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Anleihemarkt: Anleger bleiben entspannt
21.03.14 16:40
Deutsche Börse AG
Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Der Konflikt mit Russland, die Zinsentscheidung der Federal Reserve und der heutige Hexensabbat, wie der dreifache Verfallstermin für Optionen und Futures auf Aktien und Indices auch genannt wird, bewegen laut Anleihehändlern die Anlegergemüter in dieser Woche, so die Deutsche Börse AG.
"Das Ergebnis des Ukraine-Referendums überraschte allerdings nicht", meine Arne Hellwig von der Hellwig Wertpapierhandelsbank, auch wenn die politische Lage im Land weiterhin den Markt beeinflusse. "Rund um die Ankündigung von Yellen, ab 2015 schrittweise den Zins anzuheben, hat der Bund-Future (ISIN DE0009652644 / WKN 965264) etwas korrigiert", beobachte Gregor Daniel von der Walter Ludwig Wertpapierhandelsbank. Mittlerweile erhole sich das deutsche Rentenbarometer wieder und notiere am Freitagmorgen bei 142,40 Prozent. Die Kurse von Anleihen der EU-Peripherie hätten Hellwig zufolge ebenfalls leicht zulegen können.
Wie geschichtsträchtig die kommenden Tage und Wochen würden, sei nach Auffassung von Klaus Stopp von der Baader Bank schwer vorherzusagen. "An Themen mangelt es nicht." Ob die Geldpolitik der Notenbanken, die Immobilienkrise in China oder die Wiedergeburt des Ost-West-Konflikts. "All dies kann an den Märkten jederzeit größere Verwerfungen erzeugen."
Ein Handelskonflikt würde Russland härter treffen als die westlichen Staaten, wie Stopp einschätze. Auch wenn deutsche Banken in Russland ausstehende Forderungen in Höhe von 17 Milliarden Euro in ihren Büchern und hiesige Unternehmen dort 20 Milliarden Euro investiert hätten. Deutschland liefere überwiegend schwer zu ersetzende Produkte, während die Russen fast ausschließlich Rohstoffe wie Öl und Gas böten. "Der Preis, den Moskau bei einer Eskalation der Krim-Krise zu zahlen hätte, wäre also ein hoher." Auch ohne die Sanktionen leide die russische Wirtschaft. "Der Rubel verlor allein in den vergangenen zwei Monaten gegenüber dem Euro 10 Prozent an Wert", ergänze Hellwig.
Die gestrige Senkung der Bonitätsnote Russlands von "stabil" auf "negativ" durch die Ratingagentur Standard & Poor's reflektiere diese Einschätzung. Die derzeit hohen Handelsüberschüsse Russlands könnten der Agentur zufolge im Rahmen der Krise bis 2015 gänzlich verschwinden. Frisches Kapital gebe es damit für das Land vermutlich nur noch zu schlechteren Konditionen. Das S&P-Rating von BBB liege aktuell zwei Stufen über dem spekulativen Bereich, mit dem Ratingagenturen riskante Anlagen kennzeichnen würden.
Investoren scheinen eine Eskalation des Konflikts erst einmal nicht zu erwarten, so die Deutsche Börse AG. Stopp deute die wieder leicht anziehenden Kurse für russische Anleihen als gewisse Gelassenheit unter Anlegern. Gesucht sei beispielsweise ein bis September 2020 laufender Bond (ISIN XS0971722342 / WKN A1HQXU) in Euro mit einem jährlichen Kupon von 3,625 Prozent. Eine auf Rubel lautende russische Anleihe (ISIN RU000A0JTK38 / WKN A1HFLY) komme ebenfalls gut an. Der im Januar 2028 endfällige Bond rentiere aktuell um 9,19 Prozent.
Wie gewonnen so zerronnen. Für die Air Berlin sei es in dieser Woche drunter und drüber gegangen. Übernahmefantasien der Anleger hätten nach der Verschiebung der Bilanzpressekonferenz den Börsenwert des Unternehmens zunächst beflügelt. "Rückzugsgerüchte des Hauptaktionärs Etihad, der mit 30 Prozent an Air Berlin beteiligt ist, eine mutmaßliche Abkehr Air Berlins von der Börse sowie Meldungen über eine mögliche Aufspaltung des Unternehmens ließen den Kurs wieder abstürzen", fasse Daniel zusammen.
