Erweiterte Funktionen

Absicherung mit Wandelschuldverschreibungen, ohne den Markt vollständig zu verlassen


15.10.19 14:00
State Street Global Advisors

Boston (www.anleihencheck.de) - In diesem Jahr gab es bereits eine Reihe geopolitischer Schocks, die die Stimmung der Unternehmen in einer bereits fortgeschrittenen Expansion beeinflusst haben, so die Experten von State Street Global Advisors in ihrem aktuellen SPDR Strategie Espresso.

Diese Schocks hätten jedoch durch die Verfolgung einer einfacheren Geld- und Finanzpolitik gemildert werden können. Auf der Handelsebene zwischen den USA und China hätten sich die Spannungen in den letzten Monaten verstärkt, während in der Politik weiterhin Turbulenzen in den USA und Großbritannien bestünden.

In der Zwischenzeit hätten enttäuschende Daten - insbesondere in Europa und zuletzt in den USA mit dem Rückgang des ISM Manufacturing PMI (Purchasing Managers Index) auf 47,8 im September - die Wachstumsaussichten getrübt. Nach einer deutlichen Verringerung des Wachstums im Euroraum und in Großbritannien würden die Ökonomen erwarten, dass das globale BIP mit einer unter dem Trend liegenden Rate von ca. 2,2 bis 2,3% (die in Q4 auf Jahresbasis berechnet worden sei) wachsen werde.

Dennoch sei es zu früh, die Expansion bereits abzuschreiben, es könnte nach wie vor Renditepotenzial bestehen. Während der vorsichtige Ansatz darin bestehen würde, die Risikopositionen für Q4 zu untergewichten, könnte der "fomo" (fear of missing out) für einige Anleger zu stark sein. Der Mittelweg wäre also für eine gewisse Sicherheit zu sorgen und dennoch investiert zu bleiben, zum Beispiel über den Gesundheitssektor oder über qualitative Einkommensstrategien und Strategien mit geringer Volatilität. Die dritte Option seien globale Wandelschuldverschreibungen.

Wandelschuldverschreibungen, die zwischen Anleihen und Aktien lägen, könnten ein breiteres Exposure und eine asymmetrische Beteiligung bieten, indem sie über die Anleihe nach unten schützen und gleichzeitig die Equity Komponente beinhalten würden. Im September hätten sich viele Anleger für diese Anlageklasse entschieden. Werde es in den kommenden Monaten weitere Nachfrage geben?

Mit Blick auf den Thomson Reuters Qualified Global Convertible Bond Index liege die Aktiensensitivität (Delta) derzeit bei 0,42 gegenüber einem langfristigen Mittelwert von 0,45. Dies deute auf eine relativ faire Bewertung im Vergleich zu historischen Werten hin. Sowie auf die Möglichkeit, an einer Entlastungsrallye teilzunehmen, sollten die Handelsgespräche schließlich zu einem besseren Ergebnis führen.

Währenddessen bleibe die implizite Volatilität ziemlich hoch, was darauf hindeute, dass es notwendig sei, sich weiterhin zu schützen. Da die Renditen bereits niedrig seien, sei die Zinssensitivität weniger beunruhigend, aber die Dauer des Exposures betrage nur 3,8 und seine Rho (Zinssensitivität einschließlich des Aktienoptionspreises) betrage -2,04 für einen Parallelverschiebungsanstieg der Treasury-Kurve um 100 Basispunkte.

Im Vergleich zu den Vorjahren, in denen der Durchschnitt bei 10 Milliarden US-Dollar gelegen habe, seien die gesamten September-Emissionen mit 17 Milliarden US-Dollar durchaus stark gewesen. Mit 69 Milliarden Dollar an Neuemissionen und Nettoemissionen von 10 Milliarden US-Dollar YTD, sehe es so aus, als würden Investoren immer noch danach streben, Kapital in diesem Markt für den potenziellen Aufschwung einzusetzen.

Abschließend werde deutlich, wenn die Volatilität über eine Standardabweichung steige, würden Wandelschuldverschreibungen tendenziell nur zu 26% an der negativen Wochenperformance der globalen Aktienmärkte partizipieren (d.h. über 27% gegenüber einem langfristigen Durchschnitt von 18%). (15.10.2019/alc/a/a)