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2024 beginnt mit Konsolidierungsphase: Investment Grade- und Schwellenländeranleihen bevorzugt
25.01.24 10:30
Candriam
Brüssel (www.anleihencheck.de) - Nachdem Finanzwerte in der Endphase des vergangenen Jahres eine besonders gute Entwicklung hingelegt hatten, haben wir unsere Portfolios nun für eine Konsolidierungsphase positioniert: Die Stimmung ist optimistisch geworden, Ungleichgewichte haben zugenommen und die Märkte erwarten, dass die US-Notenbank (FED) die Zinsen bereits im aktuellen Quartal senkt, so Nadège Dufossé, Leiterin Multi Asset bei Candriam.
In ihrem Szenario einer sanften Landung und eines anhaltenden Abklingens der Inflation würden die Experten allerdings erwarten, dass die erste Zinssenkung der FED später erfolgen werde, als es sich der Markt derzeit erhoffe. Daher hätten die Experten den steilen Rückgang der US-Renditen seit Mitte Oktober genutzt, um bei ihren Long-Positionen auf die US-Duration Gewinne mitzunehmen und das Portfolio neutral auszurichten. Insgesamt erscheinen die globalen Aktienindices relativ betrachtet im Vergleich zu Anleihen jedoch immer noch weniger attraktiv, so die Experten von Candriam. Daher würden die Experten Anleihen mit Investment-Grade-Rating und Schwellenländeranleihen bevorzugen.
2023 sei von schwankender wirtschaftlicher Entwicklung und durchwachsenen Unternehmensergebnissen geprägt gewesen, habe jedoch positiv für Anleihen und Aktien geendet. Allerdings sei die Streuung der Performance erheblich gewesen und es habe bedeutende idiosynkratische Risiken gegeben. Die Stimmung und die Positionierung der Anleger seien jetzt deutlich positiver als noch zu Beginn des Jahres 2023. Und hier komme die Frage für 2024 auf: Inwieweit seien die scheinbar guten Nachrichten bereits eingepreist? Die Stimmungs- und Konjunkturindikatoren hätten noch keine extremen Niveaus erreicht, doch auf lange Sicht betrachtet seien sie inzwischen ziemlich hoch.
Tatsächlich seien die Credit Spreads und die Volatilität deutlich zurückgegangen. Ebenso würden verschiedene technische Indikatoren den Anstieg der Finanzmärkte widerspiegeln, und Momentum- und Relativitätskennzahlen seien etwas überspannt. Kurz gesagt: Der allgemeine Stimmungsindikator der Experten bewege sich auf ein "Euphorie"-Niveau zu, ähnlich wie Ende Juli 2023. Dies könnte ein konträres Verkaufssignal auslösen. Nach den starken Wertentwicklungen in den letzten Wochen des Jahres 2023 erwartet uns zu Beginn dieses Jahres möglicherweise eine Konsolidierungsphase, so die Experten von Candriam.
Zwar könnte der Jahresbeginn etwas holprig verlaufen, doch der Mix aus Wachstum und Inflation kehre endlich in einen "vertrauten" Bereich zurück: Die Inflation habe nachgelassen und sollte in den USA und in der Eurozone schnell unter 3 Prozent sinken. Damit sei sie nicht mehr die größte Sorge der Anleger. Ebenso sollten die großen Unterschiede beim Wirtschaftswachstum der verschiedenen Länder, nachdem die Schocks verarbeitet seien, den IMF Prognosen zufolge bis 2024/2025 erheblich abnehmen.
Das Gleiche gilt für die Geldpolitik: Wir befinden uns am Ende des geldpolitischen Straffungszyklus, denn die Zentralbanken haben ihre Aufgabe erfolgreich bewältigt und ihren Manövrierspielraum zurückgewonnen, so die Experten von Candriam. Die zentrale Frage für Anleger laute nicht mehr, ob es Zinssenkungen geben werde, sondern wann diese stattfinden würden.
Für die USA würden die Märkte frühzeitige und umfangreiche Zinssenkungen erwarten. Doch nach Meinung der Experten seien die Marktbewertungen etwas über das Ziel hinausgeschossen, indem sie eine Zinssenkung der FED bereits im März als reale Möglichkeit erachten würden. Ein solides Einkommenswachstum der Privathaushalte war und bleibt der entscheidende Faktor für ein Szenario, in dem es in diesem Jahr keine Rezession gibt, berichten die Experten von Candriam. Eine sanfte Landung würden die Experten für die USA für am wahrscheinlichsten halten. Das würde auch bedeuten, dass die Zentralbank keine Eile hätte, geldpolitische Unterstützung zu leisten, und die Experten würden die erste Lockerung nicht vor dem Ende des 1. Halbjahrs 2024 erwarten. Damit entstehe reichlich Raum für Enttäuschungen, wenn man die aktuellen Marktbewertungen in Betracht ziehe.
