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Anleihen: Beliebte Langläufer
16.05.16 10:15
Deutsche Börse AG
Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Mit den Verlusten am Aktienmarkt - der DAX rutschte am Mittwoch wieder unter die Marke von 10.000 Punkten - werden Bundesanleihen wieder beliebter, so die Deutsche Börse AG.
So habe der Euro-Bund-Future seinen Aufwärtstrend in der letzten Woche fortgesetzt: Bis Mittwoch habe der Index noch über 164 Punkten notiert, am Freitagmittag seien es 163,82 nach 163,61 Punkten vor einer Woche. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen liege bei 0,14 nach 0,16 Prozent vergangenen Freitag. "Die Umsätze sind allerdings gering", berichte Arthur Brunner von der ICF Bank. "Vor den Pfingsttagen sind viele offenbar schon in Feiertagslaune."
"Für die Bund-Renditen scheint es trotz der höheren Konjunkturdynamik kaum Aufwärtspotenzial zu geben", stelle Cyrus de la Rubia von der HSH Nordbank fest. Immerhin sei das BIP im ersten Quartal einer Schnellschätzung zufolge mit 0,6 Prozent gegenüber dem Vorquartal überraschend stark gewachsen. Das fehlende Aufwärtspotenzial sei wohl darauf zurückzuführen, dass die EZB seit März das Volumen ihrer Anleihekäufe um 20 Milliarden Euro auf rund 80 Milliarden Euro erhöht habe.
In den USA mache sich die Unsicherheit über den weiteren Leitzinsanhebungspfad der FED bemerkbar. "Der Arbeitsmarktbericht für April hat einen Stellenaufbau von 160.000 ausgewiesen - das lag deutlich unter den Markterwartungen." Die FED werde die nächsten Datenveröffentlichungen nun wohl sehr genau beobachten, insbesondere den Arbeitsmarktbericht für Mai. "Der von uns erwartete Termin für die nächste Leitzinserhöhung im Juni ist etwas weniger wahrscheinlich geworden, allerdings ist die Tür für eine Zinserhöhung nächsten Monat unseres Erachtens noch nicht geschlossen."
Immer beliebter würden extrem lang laufende Staatsanleihen: So habe Spanien in der letzten Woche ein Papier (ISIN ES00000128E2 / WKN A181RK) mit Laufzeit von 50 Jahren und Kupon von 3,45 Prozent emittiert, wie Brunner melde. "Die Nachfrage war sehr gut." Der Emissionskurs habe bei 98,998 Prozent gelegen, aktuell werde die Anleihe, die eine 1.000 Euro-Stückelung aufweise, zu 100,9 Prozent gehandelt. Vor wenigen Wochen hätten Frankreich und Belgien fünfzigjährige Anleihen auf den Markt gebracht, das italienische Finanzministerium prüfe dies ebenfalls. Risikolos seien solche Papiere allerdings nicht, wie Analysten betonen würden: Die Liquidität sei in der Regel gering, der vorzeitige Verkauf könne zu Verlusten führen. Vor allem aber sei kaum abzusehen, wie die Emittenten 2066 da stünden - und ob sie das Geld zurückzahlen könnten.
In Deutschland seien 30 Jahre das Maximum. In der letzten Woche habe es aber viel "Normaleres" gegeben: Die deutsche Finanzagentur habe eine neue Bundesschatzanweisung (ISIN DE0001104644 / WKN 110464) mit Laufzeit bis Juni 2018 bei 2,2-facher Überzeichnung erfolgreich am Markt untergebracht, wie Sabine Tillmann von der Hellwig Wertpapierhandelsbank beobachtet habe.
Im Corporates-Bereich seien Bayer-Anleihen unter Abgabedruck geraten, berichte Gregor Daniel von der Walter Ludwig Wertpapierhandelsbank. Angeblich würden sowohl Bayer als auch BASF Kaufangebote für den US-Konkurrenten Monsanto prüfen. "Wenn Bayer das US-Unternehmen tatsächlich übernehmen würde, müssten wohl neue Schulden aufgenommen werden, daher der Druck auf die Altanleihen." Zudem gebe es Spekulationen, dass Bayer den Anteil an der Kunststofftochter Covestro und das Tiergesundheitsgeschäft abstoßen könnte. "Analysten von der DZ Bank halten eine vollständige Übernahme durch Bayer oder BASF aber für höchst unwahrscheinlich." Nach Abgaben in dem bis 2075 laufenden Papier (ISIN DE000A11QR65 / WKN A11QR6) sehe der Händler aber auch schon wieder erste Interessenten, die bei dem günstigeren Kurs einsteigen wollten.
