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Anleihemarkt: Hoffnung auf Einigung
13.07.15 08:55
Deutsche Börse AG
Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Nach dem Einreichen der Reformliste wächst die Zuversicht der Anleger, einen Staatsbankrott Griechenlands in letzter Sekunde noch abwenden zu können, so die Deutsche Börse AG.
Während sich die Aktienmärkte erholen würden, sei der Euro-Bund-Future als sicherer Hafen derzeit weniger gefragt. Im Wochenverlauf bewege sich das Sorgenbarometer bei zwischenzeitlich starken Schwankungen mit 151,41 Prozent in der Summe kaum vom Fleck. In der Spitze habe der Wert allerdings bei 154,24 Prozent. "Damit erreichte die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen kurzfristig 0,61 Prozent", bemerke Sabine Tillmann von der Hellwig Wertpapierhandelsbank. "Zu der Unsicherheit in der Grexitfrage mischte sich der Absturz der chinesischen Aktien, die innerhalb der vergangenen Woche Kursverluste von über 30 Prozent hinnehmen mussten."
Für ein dreijähriges Hilfsprogramm im Umfang von 53,5 Milliarden Euro, ein Investitionspaket über 35 Milliarden Euro und Zugeständnisse bei den Zinszahlungen für Anleihen biete Tsipras eine Rentenreform, diverse Steuererhöhungen sowie Privatisierungen, wie die Helaba zusammenfasse. Ob das die Bereitschaft bei den übrigen Euroländern für weitere Finanzhilfen beflügeln könne, werde sich im Verlauf des Wochenendes zeigen. Bleibe ein Übereinkommen aus, folge daraus das sofortige Stopp der ELA-Nothilfen für griechische Banken. Denn eine Einigung liege in den Händen der Politik und nicht beim EZB-Rat, wie Bundesbankpräsident Weidmann betone.
Die Anforderungen der Gläubiger seien nach Meinung der Helaba aber nur eine Seite der Medaille. "Die Regierung in Athen steht bereits jetzt vor einer Zerreißprobe, da der linksradikale Parteiflügel ein neues Paket ablehnt." Tsipras gehe aber von einer parlamentarischen Zustimmung für die eingereichten Maßnahmen aus.
Stopp erwarte, dass der letzte Vorhang dieser Tragödie am kommenden Sonntag noch nicht fallen werde. "Da kein Politiker als Totengräber des europäischen Gedankens in die Geschichtsbücher eingehen möchte, wird bis zum 20. Juli weiter verhandelt", sei der Rentenhändler überzeugt. An diesem Tag müsse mit der fälligen Rückzahlung von 3,5 Milliarden Euro an die Europäische Zentralbank eigentlich eine Entscheidung her. "Das hatte Finanzminister Wolfgang Schäuble freilich auch schon im Februar mit Blick auf ein Ultimatum zum damaligen Monatsende gesagt."
Dass im Zuge der Griechenlandsaga an den Kapitalmärkten einiges an Porzellan zerschlagen worden sei, werde nach Ansicht von Stopp bei Betrachtung der Renditen zehnjähriger Staatsanleihen in den vergangenen drei Monate deutlich: Bundesanleihen hätten sich zwischen 0,073 und 0,978 Prozent bewegt, portugiesische Bonds hätten Werte von 1,596 und 3,217 Prozent erreicht, spanische hätten sowohl 1,218 als auch 2,40 Prozent markiert, während die Erträge italienischer Anleihen einen Sprung von 1,256 bis 2,383 Prozent gemacht hätten.
Die Rendite griechischer Anleihen habe im gleichen Zeitraum zwischen 10,138 und 18,249 Prozent variiert. Binnen Wochenfrist sei laut Stopp ein Plus von 14,66 auf 18,18 Prozent enstanden. Hier handele es sich um rein rechnerische Werte. "Denn griechische Staatsanleihen sind vom Börsenhandel ausgesetzt und somit nur theoretisch und außerbörslich handelbar."
Wie reformbedürftig das Konstrukt der Europäischen Währungsunion geworden sei, verdeutliche aus Sicht von Stopp die Unterschriftenaktion österreichischer Bürger für ein Volksbegehren, was über den Verbleib des Landes in der EU entscheiden solle. Mit über einer Viertelmillion Unterschriften hätten die Initiatoren die Hürde von 100.000 Unterschriften locker übersprungen. Nun müsse das Anliegen im dortigen Parlament zwar diskutiert werden. "Ob nach Großbritannien jetzt auch Österreich ein Referendum abhalten darf, ist nach den Erfahrungen mit Volksbegehren in Wien eher unwahrscheinlich", prognostiziere Stopp.
Den Handel mit Unternehmensanleihen beschreibe Gregor Daniel von der Walter Ludwig Wertpapierhandelsgesellschaft als ausgesprochen ruhig. Auf verhaltenem Niveau hätten sich Investoren für eine bis November 2020 laufende und mit jährlich 1,75 Prozent verzinste Anleihe (ISIN DE000A14J579 / WKN A14J57) von Thyssen interessiert. Aktuell sei der Wert für 96.58 Prozent zu haben. Das entspreche einer Rendite von 2,43 Prozent. (Ausgabe vom 10.07.2015) (13.07.2015/alc/a/a)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.
