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Absicherung des Jahresendes mit Wandelanleihen


04.12.19 09:45
State Street Global Advisors

Boston (www.anleihencheck.de) - Die geopolitischen Spannungen haben sich etwas gelockert und die Phase Eins des Abkommens zwischen den USA und China scheint jeden Tag näher zu kommen, so die Experten von State Street Global Advisors in ihrem aktuellen "SPDR Strategie Espresso".

Inzwischen würden die makroökonomischen Daten Anzeichen einer Bodenbildung zeigen, während sich die Stimmung verbessert habe. Der wichtigste Klimaindex für die Wirtschaft sei im November laut der deutschen ifo-Umfrage aufgrund der unveränderten aktuellen Bedingungen und der leicht verbesserten Erwartungen um 0,3 Punkte auf 95,0 gestiegen.

Inzwischen sei es den PMI-Dienstleistern (Purchasing Managers Index) gelungen, sich weitgehend im Expansionsbereich zu halten. Insgesamt scheine die Entwicklung der J.P. Morgan Global PMIs darauf hinzudeuten, dass sich das grundlegende Tempo der Aktivitäten auf globaler Ebene erhöhe, auch wenn das Niveau weiterhin schwach sei. Vor diesem Hintergrund und einem zusätzlich wachsenden Vertrauen sowie einer freundlicheren Stimmung sei die Santa-Rally in diesem Jahr früh gestartet.

Auch der globale Marktausblick deute auf eine optimistischere Positionierung hin. Tatsächlich habe sich der taktische Anlageallokations-Ansatz für die nächsten Wochen wieder in Richtung positiver Risikoaktiva entwickelt. Dennoch seien die Märkte aufgrund von Handelsgesprächen nach wie vor anfällig für "Flip-Flop"-Maßnahmen. Die am besten geeignete Vorgehensweise könnte hier ein mittlerer Ansatz sein: Einen gewissen Schutz finden und investiert bleiben. Zu diesem Zweck würden globale Wandelanleihen eine interessante Alternative bleiben.

Wandelanleihen mit Ähnlichkeiten zu Anleihen und Aktien würden den Anlegern ein diversifiziertes Engagement, eine asymmetrische Beteiligung und einen potenziellen Schutz nach unten bieten.

Da sich die Märkte erholt hätten, habe der Thomson Reuters Qualified Global Convertible Bond Index in den letzten drei Monaten eine Rendite von fast 3,7% erzielt (in USD ohne Absicherung). Diese Entwicklung sei zum Teil auf die Eigenkapitalsensitivität (Delta) zurückzuführen, die derzeit bei 0,47 gegenüber einem langfristigen Mittelwert von 0,45 liege. Dieses Delta deute auf die starke Fähigkeit hin, an einer weiteren Entlastungsrally teilzunehmen, falls die Handelsgespräche zu einem besseren Ergebnis führen sollten.

Im Falle eines Zusammenbruchs trage der Kapitalschutz (Bond floor) auch zum Schutz der Portfolios bei. Da die Renditen bereits niedrig seien, sei die Zinssensitivität vorerst weniger problematisch. Die Duration des Exposures betrage jedoch "nur" 3,8 und die Rho (oder Zinssensitivität einschließlich des Aktienoptionspreises) -1,88 für einen parallelen Shift-Anstieg der zugrunde liegenden Treasury-Kurven um 100 Basispunkte. Die Konvexität, die das Exposure biete, stelle eine gute Möglichkeit dar, investiert zu bleiben und sich dennoch vor kurzfristigen Schwankungen aufgrund von Schlagzeilen zu Handelsgesprächen oder britischen Wahlen zu schützen.

Ein weiterer Vorteil von globalen Wandelanleihen sei letztendlich ihre unterschiedliche Branchenverteilung im Vergleich zu traditionelleren globalen Aktienfonds. Mit mehr Technologie-Exposure und weniger zinssensitiven Value-Sektoren könnten Wandelanleihen ein interessanter Diversifizierer in den aktuellen Märkten sein. (Ausgabe vom 02.12.2019) (04.12.2019/alc/a/a)