent notiert. Aktuell seien es 59 nach im Tief 46 Prozent bei Rickmers und knapp 86 nach im Tief unter 68 Prozent bei KTG Agrar. "Eine Geschichte dahinter gibt es nicht", bemerke Rainer Petz von Oddo Seydler. "Das sind extrem nervöse Kursbewegungen."
Am Devisenmarkt sei der mögliche Brexit derzeit das Topthema, gegenüber dem US-Dollar sei das Britische Pfund diese Woche auf ein Siebenjahrestief gefallen. Größere Umsätze in Pfund-Anleihen hätten die Händler allerdings nicht beobachtet. Gekauft würden bei der Walter Ludwig Wertpapierhandelsgesellschaft auf US-Dollar lautende General Electric-Anleihen.
Neuemissionen habe es zuletzt von der Deutschen Bahn und dem Pharmakonzern Roche gegeben, wie Stopp berichte. Die Deutsche Bahn-Anleihe biete 0,75 Prozent im Jahr bis zum Laufzeitende im März 2026, Roche 0,5 Prozent im Jahr bis Februar 2023. Beide seien privatanlegerfreundlich mit einer Mindestanlagesumme von 1.000 Euro. (Ausgabe vom vom 26.02.2016) (29.02.2016/alc/a/a)
Der richtungweisende Euro-Bund-Future sei am Mittwoch vorübergehend auf rekordnahe 166,25 Prozent geklettert, am Freitagmittag habe der Index bei 165,97 Punkten notiert. Zehnjährige Bundesanleihen würden aktuell mit 0,14 nach 0,20 Prozent vor einer Woche rentieren. "Sicherheit bleibt gefragt", kommentiere Arthur Brunner von der ICF Bank.
Laut Sabine Tillmann von der Hellwig Wertpapierhandelsbank hänge das auch mit der anhaltenden Diskussion über einen Brexit, also einen Austritt Großbritanniens aus der EU, zusammen.
Mit Spannung erwartet werde unterdessen die nächste EZB-Sitzung am 10. März. "Der höher als erwartete Rückgang des ifo-Geschäftsklimaindexes brachte die Spekulation über geldpolitische Lockerungsmaßnahmen der EZB verstärkt ins Spiel", erkläre Tillmann.
Der Commerzbank zufolge stünden die Notenbanker vonseiten der Inflation zunehmend unter Handlungsdruck. "Praktisch alle wichtigen Indikatoren der marktbasierten Inflationserwartungen sind gesunken", erläutere Anleiheanalyst Markus Koch. Wegen der Spekulationen über eine beherzte Reaktion der EZB im März würden die Renditen zehnjähriger Bundesanleihen voraussichtlich noch weiter sinken, wahrscheinlich bis auf den historischen Tiefstand vom vergangenen Frühjahr. "Dieser Rückgang dürfte sich eher allmählich einstellen."
Portugiesische Staatsanleihen (ISIN PTOTEYOE0007 / WKN A0DY6V, ISIN PTOTETOE0012 / WKN A18W15) würden sich zwar fester als vor zwei Wochen präsentieren, würden aber volatil bleiben, Klaus Stopp von der Baader Bank spreche von einer Berg- und-Tal-Fahrt. "Ursache der erneuten Schwäche ist der Kurs der linksgerichteten Regierung, die eine Abkehr von den bisherigen Sparanstrengungen vorsieht." Einschnitte bei Löhnen sollten zurückgenommen und Lohnsteuern gesenkt werden, Steuern auf Benzin und Tabak dagegen steigen. "Die Nettoneuverschuldung soll dennoch von 4,3 Prozent des BIP 2015 auf 2,2 Prozent 2016 sinken." Am Kapitalmarkt traue man diesen Zielen aber nicht so recht. "Die Kursverläufe sind ein eindeutiges Indiz fehlender Zuversicht der Investoren, die jeden Tag aufs Neue ihre Engagements überdenken."
