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Anleiheinvestoren stehen schwere Zeiten bevor
30.03.15 13:22
Janus Capital International
London (www.anleihencheck.de) - Die Zinsen rund um den Globus werden in den kommenden Monaten weiter niedrig bleiben, so Gibson Smith, Chief Investment Officer (CIO) und Fondsmanager bei Janus Capital.
Doch die Investoren sollten sich darauf einstellen, dass die Volatilität auf diesem tiefen Niveau erheblich zunehmen werde. "Bei vielen Marktteilnehmern hat sich die Meinung durchgesetzt, dass die Niedrigzinsphase länger andauern wird", erläutere Smith. "Aber es wäre leichtsinnig zu erwarten, dass diese Phase ohne eine höhere Volatilität verläuft."
Zwar werde die Weltkonjunktur derzeit positiv stimuliert von der Geldpolitik der großen Notenbanken und die niedrigeren Energie- und Nahrungsmittelpreise würden den privaten Haushalte mehr Spielraum bei ihren Konsumausgaben verschaffen. Aber die Dynamik der wirtschaftlichen Erholung werde Smith zufolge je nach Land sehr unterschiedlich verlaufen. "Die Aussichten für das globale Wachstum sind daher insgesamt gesehen sehr unsicher - und das wird zu höheren Kursschwankungen bei Bonds führen", gebe der Janus-Fondsmanager zu Bedenken. Er warne: "Auf dem jetzigen Niveau stellt eine höhere Volatilität für die Rentenmärkte ein größeres Risiko dar als ein nachhaltiger Anstieg der Renditen."
Die niedrigen Zinsen, der robuste Zustand der US-Wirtschaft und eine weitere Lockerung der Geldpolitik durch einige Notenbanken würden Smith zufolge dafür sorgen, dass sich bei den Marktakteuren zunehmend eine gewisse Sorglosigkeit und Selbstgefälligkeit breit mache. "Diesen Zustand sollten die Investoren sehr sorgfältig verfolgen", so der Janus-Experte, "vor allem diejenigen, die hohe Wetten darauf eingegangen sind, dass die Zinsen langfristig weiter unten bleiben." Er weise darauf hin, dass eine höhere Volatilität zu negativen Returns in einem Portfolio führen könne, das sehr stark auf das lange Ende der Zinskurve ausgerichtet sei. Bereits ein leichter, von den Investoren als nachhaltig empfundener Anstieg der Renditen könne sehr schnell zu Panikverkäufen führen, wie Smith mit Hinweis auf den kurzfristigen Stimmungsumschwung im Oktober vergangenen Jahres herausstelle.
Nach Einschätzung des Janus-Experten würden neben den unsicheren Konjunkturaussichten aber auch noch eine Reihe weiterer Faktoren für ein Zunahme der Volatilität sprechen. "Erstens haben viele große Banken ihren Anleihehandel wegen der stärkeren Regulierungsanforderungen zurückgefahren, was die Marktliquidität verschlechtert", so Smith. Zweitens entwickle sich der geldpolitische Kurs der FED auf der einen Seite und der Europäischen Zentralbank und der Bank of Japan auf der anderen Seite zum ersten Mal seit fünf Jahren auseinander. "Historisch gesehen waren solche Trendwechsel in der Geldpolitik immer ein Wendepunkt für den Markt - und wir gehen davon aus, dass es auch dieses Mal nicht anders sein wird", so Smith.
Der voneinander abweichende Kurs der großen Notenbanken habe bereits zu erheblichen Verschiebungen der Währungsrelationen sowohl unter den Industrienationen als auch bei Schwellenländern geführt. "Die Kurschwankungen an den Devisenmärkten sind intensiv genug, um im laufenden Jahr auch auf andere Märkte durchzuschlagen", prognostiziere Smith und mahne Investoren zur Vorsicht: "In einem Umfeld mit mittlerweile sehr ambitionierter Bewertungen und niedrigen Zinsen sind Risiken entstanden, mit denen sich die Investoren seit Jahren nicht mehr beschäftigen mussten." Das gelte Smith zufolge vor allem für den Bereich der Unternehmensanleihen, der seiner Einschätzung nach aufgrund hoher Bewertungen und mangels neuer Käufer besonders anfällig sei für einen Sell-off. "Dazu kommt, dass viele Unternehmen derzeit lieber Aktienrückkäufe durchführen, die Dividende erhöhen oder teure Akquisitionen vornehmen anstatt ihre Schulden abzubauen."
