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Anleihen: Anleger gehen weiter auf Nummer sicher
10.10.14 16:21
Deutsche Börse AG
Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Eine ereignisreiche Woche auf dem internationalen Konjunktur-Karussell sorgte für Aufschwung an den Rentenmärkten, so die Deutsche Börse AG.
Der Euro-Bund-Future sei in der Spitze auf 150,6 gestiegen und notiere am Freitagmorgen bei 150,2 Prozent. "Zehnjährige Bundesanleihen bringen damit aktuell 0,9 Prozent Rendite", berechne Arthur Brunner von ICF Kursmakler. Auch US-amerikanische Staatsanleihen hätten laut Sabine Tillmann von der Hellwig Wertpapierhandelsbank kräftigen Rückenwind erhalten. "Die Rendite 10-jähriger US-Treasuries sank zwischenzeitlich auf unter 2,30 Prozent."
"Ein Hauptgrund ist der schlechte Mix bei den Wirtschaftsdaten", meine Brunner. Deutschland stünde mit stark rückläufigen Auftragseingängen am Rande einer Rezession und der Euroraum stagniere. Auch für die Weltwirtschaft rücke der Internationale Währungsfonds (IWF) von seinen bisherigen Prognosen ab und erwarte statt 4 Prozent nur noch 3,8 Prozent Wachstum für das kommende Jahr. "Auch deshalb mehren sich innerhalb der IWF die Stimmen für den Ankauf von Staatsanleihen durch die Europäische Zentralbank."
Gleichzeitig hätten die Funktionäre der Weltbank deutliche Seitenhiebe an Deutschlands derzeitigem Wirtschaftskurs verteilt. Länder, die dazu in der Lage seien, sollten über zusätzliche Infrastrukturmaßnahmen zur Belebung der europäischen Konjunktur beitragen.
Nach Auffassung Klaus Stopps von der Baader Bank habe der Euro-Bund-Future vorerst seinen neuen "Lebensmittelpunkt" um die 150 Prozent gefunden. In Anbetracht der vielen geopolitischen Krisen und wirtschaftlichen Unwägbarkeiten werde das Rentenbarometer von seinem derzeitigen Kurs vermutlich nur in Extremsituationen abweichen. Deshalb bestehe für Anleger aktuell wenig Handlungsbedarf hinsichtlich der Umschichtung innerhalb hochwertiger Investments. "Denn jede Tauschoperation von kurzen in lange Laufzeiten oder umgekehrt macht keinen Sinn und kostet nur Performance."
Während italienische, spanische, portugiesische und irische Staatsanleihen mit zehnjähriger Laufzeit ebenfalls gesucht seien, seien griechische Bonds unter Druck geraten. Mit einer Rendite von zwischenzeitlich 6,7 Prozent liege das Niveau der Helaba zufolge rund 120 Basispunkte über dem von Mitte September. Investoren hätten sich nach Beobachtung von Gregor Daniel etwa von einer im Februar 2013 fälligen, mit 2 Prozent Zinsen ausgestatteten griechischen Staatsanleihe (IISN GR0128010676/ WKN A1G1UA) getrennt, die im Wochenverlauf von 81,25 Prozent auf zwischenzeitlich 78,3 Prozent nachgegeben habe.
Ebenfalls aus den Anlegerdepots raus komme dem Händler der Walter Ludwig Wertpapierhandelsgesellschaft zufolge ein an der Entwicklung des griechischen Bruttoinlandsproduktes gekoppelter Bond (ISIN GRR000000010 / WKN A1G1UW).
"Ausschlaggebend für den jüngsten Ausverkauf waren die Pläne Griechenlands, sich vorzeitig von der Aufsicht der Troika zu befreien", bemerke die Helaba. Anleger hätten sich um eine damit einhergehende mögliche Abkehr vom Konsolidierungskurs gesorgt und ein Erlahmen der Reformanstrengungen befürchtet. Die Renditedifferenz zu Bundesanleihen gleicher Laufzeit habe sich auf zeitweise über 570 Basispunkte ausgeweitet.
Einen Kursrückgang habe eine bis November 2018 laufende und mit einem Kupon von 9,5 Prozent ausgestattete Anleihe (ISIN XS0626438112 / WKN A1KQ5P) des Waffenproduzenten Heckler & Koch verzeichnet. "Gerüchte über eine Herabstufung des Ratings machten zunächst die Runde", begründe Tillmann. Trotz bewaffneter Konflikte rund um den Erdball gehe es dem Unternehmen finanziell schlecht. Tatsächlich sei die Bonität von Heckler & Koch infolge um einen Schritt von CCC+ mit negativem Ausblick auf CCC mit weiter negativem Ausblick zurückgestuft worden. Insgesamt habe das Wertpapier im Wochenverlauf von 81,25 auf 76,0 Prozent verloren.
