Erweiterte Funktionen
Anleihemarkt: Renditen verharren auf Tiefstständen
01.07.19 10:15
Deutsche Börse AG
Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Mit den von US-Notenbank und EZB in Aussicht gestellten weiteren geldpolitischen Lockerungsmaßnahmen bleiben Anleihen gesucht, so die Deutsche Börse AG.
Mittlerweile werde am Markt fest mit Zinssenkungen gerechnet, vor allem in den USA. "Für die USA wird sowohl für September als auch für Dezember von den meisten Marktteilnehmern eine Reduzierung um jeweils 0,25 Prozentpunkte erwartet", berichte Klaus Stopp von der Baader Bank.
Derzeit blicke man am Markt aber auf den am heutigen Freitag begonnenen G20-Gipfel im japanischen Osaka. Dort sollten US-Präsident Trump und Chinas Präsident Xi zusammenkommen. Komme es zu keiner Einigung im Handelsstreit, würden neue Zölle für Chinas Exporte in die USA drohen. "Weil sowohl China als auch die USA wirtschaftlich unter Druck stehen, dürften Trump und Xi versöhnliche Töne anschlagen", meine Jörg Krämer, Chefvolkswirt der Commerzbank.
"Vor dem G20-Gipfel ist Sicherheit angesagt", berichte Arthur Brunner von der ICF Bank. Die Renditen für zehnjährige Bundesanleihen würden auf ihren Tiefstständen verharren, am Freitagmorgen seien es minus 0,32 Prozent. Der Euro-Bund-Future bewege sich mit 172,53 Prozent in der Nähe seines Allzeithochs.
Außerdem stehe am Sonntag auch ein weiterer EU-Gipfel in Brüssel an, hier gehe es vor allem um Personalfragen. Die Chancen von Bundesbankpräsident Jens Weidmann auf den EZB-Chefposten seien zuletzt gestiegen. Ein Kurswechsel werde mit Weidmann mittlerweile allerdings nicht mehr verbunden, er habe bereits erklärt, dass er als EZB-Chef das OMT-Programm nicht zurücknehmen werde. "Seine bisherige Kritik am OMT und die Ablehnung des Einsatzes quantitativer Lockerungen der Geldpolitik (QE) sind vor allem den südeuropäischen EU-Staaten ein Dorn im Auge", bemerke Stopp. Das bislang noch nie eingesetzte Rettungsprogramm OMT sehe vor, im Notfall unter bestimmten Bedingungen unbegrenzt Staatsanleihen hoch verschuldeter Euro-Länder zu erwerben.
Wie sehr Sicherheit gefragt sei, habe sich vergangene Woche auch im Fall Österreich gezeigt: Die Aufstockung der seit 2017 laufenden hundertjährigen Anleihe (ISIN AT0000A1XML2 / WKN A19PCG) des Landes sei sehr gut angekommen, wie Brunner feststelle. Die Emissionsrendite für das ursprünglich mit einem Zinskupon von 2,1 Prozent ausgestattete Papier habe bei 1,17 Prozent gelegen, ein Rekordtief für diese Laufzeit. Österreich sei das erste Euroland mit Anleihen so langer Laufzeit, bei deutschen Bundesanleihen seien es maximal 30 Jahre. Auch eine neue fünfjährige Anleihe Österreichs sei sehr gefragt gewesen, wie Brunner ergänze. Hier habe die Emissionsrendite bei minus 0,435 Prozent gelegen.
Im Geschäft mit Unternehmensanleihen sei Brunner zufolge die Hertha BSC-Anleihe unter Druck geraten. "Nach dem Einstieg von Lars Windhorst will sich wohl so mancher in Sicherheit bringen", mutmaße der Händler. Der umstrittene Investor und Start-up-Star aus den 1990er Jahren kaufe sich über seine Holdingfirma mit mehr als 100 Millionen Euro bei dem Fußballverein ein.
