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Anleihemarkt: Anleger in Habachtstellung
26.10.12 15:23
Deutsche Börse AG
Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Market Maker aus dem Rentenhandel berichten von einer umsatzschwachen Woche, so die Deutsche Börse AG.
"Die Leute bleiben in Habachtstellung", kommentiere Arthur Brunner von ICF Kursmakler mit Blick auf den anhaltend negativen Nachrichtenfluss um Griechenland und enttäuschende Wirtschaftsdaten aus der Eurozone. "Es gab nur wenig politische Events in den vergangenen Tagen und wichtige Wirtschaftsdaten, wie der ifo-Index aus Deutschland, haben enttäuscht. Eine Korrektur im Euro-Bund-Future lässt daher weiter auf sich warten."
Klaus Stopp von der Baader Bank ergänze: "Die vergangenen Handelstage standen ganz im Zeichen fallender Notierungen am Aktienmarkt und der ständigen Ungewissheit bei der Lösung der Finanzierungsprobleme in der Eurozone." EZB-Präsident Mario Draghi, der in dieser Woche vor den Abgeordneten des Bundestages für seine umstrittene Strategie zur Euro-Rettung geworben habe, habe die Verunsicherung sogar noch gesteigert. "Dass ein EZB-Präsident auf "Roadshow" geht und sich den Fragen von Volksvertretern stellt, ist schon eine einmalige Sache und trägt sicherlich nicht zur nachhaltigen Beruhigung der Kapitalmärkte bei", argumentiere der Händler.
Aus Sicht von Gregor Daniel, Händler der Walter Ludwig Wertpapierhandelsgesellschaft, habe angesichts der Vielzahl negativer Meldungen in den vergangenen Monaten und Jahren mittlerweile jedoch eine Art "Nachrichtenübersättigung" bei den Investoren eingesetzt: "Griechenland hat offenbar schon wieder neue Löcher ausgemacht, was einige Leute dazu bewogen hat, bei den Anleihen des Euro-Krisenstaats in dieser Woche auf die Verkaufstaste zu drücken - insgesamt ist aber trotzdem alles ziemlich ruhig. Die anhaltend schlechten Nachrichten aus der Euro-Peripherie, die vor zwei Jahren wahrscheinlich noch massive Verwerfungen an den Märkten bewirkt hätten, prallen mittlerweile offenbar an vielen Leuten einfach ab."
Deutsche Bundesanleihen seien in dem unsicheren Makroumfeld gesucht. So habe das Rentenbarometer Euro-Bund-Future im Verlauf der Woche wieder den Sprung über die Marke von 140 Prozent geschafft und notiere am Freitagmittag bei knapp 140,90 Punkten, nach 139,82 Prozent in der Vorwoche. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen betrage 1,54 Prozent, am vergangenen Freitag waren es noch 1,63 Prozent.
Auch am Primärmarkt sei die Nachfrage nach den vermeintlich sicheren deutschen Bundesanleihen gestiegen. "Der Bund hat in dieser Woche zehnjährige Anleihen in einem Volumen von 4 Milliarden Euro platziert, wobei die Nachfrage mit rund 5 Milliarden das Angebot deutlich übertraf. Bei der vorangegangenen Auktion gleicher Titel war das noch ganz anders: Da wurden von den angebotenen 5 Milliarden Euro lediglich 4 Milliarden nachgefragt", wisse Brunner.
Beliebt seien bei den Anlegern weiter die Corporate Bonds. "Angesichts der ständigen Nachrichtenflut vonseiten der Schuldenkrise, weiß keiner mehr, was er wirklich glauben oder ernst nehmen soll. Unternehmensanleihen sind auch deshalb attraktiv, weil es hier wenigstens handfeste Stories gibt, die man nachvollziehen kann", erkläre Daniel. So stehe am heutigen Freitag etwa die bis 2014 laufende Anleihe (ISIN DE000AB100C2 / WKN AB100C) von Air Berlin unter starkem Abgabedruck, weil das Papier zu einem Kurs von 101 um bis zu 50 Millionen Euro aufgestockt werden solle. "Heute Morgen notierte die Anleihe noch bei einem Kurs von 105,5. Mittlerweile sind wir schon bei 102,10 angekommen", berichte der Händler.
Privatinvestoren würden laut Brunner weiterhin gern zu einer Nachranganleihe (ISIN XS0171797219 / WKN 273032) der IKB mit einer Restlaufzeit von knapp einem halben Jahr greifen. "Sollte sie zurückgezahlt werden, lockt eine Rendite von 11,65 Prozent." Gut gehalten habe sich in der vergangenen Woche auch eine Anleihe der Karlsberg Brauerei, die mit einem Kurs von 105,75 auf einem sehr hohen Niveau notiere. "Karlsberg ist unter den neuen Zeichnungen derzeit das beste Papier bei uns", merke der Market Maker an.
Am Primärmarkt für Euro-Corporates habe sich die Stimmung laut Baader Bank in der abgelaufenen Woche insbesondere für die Emittentenadressen aus der Eurozonenperipherie weiter aufgehellt. So habe sich etwa das spanische Infrastrukturunternehmen Abertis nach drei Jahren Abstinenz zurück an den Anleihemarkt getraut und dabei 750 Millionen Euro eingesammelt. "Der Triple-B-Emittent offerierte den Investoren eine Anleihe mit einer siebenjährigen Laufzeit und, bei einer deutlichen Überzeichnung, eine Rendite von 4,825 Prozent", berichte Stopp.
