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Anleihemarkt: Deutlicher Rückgang der Renditen
19.07.19 13:00
Deutsche Börse AG
Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die Aussicht auf sinkende Leitzinsen lässt die Renditen wieder fallen, so die Deutsche Börse AG.
"Die Notenbanken bestimmen weiter das Geschehen", bemerke Arthur Brunner von der ICF Bank. Am gestrigen Donnerstag hätten Spekulationen über ein mögliches neues EZB-Inflationsziel dem Euro-Bund-Future Auftrieb verliehen und die Renditen gedrückt. Laut Bloomberg würden EZB-Experten überlegen, ob in Zukunft eine Abweichung vom Inflationsziel von knapp zwei Prozent nach unten und oben möglich sein solle. Dann könnten auch bei einem Anstieg der Inflation die Leitzinsen noch niedrig bleiben, um das Wirtschaftswachstum abzusichern.
Die Rendite für zehnjährige Bundesanleihen liege am Freitagmorgen bei minus 0,32 Prozent. Das sei weniger als vor einer Woche, aber mehr als im historischen Tief von minus 0,4 vor zwei Wochen. Auch US-Treasuries-Renditen würden wieder fallen und sich für die Zehnjahreslaufzeit der 2 Prozent-Linie nähern.
Mit 1,55 Prozent auf den tiefsten Stand seit Oktober 2016 sei die Rendite für zehnjährige italienische Staatsanleihen gerutscht. Zum Vergleich: Im Oktober 2018 seien es noch fast 3,70 Prozent gewesen. Hintergrund seien Spekulationen über vorgezogene Neuwahlen: Angeblich wolle der stellvertretende Ministerpräsident und Lega-Parteichef Matteo Salvini aus der Regierungskoalition ausbrechen.
Sehr gut angenommen worden sei eine neue Griechenland-Anleihe mit Laufzeit bis 2026 und Kupon von 1,875 Prozent, wie Brunner berichte. "Sie kam mit 99,83 Prozent auf den Markt, jetzt sind es schon 101,4 Prozent."
Am kommenden Donnerstag treffe sich die EZB. Von Bloomberg befragte Volkswirte würden mit deutlicher Mehrheit davon ausgehen, dass die Notenbanker noch keine neuen Maßnahmen verkünden würden.
Die Commerzbank rechne allerdings damit, dass EZB-Chef Draghi die Märkte mit einer Senkung des Einlagesatzes um 20 Basispunkte auf dann minus 0,6 Prozent überraschen werde. Gleichzeitig werde er aber ein Staffelzinssystem einführen, um die negativen Effekte der Negativzinsen zu mildern. Nach diesem Konzept würde nur noch für einen Teil der Einlagen der offizielle Einlagensatz gelten. Ähnliches gebe es bereits in Dänemark, Japan, Schweden und der Schweiz.
Im Handel mit Unternehmensanleihen sei es urlaubsbedingt ruhig geworden. Käufe melde Gregor Daniel von der Walter Ludwig Wertpapierhandelsbank für die Otto-Anleihe mit Kupon von 2,625 Prozent und Laufzeit bis 2026, eine im April platzierte nachhaltige Anleihe. Weiter hohe Umsätze gebe es in den noch recht neuen Anleihen von Ekosem-Agrar und FCR Immobilien.
Brunner berichte von hohen Umsätzen in einer Metro-Anleihe, die Käufe überwögen. Hintergrund sei, dass Metro-Großaktionär Haniel das Übernahmeangebot des tschechischen Milliardärs Daniel Kretinsky für die noch in seinem Besitz befindlichen Metro-Aktien angenommen habe. Viele Käufe sehe Brunner zudem in zwei Anleihen von Ferratum Capital Germany (ISIN SE0011167972 / WKN A2LQLF; ISIN SE0012453835 / WKN A2TSDS).
Unter erneuten Abgabedruck sei Daniel zufolge die bis 2022 laufende Thomas Cook-Anleihe mit Kupon von 6,25 Prozent geraten, die mittlerweile bei nur 21,25 Prozent gehandelt werde. "Das hängt wohl mit der chinesischen Fosun Group zusammen." Fosun Tourism wolle seinen Anteil von 18 auf voraussichtlich 66 bis 75 Prozent aufstocken, ein Übernahmeangebot an die übrigen Aktionäre solle es nicht geben.
