Anlagenotstand lässt Bond-Investoren höhere Risiken eingehen


19.04.18 12:15
Baader Bank

Unterschleissheim (www.anleihencheck.de) - Anlagenotstand lässt Bond-Investoren höhere Risiken eingehen - Dieses Dilemma macht Investoren in vielerlei Hinsicht zu schaffen und hat negative Folgen unterschiedlichster Ausprägung, so Klaus Stopp, Leiter der Skontroführung Renten bei der Baader Bank.

Die eigentliche Ursache dafür sei die expansive Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) und hieraus würden sich Konsequenzen ergeben, welche den viel zitierten Anlagenotstand nur noch verstärken würden. So würden Notenbanken nicht nur Bonds von europäischen Unternehmen kaufen, sondern z.B. auch von europäischen Tochtergesellschaften amerikanischer Firmen.

Obwohl dabei auch nicht nur Top-Qualität eingekauft werde (z.B. Steinhoff-Bonds), seien die als vernünftig zu bezeichnenden Emittenten zumeist als QE-tauglich eingestuft und würden bereits am Primärmarkt gezeichnet. Dies führe aber auch dazu, dass sich zunehmend Emittenten mit schwächerer Bonität an den Kapitalmarkt gewagt hätten, um sich die günstigen Refinanzierungsbedingungen zunutze zu machen. Eine Rechnung, die aufgegangen sei. Denn in Ermangelung von Alternativen hätten die Hochzinsanleihen bei Investoren meist erfolgreich platziert werden können.

Wie die Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA) berichte, habe dies allein im zweiten Halbjahr 2017 zu einem Plus von 30% bei Hochzinsanleihen geführt. Mit dem treffenden Wort vom "Yield-Tourismus" umschreibe Rosemarie Baumann, Senior Portfolio-Managerin bei der Bantleon Bank, diese Entwicklung in der NZZ. Man könne auch von der Jagd nach Rendite reden. Im Ergebnis habe dies zu einer Verschiebung von Investment-Grade-Bonds zu Hochzinsanleihen und somit zu einer Verschlechterung der durchschnittlichen Qualität europäischer Firmenanleihen geführt. Das Topsegment von Anleihen mit bestem Rating von "AAA" oder "AA" sei also ständig geschrumpft, während der Anteil von Bonds mit schwächerer Bonität gewachsen sei. Der Markt nehme die schwächer gerateten High Yield Bonds jedoch dankbar auf.

Eine weitere Ursache für die Verschiebung hin zu schwächeren Ratings liege auch in der Tatsache, dass Emittenten aus der Finanzbranche auf die Begebung von Anleihen im Investment Grade verzichtet hätten und eine Finanzierung über die Aktienmärkte bevorzugt hätten. Vor diesem Hintergrund möge mancher Investor dazu verleitet sein, bei High Yield Bonds zuzugreifen und damit auch höhere Risiken einzugehen. Aber genau vor einer solchen übertriebenen Risikobereitschaft würden die Experten der ESMA warnen. Denn sollten die Zinsen in absehbarere Zeit tatsächlich anziehen, würden die Kurse der Altemissionen fallen. Neu begebene Bonds wären mit höheren Kupons ausgestattet und das würde im ersten Moment zu Bewertungsverlusten bei den bisherigen Investments führen. Im schlimmsten Fall würden sich darüber hinaus auch noch die Spreads zwischen den einzelnen Ratingklassifizierungen ausweiten und nochmals fallende Kurse bewirken.

Die Lage sei verflixt. Da werde ein pro-europäisches Land wie Deutschland von der Leidenschaft des benachbarten Präsidenten plötzlich wachgerüttelt, um das gemeinsame Projekt Europa mit Verve neu anzugehen. Doch weil wenigstens eine Regierungspartei im Dauerwahlkampfmodus sei, zeige man Emmanuel Macron die kalte Schulter, anstatt dessen Ansätze konstruktiv aufzugreifen.

