Erweiterte Funktionen
Anleihemarkt: Südländer immer beliebter
17.01.14 15:49
Deutsche Börse AG
Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Alles steigt und steigt: der DAX auf immer neue Rekordstände, die Anleihen von Europas einstigen Wackelkandidaten auf lange nicht gesehene Niveaus, so die Deutsche Börse AG.
Und selbst Bundesanleihen würden sich verteuern - dabei stünden in den USA alle Zeichen auf eine weitere geldpolitische Straffung. "Die zuletzt veröffentlichten US-Daten haben Erwartungen gestärkt, wonach es zu einer fortgesetzten Rückführung des Anleihekaufvolumens der US-Notenbank kommen wird", erkläre Ulrich Wortberg von der Helaba. Anders als in den USA sehe es in Europa derzeit nicht nach einem geldpolitischen Kurswechsel aus. "Schenkt man den Worten des EZB-Präsidenten Mario Draghi Glauben, so wird die Niedrigzinspolitik in absehbarer Zeit in Europa kein Ende nehmen", bemerke Klaus Stopp von der Baader Bank.
Der Euro-Bund-Future notiere am Freitagmittag bei 141,29 Punkten, vergangene Woche seien es 140,37 gewesen, zum Jahresausklang 139,25 Zähler. Dementsprechend seien die Renditen zehnjähriger Bundesanleihen gesunken: Vor einer Woche hätten sie noch 1,84 Prozent abgeworfen, jetzt seien es 1,76 Prozent.
Nach Ansicht der DekaBank sollten sich die geringeren konjunkturellen, finanziellen und politischen Risiken in Euroland aber früher oder später in etwas höheren Renditen vor allem langlaufender Bundesanleihen niederschlagen. "Zudem dürfte das lange Ende zunehmend belastet werden durch die Thematisierung zukünftiger Leitzinserhöhungen in den USA."
Nach der erfolgreichen Platzierung irischer Staatsanleihen in der Vorwoche habe in dieser Woche das Emissionsvolumen in der Eurozone angezogen. "Die neuen spanischen Papiere sind sehr gut angekommen", erkläre Arthur Brunner von ICF Kursmakler. "Man merkt, dass sehr viel Liquidität in den Markt strömt." Das liege auch an dem traditionell zu Jahresanfang hohen Anlagebedarf etwa von Versicherungen und Pensionsfonds. "Outperformer der Woche ist übrigens Portugal. Die Rendite zehnjähriger portugiesischer Staatsanleihen ist auf 5,22 Prozent gefallen." Vor gut zwei Jahren habe diese noch bei über 15 Prozent gelegen.
Italien habe bereits am Montag eine neue dreijährige Anleihe auf den Markt gebracht sowie ein sieben- und ein fünfzehnjähriges Papier aufgestockt, wie Arne Hellwig von der Hellwig Wertpapierhandelsbank berichte. "Insgesamt konnten dadurch 8,2 Milliarden Euro eingenommen werden. Die Zuteilungsrendite des kurzen Papiers lag bei beachtlich niedrigen 1,51 Prozent."
Beeindruckend seien auch die Kursgewinne slowenischer Staatspapiere, wie Wortberg bemerke. "Im Dezember wurde bekannt, dass das Land seinen Bankensektor ohne die finanzielle Hilfe der europäischen Nachbarländer sanieren wird." Seitdem seien die Renditen auf dem Rückzug und zehnjährige Anleihen hätten derzeit bei gut 4,60 Prozent nach über 5,7 Prozent im Dezember und 6,80 Prozent im Oktober rentiert. Gegen den Trend verkauft werde die am 15. Juli dieses Jahres fällige Zypernanleihe (ISIN XS0196506694 / WKN A0DAA7), wie Gregor Daniel von der Walter Ludwig Wertpapierhandelsgesellschaft registriere. Allerdings liege der Kurs immer noch bei 98,75 Prozent, im Dezember 2011 sei die Notierung unter 65 Prozent gerutscht.