Am Dienstag dieser Woche habe der deutsche Versandhandelskonzern Otto GmbH & Co. KG eine 300 Millionen Euro große Anleihe mit Fälligkeit im November 2019 emittiert. Der Kupon betrage 4,00 Prozent, als Emissionskurs sei 99,25 Prozent festgesetzt worden. (26.10.2012/alc/a/a)
"Die Leute bleiben in Habachtstellung", kommentiere Arthur Brunner von ICF Kursmakler mit Blick auf den anhaltend negativen Nachrichtenfluss um Griechenland und enttäuschende Wirtschaftsdaten aus der Eurozone. "Es gab nur wenig politische Events in den vergangenen Tagen und wichtige Wirtschaftsdaten, wie der ifo-Index aus Deutschland, haben enttäuscht. Eine Korrektur im Euro-Bund-Future lässt daher weiter auf sich warten."
Klaus Stopp von der Baader Bank ergänze: "Die vergangenen Handelstage standen ganz im Zeichen fallender Notierungen am Aktienmarkt und der ständigen Ungewissheit bei der Lösung der Finanzierungsprobleme in der Eurozone." EZB-Präsident Mario Draghi, der in dieser Woche vor den Abgeordneten des Bundestages für seine umstrittene Strategie zur Euro-Rettung geworben habe, habe die Verunsicherung sogar noch gesteigert. "Dass ein EZB-Präsident auf "Roadshow" geht und sich den Fragen von Volksvertretern stellt, ist schon eine einmalige Sache und trägt sicherlich nicht zur nachhaltigen Beruhigung der Kapitalmärkte bei", argumentiere der Händler.
Aus Sicht von Gregor Daniel, Händler der Walter Ludwig Wertpapierhandelsgesellschaft, habe angesichts der Vielzahl negativer Meldungen in den vergangenen Monaten und Jahren mittlerweile jedoch eine Art "Nachrichtenübersättigung" bei den Investoren eingesetzt: "Griechenland hat offenbar schon wieder neue Löcher ausgemacht, was einige Leute dazu bewogen hat, bei den Anleihen des Euro-Krisenstaats in dieser Woche auf die Verkaufstaste zu drücken - insgesamt ist aber trotzdem alles ziemlich ruhig. Die anhaltend schlechten Nachrichten aus der Euro-Peripherie, die vor zwei Jahren wahrscheinlich noch massive Verwerfungen an den Märkten bewirkt hätten, prallen mittlerweile offenbar an vielen Leuten einfach ab."
Auch am Primärmarkt sei die Nachfrage nach den vermeintlich sicheren deutschen Bundesanleihen gestiegen. "Der Bund hat in dieser Woche zehnjährige Anleihen in einem Volumen von 4 Milliarden Euro platziert, wobei die Nachfrage mit rund 5 Milliarden das Angebot deutlich übertraf. Bei der vorangegangenen Auktion gleicher Titel war das noch ganz anders: Da wurden von den angebotenen 5 Milliarden Euro lediglich 4 Milliarden nachgefragt", wisse Brunner.
Beliebt seien bei den Anlegern weiter die Corporate Bonds. "Angesichts der ständigen Nachrichtenflut vonseiten der Schuldenkrise, weiß keiner mehr, was er wirklich glauben oder ernst nehmen soll. Unternehmensanleihen sind auch deshalb attraktiv, weil es hier wenigstens handfeste Stories gibt, die man nachvollziehen kann", erkläre Daniel. So stehe am heutigen Freitag etwa die bis 2014 laufende Anleihe (ISIN DE000AB100C2 / WKN AB100C) von Air Berlin unter starkem Abgabedruck, weil das Papier zu einem Kurs von 101 um bis zu 50 Millionen Euro aufgestockt werden solle. "Heute Morgen notierte die Anleihe noch bei einem Kurs von 105,5. Mittlerweile sind wir schon bei 102,10 angekommen", berichte der Händler.
Privatinvestoren würden laut Brunner weiterhin gern zu einer Nachranganleihe (ISIN XS0171797219 / WKN 273032) der IKB mit einer Restlaufzeit von knapp einem halben Jahr greifen. "Sollte sie zurückgezahlt werden, lockt eine Rendite von 11,65 Prozent." Gut gehalten habe sich in der vergangenen Woche auch eine Anleihe der Karlsberg Brauerei, die mit einem Kurs von 105,75 auf einem sehr hohen Niveau notiere. "Karlsberg ist unter den neuen Zeichnungen derzeit das beste Papier bei uns", merke der Market Maker an.
Am Primärmarkt für Euro-Corporates habe sich die Stimmung laut Baader Bank in der abgelaufenen Woche insbesondere für die Emittentenadressen aus der Eurozonenperipherie weiter aufgehellt. So habe sich etwa das spanische Infrastrukturunternehmen Abertis nach drei Jahren Abstinenz zurück an den Anleihemarkt getraut und dabei 750 Millionen Euro eingesammelt. "Der Triple-B-Emittent offerierte den Investoren eine Anleihe mit einer siebenjährigen Laufzeit und, bei einer deutlichen Überzeichnung, eine Rendite von 4,825 Prozent", berichte Stopp.
Am Dienstag dieser Woche habe der deutsche Versandhandelskonzern Otto GmbH & Co. KG eine 300 Millionen Euro große Anleihe mit Fälligkeit im November 2019 emittiert. Der Kupon betrage 4,00 Prozent, als Emissionskurs sei 99,25 Prozent festgesetzt worden. (26.10.2012/alc/a/a)
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| Kurs | Vortag | Veränderung | Datum/Zeit | |
| 125,4089 € | 125,1945 € | 0,2144 € | +0,17% | 01.01./01:00 |
| ISIN | WKN | Jahreshoch | Jahrestief | |
| DE0009652644 | 965264 | 132,00 € | 124,26 € | |
Werte im Artikel
16.04.26
, Helaba
Bund-Future scheitert an 21-Tage-Linie