Dabei gehe es ja nicht darum, alle seine Vorschläge kritiklos zu übernehmen. Selbstredend müsse geprüft werden, was es für Deutschland bedeuten würde, wenn man einen europäischen Finanzminister und einen gemeinsamen Haushalt für die Eurozone sowie eine parlamentarische Kontrolle etablieren würde. Darüber hinaus schwebe Macron bekanntlich ein europäisches Asyl-Amt vor sowie eine Innovationsagentur, welche die digitale Revolution vorantreiben solle - wogegen man eigentlich kaum etwas haben könne.

Aber insbesondere ein gemeinsamer EU-Haushalt stoße bei der großen Koalition in Berlin auf Skepsis, die berechtigt sein möge. Bevor es soweit komme, gelte es daher Finanzierungsfragen zu lösen, die etwa durch den Brexit und weitere neue Aufgaben entstehen könnten. Dasselbe gelte auch für die ohnehin anstehende Vollendung der Bankenunion, bei der Macron nur dann Wohlwollen aus Berlin erwarten könne, wenn gewisse Voraussetzungen geschaffen würden. Bekanntlich sei die Vorstellung den deutschen Banken und Sparern wie Spitzgras, eventuell für griechische oder italienische Banken haften zu müssen. Daher sollte eine gemeinsame Einlagensicherung als Bestandteil der Bankenunion nur dann umgesetzt werden, wenn sämtliche faulen Kredite aus südosteuropäischen Ländern getilgt wären. Das sollte auch der ehemalige Investmentbanker Macron verstehen.

Also gehe es darum, den europäischen Reformkurs konstruktiv und mit eigenen Vorschlägen zu gestalten, wie es der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) anmahne. Schließlich sei die Reform der Währungsunion für die deutsche Industrie von überragender Bedeutung. Immerhin sei man sich in Berlin darüber einig, dass die europäische Zusammenarbeit essenziell sei, um Wachstum und Stabilität in Deutschland und Europa zu sichern. Dasselbe gelte für Sicherheit und Frieden in Europa - zwei Werte, die gar nicht hoch genug bewertet werden könnten. Daher wäre es fatal, Macron mit seinem Elan ins Leere laufen zu lassen.

Ungeachtet der zur Schau gestellten Zielstrebigkeit der britischen Regierung in Richtung EU-Austritt sei die Debatte der Remainers für einen Verbleib in der Gemeinschaft nie ganz verstummt gewesen. Jüngste Umfragen in Großbritannien würden belegen, dass immer mehr Briten eine erneute Volksabstimmung über das für Oktober erwartete Ergebnis der Austrittsverhandlungen mit Brüssel wünschen würden - mit einer erneuten Option für den Verbleib in der EU. Verschiedenen Umfragen zufolge würden inzwischen 44% beziehungsweise 52% der Briten für einen Exit vom Brexit votieren, während die Gruppe der Brexit-Befürworter immer die kleinere stelle.

Ein solches Referendum schließe die oppositionelle Labour-Party noch aus, selbstredend auch die Torys von Premierministerin Theresa May. Dennoch könnte im Herbst eine Abstimmung im Londoner Unterhaus eine ähnliche Dynamik entfalten - dann nämlich, wenn das Parlament den bis dahin ausgehandelten Austrittsvertrag von May ablehne.

Inzwischen habe sich eine parteienübergreifende Initiative mit dem Namen "Kampagne für ein Volksvotum" gegründet, die sich für eine zweite Abstimmung stark mache. Kein Wunder, sei doch auch in der anstehenden Debatte im britischen Oberhaus mit Widerstand gegen Mays Pläne für einen harten Brexit zu rechnen. So habe sich gestern das House of Lords gegen Mays Plan gewandt, die Zollunion mit der Europäischen Union zu verlassen.