Allerdings habe der Zins für zehnjährige portugiesische Staatsanleihen vor zwei Wochen noch bei 4,5 Prozent gelegen, jetzt seien es nur noch 3,18 Prozent, wie Brunner betone. Der Händler berichte auch von einer neuen zehnjährigen Staatsanleihe Portugals mit Kupon von 3,3 Prozent (ISIN PTIGCA0M0018), die nächste Woche in den Handel aufgenommen werde. Spanische Anleihen kämen unterdessen gut an. Gerade Privatanleger würden Brunner zufolge gerne auf langlaufende spanische Papiere setzen, etwa einen bis 2030 laufenden Bond (ISIN ES00000127A2 / WKN A1ZXQ6) mit Kupon von 1,95 Prozent.
Deutlich nach unten sei es am gestrigen Donnerstag für Pharol (ISIN PTPTCYOM0008 / WKN A1UB78) gegangen, der früheren Portugal Telecom, wie Gregor Daniel von der Walter Ludwig Wertpapierhandelsgesellschaft berichte: Von 98,25 Prozent am Mittwoch sei das Papier auf 81,50 am Donnerstag abgerutscht, heute seien es sogar nur noch 79 Prozent. Grund sei das Scheitern der Fusion der hoch verschuldeten brasilianischen Telefongesellschaft Oi mit TIM Brasil, dem zweitgrößten Mobilfunker des Landes. Pharol sei Großaktionär von Oi.
Zugegriffen werde Daniel zufolge bei Anleihen von Vonovia, Deutsche Wohnen, VW (ISIN XS0731681556 / WKN A1GY7M) und Daimler (ISIN DE000A1TNJ97 / WKN A1TNJ9), abgegeben würden hingegen Papiere der Aareal Bank (ISIN DE000A1TNC94 / WKN A1TNC9).
Bei Mittelstandanleihen, die mit der hohen Risikoaversion der vergangenen Wochen zum Teil heftig Federn gelassen hätten, sei laut Brunner etwas Ruhe eingekehrt. Anleihen des Anbieters für mobile Konsumentenkredite Ferratum würden wieder bei 106,5 Prozent notieren, die des Immobilienentwicklers Lang & Cie wieder knapp unter 100 Prozent.
Sorgenkind sei einmal mehr Air Berlin, die bis 2018 laufende Anleihe (ISIN DE000AB100B4 / WKN AB100B) habe vor einer Woche noch bei 95 Prozent notiert, aktuell seien es 85 Prozent. Hintergrund sei die Meldung, dass die Großaktionäre von Air Berlin erwägen würden, die angeschlagene Airline von der Börse zu nehmen, Großinvestor Etihad habe sich davon mehr Spielraum bei der Sanierung erhoff.
Etwas, aber nicht ganz hätten sich Anleihen der Reederei Rickmers und des Agrarkonzerns KTG Agrar von den jüngsten Kurseinbrüchen erholen können, beiden hätten bis vor wenigen Wochen noch konstant um 100 Prozent notiert. Aktuell seien es 59 nach im Tief 46 Prozent bei Rickmers und knapp 86 nach im Tief unter 68 Prozent bei KTG Agrar. "Eine Geschichte dahinter gibt es nicht", bemerke Rainer Petz von Oddo Seydler. "Das sind extrem nervöse Kursbewegungen."
Am Devisenmarkt sei der mögliche Brexit derzeit das Topthema, gegenüber dem US-Dollar sei das Britische Pfund diese Woche auf ein Siebenjahrestief gefallen. Größere Umsätze in Pfund-Anleihen hätten die Händler allerdings nicht beobachtet. Gekauft würden bei der Walter Ludwig Wertpapierhandelsgesellschaft auf US-Dollar lautende General Electric-Anleihen.
Neuemissionen habe es zuletzt von der Deutschen Bahn und dem Pharmakonzern Roche gegeben, wie Stopp berichte. Die Deutsche Bahn-Anleihe biete 0,75 Prozent im Jahr bis zum Laufzeitende im März 2026, Roche 0,5 Prozent im Jahr bis Februar 2023. Beide seien privatanlegerfreundlich mit einer Mindestanlagesumme von 1.000 Euro. (Ausgabe vom vom 26.02.2016) (29.02.2016/alc/a/a)
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, Helaba
Bund-Future scheitert an 21-Tage-Linie