Während sich die Aktienmärkte erholen würden, sei der Euro-Bund-Future als sicherer Hafen derzeit weniger gefragt. Im Wochenverlauf bewege sich das Sorgenbarometer bei zwischenzeitlich starken Schwankungen mit 151,41 Prozent in der Summe kaum vom Fleck. In der Spitze habe der Wert allerdings bei 154,24 Prozent. "Damit erreichte die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen kurzfristig 0,61 Prozent", bemerke Sabine Tillmann von der Hellwig Wertpapierhandelsbank. "Zu der Unsicherheit in der Grexitfrage mischte sich der Absturz der chinesischen Aktien, die innerhalb der vergangenen Woche Kursverluste von über 30 Prozent hinnehmen mussten."
Für ein dreijähriges Hilfsprogramm im Umfang von 53,5 Milliarden Euro, ein Investitionspaket über 35 Milliarden Euro und Zugeständnisse bei den Zinszahlungen für Anleihen biete Tsipras eine Rentenreform, diverse Steuererhöhungen sowie Privatisierungen, wie die Helaba zusammenfasse. Ob das die Bereitschaft bei den übrigen Euroländern für weitere Finanzhilfen beflügeln könne, werde sich im Verlauf des Wochenendes zeigen. Bleibe ein Übereinkommen aus, folge daraus das sofortige Stopp der ELA-Nothilfen für griechische Banken. Denn eine Einigung liege in den Händen der Politik und nicht beim EZB-Rat, wie Bundesbankpräsident Weidmann betone.
Die Anforderungen der Gläubiger seien nach Meinung der Helaba aber nur eine Seite der Medaille. "Die Regierung in Athen steht bereits jetzt vor einer Zerreißprobe, da der linksradikale Parteiflügel ein neues Paket ablehnt." Tsipras gehe aber von einer parlamentarischen Zustimmung für die eingereichten Maßnahmen aus.
Dass im Zuge der Griechenlandsaga an den Kapitalmärkten einiges an Porzellan zerschlagen worden sei, werde nach Ansicht von Stopp bei Betrachtung der Renditen zehnjähriger Staatsanleihen in den vergangenen drei Monate deutlich: Bundesanleihen hätten sich zwischen 0,073 und 0,978 Prozent bewegt, portugiesische Bonds hätten Werte von 1,596 und 3,217 Prozent erreicht, spanische hätten sowohl 1,218 als auch 2,40 Prozent markiert, während die Erträge italienischer Anleihen einen Sprung von 1,256 bis 2,383 Prozent gemacht hätten.
Die Rendite griechischer Anleihen habe im gleichen Zeitraum zwischen 10,138 und 18,249 Prozent variiert. Binnen Wochenfrist sei laut Stopp ein Plus von 14,66 auf 18,18 Prozent enstanden. Hier handele es sich um rein rechnerische Werte. "Denn griechische Staatsanleihen sind vom Börsenhandel ausgesetzt und somit nur theoretisch und außerbörslich handelbar."
Wie reformbedürftig das Konstrukt der Europäischen Währungsunion geworden sei, verdeutliche aus Sicht von Stopp die Unterschriftenaktion österreichischer Bürger für ein Volksbegehren, was über den Verbleib des Landes in der EU entscheiden solle. Mit über einer Viertelmillion Unterschriften hätten die Initiatoren die Hürde von 100.000 Unterschriften locker übersprungen. Nun müsse das Anliegen im dortigen Parlament zwar diskutiert werden. "Ob nach Großbritannien jetzt auch Österreich ein Referendum abhalten darf, ist nach den Erfahrungen mit Volksbegehren in Wien eher unwahrscheinlich", prognostiziere Stopp.
Den Handel mit Unternehmensanleihen beschreibe Gregor Daniel von der Walter Ludwig Wertpapierhandelsgesellschaft als ausgesprochen ruhig. Auf verhaltenem Niveau hätten sich Investoren für eine bis November 2020 laufende und mit jährlich 1,75 Prozent verzinste Anleihe (ISIN DE000A14J579 / WKN A14J57) von Thyssen interessiert. Aktuell sei der Wert für 96.58 Prozent zu haben. Das entspreche einer Rendite von 2,43 Prozent. (Ausgabe vom 10.07.2015) (13.07.2015/alc/a/a)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.
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| Kurs | Vortag | Veränderung | Datum/Zeit | |
| 126,0482 € | 125,1945 € | 0,8537 € | +0,68% | 01.01./01:00 |
| ISIN | WKN | Jahreshoch | Jahrestief | |
| DE0009652644 | 965264 | 132,00 € | 124,26 € | |
Werte im Artikel
16.04.26
, Helaba
Bund-Future scheitert an 21-Tage-Linie