Zur Stimmung gegen einen Brexit würden immer wieder Warnungen aus der Wirtschaft beitragen, so wie sie jetzt Selbstständige geäußert hätten, die nach einem Brexit um ihre Existenz bangen würden. Sie würden darum gegenüber anderen EU-Bürgern ins Hintertreffen zu geraten fürchten, hätten sie erst einmal die Freizügigkeit am Arbeitsmarkt verloren. Umgekehrt kämen zunehmend weniger Fachkräfte aus anderen EU-Ländern nach Großbritannien, wie im Pflegebereich deutlich werde.

Ob man daher den Mumm aufbringen werde, das Ganze einfach abzublasen, dürfe bezweifelt werden. Bleibe die Hoffnung auf eine Abstimmungsniederlage von May im kommenden Herbst. Immerhin habe angesichts des Oberwassers, das die Remainers derzeit hätten, selbst der Hardliner und Ukip-Chef Nigel Farage vor kurzem ein zweites Referendum ins Spiel gebracht - sodass selbst einer wie Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble einen Exit vom Brexit nicht mehr für ausgeschlossen halte.

Unterschiedliche Signale für den freien Welthandel kämen aus den USA und China. D. T., der Unberechenbare, mache seinem Ruf als unzuverlässiger Kantonist alle Ehre, während Chinas Xi Jinping den internationalen Autobauern Hoffnung mache.

Habe der US-Präsident vergangene Woche plötzlich in einem Tweet angekündigt, dass die USA dem TPP doch noch beitreten könnten, sofern die Bedingungen besser wären als die, die sein Amtsvorgänger Barack Obama ausgehandelt habe, so habe er per Twitter gleich wieder einen Rückzieher gemacht. Bei seinem Amtsantritt habe sich Trump noch vehement gegen das transpazifische Handelsabkommen (TPP) ausgesprochen.

Nach einem Besuch von Japans Premierminister Shinzo Abe in Florida habe Trump nun getwittert, dass es doch nichts werden sollte mit den USA und dem freien Handel im Pazifik. Er, der Herr im Weißen Haus, würde bilaterale Geschäfte vorziehen, seien sie doch viel effizienter, profitabler und besser für die amerikanischen Arbeitskräfte. Wäre man nicht bereits an die Kurzatmigkeit des US-Präsidenten gewöhnt, bliebe einem ob derartiger Wankelmütigkeit die Spucke weg.

Das TPP-Abkommen sei im März 2018 von den elf anderen Teilnehmerländern Australien, Brunei, Chile, Japan, Kanada, Malaysia, Mexiko, Neuseeland, Peru, Singapur und Vietnam unterzeichnet worden. In Richtung Öffnung des Marktes würden dagegen die Signale deuten, die aus China kämen. Glaube man den Ankündigungen von Präsident Xi Jinping, hebe das Land der Mitte für Autohersteller aus dem Ausland den Zwang zur Beteiligung einheimischer Unternehmen auf. Hersteller von Elektro- und Hybridautos sollten bereits 2018 von der Auflage befreit werden, sich in einem Joint-Venture mit einem chinesischen Partner zusammentun zu müssen. Für die Hersteller konventioneller Pkws solle es allerdings eine Übergangsfrist von fünf Jahren geben, sodass diese erst ab 2022 ohne Joint-Venture in China produzieren könnten. Damit gehe Peking auf eine langjährige Forderung seiner wichtigsten Handelspartner USA und EU ein. Bisher dürften Autohersteller aus dem Ausland nicht mehr als 50% an einem Unternehmen in China halten.

China gelte mit nahezu 29 Mio. verkauften Fahrzeugen (2017) als größter Automarkt der Welt. Allein von deutschen Herstellern gehe jedes fünfte Auto ins Reich der Mitte.