Auch Unternehmensanleihen würden sich reger Nachfrage erfreuen. Abgestoßen worden seien allerdings Papiere der angeschlagenen Werkstattkette ATU Auto Teile Unger, wie Brunner melde. "Anleger wollten offenbar vor der Restrukturierung noch verkaufen." Die besonders liquide, bis 2014 laufende Anleihe (ISIN XS0548968592 / WKN A1EWTK) sei von 66 Prozent am Mittwoch auf 38 Prozent am heutigen Freitag gerutscht. Noch im November sei sie zu über 90 Prozent gehandelt worden.
"Für Solarworld-Anleihen (ISIN XS0641270045 / WKN A1H3W6; ISIN XS0478864225 / WKN A1CR73) rückt der Tag des von der Gläubigerversammlung beschlossenen Umtausches näher", melde Hellwig. Ein konkreter Termin stehe bisher noch nicht fest, in den Beschlüssen sei ein Zeitraum bis Februar 2014 genannt worden. "In dieser Woche war stetig Nachfrage vorhanden, der Kurs zog von 36,30 zu Wochenanfang auf 42,25 in der Spitze an." Darüber hinaus habe Windreich wieder etwas von den Gewinnen der Vorwoche abgegeben. "Das Niveau liegt aber immer noch deutlich über dem zu Beginn der letzten Woche", ergänze Hellwig. Der Kurs des Papiers habe sich verdreifacht, nachdem Unternehmenseigner Willi Balz den operativen Wiedereinstieg angekündigt habe.
Ziemlich beliebt seien Daniel zufolge übrigens auch Endlosanleihen: "Das liegt wohl an der gestiegenen Risikoneigung." Gekauft würden etwa Papiere von AXA (ISIN XS0207825364 / WKN A0DHJ4; ISIN XS0210434782 / WKN A0DXAK), RBS (ISIN XS0205935470 / WKN A0DG4P; ISIN DE000A0E6C37 / WKN A0E6C3), Wienerberger und Fürstenberger. Die AXA-Papiere würden derzeit Renditen von gut 6 Prozent beziehungsweise 4,7 Prozent abwerfen.
Die Emission von Unternehmensanleihen habe diese Woche ebenfalls merklich angezogen: Wie Stopp berichte, habe BASF eine fünfjährige Anleihe (ISIN XS1017828911 / WKN A1YC04) mit Fälligkeit im Januar 2019 und Kupon von 1,375 Prozent und eine zehnjährige mit Fälligkeit im Januar 2024 und Kupon von 2,50 Prozent begeben. Gut angenommen worden seien laut Daniel zwei neue BMW-Anleihen: die eine (ISIN XS1015217703 / WKN A1ZB64) mit Laufzeit bis 2024 und Kupon von 2,625 Prozent, die andere (ISIN XS1017966554 / WKN A1ZCBN), auf Australische Dollar lautend, mit Laufzeit bis 2018 und 4,375 Prozent.
Daneben habe Air Berlin die im April 2018 fällige und mit einem Kupon von 8,25 Prozent ausgestattete Anleihe (ISIN DE000AB100B4 / WKN AB100B) um 75 Millionen Euro aufgestockt. "Der Nettoerlös soll zur teilweisen Refinanzierung der am 1. November 2014 fälligen Anleihe (ISIN DE000AB100C2 / WKN AB100C) und für allgemeine Unternehmenszwecke verwendet werden. Das ist kein Ausdruck von Qualität", meine Daniel. Die Anleihe habe nach der Ankündigung verloren, werde mit 106 Prozent aber immer noch deutlich über Pari gehandelt.