Mittlerweile stünden alle Anleihen der zweitgrößten deutschen Fluggesellschaft unter Abgabedruck. Überwiegend verkauft würde beispielsweise der im November kommenden Jahres fällig werdende Bond (ISIN DE000AB100C2 / WKN AB100C) mit einem Kupon von 11,5 Prozent.
Eine neue Anleihe (ISIN DE000A1TNC94 / WKN A1TNC9) der Aareal Bank mit einem jährlichem Zins von 4,25 Prozent und einer Laufzeit bis März 2028 würde von Anlegern gut angenommen. "Die Anleihe wurde die ganze Woche gekauft", registriere Daniel.
Ebenso hätten Investoren sich verstärkt eine in diesem Monat aufgelegte mit 1,25 Prozent verzinste und bis 2017 laufende Anleihe (ISIN XS1040041649 / WKN A11QCZ) vom Automobilzulieferer Hella ins Depot gelegt.
Nach einer leichten Schwächephase habe sich die restrukturierte Anleihe (ISIN DE000A1YDDX6 / WKN A1YDDX) der SolarWorld mit Fälligkeit im Februar 2019 im Bereich von 273 bis 277 Euro wieder stabilisiert, wie Hellwig berichte. "In dieser Woche wurde der Kupon auf 6 Prozent festgelegt." Wobei dieser sich aus einer Grundverzinsung von 1 Prozent und einem Aufschlag von 5 Prozent zusammensetze. Die Anleihe sei eine Stücknotiz, d.h. anders als die meisten Anleihen werde ihr Wert in Euro und nicht in Prozent ausgedrückt.
Nach dem Einbruch in der vergangenen Woche spreche Hellwig von einer "deutlichen Erholung" einer in 2016 fälligen SeniVita Sozial-Anleihe. "Steigende Erlöse und ein höherer Jahresüberschuss im abgelaufenen Geschäftsjahr unterstützen den Rebound." An das Niveau vor der Schwächephase könne die mit jährlich 6,5 Prozent verzinste Anleihe des größten privaten Betreibers von Einrichtungen zur Alten- und Behindertenhilfe aber noch nicht wieder anknüpfen. (21.03.2014/alc/a/a)
"Das Ergebnis des Ukraine-Referendums überraschte allerdings nicht", meine Arne Hellwig von der Hellwig Wertpapierhandelsbank, auch wenn die politische Lage im Land weiterhin den Markt beeinflusse. "Rund um die Ankündigung von Yellen, ab 2015 schrittweise den Zins anzuheben, hat der Bund-Future (ISIN DE0009652644 / WKN 965264) etwas korrigiert", beobachte Gregor Daniel von der Walter Ludwig Wertpapierhandelsbank. Mittlerweile erhole sich das deutsche Rentenbarometer wieder und notiere am Freitagmorgen bei 142,40 Prozent. Die Kurse von Anleihen der EU-Peripherie hätten Hellwig zufolge ebenfalls leicht zulegen können.
Wie geschichtsträchtig die kommenden Tage und Wochen würden, sei nach Auffassung von Klaus Stopp von der Baader Bank schwer vorherzusagen. "An Themen mangelt es nicht." Ob die Geldpolitik der Notenbanken, die Immobilienkrise in China oder die Wiedergeburt des Ost-West-Konflikts. "All dies kann an den Märkten jederzeit größere Verwerfungen erzeugen."
Ein Handelskonflikt würde Russland härter treffen als die westlichen Staaten, wie Stopp einschätze. Auch wenn deutsche Banken in Russland ausstehende Forderungen in Höhe von 17 Milliarden Euro in ihren Büchern und hiesige Unternehmen dort 20 Milliarden Euro investiert hätten. Deutschland liefere überwiegend schwer zu ersetzende Produkte, während die Russen fast ausschließlich Rohstoffe wie Öl und Gas böten. "Der Preis, den Moskau bei einer Eskalation der Krim-Krise zu zahlen hätte, wäre also ein hoher." Auch ohne die Sanktionen leide die russische Wirtschaft. "Der Rubel verlor allein in den vergangenen zwei Monaten gegenüber dem Euro 10 Prozent an Wert", ergänze Hellwig.