Der Baustoffkonzern HeidelbergCement habe in dieser Woche eine 750 Mio. Euro schwere zehnjährige Anleihe (ISIN XS1810653540 / WKN A19ZL2) aufgelegt. Ausgestattet mit einem jährlichen Kupon in Höhe von 1,75% und einer Endfälligkeit am 24.04.2028 sei die Gattung zu einem Preis von 98,87% (+90 bps über Mid Swap) begeben worden. Sicherlich zur Freude vieler Privatanleger sei bei dieser Anleihe die kleinste Anlagesumme mit nominal 1.000 Euro festgeschrieben worden. Dies sei allerdings inzwischen eher die Ausnahme und die anderen namhaften Emittenten wie Softbank, Grand City Properties und Unibail-Rodamco hätten sich für eine Mindeststückelung von nominal 100.000 Euro entschieden, was insbesondere für institutionelle Kunden interessant erscheine.

So habe der japanische Telekommunikation- und Medienkonzern Softbank eine Dualtranche mit Fälligkeiten am 20.04.2023 und am 20.04.2025 im Gesamtvolumen von 1,45 Mrd. Euro emittiert. Beide Gattungen seien zu pari emittiert worden. Die kürzer laufende Tranche (ISIN XS1811213781 / WKN A19ZQZ) sei mit einem Kupon von 4% p.a. ausgestattet und die Auszahlung erfolge halbjährlich. Der Emissionsspread habe sich hierbei auf +368 bps über Mid Swap belaufen. In den Anleihebedingungen seien neben der Kündigung zum 20.01.2023 zu 100%, auch eine Make Whole Option und eine CoC-Klausel zu 101% verankert worden. Die zweite Tranche (ISIN XS1811213864 / WKN A19ZS7) im Volumen von 450 Mio. Euro sei vergleichbar ausgestattet, habe aber wegen der späteren Endfälligkeit einen Kupon von 4,5% p.a. erhalten, der ebenfalls halbjährlich ausbezahlt werde. Der Emissionsspread habe sich hierbei auf +391 bps über Mid Swap belaufen.

Aber auch im Immobiliengeschäft tätige Unternehmen hätten sich am Kapitalmarkt refinanziert. So habe das in Luxemburg beheimatete Unternehmen Grand City Properties mittels eines Perpetual-Bonds (ISIN XS1811181566 / WKN A19ZQE) 350 Mio. Euro eingesammelt. Hierbei sei der Kupon von 2,5% bis zum 24.10.2023 festgeschrieben (+243,2 bps über Mid Swap) und anschließend richte sich die Verzinsung nach dem gültigen fünfjährigen Euroswap-Satz (+2,432 PP bis zum 24.10.2043 und anschließend +2,682 PP). Darüber hinaus sei eine jährliche Kündigung ab dem 24.10.2023 zu pari in den Anleihebedingungen festgelegt worden.

Das französische Immobilien- und Investmentunternehmen Unibail-Rodamco sei allerdings in einer ganz anderen Größenordnung am Bondmarkt aktiv geworden. Mittels zweier Perpetual-Bonds seien 2 Mrd. Euro aufgenommen worden. Die erste Anleihe (ISIN FR0013330529 / WKN A19ZL9) - im Volumen von 1,25 Mrd. Euro - sei mit einer Kuponfestschreibung (2,125% p.a.) bis zum 25.10.2023 und anschließend ebenfalls mit einer variablen Verzinsung, die sich am gültigen fünfjährigen Euroswap-Satz orientiert (+1,675 PP bis zum 25.10.2028, +1,925 PP bis zum 25.10.2043 und anschließend +2,675 PP), ausgestattet worden. Eine erste Kündigung sei zum 25.07.2023 und anschließend jährlich jeweils zum 25.10. möglich.

Die zweite Tranche (ISIN FR0013330537 / WKN A19ZMA) habe eine Zinsfestschreibung in Höhe von 2,875% p.a. bis zum 25.04.2026 und sei ab diesem Zeitpunkt zum Kurs von 100% kündbar. Sollte eine Kündigung ausbleiben, so richte sich die neue jährliche Verzinsung nach dem gültigen fünfjährigen Euroswap-Satz (+2,109 PP bis zum 25.04.2031, +2,359 PP bis zum 25.04.2046 und anschließend +3,109 PP).

