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Anleihejahrgang 2013 von leicht anziehenden Renditen beeinusst
14.01.14 14:28
Alte Leipziger Trust
Oberursel (www.anleihencheck.de) - Das Anleihejahr 2013 ist durch die Tapering-Diskussion bestimmt worden, so die Experten der Alte Leipziger Trust.
Kürze die amerikanische Notenbank nun ihre Bondkäufe und wenn ja, ab wann werde sie damit beginnen? Das sei die wichtige, von den Marktakteuren stets diskutierte und im Fokus stehende Frage aller Fragen gewesen.
In den ersten vier Monaten des zurückliegenden Jahres habe die Tendenz bei den Renditen, so zum Beispiel bei den Langläufern, nach unten gewiesen. In der Eurozone seien die Bundesanleihen so stark wie noch nie gefragt gewesen. Ein Grund dafür seien die Sorgen um die Staatsschuldenkrise gewesen.
Die Jagd nach Renditen habe die Anleger während dieser Zeit insbesondere länger laufende Papiere nachfragen lassen, wodurch deren Renditen gesunken seien und sich Kursgewinne eingestellt hätten. Die Rendite 10-jähriger Bundesanleihen sei in dieser Phase von 1,5 auf zeitweise unter 1,2 Prozent gefallen.
Eine Trendwende habe danach im Mai eingesetzt. Denn bei der US-Notenbank FED habe sich im Urteil vieler Marktakteure eine Änderung der Geldpolitik angedeutet, die die Diskussionen befeuert habe, inwieweit diese früher als gedacht die markt- und konjunkturstützenden Käufe von Staatsanleihen und hypothekenbesicherten Bonds kürzen werde.
So habe die FED monatlich diese Papiere im Umfang von 85 Milliarden US-Dollar aus dem Markt genommen, 45 Milliarden US-Dollar seien dabei auf US-Treasuries entfallen, der Rest auf hypothekenbesicherte Bonds. Hierdurch sollten die Renditen, zur Stärkung der Konjunktur, künstlich niedrig gehalten werden. Wenn die FED nun diese Stützungskäufe reduziert oder gar abrupt beendet hätte, wäre dem Mark ein steter Zufluss von Kapital weggebrochen. Die Renditen wären in diesem Fall stark gestiegen.
Im Zuge der beschriebenen Diskussion seien die Renditen in den USA und in Europa angestiegen. Die Rendite 10-jähriger Bundesanleihen sei in dieser Phase bis Anfang September 2013 auf über zwei Prozent geklettert. Denn bis zu diesem Zeitpunkt sei viel darüber spekuliert worden, ab wann und in welcher Intensität denn nun das "Taperíng" kommen werde.
Als frühestmöglicher Termin hierfür habe Anfang September ausgemacht geschienen. Dann aber sei es anders als gedacht gekommen. So habe die FED dann nicht die Rückführung der Anleihekäufe verkündet, sondern habe entgegen den Erwartungen des Marktes weiterhin im Umfang von monatlich 85 Milliarden US-Dollar Anleihen gekauft und sie in ihre Bücher genommen.
In den Wochen danach sei die Frage aller Fragen weiter und mit zunehmender Intensität diskutiert worden. Seien US-Konjunkturdaten robuster ausgefallen als erwartet, sei die Diskussion um das "Tapering" wieder lauter geführt worden. Bei schwächeren Daten sei sie wieder leiser geworden. Per saldo seien die Renditen bei den Staatstiteln in den USA und in Deutschland nach der als Enttäuschung aufgenommenen FED-Sitzung im September wieder zurückgekommen, ohne die Jahrestiefs nochmals anzugreifen.
Kurz vor Weihnachten dann habe die FED dann doch noch ihre Vorstellungen hinsichtlich des Zurückführens der Anleihekäufe verkündet. Ab Januar 2014 werde der Anlauf von Anleihen um 10 Milliarden US-Dollar zurückgefahren. Zusätzlich habe die FED darauf hingewiesen, dass eine Arbeitslosenquote unterhalb von 6,5%, anders als zuvor kommuniziert, nicht zwangsläufig zu einer Erhöhung des Leitzinses führen werde.
Die FED dürfte mit der Verringerung der Wertpapierkäufe zwar die meisten Marktteilnehmer überrascht haben, aber aufgrund der Tatsache, dass das Ankaufvolumen nur leicht verringert worden sei und weiterhin niedrige Leitzinsen in Aussicht gestellt worden seien, sei ein Kursrutsch am Rentenmarkt ausgeblieben. Dass es zu keinen Marktverwerfungen gekommen sei, sei sicher der besonnenen Politik der US-Notenbank zuzuschreiben.