Beate Mägerle von der Walter Ludwig Wertpapierhandelsbank melde Käufe in einer bis 2026 laufenden VW-Anleihe (ISIN XS1893631769 / WKN A2LQ6C) und einer Otto-Anleihe mit derselben Restlaufzeit. Dass Bayer den US-Anwalt John H. Beisner mit Beratung für die Glyphosat-Prozesse beauftragt habe, habe zudem zu geringen Kurssteigerungen in der Bayer-Anleihe geführt. (Ausgabe vom 28.06.2019) (01.07.2019/alc/a/a)
Mittlerweile werde am Markt fest mit Zinssenkungen gerechnet, vor allem in den USA. "Für die USA wird sowohl für September als auch für Dezember von den meisten Marktteilnehmern eine Reduzierung um jeweils 0,25 Prozentpunkte erwartet", berichte Klaus Stopp von der Baader Bank.
Derzeit blicke man am Markt aber auf den am heutigen Freitag begonnenen G20-Gipfel im japanischen Osaka. Dort sollten US-Präsident Trump und Chinas Präsident Xi zusammenkommen. Komme es zu keiner Einigung im Handelsstreit, würden neue Zölle für Chinas Exporte in die USA drohen. "Weil sowohl China als auch die USA wirtschaftlich unter Druck stehen, dürften Trump und Xi versöhnliche Töne anschlagen", meine Jörg Krämer, Chefvolkswirt der Commerzbank.
Außerdem stehe am Sonntag auch ein weiterer EU-Gipfel in Brüssel an, hier gehe es vor allem um Personalfragen. Die Chancen von Bundesbankpräsident Jens Weidmann auf den EZB-Chefposten seien zuletzt gestiegen. Ein Kurswechsel werde mit Weidmann mittlerweile allerdings nicht mehr verbunden, er habe bereits erklärt, dass er als EZB-Chef das OMT-Programm nicht zurücknehmen werde. "Seine bisherige Kritik am OMT und die Ablehnung des Einsatzes quantitativer Lockerungen der Geldpolitik (QE) sind vor allem den südeuropäischen EU-Staaten ein Dorn im Auge", bemerke Stopp. Das bislang noch nie eingesetzte Rettungsprogramm OMT sehe vor, im Notfall unter bestimmten Bedingungen unbegrenzt Staatsanleihen hoch verschuldeter Euro-Länder zu erwerben.
Wie sehr Sicherheit gefragt sei, habe sich vergangene Woche auch im Fall Österreich gezeigt: Die Aufstockung der seit 2017 laufenden hundertjährigen Anleihe (ISIN AT0000A1XML2 / WKN A19PCG) des Landes sei sehr gut angekommen, wie Brunner feststelle. Die Emissionsrendite für das ursprünglich mit einem Zinskupon von 2,1 Prozent ausgestattete Papier habe bei 1,17 Prozent gelegen, ein Rekordtief für diese Laufzeit. Österreich sei das erste Euroland mit Anleihen so langer Laufzeit, bei deutschen Bundesanleihen seien es maximal 30 Jahre. Auch eine neue fünfjährige Anleihe Österreichs sei sehr gefragt gewesen, wie Brunner ergänze. Hier habe die Emissionsrendite bei minus 0,435 Prozent gelegen.
Im Geschäft mit Unternehmensanleihen sei Brunner zufolge die Hertha BSC-Anleihe unter Druck geraten. "Nach dem Einstieg von Lars Windhorst will sich wohl so mancher in Sicherheit bringen", mutmaße der Händler. Der umstrittene Investor und Start-up-Star aus den 1990er Jahren kaufe sich über seine Holdingfirma mit mehr als 100 Millionen Euro bei dem Fußballverein ein.
Beate Mägerle von der Walter Ludwig Wertpapierhandelsbank melde Käufe in einer bis 2026 laufenden VW-Anleihe (ISIN XS1893631769 / WKN A2LQ6C) und einer Otto-Anleihe mit derselben Restlaufzeit. Dass Bayer den US-Anwalt John H. Beisner mit Beratung für die Glyphosat-Prozesse beauftragt habe, habe zudem zu geringen Kurssteigerungen in der Bayer-Anleihe geführt. (Ausgabe vom 28.06.2019) (01.07.2019/alc/a/a)
Aktuelle Kursinformationen mehr >
| Kurs | Vortag | Veränderung | Datum/Zeit | |
| 125,3556 € | 125,1945 € | 0,1611 € | +0,13% | 01.01./01:00 |
| ISIN | WKN | Jahreshoch | Jahrestief | |
| DE0009652644 | 965264 | 132,00 € | 124,26 € | |
Werte im Artikel
16.04.26
, Helaba
Bund-Future scheitert an 21-Tage-Linie




