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Der Anleihemarkt leckt
17.04.19 11:30
Wolfgang Steubing AG
Frankfurt am Main (www.anleihencheck.de) - Im Oktober 2018 beharrte die EZB immer noch darauf, dass im Jahr 2019 eine deutliche Veränderung der Zinspolitik erfolgen würde, so das Asset Management Team der Steubing AG.
Deutsche Staatsanleihen hätten bei rund einem halben Prozent rentiert. Die Konjunkturaussichten seien noch nicht nach unten korrigiert gewesen. Die FED habe weitere Zinserhöhungen geplant. Es habe ein paar Kritiker gegeben - so auch die Analysten der Wolfgang Steubing AG. Die Analysten der Wolfgang Steubing AG hätten die Konjunktur in den USA schon im Oktober 2018 als gefährdet angesehen. Die zeitliche Verschleppung der Entscheidungen rund um den Brexit seien deutlich erkennbar gewesen und Italien ante portas.
Nun habe sich also die EZB im März korrigiert und aktuell im April noch einmal bestätigt. Die EZB bleibe bei ihrer ultralockeren Geldpolitik. Der Leitzins werde für 2019 und möglicherweise bis ins Jahr 2020 hinein bei 0,00% bleiben. Banken, die ihr Geld über Nacht bei der EZB parken würden, müssten einen Strafzins in Höhe von 0,4% zahlen. Die höchste Schuldenquote Europas habe Italien und die EU-Kommission erwarte für die drittgrößte europäische Volkswirtschaft für das Jahr 2019 gerade mal ein Wachstum von 0,2%. Um den stetig wachsenden Schuldendienst zu leisten, brauche Italien anhaltend niedrige Zinsen. Nicht überraschend: Auch dies hatten wir schon im letzten Oktober in unserer Kolumne geschrieben, so die Analysten der Wolfgang Steubing AG. Sie hätten auch darauf hingewiesen, dass Ende 2019 kein Ende des Anleihekaufprogramms kommen würde, sondern dass nur kein "neues Geld" in die Hand genommen werde. Das auslaufende Anleihegelder zukünftig noch stärker in Richtung Italien kanalisiert werden müssten, liege auf der Hand. Hier drohe eine handfeste Schuldenkrise.
Dies alles (neben dem Dauerthema Brexit) habe dazu geführt, dass die zehnjährige Bundesanleihe kurzfristig in den negativen Bereich gerutscht sei. In der Eurozone fungiere die Bundesanleihe auch mangels anderer Alternativen als sicherer Hafen. Wir haben also eine deutliche Leckage im Anleihemarkt - ausgelöst mittlerweile nicht mehr durch die Bankenkrise im Jahr 2008 sondern durch politische populistische Fehler der EU-Staaten, so die Analysten der Wolfgang Steubing AG. Der Weg zu auskömmlichen Renditen sei steinig und lang. Momentan sehe man zwei Lichter am Horizont glimmen. Einerseits bestehe die Möglichkeit für die Anleger, ihr Depot zu internationalisieren. Aber Vorsicht: Das funktioniere nur bei einer aktiven Vermögensverwaltung, denn Währungsrisiken könnten minimale Renditen sehr schnell schlucken.
Die andere Möglichkeit sei, sich opportunistisch zu verhalten und in Hochzinsanleihen zu investieren. Auch hier sei eine aktive Vermögensverwaltung unumgänglich. Investments in Ramschanleihen kämen nicht infrage. Kursschwankungen von Anleihen sollten auch nur ein begrenztes Anlagekriterium sein. Wichtiger sei ein stabiler Cashflow des Unternehmens. Damit sei es nie in Gefahr in eine Insolvenz zu geraten, oder seinen Schuldendienst nicht mehr bedienen zu können. Fremdkapital sei kein Wagniskapital. Dafür sollten die Unternehmen Eigenkapital an den Kapitalmärkten einwerben. Last but not least: Der aktive Vermögensverwalter müsse transparent mit dem CFO des Unternehmens kommunizieren. Das Unternehmen sollte frühzeitig eine Prolongierung der bestehenden Anleihe anstreben, um vorausschauend und seriös gegenüber dem Kapitalmarkt aufzutreten. (17.04.2019/alc/a/a)
Deutsche Staatsanleihen hätten bei rund einem halben Prozent rentiert. Die Konjunkturaussichten seien noch nicht nach unten korrigiert gewesen. Die FED habe weitere Zinserhöhungen geplant. Es habe ein paar Kritiker gegeben - so auch die Analysten der Wolfgang Steubing AG. Die Analysten der Wolfgang Steubing AG hätten die Konjunktur in den USA schon im Oktober 2018 als gefährdet angesehen. Die zeitliche Verschleppung der Entscheidungen rund um den Brexit seien deutlich erkennbar gewesen und Italien ante portas.
Dies alles (neben dem Dauerthema Brexit) habe dazu geführt, dass die zehnjährige Bundesanleihe kurzfristig in den negativen Bereich gerutscht sei. In der Eurozone fungiere die Bundesanleihe auch mangels anderer Alternativen als sicherer Hafen. Wir haben also eine deutliche Leckage im Anleihemarkt - ausgelöst mittlerweile nicht mehr durch die Bankenkrise im Jahr 2008 sondern durch politische populistische Fehler der EU-Staaten, so die Analysten der Wolfgang Steubing AG. Der Weg zu auskömmlichen Renditen sei steinig und lang. Momentan sehe man zwei Lichter am Horizont glimmen. Einerseits bestehe die Möglichkeit für die Anleger, ihr Depot zu internationalisieren. Aber Vorsicht: Das funktioniere nur bei einer aktiven Vermögensverwaltung, denn Währungsrisiken könnten minimale Renditen sehr schnell schlucken.
Die andere Möglichkeit sei, sich opportunistisch zu verhalten und in Hochzinsanleihen zu investieren. Auch hier sei eine aktive Vermögensverwaltung unumgänglich. Investments in Ramschanleihen kämen nicht infrage. Kursschwankungen von Anleihen sollten auch nur ein begrenztes Anlagekriterium sein. Wichtiger sei ein stabiler Cashflow des Unternehmens. Damit sei es nie in Gefahr in eine Insolvenz zu geraten, oder seinen Schuldendienst nicht mehr bedienen zu können. Fremdkapital sei kein Wagniskapital. Dafür sollten die Unternehmen Eigenkapital an den Kapitalmärkten einwerben. Last but not least: Der aktive Vermögensverwalter müsse transparent mit dem CFO des Unternehmens kommunizieren. Das Unternehmen sollte frühzeitig eine Prolongierung der bestehenden Anleihe anstreben, um vorausschauend und seriös gegenüber dem Kapitalmarkt aufzutreten. (17.04.2019/alc/a/a)


