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2024 - ein Jahr der Entscheidungen
25.01.24 08:45
Raiffeisen Capital Management
Wien (www.anleihencheck.de) - Das Jahr 2024 ist in gewisser Hinsicht kein Jahr wie jedes andere, zumal zahlreiche Entscheidungen sowohl auf politischer Ebene wie auch bei den Rahmenbedingungen für die Finanzmärkte anstehen, so Karin Kunrath, Chief Investment Officer der Raiffeisen KAG.
Zum einen sei 2024 ein absolutes Superwahljahr, in dem in mehr als 70 Ländern Urnengänge stattfinden würden. Einige davon, etwa die US-Präsidentschaftswahl im November, hätten auch für die Finanzmärkte erhöhte Brisanz, zumal der Wahlentscheidung sowohl geo- als auch wirtschaftspolitisch durchaus maßgebliche Veränderungen folgen könnten. Zum anderen sei nach wie vor die Entscheidung über eine globale Rezession ausständig. Auch in dieser Frage hänge viel von der Entwicklung in den USA ab, die im Gegensatz zum Rest der Welt bei den Wirtschaftsdaten bis zuletzt tendenziell positiv hätten überraschen können. Der Arbeitsmarkt und der damit verbundene private Konsum hätten entgegen mancher Prognosen das Wachstum insbesondere im Dienstleistungsbereich bislang aufrecht erhalten.
Weitere für die Finanzmärkte ganz wesentliche Entscheidungen würden die Geldpolitik der Notenbanken betreffen. Diese hätten in den letzten Monaten den Zinsanhebungspfad beendet und für 2024 würden erste Leitzinssenkungen erwartet. An den Rentenmärkten seien die erwarteten Zinssenkungen in Vorwegnahme der konkreten Entscheidungen auch schon relativ deutlich eingepreist worden. Diese Erwartungen würden im Jahresverlauf ebenso einem "Reality Check" unterzogen wie auch die durchaus positiven Gewinnschätzungen für 2024 und darüber hinaus. Hier werde sich entscheiden, ob sich der Turnaround in der Entwicklung der Unternehmensgewinne tatsächlich weiter fortsetze.
Im Jahr 2024 werde es wohl auch zu zahlreichen geopolitischen Entscheidungen in den bereits bestehenden Konfliktherden kommen und damit verbunden zu etwaigen Konsequenzen für die Weltwirtschaft und die Finanzmärkte. Trotz aller Unabwägbarkeiten würden die Experten basierend auf den aktuell bestehenden Rahmenbedingungen und Prognosen sowie ihren Indikatoren zur Beurteilung des Marktumfeldes für 2024 ein schwach positives Wirtschaftswachstum, eine nennenswerte Erholung bei den Unternehmensgewinnen, weiter rückläufige Inflationsraten und damit verbunden wieder sinkende Zinsen erwarten.
Insbesondere kurz laufende US-Staatsanleiherenditen hätten sich in den vergangenen Wochen durchwegs im Sinkflug befunden. Längere Laufzeiten (inkl. Euro-Staatsanleihen) hätten zum Jahreswechsel kurzfristig höhere Renditen verzeichnet, nachdem den Markt abermalig Inflationssorgen geplagt hätten. Diesen Anstieg würden die Experten als nicht gerechtfertigt erachten und sich in Richtung einer Fortsetzung des Sinkfluges auf der gesamten Zinskurve positionieren.
Credit Spreads würden eine Art "Goldilocks"-Szenario preisen, d.h. positives Wachstum, kaum Zahlungsausfälle, ein gutes Refinanzierungsumfeld und stabile (geo-) politische Verhältnisse. Tatsächlich sei dies nur sehr eingeschränkt zu beobachten. Die gesunkenen Risikoprämien würden nach Meinung der Experten zu einem Teil die Hoffnung auf baldige und umfangreiche Zinssenkungen reflektieren. Eine Hoffnung, die zumindest in ihrer Dimension enttäuscht werden könnte. Die Experten würden bei Investmentgrade- und High-Yield-Unternehmensanleihen zurückhaltend bleiben und sich in Richtung moderat höherer Risikoprämien positionieren, wobei die absoluten Renditeniveaus nach wie vor als attraktiv einzustufen seien.
Die Experten würden in Summe kein Abkoppeln der Emerging-Markets-Anleihe-Spreads von den Risikoprämien in den entwickelten Märkten erwarten.
Die internationalen Aktienmärkte hätten sich in den letzten Wochen deutlich stärker präsentiert. Neben den in Summe besser als erwarteten Konjunkturdaten (vor allem in den USA) sei in den letzten Wochen auch von einem deutlichen Rückgang bei den Anleiherenditen (und gleichzeitig aufkommenden Zinssenkungshoffnungen) Rückenwind für die Aktienmärkte gekommen. Die Gewinnseite der Unternehmen präsentiere sich weiter gut, was auch die Stabilisierung bei den Konjunkturvorlaufindikatoren unterstütze.
In den Emerging Markets stehe seit Anfang des Jahres einmal mehr die Entwicklung des chinesischen Aktienmarkts im Fokus: Hier komme es zu einem richtiggehenden Abverkauf auf bereits sehr niedrigem Niveau. Auslöser seien weiter schlechte Nachrichten seitens der chinesischen Volkswirtschaft, gepaart mit investorenfeindlicher Politik der chinesischen Regierung. Dennoch oder gerade deshalb stelle sich die fundamentale Bewertung des chinesischen Aktienmarkts auf längere Frist bereits recht attraktiv dar.