Zum Jahresende 2013 hätten die Renditen 10-jähriger Bundesanleihen bei 1,94 Prozent und damit etwa moderate 50 Basispunkte über dem Stand vom Jahresanfang 2013 betragen. Die Rendite der 10-jährigen US-Bonds sei auf drei Prozent geklettert.
Insgesamt scheine die US-Konjunktur an Fahrt zu gewinnen, die Einzelhandelsumsätze, die Industrieproduktion und der Auftragseingang für Investitionsgüter hätten im November jeweils zulegen können. Die Konjunkturindikatoren für die deutsche Wirtschaft hätten sich im Dezember ebenfalls verbessert. Die ZEW-Konjunkturerwartungen lägen momentan sogar auf dem höchsten Stand seit 2006.
Im Gegensatz zu den Stimmungsindikatoren hätten die schwächeren Daten zur Industrieproduktion und zum Auftragseingang der Industrie die Erwartungen jedoch enttäuscht. Im Schlussquartal 2013 dürfte sich damit noch keine Wachstumsbeschleunigung ergeben haben.
In den kommenden Monaten sollte sich die positive Stimmung aber in einem höheren Wirtschaftswachstum bemerkbar machen. Bei den Konjunkturindikatoren für die Eurozone zeige sich derzeit ein zweigeteiltes Bild. Der Einkaufsmanagerindex für die Industrie sei abermals gestiegen, der Einkaufsmanagerindex für den Dienstleistungssektor habe jedoch zum dritten Mal in Folge den Rückwärtsgang eingelegt.
Da die Dienstleistungsbranche kaum vom Export abhänge, würden deren Daten eine weiterhin schwache Inlandsnachfrage in der Eurozone anzeigen. Mit einem Rückgang der Industrieproduktion im Oktober sei die Eurozone folglich schwach ins vierte Quartal gestartet. Die staatlichen Sparprogramme und die hohe Arbeitslosigkeit in den Krisenstaaten der EU würden eine Rückkehr zu soliden Wachstumsraten auch im nächsten Jahr wenig wahrscheinlich machen.
Durch die Entscheidung der FED, das Ankaufvolumen ab Januar 2014 zu verringern, dürften die Renditen auch in den ersten Monaten des neuen Jahres Rückenwind erhalten. Bei den 10-jährigen US-Bonds wirke die Aufwärtsbewegung dynamischer, der technische Widerstand bei 3 Prozent sollte im Januar überwunden werden.
Bei den deutschen Anleihependants sollte die 2-Prozent-Marke die Aufwärtsbewegung bei den Renditen abbremsen. Aufgrund des beschriebenen Szenarios mit der Tendenz zu leicht steigenden Renditen dürfte der Anleihejahrgang 2014 eher unterdurchschnittlich ausfallen. (Ausgabe Januar 2014) (14.01.2014/alc/a/a)
Kürze die amerikanische Notenbank nun ihre Bondkäufe und wenn ja, ab wann werde sie damit beginnen? Das sei die wichtige, von den Marktakteuren stets diskutierte und im Fokus stehende Frage aller Fragen gewesen.
In den ersten vier Monaten des zurückliegenden Jahres habe die Tendenz bei den Renditen, so zum Beispiel bei den Langläufern, nach unten gewiesen. In der Eurozone seien die Bundesanleihen so stark wie noch nie gefragt gewesen. Ein Grund dafür seien die Sorgen um die Staatsschuldenkrise gewesen.
Die Jagd nach Renditen habe die Anleger während dieser Zeit insbesondere länger laufende Papiere nachfragen lassen, wodurch deren Renditen gesunken seien und sich Kursgewinne eingestellt hätten. Die Rendite 10-jähriger Bundesanleihen sei in dieser Phase von 1,5 auf zeitweise unter 1,2 Prozent gefallen.
Eine Trendwende habe danach im Mai eingesetzt. Denn bei der US-Notenbank FED habe sich im Urteil vieler Marktakteure eine Änderung der Geldpolitik angedeutet, die die Diskussionen befeuert habe, inwieweit diese früher als gedacht die markt- und konjunkturstützenden Käufe von Staatsanleihen und hypothekenbesicherten Bonds kürzen werde.
So habe die FED monatlich diese Papiere im Umfang von 85 Milliarden US-Dollar aus dem Markt genommen, 45 Milliarden US-Dollar seien dabei auf US-Treasuries entfallen, der Rest auf hypothekenbesicherte Bonds. Hierdurch sollten die Renditen, zur Stärkung der Konjunktur, künstlich niedrig gehalten werden. Wenn die FED nun diese Stützungskäufe reduziert oder gar abrupt beendet hätte, wäre dem Mark ein steter Zufluss von Kapital weggebrochen. Die Renditen wären in diesem Fall stark gestiegen.
