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Anleihemarkt: Deutsche Anleihen gefragt
07.09.15 08:48
Deutsche Börse AG
Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Nach der Hektik an den Kapitalmärkten geht es mittlerweile wieder entspannter zu, so die Deutsche Börse AG.
"Seit zwei Tagen ist es aufgrund eines chinesischen Feiertages etwas ruhiger", berichte Arthur Brunner von der ICF Bank. Der Rentenhandel dieser Woche würde dennoch einmal mehr von der wirtschaftlichen Schwäche in China bestimmt. Zwar bewege sich der Euro-Bund-Future mit 154,41 Prozent leicht oberhalb des Niveaus der Vorwoche. Zwischenzeitlich habe es aber heftige Ausschläge gegeben. "Zehnjährige Bundesanleihen werfen derzeit rund 0,7 Prozent Rendite ab."
Für Klaus Stopp habe das Sorgenbarometer die Rolle eines Schock-Absorbers mittlerweile eingebüßt. "Bei der weltweiten Kursentwicklung an den Aktienmärkten wären vor Monatsfrist im Bondbereich noch ganz andere Höhen erklommen worden", meine der Rentenhändler der Baader Bank. Vor nicht allzu langer Zeit hätten Rentenhändler in Krisenzeiten in Erwartung einer steigenden Nachfrage ihre Bond-Bestände im Vorfeld aufgebaut. Mittlerweile würde nur noch gehandelt, was wirklich gebraucht werde.
Die Beschlüsse der EZB, den Leitzins im Euroraum auf dem Rekordtief von 0,05 Prozent zu belassen und die monatlichen Anleihe-Käufe in Höhe von 60 Milliarden Euro zunächst unverändert fortzusetzen, würden für Brunner nicht unerwartet kommen. "Mario Draghi wiederholte die üblichen Äußerungen, bei Bedarf jederzeit nachlegen zu können."
Beim laufenden Programm sei das Ankaufslimit pro Emission von 25 Prozent auf 33 Prozent erhöht worden, wie Sabine Tillmann von der Hellwig Wertpapierhandelsbank ergänze. Die Projektionen für Wachstum und Inflation habe der EZB-Rat deutlicher als erwartet nach unten revidiert. Statt 0,3 Prozent hätten die EZB-Volkswirte nun eine Teuerungsrate von 0,1 Prozent für 2015 erwartet.
Für das kommende Jahr rechne die Notenbank mit 1,1 Prozent, was 0,4 Prozent unter den bisherigen Prognosen liege. Insgesamt habe es EZB-Präsident Draghi nach Ansicht der Helaba geschafft, alle Markteilnehmer glücklich zu machen: "Aktienhändler in Erwartung weiterer Geldspritzen und Bondhändler mit Blick auf dauerhaft niedrige Zinsen!"
Im kommenden Jahr müssten sich 50 bis 60 europäische Großbanken erneut einem Stresstest unterziehen. Im Vorfeld würden zwei Volkswirte der Deutschen Bundesbank schon mal vor übertriebener Offenheit hinsichtlich der Ergebnisse der Untersuchung warnen, wie Stopp bemerke. Die Begründung: So könne man möglichen Bank Runs bei schwächelnden Instituten vorbeugen.
Für Stopp würden sich die Autoren der Studie auf einem schmalen Grad bewegen. "Folgt man den Empfehlungen von Thilo Pauschy und Wolfgang Gick, bedeutet dies eine Einschränkung der Transparenz." Dann könnten sich Bankkunden womöglich keinen umfassenden Eindruck mehr über die Lage ihrer Kreditinstitute machen. Wohlweislich verweise die EZB darauf, dass die Aussagen im Rahmen der Studie lediglich die Meinung der Autoren widergäben.
Den Handel mit Mittelstands-Anleihen beschreibe Brunner als ruhig. "Investoren halten sich vor den heute anstehenden US-Arbeitsmarktdaten tendenziell bedeckt." Allerdings hätten viele Unternehmen Kapitalbedarf, der über die Ausgabe von Anleihen gedeckt würde. Neuemissionen gebe es etwa von American Honda, Heineken, der Sato Group, Accor, Suez Environment und Wells Fargo. "Mit einer Stückelung von 100.000 Euro eignen sich die Papiere eher für institutionelle Anleger."
Sabine Tillmann melde reges Interesse an einer jährlich mit 9,5 Prozent verzinsten und bis Mai 2018 laufenden Anleihe (ISIN XS0626438112 / WKN A1KQ5P) von Heckler & Koch. Der Wert habe von 77,35 bis auf zwischenzeitlich 82,75 Prozent zugelegt. Konkrete Unternehmensnachrichten gebe es "noch" nicht. "Im Markt kursieren aber Gerüchte, dass der Hersteller von Rüstungsgütern bessere Zahlen verkünden wird."
Zudem hätten Anleger verstärkt in den US-Dollar-Raum diversifiziert und würden sich Anleihen beispielsweise von Harley Davidson, der Deutschen Bank oder Toyota Motor Credit ins Depot legen.