Die gestrige Senkung der Bonitätsnote Russlands von "stabil" auf "negativ" durch die Ratingagentur Standard & Poor's reflektiere diese Einschätzung. Die derzeit hohen Handelsüberschüsse Russlands könnten der Agentur zufolge im Rahmen der Krise bis 2015 gänzlich verschwinden. Frisches Kapital gebe es damit für das Land vermutlich nur noch zu schlechteren Konditionen. Das S&P-Rating von BBB liege aktuell zwei Stufen über dem spekulativen Bereich, mit dem Ratingagenturen riskante Anlagen kennzeichnen würden.
Wie gewonnen so zerronnen. Für die Air Berlin sei es in dieser Woche drunter und drüber gegangen. Übernahmefantasien der Anleger hätten nach der Verschiebung der Bilanzpressekonferenz den Börsenwert des Unternehmens zunächst beflügelt. "Rückzugsgerüchte des Hauptaktionärs Etihad, der mit 30 Prozent an Air Berlin beteiligt ist, eine mutmaßliche Abkehr Air Berlins von der Börse sowie Meldungen über eine mögliche Aufspaltung des Unternehmens ließen den Kurs wieder abstürzen", fasse Daniel zusammen.
Mittlerweile stünden alle Anleihen der zweitgrößten deutschen Fluggesellschaft unter Abgabedruck. Überwiegend verkauft würde beispielsweise der im November kommenden Jahres fällig werdende Bond (ISIN DE000AB100C2 / WKN AB100C) mit einem Kupon von 11,5 Prozent.
Eine neue Anleihe (ISIN DE000A1TNC94 / WKN A1TNC9) der Aareal Bank mit einem jährlichem Zins von 4,25 Prozent und einer Laufzeit bis März 2028 würde von Anlegern gut angenommen. "Die Anleihe wurde die ganze Woche gekauft", registriere Daniel.
Ebenso hätten Investoren sich verstärkt eine in diesem Monat aufgelegte mit 1,25 Prozent verzinste und bis 2017 laufende Anleihe (ISIN XS1040041649 / WKN A11QCZ) vom Automobilzulieferer Hella ins Depot gelegt.
Nach einer leichten Schwächephase habe sich die restrukturierte Anleihe (ISIN DE000A1YDDX6 / WKN A1YDDX) der SolarWorld mit Fälligkeit im Februar 2019 im Bereich von 273 bis 277 Euro wieder stabilisiert, wie Hellwig berichte. "In dieser Woche wurde der Kupon auf 6 Prozent festgelegt." Wobei dieser sich aus einer Grundverzinsung von 1 Prozent und einem Aufschlag von 5 Prozent zusammensetze. Die Anleihe sei eine Stücknotiz, d.h. anders als die meisten Anleihen werde ihr Wert in Euro und nicht in Prozent ausgedrückt.
Nach dem Einbruch in der vergangenen Woche spreche Hellwig von einer "deutlichen Erholung" einer in 2016 fälligen SeniVita Sozial-Anleihe. "Steigende Erlöse und ein höherer Jahresüberschuss im abgelaufenen Geschäftsjahr unterstützen den Rebound." An das Niveau vor der Schwächephase könne die mit jährlich 6,5 Prozent verzinste Anleihe des größten privaten Betreibers von Einrichtungen zur Alten- und Behindertenhilfe aber noch nicht wieder anknüpfen. (21.03.2014/alc/a/a)
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| Kurs | Vortag | Veränderung | Datum/Zeit | |
| 125,1945 € | 125,2722 € | -0,0777 € | -0,06% | 01.01./01:00 |
| ISIN | WKN | Jahreshoch | Jahrestief | |
| DE0009652644 | 965264 | 132,00 € | 124,26 € | |
Werte im Artikel
16.04.26
, Helaba
Bund-Future scheitert an 21-Tage-Linie