Anleger würden immer wieder Chancen bei Währungsanleihen suchen. "Vor allem der US-Dollar und das britische Pfund sind hier zum Objekt der Spekulation geworden", erläutere Stopp. Investoren hätten sich gefragt, welches der beiden Länder als erstes die Zinswende einleiten werde. "Das würde der jeweiligen Währung einen Aufwertungsschub verleihen." Gekauft würden etwa auf Pfund lautende Corporate Bonds von VW (ISIN XS0963566921 / WKN A1HP3T), General Electric (ISIN XS0740772420 / WKN A1GZ33) und KfW (ISIN XS0200320579 / WKN A0BVTA) sowie auf US-Dollar lautende Papiere von Nestlé (ISIN XS0795390318 / WKN A1G6CV), KfW, Microsoft und der Royal Bank of Scotland. (17.01.2014/alc/a/a)
Und selbst Bundesanleihen würden sich verteuern - dabei stünden in den USA alle Zeichen auf eine weitere geldpolitische Straffung. "Die zuletzt veröffentlichten US-Daten haben Erwartungen gestärkt, wonach es zu einer fortgesetzten Rückführung des Anleihekaufvolumens der US-Notenbank kommen wird", erkläre Ulrich Wortberg von der Helaba. Anders als in den USA sehe es in Europa derzeit nicht nach einem geldpolitischen Kurswechsel aus. "Schenkt man den Worten des EZB-Präsidenten Mario Draghi Glauben, so wird die Niedrigzinspolitik in absehbarer Zeit in Europa kein Ende nehmen", bemerke Klaus Stopp von der Baader Bank.
Der Euro-Bund-Future notiere am Freitagmittag bei 141,29 Punkten, vergangene Woche seien es 140,37 gewesen, zum Jahresausklang 139,25 Zähler. Dementsprechend seien die Renditen zehnjähriger Bundesanleihen gesunken: Vor einer Woche hätten sie noch 1,84 Prozent abgeworfen, jetzt seien es 1,76 Prozent.
Nach Ansicht der DekaBank sollten sich die geringeren konjunkturellen, finanziellen und politischen Risiken in Euroland aber früher oder später in etwas höheren Renditen vor allem langlaufender Bundesanleihen niederschlagen. "Zudem dürfte das lange Ende zunehmend belastet werden durch die Thematisierung zukünftiger Leitzinserhöhungen in den USA."
Nach der erfolgreichen Platzierung irischer Staatsanleihen in der Vorwoche habe in dieser Woche das Emissionsvolumen in der Eurozone angezogen. "Die neuen spanischen Papiere sind sehr gut angekommen", erkläre Arthur Brunner von ICF Kursmakler. "Man merkt, dass sehr viel Liquidität in den Markt strömt." Das liege auch an dem traditionell zu Jahresanfang hohen Anlagebedarf etwa von Versicherungen und Pensionsfonds. "Outperformer der Woche ist übrigens Portugal. Die Rendite zehnjähriger portugiesischer Staatsanleihen ist auf 5,22 Prozent gefallen." Vor gut zwei Jahren habe diese noch bei über 15 Prozent gelegen.
Italien habe bereits am Montag eine neue dreijährige Anleihe auf den Markt gebracht sowie ein sieben- und ein fünfzehnjähriges Papier aufgestockt, wie Arne Hellwig von der Hellwig Wertpapierhandelsbank berichte. "Insgesamt konnten dadurch 8,2 Milliarden Euro eingenommen werden. Die Zuteilungsrendite des kurzen Papiers lag bei beachtlich niedrigen 1,51 Prozent."
Auch Unternehmensanleihen würden sich reger Nachfrage erfreuen. Abgestoßen worden seien allerdings Papiere der angeschlagenen Werkstattkette ATU Auto Teile Unger, wie Brunner melde. "Anleger wollten offenbar vor der Restrukturierung noch verkaufen." Die besonders liquide, bis 2014 laufende Anleihe (ISIN XS0548968592 / WKN A1EWTK) sei von 66 Prozent am Mittwoch auf 38 Prozent am heutigen Freitag gerutscht. Noch im November sei sie zu über 90 Prozent gehandelt worden.
