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Anleihemarkt: Nervosität bleibt hoch
18.01.16 08:30
Deutsche Börse AG
Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Auch in der zweiten Handelswoche im neuen Jahr blieb es turbulent, so die Deutsche Börse AG.
"Asien, der Ölpreis und die Autoindustrie halten uns weiter in Atem", kommentiere Arthur Brunner von der ICF Bank. "Daher gilt weiter: Heraus aus Aktien, hinein in Bundesanleihen."
Je nach Nachrichtenlage sei des Pendel aber auch immer mal wieder in die andere Richtung geschwungen: "Nachdem am Dienstag die chinesische Notenbank eingriff, um die Abwertung des Chinesischen Renminbi zu bremsen, beruhigte sich die Stimmungslage etwas", berichte Sabine Tillmann von der Hellwig Wertpapierhandelsbank. "Auch der Mittwoch startete mit Zahlen zur chinesischen Handelsbilanz für Dezember, die sich besser als erwartet darstellten."
Der Euro-Bund-Future notiere am Freitagmittag bei 159,77 Punkten nach 159,73 vor einer Woche. Am gestrigen Donnerstag sei das Marktbarometer sogar auf 160,33 Prozent geklettert - und habe damit nur noch knapp unter dem Allzeithoch von 160,69 Punkten vom April 2015 gelegen. Zehnjährige Bundesanleihen würden heute 0,54 Prozent abwerfen, vergangenen Freitag seien es 0,51 Prozent gewesen.
"Die Vielzahl der negativen Meldungen ließ das 'Sorgenbarometer' Euro-Bund-Future immer wieder heftig ausschlagen", bemerke Klaus Stopp von der Baader Bank, er spreche von einem "wilden Gehüpfe" der Rendite für zehnjährige deutsche Staatsanleihen. "Die Umsätze sind aber dünn", ergänze Brunner. Viele Anleger, die sich üblicherweise zu Jahresanfang neu positioniert hätten, hätten jetzt erst einmal abgewartet.
Auch Staatsanleihen anderer europäischer Länder seien gesucht. "Neuemissionen von Spanien, Portugal (ISIN PT0TET0E0012 / WKN nicht bekannt), Belgien (ISIN BE0000337460 / WKN A18W1U) und Polen (ISIN XS1346201616 / WKN A18WWR; ISIN XS1346201889 / WKN A18WWS) kamen gut an", melde Brunner. "Dass Anlagebedarf vorhanden war und ist, wurde insbesondere an den spanischen Emissionen deutlich", stelle Stopp fest. Diese seien trotz der Unsicherheiten wegen des Unabhängigkeitsstrebens Kataloniens mehrfach überzeichnet gewesen.
Rainer Gutermann von der Commerzbank rechne für die kommende Woche mit einem weiterhin volatilen Handel. "Dabei dürfte die Entwicklung in China und den Schwellenländern den allgemeinen Risikoappetit bestimmen." Die Angebotswelle an neuen Emissionen erreiche zwar allmählich ihren Scheitelpunkt, allerdings seien für die kommenden zwei Wochen weitere Emissionen im Umfang von etwa 40 Milliarden Euro zu erwarten.
Gleichzeitig seien Spekulationen auf weitere Maßnahmen der EZB wieder in den Fokus gerückt. "Angesichts der kollabierenden Ölpreise und Inflationserwartungen muss die EZB ihre Inflationsprognosen wohl bald deutlich reduzieren." Das spreche letztendlich für weitere Lockerungsmaßnahmen.
Der Ölpreisverfall - der Brent-Preis sei am Mittwochabend erstmals seit April 2004 unter die Marke von 30 US-Dollar gefallen - setze den ohnehin schwächelnden Venezuela-Anleihen weiter stark zu. Einige Mutige seien jetzt aber wieder eingestiegen, wie Gregor Daniel von der Walter Ludwig Wertpapierhandelsgesellschaft beobachtet habe. Gekauft würden - in kleinen Mengen - ein bis 2026 laufender Bond (ISIN USP17625AE71 / WKN A1GWK1) mit Kupon von 11,75 Prozent und ein bis 2020 laufendes Papier (ISIN USP97475AG56 / WKN A0GKSP) mit 6 Prozent, beide würden auf US-Dollar lauten. "Das sind wohl Ölpreisoptimisten." Die erste Anleihe werde aktuell zu 35,3 Prozent gehandelt, die zweite zu 33 Prozent.
Nachdem am gestrigen Donnerstag bekannt geworden sei, dass drei Werke des französischen Autobauers Renault im Rahmen einer Überprüfung von Abgasmesswerten durchsucht worden seien, seien neben Renault-Aktien auch die Anleihen unter Druck geraten, wie Brunner berichte. Betroffen sei etwa der bis 2029 laufende Bond (ISIN FR0012173144 / WKN A1ZP10) der Renault-Bank RCI. Auch Daimler-Anleihen seien abgegeben worden. VW-Hybridanleihen (ISIN XS1048428442 / WKN A1ZE21) seien ebenfalls verkauft worden. "Das lag aber eher daran, dass die Reise des VW-Chefs Matthias Müller in die USA nicht wirklich überzeugt hat."