Leichte Verluste hätten Brunner zufolge Telefónica-Anleihen (ISIN XS1069430368 / WKN A1ZJJG) nach dem geplatzten Verkauf von O2 an Hutchinson Whampoa verzeichnet. Die EU-Wettbewerbshüter hätten letzte Woche die milliardenschwere Übernahme des Großbritannien-Geschäfts von Telefónica, der O2-Mutter durch den Mischkonzern Hutchison Whampoa aus Hongkong untersagt. Auch ThyssenKrupp-Papiere hätten nach der Gewinnwarnung des Stahlkonzerns nachgegeben.
Deutlich zulegen können hätten Bonds (ISIN XS0272401356 / WKN A0G0JA) von Heta, der Nachfolgegesellschaft der Krisenbank Hypo Alpe Adria: "Offenbar bahnt sich eine Lösung zwischen den Gläubigern und Kärnten", erläutere Brunner. "Es gibt Spekulationen über einen Vergleich in Höhe von 92 Prozent." Das Bundesland habe Garantien für Heta-Papiere übernommen.
Daniel zufolge hätten sich Anleger zudem in Anleihen des österreichischen Flugzeugkomponentenherstellers FACC Operations und von Erste Finance positioniert.
Die Deutsche Rohstoff AG habe unterdessen angekündigt, die noch bis 2018 laufende Mittelstandsanleihe (ISIN DE000A1R07G4 / WKN A1R07G) mit Kupon von 8 Prozent im Juli vorzeitig zu kündigen. "Gleichzeitig bereitet das Unternehmen die Emission einer neuen Anleihe vor", melde Brunner. "Das bestätigt den Trend, dass Unternehmen, deren Anleihen gut laufen, versuchen, sich jetzt billiger zu refinanzieren." Die neue Anleihe (ISIN DE000A2AATX6 / WKN A2AATX) der Karlsberg Brauerei, die Ende April auf den Markt gekommen sei, sei ein weiteres Beispiel.
Weniger schöne Nachrichten kämen von Scholz: Die Anleihe (ISIN AT0000A0U9J2 / WKN A1MLSS) des angeschlagenen Schrottrecyclers habe am Freitag abermals heftig nachgegeben. "Es sieht danach aus, dass die Anleihehalter nur maximal 11 Prozent ihres eingesetzten Kapitals wiederbekommen", bemerke Rainer Petz von Oddo Seydler. Die Vertretung der Anleihegläubiger habe bekannt gegeben, dass die Anleihebesitzer eine Abschlagszahlung von 14 Millionen Euro und eine Besserungszahlung von 5,8 Millionen Euro gegen Verzicht auf das restliche Kapital sowie die Zinsen erhalten sollten. Die Abschlagszahlung entspreche bezogen auf den Gesamtbetrag der Anleihe 7,671 Prozent, die Besserungszahlung weitere 3,178 Prozent. (Ausgabe vom 13.05.2016) (16.05.2016/alc/a/a)
So habe der Euro-Bund-Future seinen Aufwärtstrend in der letzten Woche fortgesetzt: Bis Mittwoch habe der Index noch über 164 Punkten notiert, am Freitagmittag seien es 163,82 nach 163,61 Punkten vor einer Woche. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen liege bei 0,14 nach 0,16 Prozent vergangenen Freitag. "Die Umsätze sind allerdings gering", berichte Arthur Brunner von der ICF Bank. "Vor den Pfingsttagen sind viele offenbar schon in Feiertagslaune."
"Für die Bund-Renditen scheint es trotz der höheren Konjunkturdynamik kaum Aufwärtspotenzial zu geben", stelle Cyrus de la Rubia von der HSH Nordbank fest. Immerhin sei das BIP im ersten Quartal einer Schnellschätzung zufolge mit 0,6 Prozent gegenüber dem Vorquartal überraschend stark gewachsen. Das fehlende Aufwärtspotenzial sei wohl darauf zurückzuführen, dass die EZB seit März das Volumen ihrer Anleihekäufe um 20 Milliarden Euro auf rund 80 Milliarden Euro erhöht habe.
In den USA mache sich die Unsicherheit über den weiteren Leitzinsanhebungspfad der FED bemerkbar. "Der Arbeitsmarktbericht für April hat einen Stellenaufbau von 160.000 ausgewiesen - das lag deutlich unter den Markterwartungen." Die FED werde die nächsten Datenveröffentlichungen nun wohl sehr genau beobachten, insbesondere den Arbeitsmarktbericht für Mai. "Der von uns erwartete Termin für die nächste Leitzinserhöhung im Juni ist etwas weniger wahrscheinlich geworden, allerdings ist die Tür für eine Zinserhöhung nächsten Monat unseres Erachtens noch nicht geschlossen."