"Für Solarworld-Anleihen (ISIN XS0641270045 / WKN A1H3W6; ISIN XS0478864225 / WKN A1CR73) rückt der Tag des von der Gläubigerversammlung beschlossenen Umtausches näher", melde Hellwig. Ein konkreter Termin stehe bisher noch nicht fest, in den Beschlüssen sei ein Zeitraum bis Februar 2014 genannt worden. "In dieser Woche war stetig Nachfrage vorhanden, der Kurs zog von 36,30 zu Wochenanfang auf 42,25 in der Spitze an." Darüber hinaus habe Windreich wieder etwas von den Gewinnen der Vorwoche abgegeben. "Das Niveau liegt aber immer noch deutlich über dem zu Beginn der letzten Woche", ergänze Hellwig. Der Kurs des Papiers habe sich verdreifacht, nachdem Unternehmenseigner Willi Balz den operativen Wiedereinstieg angekündigt habe.
Ziemlich beliebt seien Daniel zufolge übrigens auch Endlosanleihen: "Das liegt wohl an der gestiegenen Risikoneigung." Gekauft würden etwa Papiere von AXA (ISIN XS0207825364 / WKN A0DHJ4; ISIN XS0210434782 / WKN A0DXAK), RBS (ISIN XS0205935470 / WKN A0DG4P; ISIN DE000A0E6C37 / WKN A0E6C3), Wienerberger und Fürstenberger. Die AXA-Papiere würden derzeit Renditen von gut 6 Prozent beziehungsweise 4,7 Prozent abwerfen.
Die Emission von Unternehmensanleihen habe diese Woche ebenfalls merklich angezogen: Wie Stopp berichte, habe BASF eine fünfjährige Anleihe (ISIN XS1017828911 / WKN A1YC04) mit Fälligkeit im Januar 2019 und Kupon von 1,375 Prozent und eine zehnjährige mit Fälligkeit im Januar 2024 und Kupon von 2,50 Prozent begeben. Gut angenommen worden seien laut Daniel zwei neue BMW-Anleihen: die eine (ISIN XS1015217703 / WKN A1ZB64) mit Laufzeit bis 2024 und Kupon von 2,625 Prozent, die andere (ISIN XS1017966554 / WKN A1ZCBN), auf Australische Dollar lautend, mit Laufzeit bis 2018 und 4,375 Prozent.
Daneben habe Air Berlin die im April 2018 fällige und mit einem Kupon von 8,25 Prozent ausgestattete Anleihe (ISIN DE000AB100B4 / WKN AB100B) um 75 Millionen Euro aufgestockt. "Der Nettoerlös soll zur teilweisen Refinanzierung der am 1. November 2014 fälligen Anleihe (ISIN DE000AB100C2 / WKN AB100C) und für allgemeine Unternehmenszwecke verwendet werden. Das ist kein Ausdruck von Qualität", meine Daniel. Die Anleihe habe nach der Ankündigung verloren, werde mit 106 Prozent aber immer noch deutlich über Pari gehandelt.
Anleger würden immer wieder Chancen bei Währungsanleihen suchen. "Vor allem der US-Dollar und das britische Pfund sind hier zum Objekt der Spekulation geworden", erläutere Stopp. Investoren hätten sich gefragt, welches der beiden Länder als erstes die Zinswende einleiten werde. "Das würde der jeweiligen Währung einen Aufwertungsschub verleihen." Gekauft würden etwa auf Pfund lautende Corporate Bonds von VW (ISIN XS0963566921 / WKN A1HP3T), General Electric (ISIN XS0740772420 / WKN A1GZ33) und KfW (ISIN XS0200320579 / WKN A0BVTA) sowie auf US-Dollar lautende Papiere von Nestlé (ISIN XS0795390318 / WKN A1G6CV), KfW, Microsoft und der Royal Bank of Scotland. (17.01.2014/alc/a/a)
Aktuelle Kursinformationen mehr >
| Kurs | Vortag | Veränderung | Datum/Zeit | |
| 125,1945 € | 125,2722 € | -0,0777 € | -0,06% | 01.01./01:00 |
| ISIN | WKN | Jahreshoch | Jahrestief | |
| DE0009652644 | 965264 | 132,00 € | 124,26 € | |
Werte im Artikel
16.04.26
, Helaba
Bund-Future scheitert an 21-Tage-Linie