Habe man in der Vorwoche noch damit gerechnet, dass es im Falle einer Stabilisierung an den Aktienmärkten Umschichtungen von Bonds zu Equities geben würde, so hätten die Marktteilnehmer erkennen müssen, dass nicht immer alles nach Plan laufe. Auf der Suche nach Erklärungen für die gleichzeitige Freundlichkeit bei diesen beiden Assetklassen sei eine eindeutige Ursache nicht zu erkennen gewesen. Vielmehr handle es sich um eine Ansammlung verschiedener Faktoren, die dazu beigetragen hätten. So seien die Märkte aktuell nicht mehr als "faktgetrieben", sondern eher als "zufallgetrieben" zu bezeichnen. Die Sprunghaftigkeit insbesondere bei D.T., dem Unberechenbaren, der heute "hü" und morgen "hott" sage, verunsichere immer mehr die Investoren.

Aber auch die in der kommenden Woche stattfindende EZB-Ratssitzung werfe bereits ihre Schatten auf die Bondmärkte. Denn die Aussicht auf eine, wenn auch nochmals deutlich reduzierte, Verlängerung der Ankaufprogramme bis zum Jahresende, sei für manche Marktteilnehmer Anlass genug, nicht auf eine Trendwende zu setzen. Zu groß seien auch die wirtschaftlichen Risiken in den USA und der Europäischen Union infolge der immer noch zur Disposition stehenden Strafzölle sowie der Vielzahl an politischen Krisenherden.

Aktuell scheine sich die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihen bei 0,50% festgebissen zu haben, aber das werde nicht für immer und ewig so bleiben. In solchen Situationen erinnere man sich gerne an die Charttechnik. Noch sei der Aufwärtstrend intakt, aber die bei ca. 159,60% befindliche Widerstandslinie habe bisher nicht überwunden werden können.

In Kombination mit der unteren Begrenzungslinie des Aufwärtskanals ergebe sich ein Dreieck, aus dem der Euro-Bund-Future in den kommenden Tagen ausbrechen werde. Nach oben wäre anschließend ein Testen der psychologischen Marke bei 160% möglich, aber wahrscheinlicher werde ein Test der 158,40% sein. Denn es bestehe immer noch die Hoffnung, dass die Krisenherde in Verhandlungen abgeschwächt werden könnten und man zu einem halbwegs vernünftigen Miteinander zurückkehre. Aktuell notiere das Sorgenbarometer bei 158,80% und somit bereits deutlich unterhalb der Leitplanke der bisherigen Aufwärtsbewegung bei 158,96%.

In dieser Handelswoche seien in den USA die üblichen T-Bills mit Laufzeiten von vier Wochen sowie drei und sechs Monaten im Gesamtvolumen von 135 Mrd. USD aufgelegt worden und am heutigen Donnerstag könnten Interessierte noch bis zu 16 Mrd. USD in fünfjährige TIPS investieren. Erst in der kommenden Woche würden auch wieder Bonds mit Laufzeiten von zwei, fünf und sieben Jahren angeboten.

In Euroland hingegen seien neben der Slowakei bei zwei Anleihen (ISIN SK4120011420 / WKN A18W5D/ 2031; ISIN SK4120013400 / WKN A19QRP/ 2047) noch Frankreich mit zahlreichen Aufstockungen von Altemissionen (ISIN FR0013311016 / WKN A19U9A/ 2021; ISIN R0013283686/ WKN A19PMK/ 2023; ISIN FR0011962398 / WKN A1ZKFM/ 2024; ISIN FR0013140035 / WKN A18Y73/ 2021; ISIN FR0011427848 / WKN A1HGEZ/ 2024) am Kapitalmarkt aktiv gewesen. Aber auch die beiden im Halbfinale der Champions League vertretenen Staaten Spanien und Deutschland hätten sich präsent gezeigt.