Rege gehandelt worden sei eine mit 7,509 Prozent Zinsen ausgestattete Hybrid-Anleihe (ISIN DE000TUAG059 / WKN TUAG05) der TUI AG, wie Tillmann melde. Nachdem der Oktober-Kündigungstermin des unbefristeten Bonds vonseiten des Touristikunternehmens nicht in Anspruch genommen worden sei, hätten Anleger gekauft. "Die nächste Kündigungsmöglichkeit besteht im Januar 2015."
Auf den Verkaufslisten der Investoren führe Daniel eine Anleihe (ISIN DE000A1KQ1E2 / WKN A1KQ1E) der Heidelberger Druckmaschinen mit einem jährlichen Zins von 9,250 Prozent und einer Fälligkeit im April 2018. Ohne unternehmensspezifische Nachricht habe sich die Anleihe von 102,20 auf 97,85 Prozent verbilligt.
Mehr als verdoppelt habe sich nach Beobachtung von Brunner eine im November 2016 fällig werdende Nachranganleihe (ISIN XS0275528627 / WKN A0G178) der teilstaatlichen Österreichischen Volksbanken. Innerhalb der vergangenen zwei Wochen sei der Wert von 32 auf 65,5 Prozent nach oben geschossen. "Mit der geplanten Zerschlagung der Bank hoffen Anleger vermutlich, nicht ganz leer auszugehen."
Nach der ergebnislosen Gläubigerversammlung der MS "Deutschland" Beteiligungsgesellschaft am 8. Oktober stehe laut Daniel eine im Dezember 2017 fällige Anleihe (ISIN DE000A1RE7V0 / WKN A1RE7V) des Unternehmens auf den Abgabenlisten der Anleger. "Statt der für eine Beschlussfähigkeit geforderten 50 Prozent der Gläubigerstimmen sind nur 44 zusammengekommen", wisse Daniel. Das mit jährlich 6,875 Prozent verzinste Produkt sei innerhalb einer Woche von 38 auf 29 Prozent eingebrochen. (10.10.2014/alc/a/a)
Der Euro-Bund-Future sei in der Spitze auf 150,6 gestiegen und notiere am Freitagmorgen bei 150,2 Prozent. "Zehnjährige Bundesanleihen bringen damit aktuell 0,9 Prozent Rendite", berechne Arthur Brunner von ICF Kursmakler. Auch US-amerikanische Staatsanleihen hätten laut Sabine Tillmann von der Hellwig Wertpapierhandelsbank kräftigen Rückenwind erhalten. "Die Rendite 10-jähriger US-Treasuries sank zwischenzeitlich auf unter 2,30 Prozent."
"Ein Hauptgrund ist der schlechte Mix bei den Wirtschaftsdaten", meine Brunner. Deutschland stünde mit stark rückläufigen Auftragseingängen am Rande einer Rezession und der Euroraum stagniere. Auch für die Weltwirtschaft rücke der Internationale Währungsfonds (IWF) von seinen bisherigen Prognosen ab und erwarte statt 4 Prozent nur noch 3,8 Prozent Wachstum für das kommende Jahr. "Auch deshalb mehren sich innerhalb der IWF die Stimmen für den Ankauf von Staatsanleihen durch die Europäische Zentralbank."
Gleichzeitig hätten die Funktionäre der Weltbank deutliche Seitenhiebe an Deutschlands derzeitigem Wirtschaftskurs verteilt. Länder, die dazu in der Lage seien, sollten über zusätzliche Infrastrukturmaßnahmen zur Belebung der europäischen Konjunktur beitragen.
Nach Auffassung Klaus Stopps von der Baader Bank habe der Euro-Bund-Future vorerst seinen neuen "Lebensmittelpunkt" um die 150 Prozent gefunden. In Anbetracht der vielen geopolitischen Krisen und wirtschaftlichen Unwägbarkeiten werde das Rentenbarometer von seinem derzeitigen Kurs vermutlich nur in Extremsituationen abweichen. Deshalb bestehe für Anleger aktuell wenig Handlungsbedarf hinsichtlich der Umschichtung innerhalb hochwertiger Investments. "Denn jede Tauschoperation von kurzen in lange Laufzeiten oder umgekehrt macht keinen Sinn und kostet nur Performance."