Eine neue in US-Dollar geführte RWE-Anleihe mit einem Kupon von 6,625 Prozent und einer Fälligkeit im Juli 2075 werde von Kunden nach Beobachtung von Gregor Daniel nur zögerlich angenommen. In den vergangenen fünf Handelstagen habe sich der Wert von 99,39 auf 97,7 Prozent verbilligt. (Ausgabe vom 04.09.2015) (07.09.2015/alc/a/a)
"Seit zwei Tagen ist es aufgrund eines chinesischen Feiertages etwas ruhiger", berichte Arthur Brunner von der ICF Bank. Der Rentenhandel dieser Woche würde dennoch einmal mehr von der wirtschaftlichen Schwäche in China bestimmt. Zwar bewege sich der Euro-Bund-Future mit 154,41 Prozent leicht oberhalb des Niveaus der Vorwoche. Zwischenzeitlich habe es aber heftige Ausschläge gegeben. "Zehnjährige Bundesanleihen werfen derzeit rund 0,7 Prozent Rendite ab."
Für Klaus Stopp habe das Sorgenbarometer die Rolle eines Schock-Absorbers mittlerweile eingebüßt. "Bei der weltweiten Kursentwicklung an den Aktienmärkten wären vor Monatsfrist im Bondbereich noch ganz andere Höhen erklommen worden", meine der Rentenhändler der Baader Bank. Vor nicht allzu langer Zeit hätten Rentenhändler in Krisenzeiten in Erwartung einer steigenden Nachfrage ihre Bond-Bestände im Vorfeld aufgebaut. Mittlerweile würde nur noch gehandelt, was wirklich gebraucht werde.
Die Beschlüsse der EZB, den Leitzins im Euroraum auf dem Rekordtief von 0,05 Prozent zu belassen und die monatlichen Anleihe-Käufe in Höhe von 60 Milliarden Euro zunächst unverändert fortzusetzen, würden für Brunner nicht unerwartet kommen. "Mario Draghi wiederholte die üblichen Äußerungen, bei Bedarf jederzeit nachlegen zu können."
Beim laufenden Programm sei das Ankaufslimit pro Emission von 25 Prozent auf 33 Prozent erhöht worden, wie Sabine Tillmann von der Hellwig Wertpapierhandelsbank ergänze. Die Projektionen für Wachstum und Inflation habe der EZB-Rat deutlicher als erwartet nach unten revidiert. Statt 0,3 Prozent hätten die EZB-Volkswirte nun eine Teuerungsrate von 0,1 Prozent für 2015 erwartet.
Im kommenden Jahr müssten sich 50 bis 60 europäische Großbanken erneut einem Stresstest unterziehen. Im Vorfeld würden zwei Volkswirte der Deutschen Bundesbank schon mal vor übertriebener Offenheit hinsichtlich der Ergebnisse der Untersuchung warnen, wie Stopp bemerke. Die Begründung: So könne man möglichen Bank Runs bei schwächelnden Instituten vorbeugen.
Für Stopp würden sich die Autoren der Studie auf einem schmalen Grad bewegen. "Folgt man den Empfehlungen von Thilo Pauschy und Wolfgang Gick, bedeutet dies eine Einschränkung der Transparenz." Dann könnten sich Bankkunden womöglich keinen umfassenden Eindruck mehr über die Lage ihrer Kreditinstitute machen. Wohlweislich verweise die EZB darauf, dass die Aussagen im Rahmen der Studie lediglich die Meinung der Autoren widergäben.
Den Handel mit Mittelstands-Anleihen beschreibe Brunner als ruhig. "Investoren halten sich vor den heute anstehenden US-Arbeitsmarktdaten tendenziell bedeckt." Allerdings hätten viele Unternehmen Kapitalbedarf, der über die Ausgabe von Anleihen gedeckt würde. Neuemissionen gebe es etwa von American Honda, Heineken, der Sato Group, Accor, Suez Environment und Wells Fargo. "Mit einer Stückelung von 100.000 Euro eignen sich die Papiere eher für institutionelle Anleger."
Sabine Tillmann melde reges Interesse an einer jährlich mit 9,5 Prozent verzinsten und bis Mai 2018 laufenden Anleihe (ISIN XS0626438112 / WKN A1KQ5P) von Heckler & Koch. Der Wert habe von 77,35 bis auf zwischenzeitlich 82,75 Prozent zugelegt. Konkrete Unternehmensnachrichten gebe es "noch" nicht. "Im Markt kursieren aber Gerüchte, dass der Hersteller von Rüstungsgütern bessere Zahlen verkünden wird."
Zudem hätten Anleger verstärkt in den US-Dollar-Raum diversifiziert und würden sich Anleihen beispielsweise von Harley Davidson, der Deutschen Bank oder Toyota Motor Credit ins Depot legen.
Eine neue in US-Dollar geführte RWE-Anleihe mit einem Kupon von 6,625 Prozent und einer Fälligkeit im Juli 2075 werde von Kunden nach Beobachtung von Gregor Daniel nur zögerlich angenommen. In den vergangenen fünf Handelstagen habe sich der Wert von 99,39 auf 97,7 Prozent verbilligt. (Ausgabe vom 04.09.2015) (07.09.2015/alc/a/a)
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| Kurs | Vortag | Veränderung | Datum/Zeit | |
| 125,3474 € | 125,1945 € | 0,1529 € | +0,12% | 01.01./01:00 |
| ISIN | WKN | Jahreshoch | Jahrestief | |
| DE0009652644 | 965264 | 132,00 € | 124,26 € | |
Werte im Artikel
16.04.26
, Helaba
Bund-Future scheitert an 21-Tage-Linie