Für einen Rückgang der langfristigen Renditen bräuchte es ein erheblich schwächeres Wachstum als das jetzige, da die Breakeven-Renditen bereits nahe am Zwei-Prozent-Inflationsziel der FED lägen.
Bei ihrer Asset-Allokation würden die Experten Anleihen gegenüber Aktien bevorzugen - letztere würden sie im Moment etwas untergewichten. Das liege an der Risikoprämie bei Aktien - die Experten würden auf ein besseres Risiko-Rendite-Verhältnis und ein deutlicheres Signal der Zentralbanken warten, bevor sie ihr Aktienengagement anheben würden.
Im Allgemeinen würden die Experten bei Aktien der Eurozone Vorsicht walten lassen, während sie andere Regionen neutral bewerten würden. Des Weiteren stünden bei ihnen eine Reihe von Themen im Fokus. So würden ihnen unter anderem Technologie und Künstliche Intelligenz (KI) gefallen, und sie würden Ausschau nach günstigen Kaufmöglichkeiten bei Aktien von Small und Mid Caps sowie im Bereich saubere Energien halten, die abgestraft worden seien. Gleichzeitig würden die Experten Aktien in Sektoren wie dem Gesundheitswesen und Basiskonsumgütern kaufen, die in einem spätzyklischen Umfeld eine robuste Performance erzielen würden.
Im Bereich der festverzinslichen Anlagen stünden bei den Experten qualitativ hochwertige Anleihen im Mittelpunkt, und sie würden zudem in Schwellenländeranleihen investiert bleiben, um von ihrem attraktiven Zinssatz zu profitieren. Vor dem Hintergrund der nachlassenden Wirtschaftsaktivität und der sinkenden Inflation würden sich die Experten außerdem den Carry von europäischen Kern-Staatsanleihen zunutze machen. Da die US-Renditen von 5,0 Prozent Mitte Oktober auf 3,8 Prozent Ende 2023 gefallen seien, hätten die Experten bei ihrer Long-Position auf die US-Duration Gewinne mitgenommen und würden bei US-Staatsanleihen neutral ausgerichtet bleiben.
Auch Absicherung und Diversifizierung dürften Investoren nicht außer Acht lassen. Die Experten würden eine Long-Position im Japanischen Yen und Engagements in einigen Rohstoffen, unter anderem in Gold halten. Beides seien gute Absicherungen in einem risikoaversen Umfeld. Außerdem würden die Experten mit einer guten Entwicklung von alternativen Anlagen rechnen, denn sie würden eine gewisse Dekorrelation gegenüber traditionellen Vermögenswerten bieten. (25.01.2024/alc/a/a)
In ihrem Szenario einer sanften Landung und eines anhaltenden Abklingens der Inflation würden die Experten allerdings erwarten, dass die erste Zinssenkung der FED später erfolgen werde, als es sich der Markt derzeit erhoffe. Daher hätten die Experten den steilen Rückgang der US-Renditen seit Mitte Oktober genutzt, um bei ihren Long-Positionen auf die US-Duration Gewinne mitzunehmen und das Portfolio neutral auszurichten. Insgesamt erscheinen die globalen Aktienindices relativ betrachtet im Vergleich zu Anleihen jedoch immer noch weniger attraktiv, so die Experten von Candriam. Daher würden die Experten Anleihen mit Investment-Grade-Rating und Schwellenländeranleihen bevorzugen.
2023 sei von schwankender wirtschaftlicher Entwicklung und durchwachsenen Unternehmensergebnissen geprägt gewesen, habe jedoch positiv für Anleihen und Aktien geendet. Allerdings sei die Streuung der Performance erheblich gewesen und es habe bedeutende idiosynkratische Risiken gegeben. Die Stimmung und die Positionierung der Anleger seien jetzt deutlich positiver als noch zu Beginn des Jahres 2023. Und hier komme die Frage für 2024 auf: Inwieweit seien die scheinbar guten Nachrichten bereits eingepreist? Die Stimmungs- und Konjunkturindikatoren hätten noch keine extremen Niveaus erreicht, doch auf lange Sicht betrachtet seien sie inzwischen ziemlich hoch.
