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Anleihe-Investoren sollten das Kreditrisiko annehmen


13.02.17 11:00
AXA Investment Managers

Köln (www.anleihencheck.de) - In den vergangenen zehn Jahren haben Anleihe-Investoren eine riesige Party gefeiert, jetzt müssen sie um jeden Basispunkt kämpfen, so Alexander Froschauer, Leiter Fixed Income Deutschland bei AXA Investment Managers.

2017 stelle Investoren vor viele Herausforderungen. Aktuell würden vor allem US-Präsident Donald Trump, die konkrete Ausgestaltung des Brexit und die anstehenden Wahlen in Frankreich und Deutschland die Anleger beunruhigen. "Trump ist eine Blaupause dafür, wie man Wahlen gewinnen kann", warne Alexander Froschauer, Leiter Fixed Income Deutschland bei AXA Investment Managers, und prognostiziere: "Mich würde es nicht wundern, wenn eine politische Kraft den Austritt aus der Europäischen Union (EU) zur Wahl stellen wird."

Trump sei in erster Linie gewählt worden, "um dem Establishment eines auszuwischen". Das sei auch in Europa jederzeit möglich. "Die politische Unsicherheit wird in den kommenden Jahren das größte Risiko für die Kapitalmärkte sein", sage Froschauer. Noch hätten diese die Eskapaden von Trump erstaunlich gut weggesteckt. Die Aktienmärkte hätten ihn gar als Guru gefeiert. "Europa muss sich auf Trump erst einstellen", so Forschauer.

Nachdem die US-Notenbank Federal Reserve (FED) im vergangenen Jahr begonnen habe, die Zinsen wieder zu erhöhen, würden nach Ansicht des Investmentspezialisten die anstehenden Wahlen in Europa und die damit verbundenen Diskussionen über mögliche weitere Austritte aus der EU die Europäische Zentralbank (EZB) in die Ecke drängen. Er glaube daher nicht, dass die EZB der FED folgen werde. "Es gibt keine Möglichkeit, die EZB unter Druck zu setzen. Mario Draghi möchte eine durchschnittliche Inflationsrate von 2 Prozent erreichen, bevor er handelt. In den vergangenen Jahren lagen wir weit darunter, auch aktuell gibt es für ihn noch keinen Grund, die Zinsen anzuheben."

Anleihe-Investoren würden es also auch weiterhin schwer haben und müssten laut Froschauer bereit sein, höhere Risiken einzugehen. Der Fixed-Income-Spezialist empfehle, den Teil, der in Emerging Markets- und High-Yield-Bonds angelegt sei, zu erhöhen. Falls in Fremdwährungen angelegt werde, müsse das Währungsrisiko akzeptiert werden, weil eine Absicherung den gesamten Zinsvorteil vernichte. Short-Duration-Anleihen seien derzeit besonders beliebt. Damit könnten Anleger das Kreditrisiko erhöhen und das Zinsrisiko gleichzeitig reduzieren. Kurzlaufende Inflation-linked-Bonds sollten ebenfalls nicht im Portfolio fehlen, um Zinsrisiken zu senken und eventuelle Inflationsrisiken abzudecken. (13.02.2017/alc/a/a)