So habe die Finanzagentur der Bundesrepublik Deutschland am gestrigen Mittwoch die aktuelle zehnjährige Bundesanleihe (ISIN DE0001102440 / WKN 110244) um 3 Mrd. Euro auf insgesamt 17 Mrd. Euro aufstocken können. Trotz des gesunkenen Renditeniveaus seien Kaufaufträge für nominal 3,492 Mrd. Euro eingereicht worden und die Zuteilung von 2,4558 Mrd. Euro sei bei einer Durchschnittsrendite von 0,51% erfolgt. Der verbleibende, nicht zugeteilte Betrag sei zur Marktpflege in den Eigenbestand des Bundes umgebucht worden. Am heutigen Donnerstag beschließe somit Spanien mit der Erhöhung des Emissionsvolumens von drei Bonds (ISIN ES0000012A97 / WKN A19P6R/ 2022; ISIN ES0000012B39 / WKN A19VKR/ 2028; ISIN ES00000128Q6 / WKN A19DZD/ 2033) die Aktivitäten am Primärmarkt für europäische Staatsanleihen.

Die europäische Gemeinschaftswährung befinde sich dieser Tage in einem sehr ruhigen Fahrwasser und lasse sich von den aktuellen Brandherden rund um den Globus nicht anstecken.

So habe das Währungspaar EUR/USD in der vergangenen Berichtswoche ohne nennenswerte Impulse in einer engen Bandbreite zwischen 1,23 USD und 1,2414 USD gehandelt, einem neuen Dreiwochen-Hoch. Diese Entwicklung sei wieder einmal auf einen Tweet von US-Präsident Trump zurückzuführen. In der Folge habe sich der Greenback abgeschwächt und die Einheitswährung habe davon leicht profitieren können. Heute Morgen handle die Währung Europas wenig verändert und somit auf dem Niveau der vergangenen Handelstage bei ca. 1,2400 USD. Jedoch sei es nur eine Frage der Zeit, bis der Euro aus der Lethargie erwache.

In seinem Tweet habe Donald Trump China sowie auch Russland vorgeworfen, ein Abwertungs-Spiel ihrer Währungen zu betreiben. Doch er selbst habe, zumindest im Fall Russland, mit den neuen Sanktionen den Rubel auf Talfahrt geschickt. Inzwischen habe sich der Rubel allerdings wieder leicht erholen können. So notiere der Euro derzeit bei rund 75 RUB und damit unter der wichtigen Marke von 80 RUB. Der Dollar handle aktuell in der Nähe von 60 RUB, nachdem er vor Wochenfrist noch um die Marke von 65 RUB notiert habe.

Für Aufmerksamkeit sorge momentan auch die Schweizer Devise. So sei der Euro zum Franken zur Wochenmitte zeitweise bis auf 1,19952 CHF gestiegen und damit ziemlich nah an den Mindestkurs von 1,20 CHF, den die schweizerische Nationalbank bis Januar 2015 verteidigt habe.

Um ihr Depot breiter aufzustellen, seien Privatanleger in dieser Berichtswoche vermehrt auf der Suche nach Währungsanleihen lautend auf US-Dollar, Südafrikanische Rand, Norwegische Kronen sowie auch Russische Rubel und Türkische Lira gewesen.

Disclaimer:

Die Baader Bank AG ist eine der führenden Investmentbanken für die DACH-Region (Deutschland, Österreich, Schweiz) und Marktführer im Handel von Finanzinstrumenten.

Als Market Maker ist die Bank für die börsliche und außerbörsliche Preisfindung von über 800.000 Finanzinstrumenten verantwortlich.

Im Investment Banking entwickelt sie Finanzierungslösungen für Unternehmen und bietet institutionellen Anlegern umfassende Dienstleistungen beim Vertrieb und dem Handel von Aktien, Anleihen und Derivaten. (19.04.2018/alc/a/a)





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