Tatsächlich seien die Credit Spreads und die Volatilität deutlich zurückgegangen. Ebenso würden verschiedene technische Indikatoren den Anstieg der Finanzmärkte widerspiegeln, und Momentum- und Relativitätskennzahlen seien etwas überspannt. Kurz gesagt: Der allgemeine Stimmungsindikator der Experten bewege sich auf ein "Euphorie"-Niveau zu, ähnlich wie Ende Juli 2023. Dies könnte ein konträres Verkaufssignal auslösen. Nach den starken Wertentwicklungen in den letzten Wochen des Jahres 2023 erwartet uns zu Beginn dieses Jahres möglicherweise eine Konsolidierungsphase, so die Experten von Candriam.
Zwar könnte der Jahresbeginn etwas holprig verlaufen, doch der Mix aus Wachstum und Inflation kehre endlich in einen "vertrauten" Bereich zurück: Die Inflation habe nachgelassen und sollte in den USA und in der Eurozone schnell unter 3 Prozent sinken. Damit sei sie nicht mehr die größte Sorge der Anleger. Ebenso sollten die großen Unterschiede beim Wirtschaftswachstum der verschiedenen Länder, nachdem die Schocks verarbeitet seien, den IMF Prognosen zufolge bis 2024/2025 erheblich abnehmen.
Für die USA würden die Märkte frühzeitige und umfangreiche Zinssenkungen erwarten. Doch nach Meinung der Experten seien die Marktbewertungen etwas über das Ziel hinausgeschossen, indem sie eine Zinssenkung der FED bereits im März als reale Möglichkeit erachten würden. Ein solides Einkommenswachstum der Privathaushalte war und bleibt der entscheidende Faktor für ein Szenario, in dem es in diesem Jahr keine Rezession gibt, berichten die Experten von Candriam. Eine sanfte Landung würden die Experten für die USA für am wahrscheinlichsten halten. Das würde auch bedeuten, dass die Zentralbank keine Eile hätte, geldpolitische Unterstützung zu leisten, und die Experten würden die erste Lockerung nicht vor dem Ende des 1. Halbjahrs 2024 erwarten. Damit entstehe reichlich Raum für Enttäuschungen, wenn man die aktuellen Marktbewertungen in Betracht ziehe.
Für einen Rückgang der langfristigen Renditen bräuchte es ein erheblich schwächeres Wachstum als das jetzige, da die Breakeven-Renditen bereits nahe am Zwei-Prozent-Inflationsziel der FED lägen.
Bei ihrer Asset-Allokation würden die Experten Anleihen gegenüber Aktien bevorzugen - letztere würden sie im Moment etwas untergewichten. Das liege an der Risikoprämie bei Aktien - die Experten würden auf ein besseres Risiko-Rendite-Verhältnis und ein deutlicheres Signal der Zentralbanken warten, bevor sie ihr Aktienengagement anheben würden.
Im Allgemeinen würden die Experten bei Aktien der Eurozone Vorsicht walten lassen, während sie andere Regionen neutral bewerten würden. Des Weiteren stünden bei ihnen eine Reihe von Themen im Fokus. So würden ihnen unter anderem Technologie und Künstliche Intelligenz (KI) gefallen, und sie würden Ausschau nach günstigen Kaufmöglichkeiten bei Aktien von Small und Mid Caps sowie im Bereich saubere Energien halten, die abgestraft worden seien. Gleichzeitig würden die Experten Aktien in Sektoren wie dem Gesundheitswesen und Basiskonsumgütern kaufen, die in einem spätzyklischen Umfeld eine robuste Performance erzielen würden.
Im Bereich der festverzinslichen Anlagen stünden bei den Experten qualitativ hochwertige Anleihen im Mittelpunkt, und sie würden zudem in Schwellenländeranleihen investiert bleiben, um von ihrem attraktiven Zinssatz zu profitieren. Vor dem Hintergrund der nachlassenden Wirtschaftsaktivität und der sinkenden Inflation würden sich die Experten außerdem den Carry von europäischen Kern-Staatsanleihen zunutze machen. Da die US-Renditen von 5,0 Prozent Mitte Oktober auf 3,8 Prozent Ende 2023 gefallen seien, hätten die Experten bei ihrer Long-Position auf die US-Duration Gewinne mitgenommen und würden bei US-Staatsanleihen neutral ausgerichtet bleiben.
Auch Absicherung und Diversifizierung dürften Investoren nicht außer Acht lassen. Die Experten würden eine Long-Position im Japanischen Yen und Engagements in einigen Rohstoffen, unter anderem in Gold halten. Beides seien gute Absicherungen in einem risikoaversen Umfeld. Außerdem würden die Experten mit einer guten Entwicklung von alternativen Anlagen rechnen, denn sie würden eine gewisse Dekorrelation gegenüber traditionellen Vermögenswerten bieten. (25.01.2024/alc/a/a)