Immer beliebter würden extrem lang laufende Staatsanleihen: So habe Spanien in der letzten Woche ein Papier (ISIN ES00000128E2 / WKN A181RK) mit Laufzeit von 50 Jahren und Kupon von 3,45 Prozent emittiert, wie Brunner melde. "Die Nachfrage war sehr gut." Der Emissionskurs habe bei 98,998 Prozent gelegen, aktuell werde die Anleihe, die eine 1.000 Euro-Stückelung aufweise, zu 100,9 Prozent gehandelt. Vor wenigen Wochen hätten Frankreich und Belgien fünfzigjährige Anleihen auf den Markt gebracht, das italienische Finanzministerium prüfe dies ebenfalls. Risikolos seien solche Papiere allerdings nicht, wie Analysten betonen würden: Die Liquidität sei in der Regel gering, der vorzeitige Verkauf könne zu Verlusten führen. Vor allem aber sei kaum abzusehen, wie die Emittenten 2066 da stünden - und ob sie das Geld zurückzahlen könnten.
Im Corporates-Bereich seien Bayer-Anleihen unter Abgabedruck geraten, berichte Gregor Daniel von der Walter Ludwig Wertpapierhandelsbank. Angeblich würden sowohl Bayer als auch BASF Kaufangebote für den US-Konkurrenten Monsanto prüfen. "Wenn Bayer das US-Unternehmen tatsächlich übernehmen würde, müssten wohl neue Schulden aufgenommen werden, daher der Druck auf die Altanleihen." Zudem gebe es Spekulationen, dass Bayer den Anteil an der Kunststofftochter Covestro und das Tiergesundheitsgeschäft abstoßen könnte. "Analysten von der DZ Bank halten eine vollständige Übernahme durch Bayer oder BASF aber für höchst unwahrscheinlich." Nach Abgaben in dem bis 2075 laufenden Papier (ISIN DE000A11QR65 / WKN A11QR6) sehe der Händler aber auch schon wieder erste Interessenten, die bei dem günstigeren Kurs einsteigen wollten.
Leichte Verluste hätten Brunner zufolge Telefónica-Anleihen (ISIN XS1069430368 / WKN A1ZJJG) nach dem geplatzten Verkauf von O2 an Hutchinson Whampoa verzeichnet. Die EU-Wettbewerbshüter hätten letzte Woche die milliardenschwere Übernahme des Großbritannien-Geschäfts von Telefónica, der O2-Mutter durch den Mischkonzern Hutchison Whampoa aus Hongkong untersagt. Auch ThyssenKrupp-Papiere hätten nach der Gewinnwarnung des Stahlkonzerns nachgegeben.
Deutlich zulegen können hätten Bonds (ISIN XS0272401356 / WKN A0G0JA) von Heta, der Nachfolgegesellschaft der Krisenbank Hypo Alpe Adria: "Offenbar bahnt sich eine Lösung zwischen den Gläubigern und Kärnten", erläutere Brunner. "Es gibt Spekulationen über einen Vergleich in Höhe von 92 Prozent." Das Bundesland habe Garantien für Heta-Papiere übernommen.
Daniel zufolge hätten sich Anleger zudem in Anleihen des österreichischen Flugzeugkomponentenherstellers FACC Operations und von Erste Finance positioniert.
Die Deutsche Rohstoff AG habe unterdessen angekündigt, die noch bis 2018 laufende Mittelstandsanleihe (ISIN DE000A1R07G4 / WKN A1R07G) mit Kupon von 8 Prozent im Juli vorzeitig zu kündigen. "Gleichzeitig bereitet das Unternehmen die Emission einer neuen Anleihe vor", melde Brunner. "Das bestätigt den Trend, dass Unternehmen, deren Anleihen gut laufen, versuchen, sich jetzt billiger zu refinanzieren." Die neue Anleihe (ISIN DE000A2AATX6 / WKN A2AATX) der Karlsberg Brauerei, die Ende April auf den Markt gekommen sei, sei ein weiteres Beispiel.
Weniger schöne Nachrichten kämen von Scholz: Die Anleihe (ISIN AT0000A0U9J2 / WKN A1MLSS) des angeschlagenen Schrottrecyclers habe am Freitag abermals heftig nachgegeben. "Es sieht danach aus, dass die Anleihehalter nur maximal 11 Prozent ihres eingesetzten Kapitals wiederbekommen", bemerke Rainer Petz von Oddo Seydler. Die Vertretung der Anleihegläubiger habe bekannt gegeben, dass die Anleihebesitzer eine Abschlagszahlung von 14 Millionen Euro und eine Besserungszahlung von 5,8 Millionen Euro gegen Verzicht auf das restliche Kapital sowie die Zinsen erhalten sollten. Die Abschlagszahlung entspreche bezogen auf den Gesamtbetrag der Anleihe 7,671 Prozent, die Besserungszahlung weitere 3,178 Prozent. (Ausgabe vom 13.05.2016) (16.05.2016/alc/a/a)
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