Im Zuge der beschriebenen Diskussion seien die Renditen in den USA und in Europa angestiegen. Die Rendite 10-jähriger Bundesanleihen sei in dieser Phase bis Anfang September 2013 auf über zwei Prozent geklettert. Denn bis zu diesem Zeitpunkt sei viel darüber spekuliert worden, ab wann und in welcher Intensität denn nun das "Taperíng" kommen werde.
Als frühestmöglicher Termin hierfür habe Anfang September ausgemacht geschienen. Dann aber sei es anders als gedacht gekommen. So habe die FED dann nicht die Rückführung der Anleihekäufe verkündet, sondern habe entgegen den Erwartungen des Marktes weiterhin im Umfang von monatlich 85 Milliarden US-Dollar Anleihen gekauft und sie in ihre Bücher genommen.
Kurz vor Weihnachten dann habe die FED dann doch noch ihre Vorstellungen hinsichtlich des Zurückführens der Anleihekäufe verkündet. Ab Januar 2014 werde der Anlauf von Anleihen um 10 Milliarden US-Dollar zurückgefahren. Zusätzlich habe die FED darauf hingewiesen, dass eine Arbeitslosenquote unterhalb von 6,5%, anders als zuvor kommuniziert, nicht zwangsläufig zu einer Erhöhung des Leitzinses führen werde.
Die FED dürfte mit der Verringerung der Wertpapierkäufe zwar die meisten Marktteilnehmer überrascht haben, aber aufgrund der Tatsache, dass das Ankaufvolumen nur leicht verringert worden sei und weiterhin niedrige Leitzinsen in Aussicht gestellt worden seien, sei ein Kursrutsch am Rentenmarkt ausgeblieben. Dass es zu keinen Marktverwerfungen gekommen sei, sei sicher der besonnenen Politik der US-Notenbank zuzuschreiben.
Zum Jahresende 2013 hätten die Renditen 10-jähriger Bundesanleihen bei 1,94 Prozent und damit etwa moderate 50 Basispunkte über dem Stand vom Jahresanfang 2013 betragen. Die Rendite der 10-jährigen US-Bonds sei auf drei Prozent geklettert.
Insgesamt scheine die US-Konjunktur an Fahrt zu gewinnen, die Einzelhandelsumsätze, die Industrieproduktion und der Auftragseingang für Investitionsgüter hätten im November jeweils zulegen können. Die Konjunkturindikatoren für die deutsche Wirtschaft hätten sich im Dezember ebenfalls verbessert. Die ZEW-Konjunkturerwartungen lägen momentan sogar auf dem höchsten Stand seit 2006.
Im Gegensatz zu den Stimmungsindikatoren hätten die schwächeren Daten zur Industrieproduktion und zum Auftragseingang der Industrie die Erwartungen jedoch enttäuscht. Im Schlussquartal 2013 dürfte sich damit noch keine Wachstumsbeschleunigung ergeben haben.
In den kommenden Monaten sollte sich die positive Stimmung aber in einem höheren Wirtschaftswachstum bemerkbar machen. Bei den Konjunkturindikatoren für die Eurozone zeige sich derzeit ein zweigeteiltes Bild. Der Einkaufsmanagerindex für die Industrie sei abermals gestiegen, der Einkaufsmanagerindex für den Dienstleistungssektor habe jedoch zum dritten Mal in Folge den Rückwärtsgang eingelegt.
Da die Dienstleistungsbranche kaum vom Export abhänge, würden deren Daten eine weiterhin schwache Inlandsnachfrage in der Eurozone anzeigen. Mit einem Rückgang der Industrieproduktion im Oktober sei die Eurozone folglich schwach ins vierte Quartal gestartet. Die staatlichen Sparprogramme und die hohe Arbeitslosigkeit in den Krisenstaaten der EU würden eine Rückkehr zu soliden Wachstumsraten auch im nächsten Jahr wenig wahrscheinlich machen.
Durch die Entscheidung der FED, das Ankaufvolumen ab Januar 2014 zu verringern, dürften die Renditen auch in den ersten Monaten des neuen Jahres Rückenwind erhalten. Bei den 10-jährigen US-Bonds wirke die Aufwärtsbewegung dynamischer, der technische Widerstand bei 3 Prozent sollte im Januar überwunden werden.
Bei den deutschen Anleihependants sollte die 2-Prozent-Marke die Aufwärtsbewegung bei den Renditen abbremsen. Aufgrund des beschriebenen Szenarios mit der Tendenz zu leicht steigenden Renditen dürfte der Anleihejahrgang 2014 eher unterdurchschnittlich ausfallen. (Ausgabe Januar 2014) (14.01.2014/alc/a/a)