Die Deutsche Bank habe zwei neue, auf US-Dollar lautende Papiere auf den Markt gebracht. Das eine (ISIN US25152R2X04 / WKN XM1L1M) habe eine Laufzeit von fünf Jahren und einen Zinssatz von 3,125 Prozent, das andere (ISIN US25152R2Y86 / WKN XM1L1N) laufe zehn Jahre und biete 4,1 Prozent. Beide seien von der Stückelung her (1.000 US-Dollar) auch für Privatanleger geeignet. (Ausgabe vom 15.01.2016) (18.01.2016/alc/a/a)
"Asien, der Ölpreis und die Autoindustrie halten uns weiter in Atem", kommentiere Arthur Brunner von der ICF Bank. "Daher gilt weiter: Heraus aus Aktien, hinein in Bundesanleihen."
Je nach Nachrichtenlage sei des Pendel aber auch immer mal wieder in die andere Richtung geschwungen: "Nachdem am Dienstag die chinesische Notenbank eingriff, um die Abwertung des Chinesischen Renminbi zu bremsen, beruhigte sich die Stimmungslage etwas", berichte Sabine Tillmann von der Hellwig Wertpapierhandelsbank. "Auch der Mittwoch startete mit Zahlen zur chinesischen Handelsbilanz für Dezember, die sich besser als erwartet darstellten."
Der Euro-Bund-Future notiere am Freitagmittag bei 159,77 Punkten nach 159,73 vor einer Woche. Am gestrigen Donnerstag sei das Marktbarometer sogar auf 160,33 Prozent geklettert - und habe damit nur noch knapp unter dem Allzeithoch von 160,69 Punkten vom April 2015 gelegen. Zehnjährige Bundesanleihen würden heute 0,54 Prozent abwerfen, vergangenen Freitag seien es 0,51 Prozent gewesen.
"Die Vielzahl der negativen Meldungen ließ das 'Sorgenbarometer' Euro-Bund-Future immer wieder heftig ausschlagen", bemerke Klaus Stopp von der Baader Bank, er spreche von einem "wilden Gehüpfe" der Rendite für zehnjährige deutsche Staatsanleihen. "Die Umsätze sind aber dünn", ergänze Brunner. Viele Anleger, die sich üblicherweise zu Jahresanfang neu positioniert hätten, hätten jetzt erst einmal abgewartet.
Rainer Gutermann von der Commerzbank rechne für die kommende Woche mit einem weiterhin volatilen Handel. "Dabei dürfte die Entwicklung in China und den Schwellenländern den allgemeinen Risikoappetit bestimmen." Die Angebotswelle an neuen Emissionen erreiche zwar allmählich ihren Scheitelpunkt, allerdings seien für die kommenden zwei Wochen weitere Emissionen im Umfang von etwa 40 Milliarden Euro zu erwarten.
Gleichzeitig seien Spekulationen auf weitere Maßnahmen der EZB wieder in den Fokus gerückt. "Angesichts der kollabierenden Ölpreise und Inflationserwartungen muss die EZB ihre Inflationsprognosen wohl bald deutlich reduzieren." Das spreche letztendlich für weitere Lockerungsmaßnahmen.
Der Ölpreisverfall - der Brent-Preis sei am Mittwochabend erstmals seit April 2004 unter die Marke von 30 US-Dollar gefallen - setze den ohnehin schwächelnden Venezuela-Anleihen weiter stark zu. Einige Mutige seien jetzt aber wieder eingestiegen, wie Gregor Daniel von der Walter Ludwig Wertpapierhandelsgesellschaft beobachtet habe. Gekauft würden - in kleinen Mengen - ein bis 2026 laufender Bond (ISIN USP17625AE71 / WKN A1GWK1) mit Kupon von 11,75 Prozent und ein bis 2020 laufendes Papier (ISIN USP97475AG56 / WKN A0GKSP) mit 6 Prozent, beide würden auf US-Dollar lauten. "Das sind wohl Ölpreisoptimisten." Die erste Anleihe werde aktuell zu 35,3 Prozent gehandelt, die zweite zu 33 Prozent.
Nachdem am gestrigen Donnerstag bekannt geworden sei, dass drei Werke des französischen Autobauers Renault im Rahmen einer Überprüfung von Abgasmesswerten durchsucht worden seien, seien neben Renault-Aktien auch die Anleihen unter Druck geraten, wie Brunner berichte. Betroffen sei etwa der bis 2029 laufende Bond (ISIN FR0012173144 / WKN A1ZP10) der Renault-Bank RCI. Auch Daimler-Anleihen seien abgegeben worden. VW-Hybridanleihen (ISIN XS1048428442 / WKN A1ZE21) seien ebenfalls verkauft worden. "Das lag aber eher daran, dass die Reise des VW-Chefs Matthias Müller in die USA nicht wirklich überzeugt hat."
Die Deutsche Bank habe zwei neue, auf US-Dollar lautende Papiere auf den Markt gebracht. Das eine (ISIN US25152R2X04 / WKN XM1L1M) habe eine Laufzeit von fünf Jahren und einen Zinssatz von 3,125 Prozent, das andere (ISIN US25152R2Y86 / WKN XM1L1N) laufe zehn Jahre und biete 4,1 Prozent. Beide seien von der Stückelung her (1.000 US-Dollar) auch für Privatanleger geeignet. (Ausgabe vom 15.01.2016) (18.01.2016/alc/a/a)
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| Kurs | Vortag | Veränderung | Datum/Zeit | |
| 125,1945 € | 125,2722 € | -0,0777 € | -0,06% | 01.01./01:00 |
| ISIN | WKN | Jahreshoch | Jahrestief | |
| DE0009652644 | 965264 | 132,00 € | 124,26 € | |
Werte im Artikel
16.04.26
, Helaba
Bund-Future scheitert an 21-Tage-Linie