In den letzten Wochen habe sich der Energiebereich etwas fester präsentiert. Dieser habe von der geopolitischen Unsicherheit profitiert, wobei sich das Ausmaß der Anstiege sehr in Grenzen gehalten habe. Der Edelmetallbereich habe sich seitwärts entwickelt und von den verstärkten Zinssenkungs-Hoffnungen nicht mehr zusätzlich profitieren können. Weiterhin schwach würden sich die Industriemetalle präsentieren. (25.01.2024/alc/a/a)
Zum einen sei 2024 ein absolutes Superwahljahr, in dem in mehr als 70 Ländern Urnengänge stattfinden würden. Einige davon, etwa die US-Präsidentschaftswahl im November, hätten auch für die Finanzmärkte erhöhte Brisanz, zumal der Wahlentscheidung sowohl geo- als auch wirtschaftspolitisch durchaus maßgebliche Veränderungen folgen könnten. Zum anderen sei nach wie vor die Entscheidung über eine globale Rezession ausständig. Auch in dieser Frage hänge viel von der Entwicklung in den USA ab, die im Gegensatz zum Rest der Welt bei den Wirtschaftsdaten bis zuletzt tendenziell positiv hätten überraschen können. Der Arbeitsmarkt und der damit verbundene private Konsum hätten entgegen mancher Prognosen das Wachstum insbesondere im Dienstleistungsbereich bislang aufrecht erhalten.
Weitere für die Finanzmärkte ganz wesentliche Entscheidungen würden die Geldpolitik der Notenbanken betreffen. Diese hätten in den letzten Monaten den Zinsanhebungspfad beendet und für 2024 würden erste Leitzinssenkungen erwartet. An den Rentenmärkten seien die erwarteten Zinssenkungen in Vorwegnahme der konkreten Entscheidungen auch schon relativ deutlich eingepreist worden. Diese Erwartungen würden im Jahresverlauf ebenso einem "Reality Check" unterzogen wie auch die durchaus positiven Gewinnschätzungen für 2024 und darüber hinaus. Hier werde sich entscheiden, ob sich der Turnaround in der Entwicklung der Unternehmensgewinne tatsächlich weiter fortsetze.
Im Jahr 2024 werde es wohl auch zu zahlreichen geopolitischen Entscheidungen in den bereits bestehenden Konfliktherden kommen und damit verbunden zu etwaigen Konsequenzen für die Weltwirtschaft und die Finanzmärkte. Trotz aller Unabwägbarkeiten würden die Experten basierend auf den aktuell bestehenden Rahmenbedingungen und Prognosen sowie ihren Indikatoren zur Beurteilung des Marktumfeldes für 2024 ein schwach positives Wirtschaftswachstum, eine nennenswerte Erholung bei den Unternehmensgewinnen, weiter rückläufige Inflationsraten und damit verbunden wieder sinkende Zinsen erwarten.
Credit Spreads würden eine Art "Goldilocks"-Szenario preisen, d.h. positives Wachstum, kaum Zahlungsausfälle, ein gutes Refinanzierungsumfeld und stabile (geo-) politische Verhältnisse. Tatsächlich sei dies nur sehr eingeschränkt zu beobachten. Die gesunkenen Risikoprämien würden nach Meinung der Experten zu einem Teil die Hoffnung auf baldige und umfangreiche Zinssenkungen reflektieren. Eine Hoffnung, die zumindest in ihrer Dimension enttäuscht werden könnte. Die Experten würden bei Investmentgrade- und High-Yield-Unternehmensanleihen zurückhaltend bleiben und sich in Richtung moderat höherer Risikoprämien positionieren, wobei die absoluten Renditeniveaus nach wie vor als attraktiv einzustufen seien.
Die Experten würden in Summe kein Abkoppeln der Emerging-Markets-Anleihe-Spreads von den Risikoprämien in den entwickelten Märkten erwarten.
Die internationalen Aktienmärkte hätten sich in den letzten Wochen deutlich stärker präsentiert. Neben den in Summe besser als erwarteten Konjunkturdaten (vor allem in den USA) sei in den letzten Wochen auch von einem deutlichen Rückgang bei den Anleiherenditen (und gleichzeitig aufkommenden Zinssenkungshoffnungen) Rückenwind für die Aktienmärkte gekommen. Die Gewinnseite der Unternehmen präsentiere sich weiter gut, was auch die Stabilisierung bei den Konjunkturvorlaufindikatoren unterstütze.
In den Emerging Markets stehe seit Anfang des Jahres einmal mehr die Entwicklung des chinesischen Aktienmarkts im Fokus: Hier komme es zu einem richtiggehenden Abverkauf auf bereits sehr niedrigem Niveau. Auslöser seien weiter schlechte Nachrichten seitens der chinesischen Volkswirtschaft, gepaart mit investorenfeindlicher Politik der chinesischen Regierung. Dennoch oder gerade deshalb stelle sich die fundamentale Bewertung des chinesischen Aktienmarkts auf längere Frist bereits recht attraktiv dar.
In den letzten Wochen habe sich der Energiebereich etwas fester präsentiert. Dieser habe von der geopolitischen Unsicherheit profitiert, wobei sich das Ausmaß der Anstiege sehr in Grenzen gehalten habe. Der Edelmetallbereich habe sich seitwärts entwickelt und von den verstärkten Zinssenkungs-Hoffnungen nicht mehr zusätzlich profitieren können. Weiterhin schwach würden sich die Industriemetalle präsentieren. (25.01.2024/alc/a/a)


