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Anleihen: "Alles unter Druck"
28.02.20 16:44
Deutsche Börse AG
Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Bloß weg mit allem, was nach Risiko aussieht: Das ist auch das Motto an den Anleihemärkten, so die Deutsche Börse AG.
Die Angst vor einer Coronavirus-Pandemie und die Erkenntnis, dass die wirtschaftlichen Auswirkungen schon jetzt groß seien, würden die Märkte auch am Freitag belasten. "Die Nerven liegen blank", berichte Gregor Daniel von der Walter Ludwig Wertpapierhandelsbank. "Alles fliegt raus", bemerke der Händler mit Blick auf Unternehmensanleihen.
"Es ist alles unter Druck", melde auch Rainer Petz von Oddo Seydler. "Am Aktienmarkt ist das die schwärzeste Woche nach der Griechenland-Krise 2011."
Anleihehändler würden kaum noch nachkommen angesichts der Verkaufsorder. Besonders heftig würden die Verluste bei Adressen wie Lufthansa ausfallen, nicht ganz so bei Hapag-Lloyd, wie Daniel feststelle. Deutlich unter Druck würden dem Händler zufolge auch Anleihen (ISIN DE000A2YPAJ3 / WKN A2YPAJ; ISIN DE000A2LQQ43 / WKN A2LQQ4) des Spirituosenherstellers Semper idem Underberg geraten. Diese seien vor kurzem noch zu über 106 Prozent gehandelt worden, jetzt seien es nur noch 100 Prozent. Auch die kürzlich erfolgreich auf 40 Millionen Euro aufgestockte, im Dezember 2019 aufgelegte Erwe Immobilien-Anleihe (ISIN DE000A255D05 / WKN A255D0) verliere und rutsche unter 100 Prozent, wie Petz feststelle.
Nur ThyssenKrupp-Papiere hätten heute morgen zugelegt, jedenfalls kurzzeitig. "Es kam gut an, dass der Konzern für seine Aufzugssparte mehr erzielt als erwartet", stelle Daniel fest. "Jetzt sinkt der Kurs aber schon wieder." Der schwächelnde Stahl- und Industriekonzern habe gestern bekannt gegeben, seine Aufzugsparte für 17,5 Milliarden Euro an ein Konsortium aus mehreren Finanzinvestoren abzugeben.
Gefragt seien hingegen die als sicher geltenden Bundesanleihen und US-Treasuries. Der Euro-Bund-Future steige am Freitagmorgen auf 177,35 Punkte, die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen falle auf minus 0,61 Prozent - den tiefsten Stand seit Oktober 2019. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen habe sogar ein Allzeittief von 1,16 Prozent erreicht. Die zuletzt stark gesuchten Staatsanleihen der südeuropäischen Länder Italien, Spanien oder Portugal würden hingegen Verluste erleiden. Sie würden im aktuellen Umfeld wieder als zu riskant gelten.
"Das Coronavirus wird zunehmend zu einem Risiko für die Wirtschaft in Deutschland und im Euroraum", erkläre Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer. Die Unternehmen dürften immer mehr unter fehlenden Zulieferungen aus China leiden sowie vielleicht bald unter Maßnahmen zur Eindämmung der Infektionen. "Ein Schrumpfen der Wirtschaft im ersten Quartal wird wahrscheinlicher."
Angesichts der sich abzeichnenden wirtschaftlichen Folgen verlagere sich der Fokus am Markt zunehmend auf die Frage, inwieweit Finanz- und Geldpolitik hierauf reagieren würden, meine Cem Keltek, Anleiheanalyst der Commerzbank. Dabei dürften Hoffnungen auf eine deutlich expansivere deutsche Finanzpolitik wegen der Schuldenbremse am Ende enttäuscht werden. "Zudem lassen Kommentare der EZB und der FED darauf schließen, dass sie allenfalls bei beträchtlichen durch den Virus verursachten Schäden eingreifen werden." (28.02.2020/alc/a/a)
Die Angst vor einer Coronavirus-Pandemie und die Erkenntnis, dass die wirtschaftlichen Auswirkungen schon jetzt groß seien, würden die Märkte auch am Freitag belasten. "Die Nerven liegen blank", berichte Gregor Daniel von der Walter Ludwig Wertpapierhandelsbank. "Alles fliegt raus", bemerke der Händler mit Blick auf Unternehmensanleihen.
"Es ist alles unter Druck", melde auch Rainer Petz von Oddo Seydler. "Am Aktienmarkt ist das die schwärzeste Woche nach der Griechenland-Krise 2011."
Nur ThyssenKrupp-Papiere hätten heute morgen zugelegt, jedenfalls kurzzeitig. "Es kam gut an, dass der Konzern für seine Aufzugssparte mehr erzielt als erwartet", stelle Daniel fest. "Jetzt sinkt der Kurs aber schon wieder." Der schwächelnde Stahl- und Industriekonzern habe gestern bekannt gegeben, seine Aufzugsparte für 17,5 Milliarden Euro an ein Konsortium aus mehreren Finanzinvestoren abzugeben.
Gefragt seien hingegen die als sicher geltenden Bundesanleihen und US-Treasuries. Der Euro-Bund-Future steige am Freitagmorgen auf 177,35 Punkte, die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen falle auf minus 0,61 Prozent - den tiefsten Stand seit Oktober 2019. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen habe sogar ein Allzeittief von 1,16 Prozent erreicht. Die zuletzt stark gesuchten Staatsanleihen der südeuropäischen Länder Italien, Spanien oder Portugal würden hingegen Verluste erleiden. Sie würden im aktuellen Umfeld wieder als zu riskant gelten.
"Das Coronavirus wird zunehmend zu einem Risiko für die Wirtschaft in Deutschland und im Euroraum", erkläre Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer. Die Unternehmen dürften immer mehr unter fehlenden Zulieferungen aus China leiden sowie vielleicht bald unter Maßnahmen zur Eindämmung der Infektionen. "Ein Schrumpfen der Wirtschaft im ersten Quartal wird wahrscheinlicher."
Angesichts der sich abzeichnenden wirtschaftlichen Folgen verlagere sich der Fokus am Markt zunehmend auf die Frage, inwieweit Finanz- und Geldpolitik hierauf reagieren würden, meine Cem Keltek, Anleiheanalyst der Commerzbank. Dabei dürften Hoffnungen auf eine deutlich expansivere deutsche Finanzpolitik wegen der Schuldenbremse am Ende enttäuscht werden. "Zudem lassen Kommentare der EZB und der FED darauf schließen, dass sie allenfalls bei beträchtlichen durch den Virus verursachten Schäden eingreifen werden." (28.02.2020/alc/a/a)
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| ISIN | WKN | Jahreshoch | Jahrestief | |
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, Helaba
Bund-Future scheitert an 21-Tage-Linie



