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Anlagechancen bei Unternehmensanleihen
04.04.16 09:37
BMO Global Asset Management
London (www.anleihencheck.de) - Die Stimmung an den globalen Finanzmärkten ist infolge einer Reihe von negativen Entwicklungen zu Anfang des Jahres momentan schlechter als es die Fundamentaldaten erwarten lassen, so Janelle Woodward, President und Portfoliomanagerin bei der Institutional Fixed Income Boutique Taplin Canida & Habacht (TCH) unter dem Dach des kanadischen Investmentunternehmens BMO Global Asset Management.
Die Investoren würden dabei offensichtlich positive Faktoren wie zum Beispiel den robusten Konsum und den Arbeitsmarkt in den USA übersehen. Gerade bei US-Unternehmensanleihen würden sich daher zurzeit interessante Einstiegsmöglichkeiten ergeben.
"An den weltweiten Aktienmärkten sind die Kurse zu Jahresbeginn ebenso schnell gesunken wie die Investoren an Risikoappetit verloren haben", habe Woodward im aktuellen Marktausblick von TCH gesagt. "Vor allem aber haben die Kreditmärkte in einer Art und Weise negativ reagiert, die nicht mehr als vernünftig bezeichnet werden kann." Woodward zufolge hätten sich dabei vor allem die Renditeaufschläge (Spreads) von Unternehmensanleihen stark ausgeweitet. "Die Bewertungen sind teilweise extrem geworden. Dabei sprechen die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in den USA eigentlich für ein recht passables Umfeld für Unternehmen", so die Expertin.
Nach Daten von TCH hätten die risikoadjustierten Spreads von US-Unternehmensanleihen im Februar 210 Basispunkte erreicht. Damit hätten sie nahe ihres 30-Jahres-Hoch von 247 Basispunkten im Oktober 2002 gelegen, wenn man die beiden Krisenjahre 2008 und 2009 ausgeklammere. "Erfahrungsgemäß fällt die Erholung dann ebenso sprunghaft aus wie die vorhergegangenen Einbrüche. Dies spricht unter Berücksichtigung der Transaktionskosten dagegen, aus dem OTC-Anleihemarkt kurzfristig aus- und später wieder einzusteigen", erkläre Woodward.
Ein Blick zurück zeige zudem, dass es mit einer entsprechend beweglichen Strategie kaum möglich sei, das Risiko im Portfolio nachhaltig zu senken. "Das Krisenjahr 2008 war zum Beispiel für US-Unternehmensanleihen das schlimmste seit Beginn der Aufzeichnungen. Nimmt man jedoch die beiden Jahre 2008 und 2009 zusammen, lag der Mehrertrag bei 300 Basispunkten." Die TCH-Experten würden außerdem davon ausgehen, dass sich die negativen Erwartungen, die sich in den hohen Spreads manifestieren würden, nicht bewahrheiten würden.
Dies gelte in besonderem Maße für die Banken, die in der jüngsten Abwärtsbewegung besonders stark an Wert verloren hätten. "Es gibt handfeste Gründe, warum der Finanzsektor anders als 2008 kein Krisenbeschleuniger ist", erläutere Woodward. Dazu zähle zum einen die bessere Kapitalausstattung der Institute. So habe laut Woodward die Eigenkapitalquote der Citigroup im vergangenen Jahr bei 10,5 Prozent gelegen, während sie 2007 nur 2,7 Prozent betragen habe.
Die neuen Eigenkapitalregeln gemäß Basel III hätten dafür gesorgt, dass vor allem europäische Banken ihre Kreditausleihungen stärker als bisher mit Eigenmitteln unterlegt hätten. Hinzu komme, dass die Banken durch die Aufsichtsbehörden seit der Finanzkrise erheblich strenger reguliert würden. In Folge dieser Entwicklung seien auch die Liquiditätsstandards für die Institute angehoben worden. Nicht zuletzt hätten sich die Banken heute auch viel stärker über Einlagen als noch vor ein paar Jahren finanziert. "Das verbesserte Kredit-/Einlagenverhältnis bedeutet, dass die US-Banken eine geringeres Finanzierungsrisiko haben als vor der Finanzkrise", so Woodward.