Neu auf den Markt sei eine BMW-Anleihe in Norwegischen Kronen gekommen, wie Brunner außerdem berichte. "Das wird zur Diversifizierung gern gekauft." Der Bond mit der Stückelung von 10.000 Kronen biete 2,25 Prozent und laufe bis 2023. (19.07.2019/alc/a/a)
"Die Notenbanken bestimmen weiter das Geschehen", bemerke Arthur Brunner von der ICF Bank. Am gestrigen Donnerstag hätten Spekulationen über ein mögliches neues EZB-Inflationsziel dem Euro-Bund-Future Auftrieb verliehen und die Renditen gedrückt. Laut Bloomberg würden EZB-Experten überlegen, ob in Zukunft eine Abweichung vom Inflationsziel von knapp zwei Prozent nach unten und oben möglich sein solle. Dann könnten auch bei einem Anstieg der Inflation die Leitzinsen noch niedrig bleiben, um das Wirtschaftswachstum abzusichern.
Die Rendite für zehnjährige Bundesanleihen liege am Freitagmorgen bei minus 0,32 Prozent. Das sei weniger als vor einer Woche, aber mehr als im historischen Tief von minus 0,4 vor zwei Wochen. Auch US-Treasuries-Renditen würden wieder fallen und sich für die Zehnjahreslaufzeit der 2 Prozent-Linie nähern.
Mit 1,55 Prozent auf den tiefsten Stand seit Oktober 2016 sei die Rendite für zehnjährige italienische Staatsanleihen gerutscht. Zum Vergleich: Im Oktober 2018 seien es noch fast 3,70 Prozent gewesen. Hintergrund seien Spekulationen über vorgezogene Neuwahlen: Angeblich wolle der stellvertretende Ministerpräsident und Lega-Parteichef Matteo Salvini aus der Regierungskoalition ausbrechen.
Sehr gut angenommen worden sei eine neue Griechenland-Anleihe mit Laufzeit bis 2026 und Kupon von 1,875 Prozent, wie Brunner berichte. "Sie kam mit 99,83 Prozent auf den Markt, jetzt sind es schon 101,4 Prozent."
Die Commerzbank rechne allerdings damit, dass EZB-Chef Draghi die Märkte mit einer Senkung des Einlagesatzes um 20 Basispunkte auf dann minus 0,6 Prozent überraschen werde. Gleichzeitig werde er aber ein Staffelzinssystem einführen, um die negativen Effekte der Negativzinsen zu mildern. Nach diesem Konzept würde nur noch für einen Teil der Einlagen der offizielle Einlagensatz gelten. Ähnliches gebe es bereits in Dänemark, Japan, Schweden und der Schweiz.
Im Handel mit Unternehmensanleihen sei es urlaubsbedingt ruhig geworden. Käufe melde Gregor Daniel von der Walter Ludwig Wertpapierhandelsbank für die Otto-Anleihe mit Kupon von 2,625 Prozent und Laufzeit bis 2026, eine im April platzierte nachhaltige Anleihe. Weiter hohe Umsätze gebe es in den noch recht neuen Anleihen von Ekosem-Agrar und FCR Immobilien.
Brunner berichte von hohen Umsätzen in einer Metro-Anleihe, die Käufe überwögen. Hintergrund sei, dass Metro-Großaktionär Haniel das Übernahmeangebot des tschechischen Milliardärs Daniel Kretinsky für die noch in seinem Besitz befindlichen Metro-Aktien angenommen habe. Viele Käufe sehe Brunner zudem in zwei Anleihen von Ferratum Capital Germany (ISIN SE0011167972 / WKN A2LQLF; ISIN SE0012453835 / WKN A2TSDS).
Unter erneuten Abgabedruck sei Daniel zufolge die bis 2022 laufende Thomas Cook-Anleihe mit Kupon von 6,25 Prozent geraten, die mittlerweile bei nur 21,25 Prozent gehandelt werde. "Das hängt wohl mit der chinesischen Fosun Group zusammen." Fosun Tourism wolle seinen Anteil von 18 auf voraussichtlich 66 bis 75 Prozent aufstocken, ein Übernahmeangebot an die übrigen Aktionäre solle es nicht geben.
Neu auf den Markt sei eine BMW-Anleihe in Norwegischen Kronen gekommen, wie Brunner außerdem berichte. "Das wird zur Diversifizierung gern gekauft." Der Bond mit der Stückelung von 10.000 Kronen biete 2,25 Prozent und laufe bis 2023. (19.07.2019/alc/a/a)
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| Kurs | Vortag | Veränderung | Datum/Zeit | |
| 125,3556 € | 125,1945 € | 0,1611 € | +0,13% | 01.01./01:00 |
| ISIN | WKN | Jahreshoch | Jahrestief | |
| DE0009652644 | 965264 | 132,00 € | 124,26 € | |
Werte im Artikel
16.04.26
, Helaba
Bund-Future scheitert an 21-Tage-Linie



