Air Berlin-Unternehmensanleihe: Hochprozentiges für wagemutige Höhenflieger


10.08.12 08:16
Anleihencheck Research

Westerburg (www.anleihencheck.de) - Der Analyst Henning Wagener von Anleihencheck Research sieht in einer Unternehmensanleihe (ISIN DE000AB100C2 / WKN AB100C) von Air Berlin ein hochprozentiges Investment für wagemutige Höhenflieger.

Air Berlin sei gemessen am Passagieraufkommen die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft. Dabei versuche sich der Konzern durch die Kombination eines günstigen Preises mit einem perfekten Service von den Billiganbietern abzuheben. Durch diverse Zukäufe habe die Gesellschaft in den vergangenen Jahren seine Geschäftstätigkeit deutlich ausgeweitet.

Das Unternehmen habe Zahlen für das abgelaufene zweite Quartal 2012 bekannt gegeben. Demnach habe der Konzernumsatz leicht von 1,12 Mrd. Euro auf 1,14 Mrd. Euro verbessert werden können. Beim EBITDAR sei ein Zuwachs um 6 Mio. Euro auf 148 Mio. Euro verzeichnet worden. Das operative Ergebnis habe sich von zuvor -32,2 Mio. Euro auf -29,4 Mio. Euro verbessert. Der Vorsteuerverlust sei im Vergleich zur entsprechenden Vorjahresperiode daneben um 2,7 Mio. Euro auf 82,1 Mio. Euro gestiegen. Der Nettoverlust habe sich schließlich auf 66,2 Mio. Euro belaufen.

Die vorgelegten Zahlen sind nach Einschätzung der Analysten von Anleihencheck Research erwartungsgemäß schwach ausgefallen. Als positiv werte man es aber, dass sich aufgrund der erfolgreichen Umsetzung des Shape & Size-Effizienzsteigerungsprogramms der betriebliche Mehraufwand unter anderem infolge des Ölpreisanstieges lediglich auf 2,5 Prozent belaufen habe. Gleichzeitig habe die deutsche Ticketsteuer die Ertragsseite des Konzerns belastet. Als negativ würden die Analysten allerdings den deutlichen Rückgang beim Eigenkapital werten, dass sich von 253,7 Mio. Euro Ende 2011 auf nur noch 101,3 Mio. Euro zum 30. Juni reduziert habe. Die Nettoverschuldung sei gleichzeitig deutlich auf 811,9 Mio. Euro angestiegen.

Insgesamt könne festgehalten werden, dass sich die operative Lage von Air Berlin zuletzt verbessert habe. Allerdings arbeite der Konzern weiterhin nicht profitabel. Durch das Bündnis mit Etihad Airways, die sich auch über eine Kapitalerhöhung an Air Berlin beteiligt hätten, hätten sich die bilanziellen Risiken von Air Berlin zwar verringert, da das Unternehmen nun über einen kapitalkräftigen Partner verfüge. Allerdings erscheine es fraglich, ob das Unternehmen vor 2014 auf EBIT-Basis aus den roten Zahlen fliegen könne.

Die Analysten von Anleihencheck Research sehen daher in der oben genannten Unternehmensanleihe von Air Berlin weiterhin ein klar spekulatives Investment. Die Anleihe habe noch eine Laufzeit bis zum 1. November 2014 und sei mit einem Kupon von 11,5 Prozent ausgestattet. Beim gestrigen Schlusskurs von 102,80 Prozent ergebe sich damit eine jährliche Rendite von fast 10,5 Prozent. (Analyse vom 10.08.2012) (10.08.2012/alc/a/a)


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