Auf der Suche nach höheren Ertragschancen seien viele Investoren nach Beobachtungen des Janus-Fondsmanagers dazu verleitet, die Laufzeiten in ihrem Portfolio auszuweiten und Papiere von Schuldnern mit schlechterer Bonität zu kaufen. "Mit dieser eher zweifelhaften Strategie wird das Abwärtspotenzial der Kurse aber noch verstärkt", habe Smith gesagt. Der Janus-Experte empfehle daher Anlegern, in der aktuell unsicheren Situation eine defensive Strategie zu verfolgen und darauf zu warten, dass sich das konjunkturelle Umfeld der Weltwirtschaft verbessere, um dann neue Anlagechancen wahrzunehmen. "Bei zunehmender Unsicherheit und steigender Volatilität wollen wir in einer Position sein, in der wir von den Fehlern und dem hohen Risikoappetit anderer Investoren profitieren", rate Smith. (30.03.2015/alc/a/a)
Doch die Investoren sollten sich darauf einstellen, dass die Volatilität auf diesem tiefen Niveau erheblich zunehmen werde. "Bei vielen Marktteilnehmern hat sich die Meinung durchgesetzt, dass die Niedrigzinsphase länger andauern wird", erläutere Smith. "Aber es wäre leichtsinnig zu erwarten, dass diese Phase ohne eine höhere Volatilität verläuft."
Zwar werde die Weltkonjunktur derzeit positiv stimuliert von der Geldpolitik der großen Notenbanken und die niedrigeren Energie- und Nahrungsmittelpreise würden den privaten Haushalte mehr Spielraum bei ihren Konsumausgaben verschaffen. Aber die Dynamik der wirtschaftlichen Erholung werde Smith zufolge je nach Land sehr unterschiedlich verlaufen. "Die Aussichten für das globale Wachstum sind daher insgesamt gesehen sehr unsicher - und das wird zu höheren Kursschwankungen bei Bonds führen", gebe der Janus-Fondsmanager zu Bedenken. Er warne: "Auf dem jetzigen Niveau stellt eine höhere Volatilität für die Rentenmärkte ein größeres Risiko dar als ein nachhaltiger Anstieg der Renditen."
Nach Einschätzung des Janus-Experten würden neben den unsicheren Konjunkturaussichten aber auch noch eine Reihe weiterer Faktoren für ein Zunahme der Volatilität sprechen. "Erstens haben viele große Banken ihren Anleihehandel wegen der stärkeren Regulierungsanforderungen zurückgefahren, was die Marktliquidität verschlechtert", so Smith. Zweitens entwickle sich der geldpolitische Kurs der FED auf der einen Seite und der Europäischen Zentralbank und der Bank of Japan auf der anderen Seite zum ersten Mal seit fünf Jahren auseinander. "Historisch gesehen waren solche Trendwechsel in der Geldpolitik immer ein Wendepunkt für den Markt - und wir gehen davon aus, dass es auch dieses Mal nicht anders sein wird", so Smith.
Der voneinander abweichende Kurs der großen Notenbanken habe bereits zu erheblichen Verschiebungen der Währungsrelationen sowohl unter den Industrienationen als auch bei Schwellenländern geführt. "Die Kurschwankungen an den Devisenmärkten sind intensiv genug, um im laufenden Jahr auch auf andere Märkte durchzuschlagen", prognostiziere Smith und mahne Investoren zur Vorsicht: "In einem Umfeld mit mittlerweile sehr ambitionierter Bewertungen und niedrigen Zinsen sind Risiken entstanden, mit denen sich die Investoren seit Jahren nicht mehr beschäftigen mussten." Das gelte Smith zufolge vor allem für den Bereich der Unternehmensanleihen, der seiner Einschätzung nach aufgrund hoher Bewertungen und mangels neuer Käufer besonders anfällig sei für einen Sell-off. "Dazu kommt, dass viele Unternehmen derzeit lieber Aktienrückkäufe durchführen, die Dividende erhöhen oder teure Akquisitionen vornehmen anstatt ihre Schulden abzubauen."
Auf der Suche nach höheren Ertragschancen seien viele Investoren nach Beobachtungen des Janus-Fondsmanagers dazu verleitet, die Laufzeiten in ihrem Portfolio auszuweiten und Papiere von Schuldnern mit schlechterer Bonität zu kaufen. "Mit dieser eher zweifelhaften Strategie wird das Abwärtspotenzial der Kurse aber noch verstärkt", habe Smith gesagt. Der Janus-Experte empfehle daher Anlegern, in der aktuell unsicheren Situation eine defensive Strategie zu verfolgen und darauf zu warten, dass sich das konjunkturelle Umfeld der Weltwirtschaft verbessere, um dann neue Anlagechancen wahrzunehmen. "Bei zunehmender Unsicherheit und steigender Volatilität wollen wir in einer Position sein, in der wir von den Fehlern und dem hohen Risikoappetit anderer Investoren profitieren", rate Smith. (30.03.2015/alc/a/a)