Den Investoren würden die TCH-Experten im derzeitig volatilen Umfeld raten, Geduld zu beweisen und den Blick auf die langfristige Perspektive zu richten. "Bislang waren einzelne Segmente und Titel im Investment-Grade-Bereich günstig bewertet, sodass sich dort Einstiegsmöglichkeiten für Anleger geboten haben. Mittlerweile sind die Bewertungen am gesamten Markt für Unternehmensanleihen günstiger. Dadurch können Anleger in diesem Bereich attraktive Erträge erzielen. Zudem glauben wir, dass die Möglichkeit besteht, von den Investments zu profitieren, wenn die Bewertungen wieder zu einem vernünftigem Niveau zurückkehren und sich die Spreads dem anpassen." (04.04.2016/alc/a/a)
Die Investoren würden dabei offensichtlich positive Faktoren wie zum Beispiel den robusten Konsum und den Arbeitsmarkt in den USA übersehen. Gerade bei US-Unternehmensanleihen würden sich daher zurzeit interessante Einstiegsmöglichkeiten ergeben.
"An den weltweiten Aktienmärkten sind die Kurse zu Jahresbeginn ebenso schnell gesunken wie die Investoren an Risikoappetit verloren haben", habe Woodward im aktuellen Marktausblick von TCH gesagt. "Vor allem aber haben die Kreditmärkte in einer Art und Weise negativ reagiert, die nicht mehr als vernünftig bezeichnet werden kann." Woodward zufolge hätten sich dabei vor allem die Renditeaufschläge (Spreads) von Unternehmensanleihen stark ausgeweitet. "Die Bewertungen sind teilweise extrem geworden. Dabei sprechen die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in den USA eigentlich für ein recht passables Umfeld für Unternehmen", so die Expertin.
Ein Blick zurück zeige zudem, dass es mit einer entsprechend beweglichen Strategie kaum möglich sei, das Risiko im Portfolio nachhaltig zu senken. "Das Krisenjahr 2008 war zum Beispiel für US-Unternehmensanleihen das schlimmste seit Beginn der Aufzeichnungen. Nimmt man jedoch die beiden Jahre 2008 und 2009 zusammen, lag der Mehrertrag bei 300 Basispunkten." Die TCH-Experten würden außerdem davon ausgehen, dass sich die negativen Erwartungen, die sich in den hohen Spreads manifestieren würden, nicht bewahrheiten würden.
Dies gelte in besonderem Maße für die Banken, die in der jüngsten Abwärtsbewegung besonders stark an Wert verloren hätten. "Es gibt handfeste Gründe, warum der Finanzsektor anders als 2008 kein Krisenbeschleuniger ist", erläutere Woodward. Dazu zähle zum einen die bessere Kapitalausstattung der Institute. So habe laut Woodward die Eigenkapitalquote der Citigroup im vergangenen Jahr bei 10,5 Prozent gelegen, während sie 2007 nur 2,7 Prozent betragen habe.
Die neuen Eigenkapitalregeln gemäß Basel III hätten dafür gesorgt, dass vor allem europäische Banken ihre Kreditausleihungen stärker als bisher mit Eigenmitteln unterlegt hätten. Hinzu komme, dass die Banken durch die Aufsichtsbehörden seit der Finanzkrise erheblich strenger reguliert würden. In Folge dieser Entwicklung seien auch die Liquiditätsstandards für die Institute angehoben worden. Nicht zuletzt hätten sich die Banken heute auch viel stärker über Einlagen als noch vor ein paar Jahren finanziert. "Das verbesserte Kredit-/Einlagenverhältnis bedeutet, dass die US-Banken eine geringeres Finanzierungsrisiko haben als vor der Finanzkrise", so Woodward.
Den Investoren würden die TCH-Experten im derzeitig volatilen Umfeld raten, Geduld zu beweisen und den Blick auf die langfristige Perspektive zu richten. "Bislang waren einzelne Segmente und Titel im Investment-Grade-Bereich günstig bewertet, sodass sich dort Einstiegsmöglichkeiten für Anleger geboten haben. Mittlerweile sind die Bewertungen am gesamten Markt für Unternehmensanleihen günstiger. Dadurch können Anleger in diesem Bereich attraktive Erträge erzielen. Zudem glauben wir, dass die Möglichkeit besteht, von den Investments zu profitieren, wenn die Bewertungen wieder zu einem vernünftigem Niveau zurückkehren und sich die Spreads dem anpassen." (04.04.2016/alc/a/a)