Während italienische, spanische, portugiesische und irische Staatsanleihen mit zehnjähriger Laufzeit ebenfalls gesucht seien, seien griechische Bonds unter Druck geraten. Mit einer Rendite von zwischenzeitlich 6,7 Prozent liege das Niveau der Helaba zufolge rund 120 Basispunkte über dem von Mitte September. Investoren hätten sich nach Beobachtung von Gregor Daniel etwa von einer im Februar 2013 fälligen, mit 2 Prozent Zinsen ausgestatteten griechischen Staatsanleihe (IISN GR0128010676/ WKN A1G1UA) getrennt, die im Wochenverlauf von 81,25 Prozent auf zwischenzeitlich 78,3 Prozent nachgegeben habe.
"Ausschlaggebend für den jüngsten Ausverkauf waren die Pläne Griechenlands, sich vorzeitig von der Aufsicht der Troika zu befreien", bemerke die Helaba. Anleger hätten sich um eine damit einhergehende mögliche Abkehr vom Konsolidierungskurs gesorgt und ein Erlahmen der Reformanstrengungen befürchtet. Die Renditedifferenz zu Bundesanleihen gleicher Laufzeit habe sich auf zeitweise über 570 Basispunkte ausgeweitet.
Einen Kursrückgang habe eine bis November 2018 laufende und mit einem Kupon von 9,5 Prozent ausgestattete Anleihe (ISIN XS0626438112 / WKN A1KQ5P) des Waffenproduzenten Heckler & Koch verzeichnet. "Gerüchte über eine Herabstufung des Ratings machten zunächst die Runde", begründe Tillmann. Trotz bewaffneter Konflikte rund um den Erdball gehe es dem Unternehmen finanziell schlecht. Tatsächlich sei die Bonität von Heckler & Koch infolge um einen Schritt von CCC+ mit negativem Ausblick auf CCC mit weiter negativem Ausblick zurückgestuft worden. Insgesamt habe das Wertpapier im Wochenverlauf von 81,25 auf 76,0 Prozent verloren.
Rege gehandelt worden sei eine mit 7,509 Prozent Zinsen ausgestattete Hybrid-Anleihe (ISIN DE000TUAG059 / WKN TUAG05) der TUI AG, wie Tillmann melde. Nachdem der Oktober-Kündigungstermin des unbefristeten Bonds vonseiten des Touristikunternehmens nicht in Anspruch genommen worden sei, hätten Anleger gekauft. "Die nächste Kündigungsmöglichkeit besteht im Januar 2015."
Auf den Verkaufslisten der Investoren führe Daniel eine Anleihe (ISIN DE000A1KQ1E2 / WKN A1KQ1E) der Heidelberger Druckmaschinen mit einem jährlichen Zins von 9,250 Prozent und einer Fälligkeit im April 2018. Ohne unternehmensspezifische Nachricht habe sich die Anleihe von 102,20 auf 97,85 Prozent verbilligt.
Mehr als verdoppelt habe sich nach Beobachtung von Brunner eine im November 2016 fällig werdende Nachranganleihe (ISIN XS0275528627 / WKN A0G178) der teilstaatlichen Österreichischen Volksbanken. Innerhalb der vergangenen zwei Wochen sei der Wert von 32 auf 65,5 Prozent nach oben geschossen. "Mit der geplanten Zerschlagung der Bank hoffen Anleger vermutlich, nicht ganz leer auszugehen."
Nach der ergebnislosen Gläubigerversammlung der MS "Deutschland" Beteiligungsgesellschaft am 8. Oktober stehe laut Daniel eine im Dezember 2017 fällige Anleihe (ISIN DE000A1RE7V0 / WKN A1RE7V) des Unternehmens auf den Abgabenlisten der Anleger. "Statt der für eine Beschlussfähigkeit geforderten 50 Prozent der Gläubigerstimmen sind nur 44 zusammengekommen", wisse Daniel. Das mit jährlich 6,875 Prozent verzinste Produkt sei innerhalb einer Woche von 38 auf 29 Prozent eingebrochen. (10.10.2014/alc/a/a)
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| Kurs | Vortag | Veränderung | Datum/Zeit | |
| 125,3474 € | 125,1945 € | 0,1529 € | +0,12% | 01.01./01:00 |
| ISIN | WKN | Jahreshoch | Jahrestief | |
| DE0009652644 | 965264 | 132,00 € | 124,26 € | |
Werte im Artikel
16.04.26
, Helaba
Bund-Future scheitert an 21-Tage-Linie



